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Veröffentlicht am 09.07.2026

Reflexion eines Lebens und den darin stattgefundenen Beziehungen

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen ist ein autobiografisches Werk von Christien Brinkgreve, das Einblicke in ihr Leben, ihre Karriere, ihre Partnerschaften - und nach dem Tod ihres Mannes A. besonders ...

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen ist ein autobiografisches Werk von Christien Brinkgreve, das Einblicke in ihr Leben, ihre Karriere, ihre Partnerschaften - und nach dem Tod ihres Mannes A. besonders in ihre Ehe - und ihre Familie gibt.
Brinkgreve reflektiert ihre Rolle als Frau, Ehefrau und Mutter, aber auch als Professorin. Dabei stellt sie fest, wie diese sich wandeln und wie gegensätzlich sie gleichzeitig sein können.

Besonders mit dem Hintergrund, dass Brinkgreve Professorin für Soziologie ist und die Beziehung zwischen Frauen und Männern studiert, finde ich spannend, wie sie diesen Blick in ihrem privaten Umfeld beinahe zu verlieren scheint und ihre Ehe bis zum Tod ihres Mannes führt, die beide nicht mehr glücklich zu machen vermag. Die Dissonanz dieser beiden Anteile reflektiert Brinkgreve in ihrem Versuch, auch Antworten für sich zu finden.

Dieses Werk, das Leben einer Frau hiermit zu bewerten, fällt mir schwer. Ich fand die Einblicke spannend und ihre Beobachtungen haben mich zum Nachdenken angeregt. Der intensive, kritische - auch selbstkritische - und dennoch sensible und differenzierte Blick auf Themen wie Karriere, Familie, Aufopferung, Feminismus und Freundschaft fand ich bereichernd.

Auch wenn ich jede Frau im Recht sehe über ihr Leben und ihre Beziehungen zu sprechen, bleibt dennoch ein unangenehmes Gefühl zurück, als Leser*in so intime Einblicke in eine immer unglücklicher werdende Ehe zu bekommen.

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Veröffentlicht am 09.07.2026

Löwen tanzen um die Liebe

Lunar New Year Love Story
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Lunar New Year Love Story von Gene Luen Yang und Illustratorin LeUyen Pham ist eine liebevoll gestaltete Graphic Novel, die mich berührt und zum Lachen gebracht hat.

Valentina glaubt an die Liebe. Valentinstag ...

Lunar New Year Love Story von Gene Luen Yang und Illustratorin LeUyen Pham ist eine liebevoll gestaltete Graphic Novel, die mich berührt und zum Lachen gebracht hat.

Valentina glaubt an die Liebe. Valentinstag ist ihr liebster Tag im Jahr und sie hat für jeden Menschen um sich herum freundliche Worte übrig. Bis ihr dieser Glaube eines Tages verloren geht und sie bereit ist, die Liebe für immer aufzugeben.
Val ist eine sympathische, offenherzige Protagonistin, mit der ich leicht mitfühlen konnte. Ihre Positivität gerät im Laufe der Geschichte mehrmals ins Wanken, aber man kann beobachten, wie sie daran wächst und sich ihre starken Charakterzüge verfestigen.
Mit der Lovestory habe ich mitgefiebert, auch wenn sich Val auf kleinere Umwege begibt. Ich finde schön, wie Val und ihr Love Interest zueinandergefunden haben, da sie meiner Meinung nach miteinander harmonieren und einfach süß zusammen sind.
Vals Grandma möchte ich herausstellen, weil sie mit ihrer Art jede Situation auflockern konnte und viele humorvolle Momente in die Geschichte gebracht hat.

Das Element des Löwentanzes hat mir sehr gefallen. Die Bedeutung und Technik nähergebracht zu bekommen, die auf poetische Weise in die Geschichte verwoben sind, fand ich richtig schön. Und auch die künstlerische Umsetzung des Tanzes hat mich begeistert. Die Seiten sind definitiv meine liebsten im Buch.
Damit einhergehend wird auch das Thema Tradition behandelt und die Frage nach Identität gestellt.

Der Zeichenstil hat mir auf jeden Fall sehr gefallen, er ist ausdrucksstark und die Personen sind gut lesbar in ihren Emotionen. Das Farbschema hat sich der Geschichte, insbesondere Vals Lebensphasen und ihren Emotionen, angepasst. So wurden auch die verschiedenen Atmosphären durch die Geschichte gut spürbar untermalt.

Die Graphic Novel hat mir sehr gut gefallen und ist ein Highlight geworden. Die Gestaltung ist wunderschön, die Geschichte emotional und humorvoll und das Ende hat sich gut zusammengefügt. Eine große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Verwoben in Dunkelheit und Zeit

Moth Dark
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Moth Dark ist eine Urban Fantasy von Kika Hatzopoulou, die mich vom ersten Moment an begeistern und fesseln konnte. Der wissenschaftliche Ausgangspunkt, von dem wir in die Geschichte und in die magische ...

Moth Dark ist eine Urban Fantasy von Kika Hatzopoulou, die mich vom ersten Moment an begeistern und fesseln konnte. Der wissenschaftliche Ausgangspunkt, von dem wir in die Geschichte und in die magische Dark-Welt eingeführt werden, fand ich sehr interessant. Durch die verschiedenen Personen mit ihren Forschungsschwerpunkten bekommen wir ein breites Spektrum an Informationen, wobei die Dark-Welt insgesamt trotzdem ein großes Mysterium bleibt und neugierig macht. Ich habe jeden Aspekt aufgesaugt und bin fasziniert von der Welt, die Hatzopoulou geschaffen hat. Besonders schön fand ich, wie selbstverständlich die Themen Gender, Non-Binarität und Genderfluidität betrachtet und sprachlich umgesetzt werden.

Hatzopoulous Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch, sodass ich durch die Seiten geflogen bin und die Geschichte bildlich vor meinem inneren Auge verfolgen konnte.

Sascia als Protagonistin und Mitglied des Forschungsteams fand ich sehr sympathisch. Sie hat ihre Überzeugungen, aber auch Probleme, die sie nahbar machen. Ihre Erlebnisse seit ihrer Kindheit in Bezug auf die Dark-Welt zeigen eine Verbindung, die sich bis in die Gegenwart der Handlung zieht und ihre Faszination und Anziehung zum Dark erklärt. Diese Anziehung kann ich gut nachempfinden.
Nugau ist ein humanoides Wesen aus der Dark-Welt und die zweite Hauptperson. Das Zusammenspiel von Sascia und Nugau fand ich schön mitzuverfolgen. So verschieden sie zunächst scheinen mögen, einen sie dasselbe Ziel und ihre Liebe zur jeweils anderen Welt, sodass sie daraus eine vertrauens- und respektvolle Basis schaffen. Ihre gleichzeitig zarte und intensive Annäherung gefiel mir gut und die beiden sind wirklich süß zusammen.
Eine besondere Erwähnung verdient Mampfi, eine unglaublich liebenswürdige Motte des Dark, die mich mehrfach zum Lachen gebracht hat.

Meiner Meinung nach hat Moth Dark die Zeitreise-Thematik perfekt umgesetzt. Das Ende zeigt, wie alle Zeitstränge miteinander verwoben sind. Und das auf so bittersüße und perfekt konstruierte Weise, dass ich immer und immer wieder daran denken muss, da ich den multidimensionalen Schleifen der Zeit nicht entkommen kann.
Für mich war es wirklich ein würdiger Abschluss, sehr emotional und mit einer tollen Botschaft über das Leben und Menschlichkeit. Einige Aspekte haben mich sogar zu Tränchen gerührt.

Ich bin vollkommen begeistert von dem Buch und werde es wohl noch lange weiterempfehlen. Definitiv ein Lesehighlight und als Einzelband in der Fantasy gut geeignet für Zwischendurch, auch wenn ich mich noch sehr viel länger in dieser wundervollen Welt hätte aufhalten können.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Erzählstil bricht emotionale Tiefe

Weird Girls
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Weird Girls von Gráinne O'Hare handelt von den Freundinnen Harley, Maggie und Róise, die ihre beste Freundin Lydia verloren haben. Die Handlung spielt ein Jahr nach dem tragischen Unfall und zeigt, wie ...

Weird Girls von Gráinne O'Hare handelt von den Freundinnen Harley, Maggie und Róise, die ihre beste Freundin Lydia verloren haben. Die Handlung spielt ein Jahr nach dem tragischen Unfall und zeigt, wie die drei nun ihre Freundschaft und ihre Leben mit ihren individuellen Problemen zusammenhalten müssen.
Wir bekommen Einblicke in die Perspektiven aller drei Frauen, begleiten sie durch ihren unperfekten Alltag und lernen sie so nach und nach besser kennen. Jede von ihnen kämpft mit Problemen, wovon sie sich mit Partynächten und Alkoholexzessen ablenken.

Den Schreibstil fand ich angenehm flüssig und einfach zu lesen. Auf eine humorvolle Art aber oberflächlich, die von tieferen Emotionen ablenkt. Damit schafft das Buch vermutlich genau das, was auch die Freundinnen versuchen: ihre schweren Emotionen und weitreichenden Probleme in vermeintlichem Spaß zu betäuben. Das macht das Buch einerseits humorvoll-leicht zu lesen, andererseits fiel es mir schwer, eine emotionale Bindung zu der Geschichte, aber auch zu den Personen aufzubauen.

Insgesamt wirkt das Buch wie eine Momentaufnahme aus dem Leben der Freundinnen, nachdem diese durch einen schweren Verlust erschüttert wurden. Aus einem gesellschaftlich genormten Blickwinkel, den man als Leser beinahe automatisch einnimmt, wirkt das Geschehen wie eine aus dem Ruder laufende Aneinanderreihung von Ereignissen und man hofft die ganze Zeit auf Einsicht, Veränderung und Charakterentwicklung. Die Frauen aber müssen uns nichts beweisen, uns nichts lehren oder gesellschaftlichen Normen gerecht werden.
Das Ende ist durchaus versöhnlich, bleibt aber eher offen und regt zum Nachdenken an. Als Lesende bekommt man keine fertige Moral aufgetischt, sondern lässt die Freundesgruppe so beiläufig ziehen, wie man in Ihr Leben getreten ist.

Für viele Lesende ist die Lebensrealität der Frauen vermutlich sehr entgegengesetzt der eigenen, sodass eine Konfrontation verschiedenste Emotionen bis hin zu vollständigem Unverständnis auslösen kann. Darüber sollte sich meiner Meinung nach vorher bewusst gemacht werden. Ansonsten sehe ich diesen Aspekt als große Chance, die Geschichte wirken zu lassen, zu reflektieren und in Austausch zu kommen.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Toller Auftakt mit düsterer Atmosphäre

Weavingshaw
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Weavingshaw ist der Auftakt einer düsteren Romantasy-Trilogie von Heba Al-Wasity voller Geheimnisse, Geister und Dämonen. Als Leenas Bruder an einem tödlichen Husten erkrankt, entschließt sie sich, ihr ...

Weavingshaw ist der Auftakt einer düsteren Romantasy-Trilogie von Heba Al-Wasity voller Geheimnisse, Geister und Dämonen. Als Leenas Bruder an einem tödlichen Husten erkrankt, entschließt sie sich, ihr Geheimnis beim berüchtigten Staint der Stille gegen ein Medikament zu tauschen, um Rami zu retten. Denn was niemand weiß: Leena kann die Geister der Verstorbenen sehen und mit ihnen kommunizieren. Doch der Handel umfasst mehr als nur den Tausch von Geheimnis und Medikament, denn Saint Silas kann Leenas Fähigkeit nur allzu gut für seine Zwecke gebrauchen - und so bindet er sie in seine Dienste.

Ich habe von der ersten Seite gut in das Buch reingefunden, war vielmehr sofort gefesselt, was für mich bei High-Fantasy/Romantasy eher ungewöhnlich ist. Das Worldbuilding fand ich sehr angenehm, da es trotz seines Umfangs häppchenweise in die Geschichte eingewoben wurde. Besonders wichtig sind mir dabei immer gesellschaftspolitische Aspekte und ein kritischer Blick auf bestehende Strukturen, was die Autorin auf natürliche Weise und in gutem Maß in die Handlung eingebaut hat.
Die Atmosphäre ist von Beginn an wunderbar düster und lässt eine Komplexität und Dichte in der Handlung erahnen, die mich vor Erwartung ganz kribbelig gemacht hat. Der fließende, bildreiche Schreibstil hat dazu natürlich beigetragen und einen kaum überwindbaren Sog erzeugt.
Im Mittelteil gibt es vereinzelte, eher ereignisarme Passagen, die möglicherweise langatmig sein können, was mich aber ungewöhnlicherweise nicht so sehr gestört hat. So sind Leena und Saint Silas aber auch erst zu recht spät fortgeschrittener Handlung in Weavingshaw eingetroffen. Hier hätte ich mir insgesamt mehr Handlung erwartet und erhofft.

Die Dynamik zwischen dem Saint und Leena entspricht meiner Meinung nach einer perfekten Slowburn-Romance, die sich langsam und zaghaft aus von Geheimnissen und Vorurteilen geprägter Vorsicht zu Verständnis, Vertrauen und Zuneigung entwickelt. Im weiteren Verlauf der Trilogie erwarte ich mehr emotionale Tiefe und echte Zusammenarbeit, die im ersten Band nur zum Ende hin deutlicher wurde.
Ein wichtiger Aspekt und große Besonderheit des Buchs sind die Geheimnisse, die auch zwischen den Protagonist*innen penibel gehütet werden. Denn Wissen ist eine Währung, die keine der beiden freiwillig ohne Gegenwert herausgibt. Das macht Saint Silas' Person zum einen so mysteriös, aber auch das Miteinander und gemeinsame Bestreben an der ein oder anderen Stelle komplizierter, als es sein müsste.

Insgesamt ist Weavingshaw ein starker, atmosphärischer Auftakt, der die perfekte Grundlage für eine fantastische Fortsetzung darstellt. Mit wirklich kleinen pingeligen Abzügen hat es für mich mit 4,5 Sternen nicht ganz zu einem Highlight gereicht. Ich kann das Buch sehr weiterempfehlen und bin nach dem Ende gespannt, wie die Geschichte sich entwickelt.

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