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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2025

Weil Diskriminierung alle angeht…

Diskriminierung geht uns alle an
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Dieses Sachbuch zielt darauf ab, das eigene Verhalten hinsichtlich Diskriminierung zu hinterfragen und sich damit auseinanderzusetzen. Hierfür wird zunächst der Begriff definiert sowie die Ursprünge von ...

Dieses Sachbuch zielt darauf ab, das eigene Verhalten hinsichtlich Diskriminierung zu hinterfragen und sich damit auseinanderzusetzen. Hierfür wird zunächst der Begriff definiert sowie die Ursprünge von Diskriminierung thematisiert. Im zweiten Teil werden zudem verschiedene Formen von Diskriminierungen aus Sicht von neunzehn Betroffenen eindrücklich geschildert. Jedes Kapitel beinhaltet Fragen, sodass die Leserschaft zur Reflexion und Änderung des eigenen Verhaltens angeregt wird. Der Inhalt wird durch gelungene Illustration ergänzt.
Für dieses Sachbuch liegt das empfohlene Alter bei 12, wobei manche Themen eventuell zu komplex aufgearbeitet sind. Für den pädagogischen Einsatz, für Lehrkräfte beispielsweise, ist es zum gemeinsamen Erarbeiten aber sehr gut geeignet. Auch Erwachsene können viele Impulse aus dem Buch mitnehmen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Der Schatten von Trauer

Eden
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Was kann liebenden Eltern Schlimmeres widerfahren als der plötzliche Tod des eigenen Kindes? Diese Erfahrung müssen Markus und Kerstin erleiden, als ihre Tochter Sofie bei einem Konzert Opfer eines Selbstmordattentäters ...

Was kann liebenden Eltern Schlimmeres widerfahren als der plötzliche Tod des eigenen Kindes? Diese Erfahrung müssen Markus und Kerstin erleiden, als ihre Tochter Sofie bei einem Konzert Opfer eines Selbstmordattentäters wird.
Die einhergehende Trauer und der Umgang damit stellen für die Betroffenen eine harte Prüfung dar. Während Kerstin über den Verlust spricht, sucht Markus die Familie des Attentäters auf und möchte in Erfahrung bringen, ob die Radikalisierung dessen abwendbar gewesen wäre.
Jan Costin Wagner geht in diesem Roman sehr behutsam und empathisch mit dem Thema Tod und Trauer um, und gleichzeitig spiegelt er der Leserschaft gekonnt die gesellschaftliche Lage hinsichtlich Spaltungen durch Rechtsextremismus und Verschwörungstheorien wider. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und kann ihn nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Als Begleitung hilfreich, doch kein Therapieanspruch

Trauma ENDLICH überwinden
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Ich bin selbst im sozialen Bereich tätig und habe dementsprechend oft Berührungspunkte zum Thema Traumatisierung und die Konsequenzen dieser für betroffene Menschen. Dieses Sachbuch von Frau Fr. Aylin ...

Ich bin selbst im sozialen Bereich tätig und habe dementsprechend oft Berührungspunkte zum Thema Traumatisierung und die Konsequenzen dieser für betroffene Menschen. Dieses Sachbuch von Frau Fr. Aylin Thiel ist eine gute Begleitung und Leitfaden für Heilung. Sie geht meines Erachtens sehr behutsam und kleinschrittig an die Thematik heran.
Traumata begegnen uns im Laufe unseres Lebens viel öfter, als man es zunächst annehmen könnte. Denn auch Ereignisse wie Krieg, Unfall oder Flucht können diese hervorrufen und heranwachsen. Leider gibt es nicht ausreichend Therapeuten oder Anlaufstellen und es braucht viel Durchhaltevermögen, um in professionelle Settings reinzukommen und angebunden zu werden. Daher können solche Bücher für die Überbrückung hilfreich sein und das Auseinandersetzen mit Traumata begleiten. Nichtsdestotrotz gehört die Verarbeitung von Trauma-Erfahrungen meiner Meinung nach in professionelle Hände und sollte nicht im Alleingang angegangen werden.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Eindringlich

Beeren pflücken
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Amanda Peters schreibt in „Beeren pflücken“ von einer indigenen Mi’kmaq-Familie aus Nova Scotia die auf der Durchreise nach Maine ist, um dort während der Erntesaison Blaubeeren zu pflücken. Doch das scheinbar ...

Amanda Peters schreibt in „Beeren pflücken“ von einer indigenen Mi’kmaq-Familie aus Nova Scotia die auf der Durchreise nach Maine ist, um dort während der Erntesaison Blaubeeren zu pflücken. Doch das scheinbar idyllische Familienleben wird erschüttert, als die vierjährige Ruthie spurlos verschwindet. Für ihre Familie beginnt ein jahrelanges Suchen, das sie nie ganz loslässt.
Parallel dazu erzählt Peters die Geschichte von Norma, einem Mädchen, das bei liebevollen, aber emotional verschlossenen Adoptiveltern in Maine aufwächst. Sie wird von unerklärlichen Träumen und einem tiefen Gefühl innerer Unruhe begleitet. Erst als sie sich Jahrzehnte später auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht, setzt sich das Puzzle ihrer Herkunft langsam zusammen.
Die intensive Erzählweise sowie der feinfühlige Einblick in die Gefühlswelten der Charaktere sind sehr eindrücklich. Neben Themen wie die der familiären Entwurzelung und das Gefühl von Zugehörigkeit werden auch koloniale Strukturen aufgegriffen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Hin und Her

Nowhere Heart Land
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Der pola-Verlag ist mit seiner Frauenliteratur sehr zu empfehlen, es sind oftmals starke sowie selbstbewusste Frauen in den Geschichten abgebildet. In diesem Buch beschreibt die Autorin das Leben von Rosa, ...

Der pola-Verlag ist mit seiner Frauenliteratur sehr zu empfehlen, es sind oftmals starke sowie selbstbewusste Frauen in den Geschichten abgebildet. In diesem Buch beschreibt die Autorin das Leben von Rosa, diese kehrt in ihre Heimat zurück und befindet sich in einer emotional ambivalenten Lebensphase. Die Geschichte ist an die eigene Biographie der Autorin angelehnt.
Leider ist es mir nicht einfach gefallen, in die Handlung reinzukommen. Teilweise werden über mehrere Seiten hinweg Elemente aus Rosas Vergangenheit beschrieben, was viel Konzentration erfordert. Der Schreibstil ist besonders und hat ein poetisches Flair, die Zerrissenheit der Gefühlswelt von Rosa kommt gut zur Geltung, macht das Lesen aber nicht einfacher. Die Rückkehr in die Heimat und das Erinnern an die Vergangenheit sind kraftvoll. Die unzuverlässigen Erinnerungen von Rosa sind zeitweise anstrengend, da man als Leser zwischen Realität und Einbildung hin- und herschwankt. Auch das offene Ende ließ mich ein wenig ratlos zurück.

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