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Veröffentlicht am 18.11.2025

Garten der Knochen

Knochenkälte
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Dr. David Hunter wird in seiner Eigenschaft als forensischer Anthropologe von der Polizei um Hilfe gebeten. Er soll nach Carlyle kommen. Auf der Fahrt gerät er in einen Schneesturm und landet in einem ...

Dr. David Hunter wird in seiner Eigenschaft als forensischer Anthropologe von der Polizei um Hilfe gebeten. Er soll nach Carlyle kommen. Auf der Fahrt gerät er in einen Schneesturm und landet in einem kleinen Ort, in dem er übernachtet, weil das Wetter es unmöglich macht weiterzufahren. Die Menschen im Dorf sind sehr verschlossen. Dass das Hillside House für Übernachtungsgäste offen steht, ist ein schlechter Scherz eines Dorfbewohners. Doch Nisha und Jon heißen Dr. Hunter notgedrungen willkommen. Am nächsten Tag entdeckt David Hunter zufällig ein Skelett, das von den Wurzeln eins umgestürzten Baums umhüllt wird. Seinen Fund melden kann Hunter zunächst nicht, denn der Strom ist ausgefallen und die einzige Brücke eingestürzt.

In diesem siebten Band macht sich Dr. David Hunter auf gen Norden, eigentlich um sich nicht mit einer schmerzlichen privaten Nachricht auseinander setzten zu müssen. Er kann nicht ahnen, wo er auf dem Weg an sein Ziel hingeraten wird. Wegen des Wetters kann er die Fahrt nicht fortsetzen und landet in einem Dorf, in dem sich zwei Familien feindlich gegenüber stehen. In Ort haben sich viele auf die Seite der einen Familie geschlagen. Jon ist der Sohn der anderen Seite. Seine Eltern sind verstorben und nun ist er schlecht angesehen. Und Hunter gerät zwischen die Fronten.

Wie es manchmal bei einem Kriminalroman fängt es ganz harmlos an. Und nach und nach kommt Dr. David Hunter auf eine Geschichte, deren Wurzeln weit in der Vergangenheit liegen. Man vermutet nicht, was die Entdeckung eines viele Jahre alten Skeletts alles auslösen kann. Doch solange ein Mensch nicht vergessen ist, solange Menschen da sind, die ihn vermissen, so lange kann eine solche Entdeckung eine ganze Menge auslösen. Das erfährt auch Dr. Hunter. Die ausgesprochen spannende Story wäre vielleicht in einem gewissen Teil mit etwas weniger Eskalation ausgekommen, aber die verwickelte Familiengeschichte fesselt wirklich ungemein. Dabei ist sie klug konstruiert und manche Entwicklungen sind absolut nicht vorhersehbar. Man hat nicht vergessen, wieso man die Dr. David Hunter Krimis gerne liest, aber wenn man es vergessen hätte, wüsste man jetzt wieder Bescheid.

Veröffentlicht am 17.11.2025

Die Schriftrolle

Die Schule der Redner
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Sein Mentor hat ein geheimnisvolles Buch bei ihm versteckt. Doch Leon wird gefangen gehalten und so kann er den Auftrag, das Buch in Sicherheit zu bringen, nicht erfüllen. Es ist das Jahr 1246 und Leon ...

Sein Mentor hat ein geheimnisvolles Buch bei ihm versteckt. Doch Leon wird gefangen gehalten und so kann er den Auftrag, das Buch in Sicherheit zu bringen, nicht erfüllen. Es ist das Jahr 1246 und Leon ist der Neffe von Rudolf von Habsburg. Der junge Mann beschließt, zu fliehen und das Buch an die Schule der Redner zu bringen. Allerdings scheitert seine Flucht beinahe. Nur mit knapper Not entrinnt er dem Tod und mit Mühe können seine Retter seine Gesundheit stabilisieren. Als Leon sich wieder dazu in der Lage fühlt, entscheidet er sich, seine Reise nach St. Gallen fortzusetzen.

Ein Geheimnis um ein Buch, über das sein Mentor ihm kaum etwas erklärt hat. Wieso bringt es Leon in so große Gefahr? Schon zu Beginn seiner Flucht, wollen die Häscher ihm die Schrift entreißen. Leon kann allen Gefahren trotzen und er schafft es nach St. Gallen, wo einige Gelehrte die Schule der Redner betreiben. Dort will er das Buch übergeben und mit dem Studium der Worte beginnen. Und er will seine hoffnungslose Liebe überwinden. Im letzten Moment entscheidet sich Leon, das Buch zu verstecken. Während der nächsten Wochen und Monate lernt Leon seine Mitstudenten kennen, von denen nicht alle ein freundliches Gesicht zeigen.

Wenn man das Buch auf dem Tisch mit den Mängelexemplaren entdeckt, denkt man so einen historischen Roman könnte man auch mal wieder lesen. Ganz genau erahnt man nicht, was einen erwartet. Diese abenteuerliche Geschichte jedenfalls nicht. Geht es in Romanen um Bücher, ist man vielleicht angefixt. Hier liegt ein spannender historischer Roman vor. Zwar kommt einem dieses Mittelalter in Teilen recht modern vor und das Reisen scheint leichter zu gehen als man vermuten würde. Aber die Jagd nach dem Buch und alles, was damit zusammenhängt, fesselt ungemein und es hält einen bei der Stange. Das mittelalterliche Setting und ein gewisser historischer Rahmen, mit dem auch Personen der Geschichte zu Wort kommen, tun ein Übriges.

Veröffentlicht am 15.11.2025

Eine Dystopie

2033
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Die hoffentlich genau das bleiben wird. Die Bundeskanzlerin Freda Vogel ist gerade erst an die Macht gekommen. Ihre rechts-extreme Partei Aufstand hat die Mehrheit im Bundestag. Hängt das mit dem Anschlag ...

Die hoffentlich genau das bleiben wird. Die Bundeskanzlerin Freda Vogel ist gerade erst an die Macht gekommen. Ihre rechts-extreme Partei Aufstand hat die Mehrheit im Bundestag. Hängt das mit dem Anschlag zusammen, der auf die Parteizentrale verübt wurde? Die Angeklagte Skadi Emmerich, die zur einzigen Oppositionsparte Reform gehört, soll den Anschlag in Auftrag gegeben haben. Die junge Anwältin Marie Weigand und ihre Chefin übernehmen die Verteidigung nach einigem Zögern. Mit Semmerich ist die Ausübende der Tat vor Gericht. Möglicherweise ein normaler Fall. Wenn aber die gesamte Oppositionspartei mit der Sache in Verbindung gebracht würde, könnte es zu einem Parteiverbotsverfahren kommen.

In einer nicht allzu fernen Zukunft kommt es zu einem aufsehenerregende Prozess. Die junge Anwältin Marie Weigand übernimmt bei der Verteidigung eine führende Rolle. Ihr Bruder, der ein Anhänger der Regierung ist, kann das nicht nachvollziehen. Für Marie geht es zunächst mal um Recht und Unrecht. Sie will die Wahrheit finden und die Angeklagte, die ihre Unschuld beteuert, hat Weigands Meinung nach ein Recht auf Verteidigung. Ob eine Verurteilung verhindert werden kann, scheint sehr zweifelhaft. Zumal während des Prozesses neue Beweise zutage gefördert werden, die die Lage verschlechtern. Was können Marie und ihre Chefin Ava noch tun? So langsam scheint es um mehr zu gehen.

Zum Glück kann man nicht in die Zukunft schauen. In so eine Zukunft möchte man auch nicht schauen können. Schon heute werden die Demokratischen Institutionen, die Grundrecht manchmal mit Füßen getreten. War in dieser Zukunft geschieht, ist allerdings noch viel krasser. Diese Umkehrung der Normalität, dieses Lehrstück, wieso doch alles wieder passieren kann. Am Beispiel eines Gerichtsprozesses nach einem Anschlag, wird dargestellt, wie Dinge laufen können, wie Wahrheiten manipuliert werden. Vielleicht geht manches zu schnell oder zu einfach, aber grundsätzlich ist die Handlung ausgesprochen spannend. Und man denkt, das kann doch nicht sein. Die Wahrheit muss doch eine Wirkung haben. Mögen die Warnungen endlich gehört werden, möge eine Dystopie nie Wirklichkeit werden.

Veröffentlicht am 13.11.2025

Ferienlager

Wolf
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Seine Mutter setzt ihm gewissermaßen die Pistole auf die Brust. Sie ist alleinerziehend und hat im Moment keine Betreuung für ihren Sohn. Kemi muss ins Feriencamp. Das gefällt dem Jungen nicht, er mag ...

Seine Mutter setzt ihm gewissermaßen die Pistole auf die Brust. Sie ist alleinerziehend und hat im Moment keine Betreuung für ihren Sohn. Kemi muss ins Feriencamp. Das gefällt dem Jungen nicht, er mag auch keinen Wald. Dort lauern bestimmt viele Gefahren. Kemi bleibt halt keine Wahl. Im Ferienlager fühlt sich Kemi nicht besonders wohl. Allerdings bekommt er schnell mit, wie die Dinge laufen. Es scheint so als hätten einige Jungs den Jörg auf dem Kieker. Natürlich merkt Kemi, dass das nicht in Ordnung ist. Aber traut er sich auch einzugreifen?

Kemi ist ein wenig speziell, er sieht die Welt auf seine eigene Art. Das merkt man schon daran, dass er bei einer Wanderung ohne Bescheid zu sagen zum Camp zurückläuft. Die Betreuer sind in heller Aufregung und brechen den Marsch ab. Kemi meint nur, wenn er gesagt hätte, dass er nicht im Wald wandern will, hätte er trotzdem mitkommen müssen. Und so hat er diese Lösung gewählt. Und so hat Kemi auch einen besonderen Blick auf Jörg. Es ist nicht nett, wie er behandelt wird.

Dieses Hörbuch wird vom Autor selbst vorgelesen. Das verleiht diesem Kinderbuch, das für Kinder ab zehn Jahren empfohlen wird, einen besonderen Charme.

Vielleicht war nicht bekannt, dass der Autor auch Romane für das jüngere Publikum verfasst. Und so ist dieses Buch, das erstmalig im Jahr 2023 erschienen ist, eine kleine Überraschung und Entdeckung. Behutsam nähert sich der Autor seinem Protagonisten. Welches Anliegen er erfolgt, erklärt er am Ende des Romans mit einfühlsamen Worten selbst. Kemi wird einem beim Zuhören schnell sympathisch. Für sein Alter wirkt er sehr weit und verständig. Wenn man da an die eigene Kindheit denkt, dann war man selbst wohl eher nicht soweit. Wei schon gesagt, Kemi ist besonders und trägt dieses Buch.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Ungleiche Schwestern

Fifty-Fifty
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Ein ehemaliger Bürgermeister New Yorks wird brutal ermordet in seinem Haus aufgefunden. Zwei Notrufe gehen bei der Polizei ein. Getrennt voneinander haben die Schwestern Sofia und Alexandra Avellino den ...

Ein ehemaliger Bürgermeister New Yorks wird brutal ermordet in seinem Haus aufgefunden. Zwei Notrufe gehen bei der Polizei ein. Getrennt voneinander haben die Schwestern Sofia und Alexandra Avellino den Notfall gemeldet. Beide werden verhaftet, weil es Spuren von ihnen am Tatort gibt. Und die Schwestern beschuldigen jeweils die andere, es getan zu haben. Die Staatsanwaltschaft will die Fälle gemeinsam verhandeln. Eddie Flynn übernimmt Sofias Verteidigung. Kate Brooks nimmt sich Alexandras Sache an. Anwalt und Anwältin sind gleichermaßen überzeugt, dass die jeweilige Mandantin unschuldig ist. Wo soll das Motiv zu der Tat liegen?

Im fünften Band um den Anwalt Eddie Flynn ist er als einsamer Cowboy unterwegs. Obwohl seine Ehe auseinander gegangen ist, findet Eddie Halt in seinem Umfeld. Richter Harry Ford und seine Ermittlerin Harper unterstützen ihn. Und fast bedauert er, dass Kate Brooks die gegnerische Anwältin ist. Doch wo liegt in diesem Fall die Wahrheit. Beide Schwestern stehen unter Verdacht und gegen beide liegen Indizien vor, die den Verdacht gegen sie erhärten. Doch wieso sollte eine der Schwestern ihren Vater umbringen wollen. Jedoch stellt sich heraus, dass Frank Avelino einen Termin bei seinem Anwalt gemacht hatte, möglicherweise um sein Testament zu ändern. Hat das etwa die Ereignisse ausgelöst?

Wie bei Steve Cavanagh schon gewohnt, ist dieser Thriller sehr spannend. Die Schwestern Sofia und Alexandra wirken gleich verdächtig. Und so kann man sich nicht für eine als Verdächtige entscheiden. Wenn man glaubt, man sei auf der richtigen Spur, wird man doch wieder eines Besseren belehrt. Was allerdings als ein wenig störend empfunden werden könnte, wenn zu viele Menschen sterben und Flynn sich die Schuld gibt und dann im Selbstmitleid zerfließt. Vielleicht würden Sachen gerade anders laufen, wenn er überzeugt wäre, es wert zu sein. Zum Glück bekommt der Autor zum Schluss hin insofern die Kurve, dass er einen packenden Showdown präsentiert. Auch ein gewissermaßen positiver Ausblick wird gegeben.