Cover-Bild Rift
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Steidl Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 17.10.2025
  • ISBN: 9783969994924
Marina Schwabe

Rift

Fünfzehn Dollar. Das ist das Tagesbudget der Geschwister Zuzanna und Janko, als sie in die USA fliegen. Sie wollen einen gemeinsamen Kindheitstraum verwirklichen und den Pazifik sehen. Zuzanna weiß, dass der Roadtrip Jankos letzte Reise sein wird. Seine Krankheit bremst das Fortkommen der beiden und ist gleichzeitig ihr stärkster Antrieb. Sie durchfahren Orte, an denen die Natur ihre Prozesse unerbittlich vollzieht. Sie bereiten sich auf einen Tornado vor, betreten karges Land, ein Vulkanausbruch hinterlässt seine Spuren. Als Geologin sind Zuzanna diese Vorgänge vertraut, nicht aber die Veränderungen in ihrem Bruder. Mit viel Zuneigung und Geduld versucht sie herauszufinden, was es bedeutet, wenn ein geliebter Mensch vergeht.
Marina Schwabe ist ein leiser und kraftvoller Roman gelungen, der tief berührt. Sie erzählt vom Mut zweier Geschwister, die sich in einer ausweglosen Situation eine Freiheit erschaffen, die beide nie für möglich gehalten hätten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2025

Risslinien und Meeresrauschen

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Reisebericht zwischen Herz und Vulkan: Rift packt dich an den Schultern und sagt leise, aber bestimmt: Halt durch. Zuzanna und Janko fahren nicht nur durch die USA — sie fahren durch Abschied, Wut und ...

Reisebericht zwischen Herz und Vulkan: Rift packt dich an den Schultern und sagt leise, aber bestimmt: Halt durch. Zuzanna und Janko fahren nicht nur durch die USA — sie fahren durch Abschied, Wut und kleine, seltsame Wunder. Die Sprache ist reduziert, manchmal trocken wie Wüstensand, dann wieder weich wie eine Hand, die das Kopfkissen zurechtzupft. Genau dieser Wechsel macht das Buch stark: Naturgewalten werden zu Spiegeln, in denen menschliche Zerbrechlichkeit und Trotz sich brechen.

Manchmal blitzt schwarze Komik auf — ein Kommentar zu dem schrägen amerikanischen Alltag hier, ein sarkastischer Gedanke dort — und plötzlich sitzt man im Wagen, hört den Motor und denkt an all die Dinge, die man nie sagt. Die Krankheit des Bruders ist nicht nur Hintergrund; sie ist Taktgeber, Antrieb, schwere, die beide trägt und zugleich Flügel verleiht. Als Geologin beobachtet Zuzanna die Welt mit Messlinial und Blut in den Händen, und das funktioniert: Naturwissenschaft trifft Gefühl — ohne Kitsch, dafür mit Nüchternheit, die ans Herz geht.

Besonders gut: die kleinen Szenen, die bleiben. Ein Motel-Frühstück, das zu viel über ein Leben verrät; ein Sturm, der sauber macht; Blicke, die lauter sind als Worte. Die Autorin baut Tempo wie Plattenschichten auf: ruhig, dann ein Riss, dann wieder Stille. Wer eine simple Roadstory erwartet, wird überrascht — Rift ist zugleich Abschiedsarbeit und Liebesbrief an die Unberechenbarkeit der Welt.

Kritik? Manchmal wünscht man sich mehr Raum für Nebenfiguren, mehr Atem zwischen den Naturbildern und den inneren Monologen. Trotzdem: Ein leiser, kraftvoller Roman, der lange nachhallt — genau die Art Buch, das man heimlich nachliest, wenn der Zug plötzlich anhält.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

literarisches Roadmovie

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Dieser Debütroman ist ein literarisches Roadmovie durch die USA.
Ein Geschwisterpaar aus Deutschland machen hier ihre letzte gemeinsame Reise, denn Janko ist schwer krank und wird sterben.
Auch dieses ...

Dieser Debütroman ist ein literarisches Roadmovie durch die USA.
Ein Geschwisterpaar aus Deutschland machen hier ihre letzte gemeinsame Reise, denn Janko ist schwer krank und wird sterben.
Auch dieses Motiv der Reise mit einem Sterbenden ist ein wichtiges in der Literatur.
Von New York über viele Staaten bis nach Kalifonieren geht es.
Marina Schwabe schafft es, die Emotionen des Lesers zu erreichen, da stets aus Zusannas Perspektive berichtet wird und diese ist besorgt wie reflektierend.

Veröffentlicht am 08.01.2026

Konnte mich emotional leider nicht so erreichen wie gehofft

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Eine Geschwistergeschichte, die vom nahenden Tod eines Geschwister bedroht wird, hat mich emotional sehr gereizt. Doch beim Lesen habe ich schnell festgestellt, dass die starke Introspektion Zuzannas und ...

Eine Geschwistergeschichte, die vom nahenden Tod eines Geschwister bedroht wird, hat mich emotional sehr gereizt. Doch beim Lesen habe ich schnell festgestellt, dass die starke Introspektion Zuzannas und die eher nüchterne Erzählweise meine Hoffnungen auf eine emotionale Geschichte nicht erfüllen können.

Einige Absätze fand ich durchaus stark, da sie die Zerrissenheit der Protagonistin gut abbilden konnten. Einerseits die enorme Sorge um ihren Bruder sowie die Liebe zu ihm, andererseits aber auch die Beklemmung aufgrund der Last, die sie sich bei dieser letzten Reise mit ihm aufgebürdet hat. Von so einer leisen und doch auch eindrücklichen Gefühlswucht habe ich bislang selten gelesen.

Doch neben diesen wenigen Absätzen stand zu viel Text, der auf mich oberflächlich und nüchtern wirkte, in dem ich die Protagonistin einfach nicht greifen konnte. Für mich war es einfach zu wenig Dialog und zu viel Monolog bei gleichzeitig eher bildhafter und poetischer Sprache, die nur selten für mich funktioniert. Mit deutlich mehr greifbaren Emotionen hätte mein Urteil vielleicht anders ausgesehen, aber so bleibe ich sehr ernüchtert zurück.

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