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Veröffentlicht am 25.03.2021

Detective Loretta

Die Jutta saugt nicht mehr
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Loretta, Erwin und Dennis haben ihr Detektivbüro eingerichtet und warten auf den ersten Kunden. Nicht allzu lange werden sie auf die Folter gespannt, schon werden sie von Frau Berger gebeten nach ihrer ...

Loretta, Erwin und Dennis haben ihr Detektivbüro eingerichtet und warten auf den ersten Kunden. Nicht allzu lange werden sie auf die Folter gespannt, schon werden sie von Frau Berger gebeten nach ihrer Freundin zu suchen. Die Frauen wohnen im selben Haus und Frau Berger hörte immer, wenn Jutta Staub saugte. Und nun bleibt dieses Geräusch aus und von der Freundin ist nichts zu sehen oder zu hören. Da muss der kontrollsüchtige Ehemann Gerhard Dengelmann doch irgendwas auf dem Kerbholz haben. Loretta schleust sich als Putzfrau bei Herrn Dengelmann ein und kann tatsächlich keine Spur von Jutta Dengelmann entdecken.

In ihrem siebten Fall nimmt Loretta Luchs nun offiziell die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit dem ehemaligen Polizisten Erwin hat sie in einem Nebenbüro von Dennis’ Telefon-Hotline ihre Detektei eingerichtet. Und gleich gibt es das Rätsel um die verschwundene Ehefrau zu lösen. Die besorgte Freundin und Nachbarin könnte recht haben, schließlich wirkt die Existenz von Jutta wie ausradiert. Doch Dengelmann wirkt nicht so schlimm wie nach den Auskünften der Berger zu vermuten gewesen wäre. Der ältere Herr hat eine Vorliebe für ausgefallene Teesorten und gutes Essen. Kann so ein Mensch ein Mörder sein?

Beim nunmehr siebten Treffen mit Loretta Luchs und ihren Freunden, kommt es einem schon fast so vor als begegne man alten Freunden. Vielleicht kann man den Putzlehren nicht so viel abgewinnen und vermisst vielleicht eine Überraschung bei der Lösung des Falls, aber Loretta und ihr Team entschädigen für so manche Schwäche. Wenn Loretta der Kommissarin Küppers mal wieder einen Schritt voraus ist, ergeben sich ausgesprochen witzige Szenen. Und Frank als Leumundszeuge hat auch etwas spezielles. Das Ruhrpöttische kommt hier zur vollen Entfaltung und unterhält mit dieser schnodderig liebenswerten Art sehr gut. Loretta und Erwin machen sich gut als Detektive, wenn es doch nur die Küppers endlich glauben würde.

Veröffentlicht am 21.03.2021

Die Schauspielschülerin

Lockvogel
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Tonis Welt ist grauer seit ihr Freund Felix verschwunden ist. Er fehlt ihr, aber leider fehlt auch das Geld und Omas Schmuck. Und wie soll Toni nun die Seniorenresidenz bezahlen, in die Oma gezogen ist, ...

Tonis Welt ist grauer seit ihr Freund Felix verschwunden ist. Er fehlt ihr, aber leider fehlt auch das Geld und Omas Schmuck. Und wie soll Toni nun die Seniorenresidenz bezahlen, in die Oma gezogen ist, weil ihr die Treppen zu beschwerlich wurden? Die letzte Rettung könnte der Privatdetektiv Edgar Behm sein. Doch schon bei Tonis erstem Besuch klappt Behm zusammen und gemeinsam mit der anderen Kundin, einer Sybille Steiner, ruft Toni die Rettung. Nur ein kleiner Schwächeanfall. Okay. Wegen Tonis akutem Geldmangel schließt sie einen Deal mit Behm. Sie wird die Stunden abarbeiten, die er auf der Suche nach Felix verbringt.

Die Autorin, bekannt durch ihre Kriminalromane um Carlotta Fiore, schickt hier ein neues Team auf die Reise. Die Schauspielschülerin Toni von Antonia Lorenz, der es nach der Direktorin auf dem Konservatorium einfach zu leicht fällt, und der Detektiv in einer Lebens- und Gesundheitskrise Edgar Behm. Eigentlich eher ein Team, das aus der Not geboren wurde, harmonieren sie nach einer Weile sehr gut. Toni hat die Jugend und ihre Wandelbarkeit und Edgar die Erfahrung und einen Draht zu den Ex-Kollegen von der Polizei. Da müsste sich der Fall, in dem Sybille Steiner um Hilfe bat, doch knacken lassen.

Ein sympathisches neues Team, an das man sich schnell gewöhnt hat. Zwei unterschiedliche Charaktere, die sich bestens ergänzen. Behm wird von der quirligen Toni aus seiner Lethargie gerissen und schöpft wieder Lebensmut. Toni muss schweren Herzens einsehen, dass Behm vielleicht klären kann, was mit Felix geschehen ist, dass Geld zurück zaubern, kann er wahrscheinlich nicht. Und so mäandert dieser erfrischende Krimi zwischen Ernst und Leichtigkeit. Dabei unterhält er mit einem spannenden Fall, der mehr Facetten aufzuweisen hat als man zunächst vermutet. Wie sich Toni und Edgar immer besser aufeinander einstellen, ist einfach schön mitzulesen. Man darf sicher gespannt sein, was die Autorin noch für ihre Protagonisten geplant hat.

Veröffentlicht am 20.03.2021

Brixen Columbo

Bewährungsprobe. Lorenz Lovis ermittelt
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Schon ein paar Wochen ist es her, dass Lorenz Lovis den Hof von seinem verstorbenen Onkel übernommen hat. Und so langsam kommt er dahinter, dass er sich damit auch eine Menge Schulden eingehandelt hat. ...

Schon ein paar Wochen ist es her, dass Lorenz Lovis den Hof von seinem verstorbenen Onkel übernommen hat. Und so langsam kommt er dahinter, dass er sich damit auch eine Menge Schulden eingehandelt hat. Als ehemaliger Polizist nutzt Lorens seine detektivischen Fähigkeiten. Auf einem nahen Pferdehof sind schon ein paar Tiere vergiftet worden. Allerdings kann die Jasmin Oberegger nicht Schuld daran sein, denn sie verspritzt ihr Gift eher mit ihren Worten. Und sie ist es, die bald tot aufgefunden wird. Ausgerechnet auf Lorenz’ Grundstück und in Verdacht gerät sein Knecht Paul, der auch mit Jasmin im Streit lag.

Tja, es hat sich einiges verändert im Leben von Lorenz Lovic. An sein Leben als Bauer muss er sich noch gewöhnen, auch wenn seine heimliche Liebe Angelika ihn unterstützt, leicht ist es nicht. Und nun fällt auch noch Paul aus, den die Polizei verhaftet, obwohl er beteuert, nichts mit dem Mord zu tun zu haben. Und Geld muss irgendwie auch hereinkommen, doch mit den deutschen Touristen, besonders deren lauten Kindern, ist es nicht einfach. Am liebsten hätte Lorenz seine Ruhe, am allerliebsten gemeinsam mit Angelika. Doch erstmal muss er den Mörder finden.

In seinem zweiten Auftritt bereitet Lorenz Lovic wieder viel Freude. Der etwas schrullige Neu-Detektiv kommt sympathisch rüber. Man kann sich direkt vorstellen, Ferien bei ihm auf dem Bauernhof zu machen. Sein neues Leben auf dem Land und sein altes Leben als Ermittler finden hier zusammen. Geschickt fühlt er seinen Verdächtigen auf den Zahn und bekommt dabei sowohl willkommene als auch weniger willkommene Hilfe. Dass keiner um das Opfer trauert, ist schon bedauerlich und dennoch fühlt man sich besser, wenn der Mord gesühnt wird, so wie es in den meisten ordentlichen Kriminalromanen geschieht. Wie schon beim ersten Band bekommt man auch hier beim Lesen gute Laune. Lorenz Lovic hat seine Bewährungsprobe bestanden. Gerne mehr!

Veröffentlicht am 19.03.2021

Verzeihen

Der silberne Elefant
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Vera ist eine Sünderin und ihr Verlobter Luke hat es erkannt, der Glaube kann ihr helfen. Lukes Mutter ist schwer erkrankt und sie sinniert über ihr Leben, zwei Söhne, ein guter Mann, doch war sie wirklich ...

Vera ist eine Sünderin und ihr Verlobter Luke hat es erkannt, der Glaube kann ihr helfen. Lukes Mutter ist schwer erkrankt und sie sinniert über ihr Leben, zwei Söhne, ein guter Mann, doch war sie wirklich glücklich? Schweren Herzens nimmt sie die Hilfe von ihrer Pflegerin an. Diese stammt aus Ruanda und musste den Genozid dort miterleben. Dennoch steht Emily der Älteren zur Seite. Sie ist es, die Johns Geheimnis auf den ersten Blick entdeckt. Vera ist unsicher, ob sie ihr Geheimnis teilen soll. Oder ist es etwa die gerechte Strafe, es für sich zu behalten.

Mit ihrem Debüt Roman nimmt sich die Autorin starker Themen an, wobei das Beeindruckendste wohl die Behandlung des Genozids in Ruanda ist. Die junge Emily hat als einzige ihrer Familie überlebt und ist durch eine glückliche Fügung in London gelandet. Doch schwer traumatisiert fällt ihr das Leben in England nicht leicht. Ihre Erinnerungen lassen sich nicht greifen und lassen sie doch nicht los. Möglicherweise könnte die Tätigkeit für Lynn ihre Rettung sein, denn obwohl diese sonst nicht sehr feinfühlig erscheint, ihrer Pflegerin wendet sie sich zu. Vera dagegen hadert mit ihrem Handeln und sie sucht Trost und eine Art Absolution in einem Glauben, den sie eigentlich nicht hat.

Sehr langsam entwickelt sich die Handlung zwischen den verschiedenen Personen. Sie alle haben mit Problemen und unbewältigten Gefühlen zu kämpfen. Wobei nicht alle Beweggründe klar werden und die handelnden Personen wohlmöglich nicht in jedem Leser Sympathie erwecken. Sehr berührend ist jedoch Emilys Geschichte. Mit ihrem Erlebnissen bekommt man einen Eindruck von den schrecklichen Geschehnissen in ihrem Heimatland. Ist man ruhig und sicher in Europa aufgewachsen, wird man wahrscheinlich nicht alles nachempfinden können, doch dass dieser Teil der Geschichte unvergessen bleibt, gibt dem Roman einen Sinn und man möchte der Autorin danken, dass sie sich dieses nicht ganz einfachen Themas angenommen hat.

Veröffentlicht am 18.03.2021

Green Man

Klima
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Er kämpft für die Umwelt und er hat einen Plan. Der Terrorist, der von allen Green Man genannt wird, hat einen Plan. Denen, die die Umwelt zerstören, seien es nun Kraftwerksbetreiber oder Industrielle, ...

Er kämpft für die Umwelt und er hat einen Plan. Der Terrorist, der von allen Green Man genannt wird, hat einen Plan. Denen, die die Umwelt zerstören, seien es nun Kraftwerksbetreiber oder Industrielle, muss ihr schädliches Handeln deutlich vor Augen geführt werden, um sie oder auch die Regierung zur Umkehr zu bewegen. Seine Ziele dokumentiert mit Bekennerschreiben, die ihm etliche Anhänger einbringen. Dagegen versuchen die Ermittler des FBI alles, um weitere Anschläge zu verhindern. Tom Smith, der wirklich so heißt, kommt aus einer Familie von Polizisten. Gerade weil er noch nicht sehr lange beim FBI tätig ist, bringt er neue Ansätze in die Untersuchung.

Dieser junge FBI Agent kann den Green Man in Teilbereichen sogar verstehen, trotzdem will und muss er weitere Anschläge verhindern, denn der Green Man nimmt in Kauf, dass Menschen sterben. Und da ist dann eine Grenze erreicht, an der Tom Smiths Verständnis aufhört. Allerdings handelt der Green Man äußerst klug und planvoll und bisher hat er kaum verwertbare Spuren hinterlassen oder den geringsten Fehler gemacht. Smith versucht sich in den Täter hineinzuversetzen. Was würde er an seiner Stelle tun?

Dieser Thriller des Autors, der mit seinen Drehbüchern und Jugendbüchern bekannt ist, behandelt eine brandaktuelle Thematik. Eindringlich macht er auf die Umweltzerstörung aufmerksam, die durch Menschen gemacht ist. An Beispielen wird anschaulich dargestellt, dass der Profitgier vieles unterworfen wird und Natur und Klima dabei auf der Strecke bleiben. Es ist fünf vor zwölf und der Klimawandel ist kaum noch aufzuhalten. Letztlich kann er wohl nur noch abgemildert werden. Mit teilweise schon wissenschaftlichen Erläuterungen wartet der Autor dabei auf. Als Leser ist man dann etwas hin und her gerissen, weil diesen Erläuterungen doch einiges an Spannung geopfert wird. Dennoch weiß dieser Thriller zu überzeugen, denn mit ihm wird ein brisantes Thema angepackt. Man beschäftigt sich durchaus noch länger mit dem Inhalt dieses Romans und wünscht sich eine bessere Welt.