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Veröffentlicht am 17.05.2020

Arno Bussi gibt alles

Die Toten vom Lärchensee
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Buchmeinung zu Joe Fischler – Die Toten vom Lärchensee

„Die Toten vom Lärchensee“ ist ein Kriminalroman von Joe Fischler, der 2020 bei KiWi-Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Joe Fischler wurde ...

Buchmeinung zu Joe Fischler – Die Toten vom Lärchensee

„Die Toten vom Lärchensee“ ist ein Kriminalroman von Joe Fischler, der 2020 bei KiWi-Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Joe Fischler wurde 1975 in Innsbruck geboren und arbeitete nach einem Studium der Rechtswissenschaften einige Jahre im Bankwesen. 2007 machte er sich als Blogger und Autor selbstständig. Mit »Veilchens Winter« legte Fischler 2015 ein fulminantes Debüt als Krimiautor vor, für das er mit dem Goldenen Buch ausgezeichnet wurde. 2019 startete er eine neue Krimireihe rund um den so liebenswerten wie stets unglücklich verliebten Inspektor Bussi. Der leidenschaftliche Bergwanderer und Naturfreund Fischler lebt in Tirol.

Klappentext:
Mitten in der Hitzewelle des Jahrhunderts soll Arno Bussi einen Mord aufklären, der sich schon vor fünf Jahren am idyllischen Tiroler Lärchensee ereignet hat. Damals ertrank der Seewirt, nachdem er betäubt ins Wasser geworfen wurde. Die Polizei tappte im Dunkeln. Jetzt will Innenminister Qualtinger endlich Resultate sehen und schickt seinen »Spezialfreund«, Inspektor Arno Bussi, nach Tirol. Als dort ein weiterer Einwohner stirbt, wird aus dem kalten Fall ein brandheißer, und der Arno ahnt: Will er dem Mörder auf die Schliche kommen, muss er zuerst das Rätsel vom Lärchensee lösen …

Meine Meinung:
Irgendwie hat es mir dieser Arno Bussi angetan. Er mag die Frauen und seine Vespa und den Qualtinger mag er nicht. Dieser hat ihn ins Statistikabteilung des BKA verbannt, weil er den Arno mit seiner Frau erwischt hat. Nun bietet der Qualtinger dem Arno die Chance in den aktiven Dienst zurück zu kehren, wenn er einen alten Fall löst. Schon ist der Arno unterwegs zum Lärchensee.
Die Geschichte wird weitgehend aus der Perspektive der Hauptfigur Arno Bussi erzählt. In Tirol arbeitet er mit dem wortkargen Dorfpolizisten Bernhard und dessen Lawinenhund a. D., ebenfalls Bernhard gerufen, zusammen. Schnell kommt Arno der Verdacht, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Am Lärchensee soll ein Dorf aus mehreren Chalets gebaut werden und es gibt eine frische Leiche. Arno wirkt liebenswert, lebenslustig und sympathisch, aber auch ein wenig tollpatschig und vielleicht sogar ein wenig naiv. Aber er setzt alles daran, die Fälle zu lösen. Er bekommt es mit den unterschiedlichsten Figuren zu tun und manchen kommt er sehr nahe. Arnos Ermittlungsmethoden sind unorthodox und wirken manchmal etwas hilflos, aber er vertraut seinem Bauchgefühl. So wechseln bei ihm Genuss und Leid in schneller Abfolge und meist spielen Frauen dabei eine Rolle. Am Ende scheint der Qualtinger zu triumphieren, aber da hat er die Rechnung ohne Arno Bussi gemacht.
Der Schreibstil ist sehr ansprechend und unterhaltsam, die Figuren meist etwas kauzig und die Handlung etwas überdreht. Es bleibt aber ein Vergnügen der Geschichte zu folgen. Der Leser leidet mit seiner Hauptfigur und staunt über sein kriminalistisches Gespür. Arno Bussi ist wahrlich kein Superheld, aber er gibt alles. Dabei bleibt das Gleichgewicht zwischen Humor und Kriminalfall gewahrt. Jederzeit spürt man, dass der Autor Tirol und seine Landbewohner mag, auch wenn sie etwas grantig wirken. Es wird zunehmend spannender und die Auflösung ist überraschend und doch plausibel.

Fazit:
Es ist ein Vergnügen, Arno Bussi bei seinen Ermittlungen zu begleiten. Humorvoll, empathisch und ideenreich erzählt der Autor eine nachdenklich stimmende Geschichte. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Spannend und unterhaltsam

Eisenberg
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Buchmeinung zu Andreas Föhr – Eisenberg

„Eisenberg“ ist ein Kriminalroman von Andreas Föhr, der 2016 bei Knaur erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch wird von Michael Schwarzmaier vorgetragen und ist ...

Buchmeinung zu Andreas Föhr – Eisenberg

„Eisenberg“ ist ein Kriminalroman von Andreas Föhr, der 2016 bei Knaur erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch wird von Michael Schwarzmaier vorgetragen und ist 2018 im Argon Verlag erschienen.

Zum Autor:
Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt. Seit 1991 verfasst er erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen. Für seinen Debütroman „Der Prinzessinnenmörder“ ist Andreas Föhr mit dem begehrten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet worden. Andreas Föhr lebt bei Wasserburg.

Sprecher:
Michael Schwarzmaier (* 11. September 1940 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Klappentext:
Rachel Eisenberg ist Mitinhaberin einer angesehenen Münchner Kanzlei, frisch getrennt und Mutter einer 13-jährigen Tochter. Ihr neuer Fall soll eigentlich nur ein bisschen Medienpräzenz bringen - ein Obdachloser, der eines äußerst gewalttätigen Mordes verdächtigt wird -, doch als sie ihrem Mandanten zum ersten Mal gegenüber sitzt, ist Rachel sprachlos: Sie kennt ihn. Oder glaubte das zumindest...

Meine Meinung:
Dieses Hörbuch hat mich von Anfang an gefangen genommen. Michael Schwarzmaier ist der ideale Vorleser für diese Geschichte, weil Stimme, Aussprache und Betonung einfach passen.
Rachel Eisenberg, die Hauptfigur, hat meine volle Sympathie, auch wenn oder gerade weil sie manche Regeln zu ihren Gunsten dehnt. Sie macht den Eindruck einer ausgefuchsten Anwältin, die mit Herz und Verstand bei ihren Fällen dabei ist. Auch ihr Privatleben spielt eine Rolle. Sie hat sich kürzlich von ihrem Ehemann getrennt, mit dem sie gemeinsam die Anwaltspraxis betreibt. Ihr Verhältnis ist aber in Ordnung, was auch ihrer Tochter zu Gute kommt. Manchmal wirkt Rachel allerdings etwas zu perfekt. Die Handlung selbst ist komplex und weist mehrere Haupt- und Nebenstränge auf, deren Verbindungen erst im Laufe der Geschichte offen gelegt werden. Das Buch ist sehr spannend und es ist angenehm zu lesen. Zuweilen ist es recht brutal, aber humorvolle Einschübe sorgen für Auflockerung. Der Fall wird einwandfrei gelöst, aber dann gibt es einen Nachschlag, den es von meiner Seite her nicht gebraucht hätte.
Die meisten Figuren sind nicht sonderlich tief gestaltet, selbst bei der Titelfigur ist noch Luft nach oben. Einzig Heiko Gerlach, der Angeklagte, sorgt für manche Überraschung. Die Geschichte wird mit vielen Perspektivwechseln erzählt und mehrere Rückblenden sorgen für zusätzliches Tempo. Trotz eines humorigen Grundtons werden viele ernste Themen angesprochen.

Fazit:
Ein sehr spannendes Hörbuch, vorzüglich vorgetragen, mit etlichen überraschenden Wendungen, aber auch mit mit kleinen Logikproblemen und ausbaubaren Charakterisierungen. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Hörempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Fällt gegenüber den Vorgängern etwas ab

Gut Greifenau - Goldsturm
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Buchmeinung zu Hanna Caspian – Gut Greifenau - Goldsturm

„Gut Greifenau - Goldsturm“ ist ein historischer Roman von Hanna Caspian, der 2020 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Serie ...

Buchmeinung zu Hanna Caspian – Gut Greifenau - Goldsturm

„Gut Greifenau - Goldsturm“ ist ein historischer Roman von Hanna Caspian, der 2020 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Serie um Gut Greifenau.

Zum Autor:
Hanna Caspian, geb. 1964, studierte Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft und Sprachen in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.

Inhalt:
Hinterpommern 1919: Der Kaiser ist gestürzt und die Novemberrevolution ist abgewendet. Alle hatten gehofft, dass nach dem Kriegsende endlich Ruhe und Normalität einkehrt. Doch von einer Idylle auf Greifenau kann keine Rede sein. „Goldsturm“, der 4. Band der Gut-Greifenau-Reihe, führt durch die Höhen und Tiefen der blutjungen demokratischen Republik. Die geliebten und gehassten Figuren erleben einen fulminanten Ritt mitten rein in die Hyperinflation.

Meine Meinung:
Mit hohen Erwartungen bin ich in dieses Buch eingestiegen und in weiten Teilen sind diese auch erfüllt worden. Die Geschichte beginnt im Oktober 1919 und endet im September 1923. Der Schreibstil der Autorin ist eindringlich und recht gefühlsbetont und lässt sich flüssig lesen. Wie in den Vorgängerbänden gibt es viele Erzählperspektiven, die die Ereignisse aus allerlei Sichten beleuchten. Dabei gelingt es der Autorin, die einzelnen Erzähler glaubhaft und lebensnah zu beschreiben. Ich bin auf viele Bekannte getroffen, manche auch in einer anderen Rolle als zuvor. Meist sind es wieder Geschichten und Geschichtchen im Umfeld des Gutes, aber auch der Familie Urban wird mehr Raum gewidmet. Generell ist der Grundton etwas dunkler als in den Vorgängerbänden, was vor allem den Folgen der Inflation und einigen heftigen Schicksalsschlägen zuzuschreiben ist. Viele der Figuren stehen auf der Verliererseite, nur wenige profitieren von der aktuellen Lage, allen voran reiche Industrielle. Man merkt der Erzählung die umfassende Recherche an und folgt den historischen Ereignissen von gescheiterten Regierungen, dem Kapp-Putsch, der Besetzung des Ruhrgebietes, diversen politischen Attentaten und streikenden Arbeitern, die meist nur in Nebenhandlungen eine Rolle spielen. Die Inflation führt zu Hungersnöten und auch auf Gut Greifenau merkt man die Auswirkungen. Gut Greifenau steht auch für eine Struktur aus Herrschaften, Dienstpersonal und Pächtern, die zunehmend unter Druck gerät. Besonders hier und bei den Großindustriellen wird der Werteverfall deutlich. Und doch hat mir dieser Band nicht so gut gefallen wie die Vorgänger, weil manche Punkte wiederholt thematisiert wurden und sich das Mitfiebern mit den Beteiligten nicht so einstellte wie gewohnt.

Fazit:
Der Roman erreicht nicht ganz das Niveau der Vorgänger, bietet aber weiterhin gute Unterhaltung. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.05.2020

Charaktere fast ohne jeden Grauton

Blutige Düne
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Buchmeinung zu Sabine Weiß – Blutige Düne

„Blutige Düne“ ist ein Kriminalroman von Sabine Weiß, der 2020 bei Bastei Entertainment erschienen ist. Dies ist der vierte Fall für die Flensburger Kommissarin ...

Buchmeinung zu Sabine Weiß – Blutige Düne

„Blutige Düne“ ist ein Kriminalroman von Sabine Weiß, der 2020 bei Bastei Entertainment erschienen ist. Dies ist der vierte Fall für die Flensburger Kommissarin Liv Lammers.

Zum Autor:
Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. Seit 2007 veröffentlicht sie erfolgreich Historische Romane, seit 2017 zusätzlich Krimis. Um an den Schauplätzen zu recherchieren, reist sie im Camper auf den Spuren ihrer Figuren durch Europa. Wenn sie nicht unterwegs ist, lebt Sabine Weiß mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Hamburg.

Klappentext:
Der lang ersehnte Kurzurlaub von Kommissarin Liv Lammers endet abrupt, als in der Mörderkuhle bei Tinnum ein Toter gefunden wird. "Schuldig" steht mit schwarzem Nagellack auf seiner Haut. Das Opfer: ein Rocker, der für seine Skrupellosigkeit bekannt ist. Liv und ihre Kollegen von der Flensburger Mordkommission denken zunächst an eine Vergeltungsaktion. Doch bald gibt es einen zweiten Mordanschlag auf einen jungen Mann, der als Freiwilliger für eine Meeresschutz-Organisation arbeitet. Die Handschrift des Täters ist dieselbe ...

Meine Meinung:
Meine erste Begegnung mit Liv Lammers verlief nicht störungsfrei. Die noch sehr junge Kommissarin wird von unschönen Erinnerungen an ihre Jugend auf Sylt heimgesucht. Zudem wird ihre minderjährige Tochter von Livs reichem Vater Ocke belästigt. Der eigentliche Mordfall weist auf organisierte Kriminalität hin und schon sind die Superbullen vom LKA mit an Bord. Der Plot ist gelungen und birgt einige Überraschungen. Die Autorin erzählt spannend und mit viel Atmosphäre. Das Gleichgewicht zwischen Fall und Privatleben bleibt erhalten. Viele Perspektivwechsel erhöhen das Erzähltempo und die Szenen um den dauerhustenden Kollegen Hennes lockern die teilweise doch recht harte Erzählung gekonnt auf. So weit alles in Butter. Zwei Dinge sind mir aber gegen den Strich gegangen. Da ist zum Einen der Cliffhanger am Ende des Buches in Sachen Ocke. Eigentlich nicht so schlimm, aber es geht danach noch weiter und der Leser erfährt nichts. Wenn der Roman mit der beginnenden Begegnung Livs mit ihrem Vater endet, wäre es in Ordnung gewesen aber so nicht. Der zweite Minuspunkt ist allerdings weitaus schwerwiegender und hat sogar zur Abwertung geführt. Die Charaktere sind durch die Bank fast ohne jede Grauzone gestaltet. Entweder sind es weiße Ritter oder schwarze Fieslinge. Natürlich ist der Chef der LKA-Kollegen ein sehr gut aussehender, aber auch ein sehr arroganter Typ. Und die Eltern des zweiten Opfers werden als lächerlich wirkende Karikaturen gezeichnet. Leider zieht sich dies fast durch den gesamten Roman durch.

Fazit:
Ein Kriminalroman mit guten bis sogar sehr guten Ansätzen, aber mit einer Figurenzeichnung, die völlig aus dem Rahmen fällt. Deshalb vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 28.04.2020

Ein Regionalkrimi der anderen Art

Kreizkruzefix
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Buchmeinung zu Monika Pfundmeier – Kreizkruzefix

„Kreizkruzefix“ ist ein Kriminalroman von Monika Pfundmeier, der 2020 bei Servus erschienen ist.
Zum Autor:
Monika Pfundmeier, lebt als freie Autorin ...

Buchmeinung zu Monika Pfundmeier – Kreizkruzefix

„Kreizkruzefix“ ist ein Kriminalroman von Monika Pfundmeier, der 2020 bei Servus erschienen ist.
Zum Autor:
Monika Pfundmeier, lebt als freie Autorin in München. Sie hat bislang zwei preisgekrönte historische Romane veröffentlicht (»Blutföhre«, 2016, und »Löwenblut«, 2017) sowie zuletzt den Roman »Glück dich!« (2018). Für die Krimireihe um Theres Hack verschlägt es sie nach Oberammergau – wo der schöne Schein der Tradition kräftig ins Wanken gerät.

Klappentext:
Als Theres Hack nach Jahren aus Wien zurückkehrt und die väterliche Traditionsmetzgerei umkrempelt, ist nicht jeder davon begeistert. Doch nicht nur die junge Metzgerin, die mit Wort und Grant so manch Althergebrachtes auf den Kopf stellt, stört die Dorfidylle. Als die Gin-Produzenten Sophie und Franz Thaller nur wenige Tage vor Beginn der Passionsspiele ermordet werden, droht eine PR-Katastrophe für den Ort.
Theres Hack gerät ins Visier der örtlichen Polizei, war sie doch als Erste am Tatort und ist geübt mit Messer und Jagdgewehr. Für Theres genau der richtige Anlass, um Hauptkommissar Anton Sollinger und Kommissar Toni Baurieder auf die Sprünge zu helfen.

Meine Meinung:
Das Besondere an diesem Buch ist seine Sprache und die Vorliebe der Autorin, Gedanken nicht vollständig auszuführen. Ungewöhnliche Wortbildungen wie „Leiser als heute Morgen schlich die Stimme in den Raum. Entmutigter.“ (Seite 102) oder „Die Lippen zeigten kein Lächeln. Wärme strahlte sie dennoch aus auf eine schmirgelpapierraue, schiefergebirgskantige Art.“ (Seite 173). Die Figuren sind ebenso ungewohnt wie die Hauptdarstellerin Theres Hack, die beiden Antons von der Polizei, der spielsüchtige Pfarrer und die Influencerin Alessia aus Hamburg. Permanent trifft Tradition auf Fortschritt und das geht nicht reibungslos daher. All das thematisiert die Autorin, verliert dabei aber den Kriminalfall fast völlig aus den Augen. Die Spannung geht völlig verloren und kehrt auch nur zu Teilen zum Showdown zurück.

Fazit:
Ein schwer zu lesender Kriminalroman mit einer besonderen Sprache, dem leider die Spannung fehlt. Von mir gibt es drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten), weil die Sprache wirklich besonders ist.

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