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Veröffentlicht am 02.11.2021

Kurze Geschichten

Eifersucht
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Bisher wusste ich noch nicht, dass Jo Nesbo auch Kurzgeschichten schreibt, ich habe nur seine Romane gelesen.
In diesem Band versammeln sich sieben kurze oder auch längere Geschichten rund um das Thema ...

Bisher wusste ich noch nicht, dass Jo Nesbo auch Kurzgeschichten schreibt, ich habe nur seine Romane gelesen.
In diesem Band versammeln sich sieben kurze oder auch längere Geschichten rund um das Thema Eifersucht. Da ist der Mann, der Selbstmordkandidaten auf deren Wunsch hin umbringt, der griechische Ermittler auf einer kleinen Insel in der Ägäis, die Frau, die für Ordnung in der Warteschlange sorgt, der Schriftsteller, der keine Lust auf Publicity hat, der Müllmann, der einen Nebenbuhler umbringt und der Taxifahrer, der einen Ohrring seiner Frau findet.
Alle Geschichten sind sehr unterschiedlich und zeigen die ganze Bandbreite von Nesbos Können. Sie sind spannend, skurril, auf den Punkt gebracht und gut zu lesen. Einige wirken eher wie Miniaturen, aus anderen könnte man einen ganzen Roman entwickeln.
Ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man keine Lust auf einen dicken Roman hat und sich nur mal ablenken oder unterhalten lassen möchte!

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Veröffentlicht am 26.10.2021

Atemlos

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6)
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Stefan Ahnhems Krimis über den Ermittler Fabian Risk haben mich von Anfang an begeistert. "Meeressarg" ist der sechste Band aus dieser Reihe und schlägt alle vorigen Bände in Bezug auf die ungeheure Spannung. ...

Stefan Ahnhems Krimis über den Ermittler Fabian Risk haben mich von Anfang an begeistert. "Meeressarg" ist der sechste Band aus dieser Reihe und schlägt alle vorigen Bände in Bezug auf die ungeheure Spannung. Ich habe wirklich atemlos gelesen und konnte kaum aufhören.
Fabian Risk hat einen schweren Verlust erlitten, sein Sohn Theodor hat sich in einem dänischen Gefängnis umgebracht. Fabians Trauer ist grenzenlos, denn er hatte seinem Sohn geraten sich der Polizei zu stellen. Gleichzeitig findet die dänische Polizei im Hafen von Kopenhagen einen hochrangigen Polizeimitarbeiter zusammen mit einer Prostituierten tot in einem untergegangenen Auto. In diesem Zusammenhang taucht der Kopenhagener Polizeichef Kim Sleizner wieder auf, der schon oft verdächtigt wurde mit der Unterwelt zusammenzuarbeiten. Risks ehemalige Mitarbeiterin Dunja Hougard ist ihm heimlich auf den Fersen. Doch Sleizner versteht es sich immer wieder aus der Schlinge zu befreien, eiskalt und vollkommen skrupellos.
Unerwartete und überraschende Wendungen, ein erstklassiger Plot und ein eindringlicher Schreibstil machen das Buch zu einem der besten Krimis in diesem Jahr. Man merkt, dass Ahnhem geübt ist Drehbücher zu schreiben, denn auch dieses Buch könnte man sich gut als Film vorstellen. Dabei geht der Autor aber auch in die Tiefe, die Trauer der Familie um Theodor ist sehr glaubwürdig beschrieben und auch die anderen Charaktere sind komplex und interessant.
Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Langatmig

Der Panzer des Hummers
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Es geht um die drei erwachsenen Kinder der Familie Gabel, die nach dem Tod der Eltern zurückgeblieben sind und auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Verlust umgehen.
Während die älteste Tochter Ea ...

Es geht um die drei erwachsenen Kinder der Familie Gabel, die nach dem Tod der Eltern zurückgeblieben sind und auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Verlust umgehen.
Während die älteste Tochter Ea in San Francisco lebt und dort durch ein Medium Kontakt zu der Mutter aufnehmen will, schlägt sich ihr Bruder in Kopenhagen als Plakatierer durch und unterstützt seine jüngere Schwester Sidsel, die es als alleinerziehende Mutter nicht leicht hat. Die Geschwister sind sehr unterschiedlich und sie haben keinen engen Kontakt miteinander. Das ist eigentlich eine interessante Konstellation, aber sie macht das Buch auch sprunghaft und man kann manchmal nur schwer den einzelnen Erzählsträngen folgen. Auch hat mich irritiert, das immer wieder ganze Abschnitte von der "Seherin" handelten, die den Kontakt zu Eas Mutter im Jenseits herstellen soll.
Das Buch hat mich nicht wirklich begeistert, da gab es schon erheblich bessere Familiengeschichten. Schade!

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Zäh

SCHWEIG!
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Esther macht sich am Tag vor Heiligabend heftige Sorgen um ihre Schwester Sue, die allein in einer großen Villa im Wald lebt und an Weihnachten wahrscheinlich allein ist. Deshalb fährt sie zu ihr, um ihr ...

Esther macht sich am Tag vor Heiligabend heftige Sorgen um ihre Schwester Sue, die allein in einer großen Villa im Wald lebt und an Weihnachten wahrscheinlich allein ist. Deshalb fährt sie zu ihr, um ihr ein Geschenk zu bringen und nachzusehen, ob es ihr gut geht.

Was so harmlos beginnt, entwickelt sich zu einer echten Horrorstory, bei der am Ende jemand stirbt.

Abwechselnd berichten Esther und Sue ihre Sicht der Dinge und manchmal schaltet sich auch Esthers Mann Martin ein, dazu ein Mädchen aus der Kindheit der beiden, das sich als Esthers Kindheits-Ich entpuppt. Die beiden Mädchen hatten eine schwere Kindheit, der Vater nahm sich an Weihnachten das Leben.

Esther ist eine echte Psychopathin, manipulativ und narzisstisch. Sie wirkt zuerst harmlos und besorgt, hat aber ihre Umgebung voll unter Kontrolle. Dagegen ist Sue eher das Opfer, das sich nicht wehren kann. Auch Martin hat sich anscheinend mit seiner Opferrolle abgefunden, bevor er sich dann doch aufbäumt. Die Mechanismen einer toxischen Beziehung sind recht gut beschrieben.

Die ersten 200 Seiten des Buchs zogen sich allerdings endlos hin, erst danach kam so etwas wie Spannung auf. Für meinen Geschmack war das zu wenig, um ein wirklich gutes Buch auszumachen. Ich mag eigentlich diese wenig blutigen Psychothriller, wie sie die Skandinavier meisterhaft schreiben. Von diesem Buch war ich trotz der vielen Vorschusslorbeeren eher enttäuscht, zu langatmig, zu wenig spannend. Nur der überraschende Schluss hat mich einigermaßen versöhnt. Mit dem Buch bin ich einfach nicht warm geworden.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Sehr gute Geschichte

Von hier bis zum Anfang
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Das Buch wurde angepriesen als Nachfolger von "Der Gesang der Flusskrebse", das ist ein hoher Anspruch, den das Buch fast erfüllt, aber ganz reicht es nicht an es heran.
Hauptperson ist die 13jährige Duchess, ...

Das Buch wurde angepriesen als Nachfolger von "Der Gesang der Flusskrebse", das ist ein hoher Anspruch, den das Buch fast erfüllt, aber ganz reicht es nicht an es heran.
Hauptperson ist die 13jährige Duchess, die mit ihrer depressiven Mutter Star und ihrem kleinen Bruder Robin zusammenlebt und praktisch allein für die Familie verantwortlich ist. Star ist immer noch geschädigt vom Mord an ihrer kleinen Schwester. Nun kommt deren Mörder Vincent nach 30 Jahren wieder frei.
Die zweite Hauptperson ist der Polizist Chief Walker, er ist der gute Mensch von Cape Haven, achtet auf die Schwachen, warnt die Aggressiven und hat auch ein Auge auf Duchess, die sich selbst als Outlaw bezeichnet und wie einen Löwenmutter für ihren kleinen Bruder kämpft.
Alles bricht zusammen, als Star ermordet und Vincent verhaftet wird.
Zuerst hatte ich einige Probleme mich an den Schreibstil zu gewöhnen, aber nach ein paar Seiten wurde es besser.
Das Buch ist sehr spannend und die Figuren kommen dem Leser sehr nahe. Man kann sich gut in ihr Handeln hineinversetzen. Nicht ganz klar wurde mir allerdings das Geschehen um den Immobilienbesitzer Darke, seine wirkliche Rolle bleibt im Dunkeln.
Das Buch hat zahlreiche Nebenschauplätze, das ist manchmal verwirrend, aber lockert das Buch auf. Man muss es deshalb sehr aufmerksam lesen, nicht nur nebenbei.
Insgesamt ein wirklich gutes Buch, das aber nicht ganz an die "Flusskrebse" heranreicht.

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