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Veröffentlicht am 30.05.2022

Beeindruckende Dystopie

Die neue Wildnis
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Das Buch ist eine Dystopie und ist angesiedelt in einem Land, das den USA ähnlich ist. Die Städte sind fast unbewohnbar und um ein Stück Natur zu retten, wurden Wildnisgebiete geschaffen, in denen sich ...

Das Buch ist eine Dystopie und ist angesiedelt in einem Land, das den USA ähnlich ist. Die Städte sind fast unbewohnbar und um ein Stück Natur zu retten, wurden Wildnisgebiete geschaffen, in denen sich Flora und Fauna ungestört entwickeln sollen. Nur zwanzig ausgewählte Personen durchstreifen dieses Land, leben sehr einfach als Nomaden. Zu ihnen gehören Glen (der Erfinder dieser Gruppe), Beatrice, seine Freundin, und deren Tochter Agnes. Sie werden von den Rangern schikaniert und immer wieder auf lange Märsche zu den Außenposten geschickt , an denen sie Post abholen können und noch ein wenig Kontakt zur Außenwelt haben. Einige der Gruppenmitglieder sterben, werden von Tieren angefallen oder ertrinken und nach einigen Jahren wird die Gruppe mit "Neulingen" aufgefüllt. Dadurch verschiebt sich das Gruppengefüge stark und es treten neue Probleme auf.

Im Mittelpunkt des Buches steht Agnes, die wir auf ihrem Weg zur Erwachsenen begleiten. Sie muss schwere Konflikte mit ihrer Mutter austragen, denn als Kind kann Agnes nicht verstehen, dass Bea sie aus der geordneten Welt ihrer Kindheit gerissen hat, auch wenn es zu ihrem Besten war, denn sie war schwer krank.

Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Auch wenn Klimawandel und Umweltbeeinträchtigungen nur am Rande vorkommen, so ist das Buch doch hoch aktuell. Diana Cook gelingt es die soziale Situation der Gruppe mit allen Unwägbarkeiten und Risiken zu schildern, dabei wächst besonders Agnes den Lesern ans Herz.

Hervorragend!

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Sommerroman mit Tiefgang

Ein unendlich kurzer Sommer
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Gustav hat Krebs im Endstadium, Lale hat kürzlich ihren Bruder durch einen Unfall verloren, Christophes Mutter ist nach langer Demenzkrankheit gestorben, Florian hat eine leichte Behinderung und wird von ...

Gustav hat Krebs im Endstadium, Lale hat kürzlich ihren Bruder durch einen Unfall verloren, Christophes Mutter ist nach langer Demenzkrankheit gestorben, Florian hat eine leichte Behinderung und wird von seiner Mutter überbehütet. Diese vier Menschen treffen auf einem heruntergekommenen Campingplatz an einem See zusammen. Sie alle tragen Verletzungen mit sich und das Zusammenleben ist nicht einfach. Noch schwieriger wird es, als Lale und Chris sich verlieben und Lales Mann auftaucht.
Das Buch ist ein leicht zu lesender Sommerroman, aber er ist niemals platt oder kitschig. Kristina Pfister schafft es eine sehr intensive Atmosphäre zu erzeugen, die plastische Bilder im Kopf entstehen lässt und der Fantasie viel Raum lässt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn es ist nicht so vorhersehbar wie viele der "leichten" Romane, die man sonst auf dem Markt findet. Es schafft den schwierigen Spagat zwischen sommerlicher Leichtigkeit und Anspruch.
Deshalb gibt es von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Konventionell und grausam

Düsterhof (Thriller)
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Hart und Hertzlich ermitteln. Schon dieses Namenswortspiel schreckte mich ab, aber dann habe ich das Buch doch gelesen.
Annabelle Hart ist Anwältin und kämpft für ihre Mandanten, der des Mordes an seiner ...

Hart und Hertzlich ermitteln. Schon dieses Namenswortspiel schreckte mich ab, aber dann habe ich das Buch doch gelesen.
Annabelle Hart ist Anwältin und kämpft für ihre Mandanten, der des Mordes an seiner Ex-Freundin beschuldigt wird. Felix Hertzlich ist ein etwas heruntergekommener Ex-Polizist und Privatermittler, der Hart bei ihren Nachforschungen unterstützt. Die Unschuld des Mandanten stellt sich bald heraus, aber wer hat die Frau dann umgebracht? Zudem wird eine weitere Leiche auf einem Pferdehof gefunden.
Dieses Buch erinnert mich an die Bücher von Fitzek, es werden ziemlich grundlos und ziemlich brachial Grausamkeiten geschildert, die nicht nötig wären. Das soll wahrscheinlich die Spannung erhöhen, aber die ergibt sich bei einem guten Krimi aus der psychologischen Situation und nicht aus grausamen Details. Zudem blieben die Personen blass und handelten oft sprunghaft.
Das war eindeutig nicht mein Buch!

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Veröffentlicht am 07.05.2022

Kluges Frauenbuch

Die Sammlerin der verlorenen Wörter
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Das Oxford English Dictionary ist ein Grundlagenwerk der englischen Sprache. Doch wie entstand es? Darüber haben sich vermutlich die wenigsten Menschen jemals Gedanken gemacht. In diesem Buch erfährt man ...

Das Oxford English Dictionary ist ein Grundlagenwerk der englischen Sprache. Doch wie entstand es? Darüber haben sich vermutlich die wenigsten Menschen jemals Gedanken gemacht. In diesem Buch erfährt man viel über die mühsame, jahrzehntelange Entstehungsgeschichte, aber es ist viel mehr als ein Geschichtsbuch. Es beginnt 1886 und endet hundert Jahre später mit dem Epilog.

Die fiktionale Figur Esme ist die Tocher eines der Mitarbeiter von Dr. Murray, der die ersten Bände des Werkes herausgab. Da Esmes Mutter früh gestorben ist, wächst das Mädchen im Skriptorium unter der Aufsicht der Lexikographen auf und schnappt von Kindheit an viel über die Bedeutung von Wörtern auf. Später arbeitet sie selbst an den Bänden mit, gegen einen kleinen Lohn. Dabei fällt ihr auf, dass das Wörterbuch viele Wörter einfach buchstäblich unter den Tisch fallen lässt, besonders die Wörter, die für Frauen von Bedeutung sind. Sie beginnt diese Wörter zu sammeln und scheut auch nicht davor zurück einfache Frauen zu befragen. Alle diese Wörter sammelt sie in einer alten Holztruhe. Esme bleibt nicht von persönlichen Schicksalsschlägen verschont, aber die Arbeit hilft ihr in vielen Fällen weiterzumachen.

Das Buch beginnt sehr ruhig und man muss sich erst an diesen Stil gewöhnen. Die Systematik der Worterfassung steht im Vordergrund und die Figur der Esme bleibt zuerst blass. Doch im zweiten Teil wird das Buch spannender, Esmes Leben tritt aus dem Schatten der Wörter und man liebt und leidet mit ihr. Der dritte Teil ist reich an Tragik und Dramatik und man kann kaum aufhören zu lesen.

Im Anhang findet man Zeittafeln zur Geschichte des Dictionary und zum Frauenwahlrecht, ein Foto der Lexikographen, die in dem Buch eine Rolle spielen und besonders schön eine Danksagung in Form der Belegzettel, die beim Erstellen des Lexikons verwendet wurden.

Nachdem ich im ersten Teil nur langsam in die Geschichte hineinkam, gefielen mir die weiteren Teile immer besser. Das Buch erschließt sich nicht ganz leicht, man bracht etwas Geduld. Aber dann hat sich die Mühe gelohnt und es ist ein wunderbares Buch über die Sprache, was sie auslösen und wie sie auch missbraucht werden kann. Ein Buch für alle Leseratten und Bücherwürmer, die mehr über dieses wunderbare Kommunikationsinstrument erfahren wollen.

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Veröffentlicht am 30.04.2022

Wenig Begeisterung

Real Easy
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Im Stripclub Lovely Lady arbeiten viele Tänzerinnen und zwei von ihnen werden ermordet aufgefunden. Die Ermittler Holly und Victor suchen nach einem Serienmörder, denn sie glauben, dass die beiden Toten ...

Im Stripclub Lovely Lady arbeiten viele Tänzerinnen und zwei von ihnen werden ermordet aufgefunden. Die Ermittler Holly und Victor suchen nach einem Serienmörder, denn sie glauben, dass die beiden Toten nicht die einzigen Opfer sind.
Die Leseprobe las sich gut und spannend, aber dann folgte eine herbe Enttäuschung.
Das Buch war langatmig, die Abläufe bei den Tänzerinnen und ihre familiären Probleme standen sehr im Vordergrund. Dagegen kamen die Ermittlungen zu kurz.
Besonders gestört hat mich allerdings der Schreibstil, er war ziemlich konfus, immer wieder wechselten die Zeiten und Perspektiven. Manche Bilder waren einfach schief und es gab sachliche Fehler. So hing bei einem der Mädchen eine angeklebte Wimper halb herunter und wenige Sätze später klebte sie ihre Braue wieder an. Hat das Buch niemand gegengelesen? Oder lag es an der Übersetzung?
Insgesamt war das nicht mein Buch.

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