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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2022

Sehr amerikanisch

Flug 416
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Bill Hoffman ist Flugkapitän und übernimmt vertretungsweise einen Flug von Los Angeles nach New York. Als der Flieger in der Luft ist, wird er von einem Terroristen angerufen, der seine Familie gefangengenommen ...

Bill Hoffman ist Flugkapitän und übernimmt vertretungsweise einen Flug von Los Angeles nach New York. Als der Flieger in der Luft ist, wird er von einem Terroristen angerufen, der seine Familie gefangengenommen hat und droht sie zu töten, wenn Hoffman nicht das Flugzeug abstürzen lässt. Ein spannendes Rennen gegen die Zeit beginnt. Kann es gelingen die 144 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder zu retten und auch die Familie?
Das Buch ist ein typisch amerikanischer Katastrophenthriller, man könnte es 1:1 als Filmdrehbuch umsetzen. Unter der Regie von Roland Emmerich und mit Musik von Hans Zimmer wäre es sicher ein Hit. Es gibt viel Dramatik, viel Pathos und den amerikanischen Hang zu gewaltsamem Eingreifen.
Dabei ist es durchaus bis zum Schluss spannend und auch gut geschrieben. Die wechselnden Perspektiven erzeugen einen zusätzliche Dramatik. Die Terroristen bekommen die Gelegenheit den Hintergrund ihrer Tat zu berichten und man merkt, wie ambivalent ein solches Tun ist. In dieser Hinsicht vermeidet das Buch eine einfache Schwarzweißmalerei.
Leider ist das Buch auch sehr vorhersehbar, in dieser Hinsicht finde ich es etwas zu eindimensional.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Wenig spannend

Tiefes, dunkles Blau
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Rosa Zambrano ist Seepolizistin in Zürich. Sie hat sich bei Dr. Jansen, einem Frauenarzt, Eizellen entnehmen und sie einfrieren lassen, da sie noch nicht weiß, ob sie sich für ein Kind entscheiden soll. ...

Rosa Zambrano ist Seepolizistin in Zürich. Sie hat sich bei Dr. Jansen, einem Frauenarzt, Eizellen entnehmen und sie einfrieren lassen, da sie noch nicht weiß, ob sie sich für ein Kind entscheiden soll. Kurz nach der Eizellenentnahme wird der Frauenarzt tot im Zürichsee gefunden, vollgepumpt mit Drogen. Zuerst ist seine von ihm getrennt lebende Ehefrau verdächtigt, aber dann ergeben sich auch noch andere Spuren. Rosa ermittelt zusammen mit ihrem Studienfreund Martin von der Kripo.
Es geht in diesem Buch viel um Stimmungen, Kochrezepte und Gartenbau, aber wenig um den eigentlichen Kriminalfall. Damit erinnert mich das Buch an die typischen Provence- und Bretagnekrimis, mit denen der Markt überschwemmt wird. Sicherlich sind der Zürichsee und die Stadt Zürich eine reizvolle Kulisse, aber ein wirklicher Krimi mit Spannung ist dieses Buch nicht. Meist wird das Buch aus der Sicht von Rosa erzählt, ihre Gedanken, Stimmungen und Tätigkeiten spielen eine große Rolle. Immer wieder weicht das Buch vom Fall ab, es mäandert durch Rosas Leben. Diese Ermittlerin hat erstaunlicherweise ein echtes Leben!
Hervorzuheben sind die sehr angenehme und wohltuende Sprache von Seraina Kobler, an der Spannung müsste sie noch arbeiten.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Typische Anfängerfehler

Todesfall
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In den norwegischen Ort Voss, der für seine Extremsportevents bekannt ist, findet ein großes Festival statt. Doch schon am ersten Tag kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Der Fallschirm einer Formationsspringerin ...

In den norwegischen Ort Voss, der für seine Extremsportevents bekannt ist, findet ein großes Festival statt. Doch schon am ersten Tag kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Der Fallschirm einer Formationsspringerin öffnet sich nicht, sie stürzt in den Tod. Die Journalistin Agnes Tveit, die erst kürzlich mit ihrem Mann in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, kannte die Frauen aus der Formation und versucht die Hintergründe zu klären, während die Polizei zuerst von einem Unfall ausgeht. Doch dann ergeben sich Hinweise auf Manipulationen. Agnes erfährt nach und nach viele dunkle Geheimnisse.
Die erste Hälfte des Buches zieht sich sehr. Es geht nichts voran, die Ermittlungen treten auf der Stelle, es geht vor allem um persönliche Probleme und Problemchen. Erst im letzten Drittel kommt etwas Spannung auf. Dazu kommt, dass es viele handelnde Personen gibt, die recht willkürlich miteinander in Beziehung stehen, da hilft auch das Personenverzeichnis am Ende des Buches kaum weiter.
Eine Beschränkung auf weniger Personen und weniger Handlungsstränge wäre sicher sinnvoller gewesen und hätte den Spannungsgehalt erhöhen können. Die Person Agnes Tveit ist durchaus interessant und bietet noch Entwicklungsmöglichkeiten.
Man kann auf das nächste Buch hoffen, denn es sind noch eine ganze Menge Fragen offen!

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Veröffentlicht am 20.04.2022

Langatmig

Verhängnisvolle Lügen an der Côte d’Azur
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Der aus den Vorgängerbänden bekannte Leon Duval, der in Cannes und Umgebung ermittelt, wird mit einem sehr persönlichen Fall konfrontiert. Der Richter Dussolier wird auf offener Straße erschossen, mit ...

Der aus den Vorgängerbänden bekannte Leon Duval, der in Cannes und Umgebung ermittelt, wird mit einem sehr persönlichen Fall konfrontiert. Der Richter Dussolier wird auf offener Straße erschossen, mit ihm war Duval befreundet. Ein Racheakt für ein unbequemes Urteil? Ein Bandenkrieg? Doch bald stößt Duval auf die Staudammkatastrophe von Malpasset, bei der über 400 Menschen umkamen. Niemand wurde dafür zur Verantwortung gezogen, doch nun scheint Dussilier herausgefunden zu haben, dass algerische Terroristen hinter der Sache steckten.

Das Buch beginnt recht spannend, doch dann wird es zusehends langatmiger und langweiliger. Seitenweise wird über die Geschichte des algerischen Konflikts in den 1950er Jahren berichtet, alle Spuren verlaufen im Sande. Es kommt keine Spannung auf, der Kommissar ermittelt zusehends lustlos und wird schließlich von den Ermittlungen abgezogen. Da kann auch eine Entführung nichts mehr retten, die wie "angeklebt" an das Geschehen scheint.

Christine Cazon kann schreiben, keine Frage, aber dieses Buch scheint eher lustlos dahingekritzelt.

Ich habe selten einem Buch nur zwei Sterne gegeben, aber hier kann ich beim besten Willen nicht mehr geben!

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Veröffentlicht am 15.04.2022

Ziemlich brutal

Oxen. Noctis
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Niels Oxen, den man aus den vier Vorgängerbänden kennt, hat sich mit Hilfe der Psychologin Leyla wieder gefangen, nachdem er durch seine Kriegseinsätze traumatisiert wurde. Nun hilft er anderen Veteranen ...

Niels Oxen, den man aus den vier Vorgängerbänden kennt, hat sich mit Hilfe der Psychologin Leyla wieder gefangen, nachdem er durch seine Kriegseinsätze traumatisiert wurde. Nun hilft er anderen Veteranen bei der Bewältigung ihrer Traumata. Allerdings wird er wieder als Berater zum PET, den dänischen Inlandsgeheimdienst, hinzugezogen, als mehrere Veteranen umgebracht wurden. Zusammen mit Margrethe Falck und der jungen Sally Finnsen sucht er nach Spuren, doch es ist schwierig. Allerdings hat er als ehemaliger Elitesoldat Vorteile, denn er kennt das Milieu. Als er schließlich eine Spur findet, wird es sehr gefährlich und Oxen landet in einem Albtraum, aus dem er nicht mehr erwachen will. Nur der Gedanke an seinen Sohn Magnus erhält ihn am Leben. Währenddessen suchen seine Mitstreiter fieberhaft nach Verbindungen und zapfen dabei auch alte Kontakte im Ausland an.

Der erste Teil des Buches ist zwar spannend, aber nicht atemberaubend. Erst im zweiten Teil kommt wirklich atemlose Spannung auf, allerdings geht Jensen dabei auch an die Grenzen des Erträglichen, das ist schon sehr brutal. Sehr gut hat mir die neue Figur der Sally Finnsen gefallen, sie bringt noch einmal neue Facetten in den Ablauf.

Wie auch die Vorgängerbände ist das Buch hervorragend geschrieben und hält die Spannungskurve bis zum Schluss. Ich rate aber dazu, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, denn sonst fehlen Informationen über die Beziehungen in dem Team.

Wer keine Angst vor harten Szenen hat, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Das ist kein Cosy-Krimi...

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