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Veröffentlicht am 21.09.2023

volle Punktzahl

Helle Tage, dunkle Schuld
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Der neue Roman von Eva Völler birgt viel Spannendes in sich, da es der erste Krimi von ihr ist. "Helle Tage, dunkle Schuld" ist ein passender Titel, denn es geht um die Nachkriegsjahre, in der langsam ...

Der neue Roman von Eva Völler birgt viel Spannendes in sich, da es der erste Krimi von ihr ist. "Helle Tage, dunkle Schuld" ist ein passender Titel, denn es geht um die Nachkriegsjahre, in der langsam einiges besser und heller wird, aber so mancher noch dunkle Schuld mit sich herumträgt. Dazu gehören auch einige Mitglieder des Polizei- und Gerichtsapparat, wie Carl Bruns feststellen muss, der endlich wieder arbeiten kann, nachdem er in der Nazizeit wegen jüdischer Wurzeln große Schwierigkeiten bekommen hatte.

Ich mag die Autorin, ich mag die Zeit, in der die Geschichte spielt, und ich mag, dass hier reale Vorfälle in den fiktiven Kriminalfall eingewoben sind. Eine wunderbare Vorfreude und ja, ich wurde nicht enttäuscht.

Vor allem die zwei Hauptprotagonisten Carl Bruns und seine Herzensdame, Krankenschwester Anne, haben es mir angetan. Tolle Charaktere, die eine schwere Vergangenheit stemmen müssen und darüber aber stark geworden sind. Der Kriminalfall ist interessant und das gesellschaftspolitische Drumrum erschütternd realistisch.

Volle Punktzahl und Vorfreude auf mehr aus dieser Reihe.

Veröffentlicht am 21.09.2023

harte Kost

Sekunden der Gnade
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Ich schätze Lehane sehr. Seine Bolivar-Reihe ist mir ans Herz gewachsen. Und die Stand-Alones sind oft Spiegelbilder einer harten amerikanischen Wirklichkeit.

Sekunden der Gnade wirft einen Blick auf ...

Ich schätze Lehane sehr. Seine Bolivar-Reihe ist mir ans Herz gewachsen. Und die Stand-Alones sind oft Spiegelbilder einer harten amerikanischen Wirklichkeit.

Sekunden der Gnade wirft einen Blick auf eine besonders dunkle Zeit in der Geschichte der USA. Rassenhass und Rassentrennung sind noch immer oberste Maxime bei einer großen Schicht der Amerikaner. Man versucht dies mit einem ungewöhnlichen Feldversuch an den Schulen aufzubrechen aber es liegt fast auf der Hand, dass das zu mehr als einem Eklat führen wird. Als eine farbiges Mädchen vermisst wird, macht sich deren Mutter auf die Suche nach ihr. Und sie findet eine harte grausame Wahrheit. Aber dieses Mal entschließt sich die Frau, dies nicht zu schlucken, nicht klein beizugeben sondern Rache zu nehmen.

Das Buch geht wirklich ans Eingemachte. Die Frage nach Gesetz und Gerechtigkeit und was die beiden überhaupt gemeinsam haben, ist nur eine der Fragen, die man sich als Leser hier stellt. Wie würde ich handeln? Sollten Opfer sich auf diese Weise wehren und straffrei ausgehen dürfen? Rechtfertigt Gerechtigkeit Gewalt?

Ein typischer Lehane nach bester Thrillermanier. Von mir 5 Punkte. Ich mag einfach, sie dieser Autor erzählt.

Veröffentlicht am 10.09.2023

bitte mehr davon

Der Totengräber und der Mord in der Krypta (Die Totengräber-Serie 3)
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Leopold von Herzberg die Dritte. Und wieder an seiner Seite Julia und Augustin. Darauf habe ich mich vorher schon gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Wer auf klug erzählte, gut recherchierte Histokrimis ...

Leopold von Herzberg die Dritte. Und wieder an seiner Seite Julia und Augustin. Darauf habe ich mich vorher schon gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Wer auf klug erzählte, gut recherchierte Histokrimis steht, der ist hier bei Oliver Pötzsch's Wien-Krimis aus dem 19.ten Jahrhundert genau richtig.

Mir gefällt besonders das Setting der österreichischen Hauptstadt mit dem typischen Wiener Flair und diese Kombi aus gerade anbrechendem Industriezeitalter und beschaulichem Kaiserreich. Leopold ist einer, den man schnell ins Herz schließt und der mit seiner klugen und aufgeweckten Ermittlungstechnik dem österreichischen Kriminalbüro gehörig einheizt. Dabei eckt er schon mal an und schießt auch mal übers Ziel hinaus. Aber seine Art zu arbeiten trägt bald Früchte.

Da es zwei Kriminalfälle sind, die hier erzählt werden, kann die Spannung gut verteilt stetig ansteigen. Ich habe ganz still und leise auch ein bisserl was dazu gelernt. Und ein paar schöne Stunden in Wien verbracht. Bitte mehr davon.

Veröffentlicht am 28.08.2023

Solide 4 Sterne

Im Sturm
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Pernilla Ericson schickt ihre Heldin, Lilly Hed, in die zweite Runde. Diesmal ist es ein aufziehender Sturm, der die Ermittlungen in einem abgelegenen Städchen am Rande der Zivilisation, schwierig macht. ...

Pernilla Ericson schickt ihre Heldin, Lilly Hed, in die zweite Runde. Diesmal ist es ein aufziehender Sturm, der die Ermittlungen in einem abgelegenen Städchen am Rande der Zivilisation, schwierig macht. Ohne Internet und Handy, ohne Verbindung zur Außenwelt, ohne Gerichtsmediziner und andere Helfer werden Lilly und ihr Team zurückgeschleudert auf die rudimentären Ermittlungsmethoden früherer Zeiten. Jetzt sind Befragungen, Logik und Spürsinn gefragt.

Durch die kurzen Kapitel und den angenehmen Erzählstil liest sich die Geschichte flott weg und man ist immer neugierig, wie es denn weitergeht. Die Morde werden nicht besonders detailliert beschrieben und allgemein ist es ein eher gemächlicher und ruhiger Krimi und nicht so blutig wie manch andere.

Für mich war es alles in allem ein netter Kriminalroman für zwischendurch. An mancher Stelle fehlte mir die Spannung und so richtig kniffelig war es auch nicht, auch wenn die Auflösung noch eine kleine Überraschung bereit hielt. Solide, unterhaltsam und kann man gut lesen. Muss man aber nicht unbedingt.

Veröffentlicht am 17.08.2023

Leseempfehlung

Frag nach Jane
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"Frag nach Jane" wird in den 1960er Jahren Frauen geraten, die ungewollt schwanger wurden und das Kind abtreiben lassen wollten. Das Codewort führte die Frauen dann zu den wenigen mutigen Ärzten und Ärztinnen, ...

"Frag nach Jane" wird in den 1960er Jahren Frauen geraten, die ungewollt schwanger wurden und das Kind abtreiben lassen wollten. Das Codewort führte die Frauen dann zu den wenigen mutigen Ärzten und Ärztinnen, die diesem Wunsch nach selbstbestimmter Mutterschaft nachkamen, obwohl der Eingriff damals noch unter Strafe stand. Um diesen zentralen Schwerpunkt kreist das Buch, dass auf drei Ebenen erzählt wird.

Da ist Evelyn, der man nicht die Chance auf einen Abbruch gewährt hatte und die ihr Kind zur Zwangsadoption durch katholische Nonnen freigeben musste. Da ist Nancy, die mehr durch Zufall herausbekommt, dass sie adoptiert wurde und die ihr Leben lang versucht, dies zu verdrängen, obwohl sie sich danach sehnt ihre biologische Mutter kennen zu lernen. Und da ist Angela, die sich mit ihrer Frau sehnlichst ein Kind wünscht und bereits mehrere künstliche Befruchtungen hinter sich hat. Als sie nach dem Tod der Mutter einen Brief findet, in dem eine Frau ihrer Tochter offenbart, dass sie nicht die leibliche Mutter war, beginnt sie, nachzuforschen und sucht nach der Tochter.

Das Buch hat einen wunderbar empathischen Erzählstil und die Entwicklung der Rechtslage in Kanada wird über mehrere Jahrzehnte am Beispiel der erwähnten Frauen erzählt. Der Kampf um Selbstbestimmung, der Mut der Freiwilligen Helfer und des Rings an Unterstützern, das Schicksal der werdenden Mütter und der ungewollten Kinder, all das wird aus ganz vielen Perspektiven erzählt und man bekommt einen sehr guten Einblick. Die Geschichte regt natürlich zum Nachdenken an, vor allem, wenn man im Nachwort liest, dass gerade in den USA die derzeitige Entwicklung große Rückschritte macht und die Rechte der Frauen wieder zusammengestrichen werden und tatsächlich der Kampf aufs Neue losgeht, den man schon fast gewonnen glaubte.

Ein hochaktuelles Buch, obwohl es aus der Vergangenheit erzählt. Am Ende gibt es bei den persönlichen Geheimnissen einer Frau eine überraschende Wahrheit, die ich für mich nicht gebraucht hätte, deshalb sehr zufriedene 4,5 Sterne und eine unbedingt Leseempfehlung.