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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2025

Start der Oxford-Reihe

Down Cemetery Road
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Mick Herron ist durch Slow Horses, Romane wie TV-Serie, zum Literaturstar des Genres Spionage&Thriller geworden. Daher ist jetzt auch sein erster Roman neu veröffentlicht: Down Cemetery Road
Zwar hat Mich ...

Mick Herron ist durch Slow Horses, Romane wie TV-Serie, zum Literaturstar des Genres Spionage&Thriller geworden. Daher ist jetzt auch sein erster Roman neu veröffentlicht: Down Cemetery Road
Zwar hat Mich Herron von Anfang an stilistisch einiges zu bieten, aber an sein Slough House kommt das nicht ganz ran. Doch für den Roman sprechen seine Charaktere. Sarah ist eine gefühlvolle Figur, Michael ist auch emotional, aber oft unberechenbar. Die Privatdetektivin Zoe Boehm spielt lange Zeit nicht mit, erst am Ende nimmt sie eine wichtige Rolle ein. Überhaupt ist das Finale des Romans ganz stark.
Ob die kühle Zoe Boehm als tragende Figur für eine ganze Reihe reicht, ist noch schwer zu sagen, aber Down Cemetery Road ist 4 von 5 Sternen wert.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Vielschichtiger Roman mit Tiefgang

Adama
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Der Roman beginnt zwar ganz kurz in Miami, 2009, aber dann wird die Geschichte Israels erzählt.
Im zweiten Kapitel ist man 1989 in einem Kibbuz.
Das Buch wird interessanterweise überwiegend rückwärts erzählt. ...

Der Roman beginnt zwar ganz kurz in Miami, 2009, aber dann wird die Geschichte Israels erzählt.
Im zweiten Kapitel ist man 1989 in einem Kibbuz.
Das Buch wird interessanterweise überwiegend rückwärts erzählt. So erschließen sich manche Zusammenhänge erst, nachdem man mehr über die Vergangenheit erfährt. In der Mitte wird aber auch mal zeitlich vor oder zurück gesprungen.

Zum angänglichen Plot: Ein Mann in einem Kibbuz wurde tot aufgefunden. Es sieht aus wie Selbstmord, aber Lior, ein guter Freund glaubt nicht daran und forscht nach. Es beginnt verhalten, aber man spürt sofort die Angespanntheit der Situation und dann dauert es auch nicht lange, bis es reichlich Action gibt . Man ist sofort gefesselt.
Cohen, die wichtigste Figur aus dem Vorgängerroman Maror taucht auch ganz kurz auf. Mit den Kapiteln wechseln auch die Figuren, manche tauchen immer wieder auf. Dadurch wird es noch vielschichtiger.
Die wichtigste Protagonistin ist sicherlich Ruth, die auch dne größten zeitlich Ablauf dabei ist.
Obwohl der Roman große Komplexität aufweist, lässt er sich zugänglich lesen. Es ist mehr als ein Thriller, wie es auf dem Cover steht. Gesellschaftsrelevantes wird herausgearbeitet. Doch Lavie Tidhars tougher Stil stammt aus der Thriller-Tradition.

Veröffentlicht am 17.10.2025

literarisches Roadmovie

Rift
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Dieser Debütroman ist ein literarisches Roadmovie durch die USA.
Ein Geschwisterpaar aus Deutschland machen hier ihre letzte gemeinsame Reise, denn Janko ist schwer krank und wird sterben.
Auch dieses ...

Dieser Debütroman ist ein literarisches Roadmovie durch die USA.
Ein Geschwisterpaar aus Deutschland machen hier ihre letzte gemeinsame Reise, denn Janko ist schwer krank und wird sterben.
Auch dieses Motiv der Reise mit einem Sterbenden ist ein wichtiges in der Literatur.
Von New York über viele Staaten bis nach Kalifonieren geht es.
Marina Schwabe schafft es, die Emotionen des Lesers zu erreichen, da stets aus Zusannas Perspektive berichtet wird und diese ist besorgt wie reflektierend.

Veröffentlicht am 16.10.2025

Die Königin des japanischen Wohlfühlroman

Matcha-Tee am Montag
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Aus der momentanen Flut der Wohlfühlbücher aus Japan ragt Michiko Aoyama als der Star heraus. „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ war ein großer Erfolg, der die Welle trägt.
Matcha Tee am Montag wurde übersetzt ...

Aus der momentanen Flut der Wohlfühlbücher aus Japan ragt Michiko Aoyama als der Star heraus. „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ war ein großer Erfolg, der die Welle trägt.
Matcha Tee am Montag wurde übersetzt von Sabine Mangold und ist wiederum episodenhaft aufgebaut. Die Figuren wechseln rasch mit den Kapiteln. Trotz des Wohlfühlanspruchs haben eigentlich fast alle Figuren auch so ihre Probleme, große wie kleine.
So anspruchslos ist es also nicht.
Leider fehlt es den Figuren ein wenig an Tiefe, weil sie alle nur so kurz auftauchen. Dadurch ähneln sich die Figuren zu sehr. Das gilt natürlich nicht, wenn es sich z.B. um Großmutter und Enkelin handelt. Einmal ist sogar eine Katze die Erzählerin.
Viele der Geschichten sind angenehm zu hören.
Das ist auch dem bewährten Sprecherteam Jana Kozewa und Tim Gössler zu verdanken.

Veröffentlicht am 15.10.2025

Klare Worte

Auf der Sandbank der Zeit
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Auf der Sandbank der Zeit ist ein schon fast poetischer Titel für doch sehr konkrete und packende Essays von dem Historiker Karl Schlögel, der klare Worte schreibt.
Der Untertitel „Der Historiker als Chronist ...

Auf der Sandbank der Zeit ist ein schon fast poetischer Titel für doch sehr konkrete und packende Essays von dem Historiker Karl Schlögel, der klare Worte schreibt.
Der Untertitel „Der Historiker als Chronist der Gegenwart“ ist zutreffend gewählt.
Schlögel erwähnt die Notwendigkeit des Widerstands gegen Putins Angriffskrieg deutlich. Auch kritisiert er die deutschen Promis, die mit ihren offenen Brief gegen Waffenlieferungen protestierten.
Karl Schlögels Position ist eindeutig. Ich schätze das, weil doch zu viele sich feige durch die Meinungsvielfalt manövrieren.

Doch man sollte betonen, dass der Autor die Rolle des Historikers einnimmt und z.B. ukrainische Orte (z.B. die Millionenstadt Charkiw) auch im historischen Kontext sieht.

Nicht alle Essays sind brandneu. Es gibt ein paar ältere, doch die Jahreszahlen sind angegeben und als Leser kann man das dann gut zuordnen.

Ich denke, mit Karl Schlögel werde ich mich in naher Zukunft noch mehr beschäftigen.