Reflexion eines Lebens und den darin stattgefundenen Beziehungen
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnenEin Versuch, meine Liebe zu ordnen ist ein autobiografisches Werk von Christien Brinkgreve, das Einblicke in ihr Leben, ihre Karriere, ihre Partnerschaften - und nach dem Tod ihres Mannes A. besonders ...
Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen ist ein autobiografisches Werk von Christien Brinkgreve, das Einblicke in ihr Leben, ihre Karriere, ihre Partnerschaften - und nach dem Tod ihres Mannes A. besonders in ihre Ehe - und ihre Familie gibt.
Brinkgreve reflektiert ihre Rolle als Frau, Ehefrau und Mutter, aber auch als Professorin. Dabei stellt sie fest, wie diese sich wandeln und wie gegensätzlich sie gleichzeitig sein können.
Besonders mit dem Hintergrund, dass Brinkgreve Professorin für Soziologie ist und die Beziehung zwischen Frauen und Männern studiert, finde ich spannend, wie sie diesen Blick in ihrem privaten Umfeld beinahe zu verlieren scheint und ihre Ehe bis zum Tod ihres Mannes führt, die beide nicht mehr glücklich zu machen vermag. Die Dissonanz dieser beiden Anteile reflektiert Brinkgreve in ihrem Versuch, auch Antworten für sich zu finden.
Dieses Werk, das Leben einer Frau hiermit zu bewerten, fällt mir schwer. Ich fand die Einblicke spannend und ihre Beobachtungen haben mich zum Nachdenken angeregt. Der intensive, kritische - auch selbstkritische - und dennoch sensible und differenzierte Blick auf Themen wie Karriere, Familie, Aufopferung, Feminismus und Freundschaft fand ich bereichernd.
Auch wenn ich jede Frau im Recht sehe über ihr Leben und ihre Beziehungen zu sprechen, bleibt dennoch ein unangenehmes Gefühl zurück, als Leser*in so intime Einblicke in eine immer unglücklicher werdende Ehe zu bekommen.