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Veröffentlicht am 26.05.2025

Rom 1969

Teddy
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In den 1960er Jahren war es für junge Frauen noch ein unbedingtes Ziel zu heiraten, von ihrem Mann versorgt zu werden und Kinder zu bekommen. Teddy Carlyle ist schon über dreißig Jahre als sie den Botschaftsmitarbeiter ...

In den 1960er Jahren war es für junge Frauen noch ein unbedingtes Ziel zu heiraten, von ihrem Mann versorgt zu werden und Kinder zu bekommen. Teddy Carlyle ist schon über dreißig Jahre als sie den Botschaftsmitarbeiter David kennenlernt und der sie heiratet. Davids Einsatz an der Botschaft in Rom beginnt auch vielversprechend. Es soll Teddys neues Leben sein. Sie beginnt sogar mit einem kleinen Job als Botschaftsangestellte. Doch bald schleichen sich alte Gewohnheiten ein. Teddy gibt sich selbst die Schuld, dass sie nicht die vorbildliche Ehefrau ist. Sie befürchtet auch, dass ihre Vergangenheit sie einholen wird.

Eine junge Frau versucht den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. In den 60ern sind die Möglichkeiten für Frauen noch viel begrenzter als heutzutage. Es gibt jede Menge Regeln, an die sie sich halten sollen. Ein Bild der Gesellschaft, dem sie entsprechen sollen. Sind sie anders, offener, lebenslustiger, folgt die Strafe der gesellschaftlichen Ächtung oder Schlimmeres schnell. Doch Teddy will sich an die Regeln halten, sie will eine gute Frau werden, endlich. Aber das Leben und auch ihre Trägheit machen es ihr schwer, alle Erwartungen zu erfüllen. Und dann geschieht etwas, wodurch alles kaputt gehen könnte.

In einer besonderen Situation erzählt Teddy von ihrem Leben, sie erzählt aus ihrer Kindheit und Jugend, wie sie in manche Situation herein gerutscht ist und schließlich wieso sie hier sitzt und erzählt. Das eignet sich natürlich sehr gut für ein Hörbuch und dieses hier wird wunderbar in Szene gesetzt von Cathleen Gawlich. Das, was Teddy zu erzählen hat, ist nicht immer sehr schön. So war es eben damals. In der Vergangenheit war eben nicht alles besser. Die Frauen hatten keine Stimme. Mit ihnen konnte gemacht werden, was jemand wollte. Und doch will Teddy dazugehören. Ihre scheiternden Bemühungen nerven sie allerdings selbst. Sie denkt, sie muss sich den Konventionen beugen. Mehr und mehr empfindet Teddy Widerwillen, sie sieht allerdings kaum eine Möglichkeit etwas an der Lage zu ändern. Es ist spannend, Teddys Entwicklung von einer Art Lebedame zu einer selbstständigen Frau mitzuerleben.

Veröffentlicht am 24.05.2025

Die Schöne

Der Feind
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Die Telefone klingeln fast gleichzeitig. Die Journalistin Milla Nova wird einen Hauch früher vom gemeinsamen Essen aufgeschreckt. Doch auch Sandro Bandini, der Chef der Abteilung Leib und Leben der Polizei ...

Die Telefone klingeln fast gleichzeitig. Die Journalistin Milla Nova wird einen Hauch früher vom gemeinsamen Essen aufgeschreckt. Doch auch Sandro Bandini, der Chef der Abteilung Leib und Leben der Polizei Bern muss zum Ort des Geschehens. Es ist nicht zu glauben. Während einer Discoveranstaltung für Frauen hat jemand begonnen um sich zu schießen. Etliche der Besucherinnen der Feier sind verletzt, etliche brutal ermordet. Noch im Verlauf der ersten Ermittlungen erfährt die Polizei von einem weiteren Todesfall, der zu klären ist. Ein unauffälliger Bürger wurde tot aufgefunden. Er war gefesselt und trug rote Damenschuhe an den Füßen.

Bereits zum fünften Mal kreuzen sich die Wege des blinden Nathaniel Brenner, der Journalistin Milla Nova und des Polizisten Sandro Bandini. Endlich ist Nathaniels Leben organisiert und verläuft in ruhigen Bahnen. Wäre da nicht dieser grauenvolle Anschlag auf die Frauendisco, der alles zum Einsturz bringt. Die Beziehung von Sandro und Milla ist eigentlich gesettelt. Doch ihre Berufe bringen sie immer wieder in Schwierigkeiten, weil sie sich nicht so einfach austauschen können. Doch manchmal ist es einfach besser, die Diskretion zu brechen. In diesen beiden Fällen geht es viel um Gewalt gegen Frauen und Frauenhass. Verbrechen, die ihnen beinahe alles abfordern.

Mit jedem Fall schafft es die Autorin ein aufwühlendes Thema aufzugreifen. Dazu bedient sie sich ihres wohlbekannten und sympathischen Personals. Dass es die Szene der Frauenhasser gibt, war durchaus schon in Presseberichten zu lesen. Wie schlimm es dort zugeht, wird in diesem Roman sehr deutlich. Beinahe empfindet man es beim Lesen als ausgleichende Gerechtigkeit, dass beim zweiten Fall die Männer zu Opfern werden. Doch auch hier finden die Ermittler nach und nach heraus, dass diese Opfer eigentlich Täter sind. Sehr spannend werden Informationen und Krimi kombiniert, so dass man einfach wissen muss, wie alles zusammenhängt, wie es ausgeht. Nicht alles kann zur Gänze nach dem eigenen Geschmack sein. Man wünscht diesem Schweizer Team dennoch weitere ähnlich spannende Ermittlungen. In menschliche Abgründe zu blicken, ist nicht immer angenehm, aber lehrreich und die Verbreitung des Wissens schadet nie.

Veröffentlicht am 19.05.2025

Besetzte Stadt

Der schwärzeste Winter
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Im Dezember 1944 versucht Commissario De Luca in Bologna zu ermitteln. Einfach ist das nicht, denn es gibt zwei Polizeibehörden, die sich nicht grün sind. Es gibt die deutschen Besetzer ,it ihren unterschiedlichen ...

Im Dezember 1944 versucht Commissario De Luca in Bologna zu ermitteln. Einfach ist das nicht, denn es gibt zwei Polizeibehörden, die sich nicht grün sind. Es gibt die deutschen Besetzer ,it ihren unterschiedlichen Organisationen, die sich nicht grün sind und die den Italienern erst recht nicht grün sind. Mussolinis Schwarze Brigaden nicht zu vergessen. Und es gibt die Partisanen, die mehr als vorsichtig sein müssen, die Kontakte manchmal nicht vermeiden können. De Luca war mal einfacher Polizist, der seine Fälle lösen wollte. Und nun muss er mit ungeliebten Herren gemeinsame Sache machen, manchmal falsche Spuren legen. Und nun wurde eine Leiche gefunden und verschiedene Organisationen wollen wissen, wer es war.

Die härteste Zeit während des Krieges, eigentlich ahnt beziehungsweise weiß man schon, dass der Krieg nicht so ausgehen wird, wie die geplant hatten, die ihn angefangen haben. Aber man darf es sich nicht anmerken lassen. Man muss versuchen allen Herren zu dienen, damit man selbst am Leben bleibt. Und es gibt die Momente, in denen De Luca doch wieder Polizist ist. Jedem verspricht er die Lösung und sich selbst verspricht er die Wahrheit. Eine fast unmögliche Situation.

Es hätte doch verwundert, wenn es bei einem Commissario keine Reihe gäbe. Eine kleine Recherche hat ergeben, dass es wohl sechs Romane um De Luca gibt, die allerdings nicht alle übersetzt wurden. Zudem wurden sie wohl nicht in chronologischer Reihenfolge geschrieben bzw. veröffentlicht. Für den normal spießigen Krimileser erscheint das etwas kompliziert. Nun denn, man kann diesen Band auch ohne Vorkenntnisse lesen. Das Innenleben des Kommissars wird eingehend geschildert. Seine inneren und äußeren Zwänge treten klar zutage. Auch sein Bemühen um die Wahrheit wird deutlich. Dabei ist es alles andere als einfach, die Hintergründe zu dem Mord zu erhellen. Viele Personen haben Gründe etwas zu verbergen. Das Ringen von De Luca um seine Integrität in einer schlimmen Zeit ist sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Der beste Freund

Das Teufelshorn
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Die ehemalige Kommissarin Isabel Flores hilft ihrer Mutter in der Ferienhausvermietung. Nachdem ihr Vater vor zwei Jahren zu früh verstorben ist, lebt Isabel auf Mallorca. Ihr neuer Job ist zwar auch etwas ...

Die ehemalige Kommissarin Isabel Flores hilft ihrer Mutter in der Ferienhausvermietung. Nachdem ihr Vater vor zwei Jahren zu früh verstorben ist, lebt Isabel auf Mallorca. Ihr neuer Job ist zwar auch etwas aufreibend, denn die Touristen können anspruchsvoll sein, aber ein wenig vermisst sie die Arbeit bei der Polizei doch. Und dann passiert in dem beschaulichen Ort das Unglaubliche. Ein achtjähriges britisches Mädchen ist spurlos verschwunden. Ihre Mutter hat ihr nur kurz den Rücken gekehrt, um zu bezahlen. Und die Kleine ward nicht mehr gesehen. Kurz darauf wird in einer Villa ein älterer Herr ermordet aufgefunden, der im Ort wohl angesehen war.

Mit diesem Reihenstart kann man Mallorca noch einmal neu kennenlernen. Isabel Flores erweckt den Eindruck, dass sie in sich ruht, meistens jedenfalls. Ihre neue Arbeit macht ihr Spaß und ihr zahmes Frettchen erdet sie, ist manchmal ihr bester Freund. Natürlich pflegt sie auch Umgang mit menschlichen Freunden. Sie genießt aber auch die Ruhe. Wegen der beiden Vorfälle, die sich natürlich nicht gut auf den Tourismus auswirken, wenn sie nicht schnell gelöst werden, bittet die Polizei sie um ihre Mithilfe. Sie war schließlich mal die jüngste Kommissarin und dafür bekannt, dass sie auch verzwickte Fälle gelöst hat.

Aus einem zwar grausamen, aber auf den ersten Blick eher unscheinbaren Mord, entwickelt sich ein Fall, der es wirklich in sich hat. Gemeinsam mit Isabel Flores kommt man zwar erst nach und nach dahinter, aber je weiter man kommt, desto spannender wird es. Beim Lesen stellt man sich bald die Frage, ob die beiden Fälle sogar zusammenhängen können. Selbst als neue Vermieterin von Ferienhäusern beweist Isabel, dass sie es als Kommissarin echt drauf hatte. Sie scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Vielleicht hilft es auch, dass Isabel sich in ihrem Ort auskennt und in der Gemeinschaft drin ist. So fallen ihr ungewöhnliche Verhaltensweisen eher auf als Außenstehenden. Und einen Parkplatz bekommt sie auch immer. Isabel Flores ist sympathisch und gewitzt. Im Wissen um einige ihrer persönlichen Hintergründe, versteht man gut, was ihre Beweggründe sind, was sie antreibt. Dazu schildert die Autorin noch die Inselidylle auf freundliche Art und Weise, so dass man denkt, es dürfte gerne mal wieder ein Urlaub auf Mallorca sein.

Veröffentlicht am 16.05.2025

Chrysantheme, Koto und Axt

Der Inugami-Fluch
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Diesmal wird der Privatdetektiv Kosuke Kindaichi an den abgelegenen Sitz einer wohlhabenden Familie gerufen. Der Anwalt der Familie befürchtet nach dem Tod des Familienoberhauptes, dass es bei der Testamentsverlesung ...

Diesmal wird der Privatdetektiv Kosuke Kindaichi an den abgelegenen Sitz einer wohlhabenden Familie gerufen. Der Anwalt der Familie befürchtet nach dem Tod des Familienoberhauptes, dass es bei der Testamentsverlesung zur viel Unmut kommen könnte. Die Bestimmungen des Verstorbenen können gerade nicht dazu dienen, den Familienfrieden zu erhalten. Im Grunde herrschen schon Unstimmigkeiten und als der letzte Wille wirklich bekannt ist, treten die Feindseligkeiten offen zutage. Kindaichi kann nicht schnell genug zu Ergebnissen kommen, um den Start einer Mordserie zu verhindern. Besonders gefährdet scheint auch die Enkelin eines guten Freundes des Toten zu sein.

Dies ist der vierte Band der Reihe um Kosuke Kindaichi, den Privatdetektiv, der nach dem zweiten Weltkrieg nach Japan heimgekehrt ist und mit seiner Spürnase den schlimmsten Verbrechern auf die Spur kommt. Auf den ersten Blick kann er etwas unscheinbar wirken, doch er denkt weiter und zieht Schlüsse. Mitunter bittet ihn sogar die Polizei um Hilfe. Hier kommt der Familienanwalt zuerst auf den Gedanken, dass er Hilfe brauchen könnte. Doch auch Kindaichi kann nicht verhindern, dass für manche Familienmitglieder das Unglück seinen Lauf nimmt. Doch so langsam kommt er den Geheimnissen auf die Spur und entdeckt, dass das beliebte Familienoberhaupt, zu seiner eigenen Familie nicht so zuvorkommend war.

Mit Kosuke Kindaichi hat der Autor einen einfach sympathischen Helden erfunden. Dass die Bücher dieser Reihe zum Teil schon in den 1970ern geschrieben wurden, merkt man ihnen nicht an. Sie haben eine gewisse Frische und Ursprünglichkeit, die einen schnell einnimmt. Es ist eben schön, wenn der Ermittler ihre Gedanken anstrengen und nicht so viele Hilfsmittel zur Verfügung haben. Wieder bekommt es Kosuke Kindaichi mit einer Familie zu tun, in der es einige unrühmliche Geheimnisse gibt. Es geht nicht nur ums Erbe, sondern auch um eine Familienfehde, die der Patriarch ausgelöst hat. Welche Rolle die Chrysantheme, die Koto und die Axt spielen, ist spannend zu entdecken. Obwohl die Morde teils recht blutrünstig sind, sind sie doch so gut in die Handlung eingebunden, dass man in jedem Moment gefesselt bleibt. Die Cover-Gestaltung passt sehr gut zu der der weiteren Bände. Auch die Bedeutung erschließt sich im Laufe des Romans. Von dieser Reihe darf es gerne mehr geben.