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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein Buch, durchtränkt von Literatur

Roberto und ich
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Anna Katharina Fröhlich hat ein Buch über ihren Freund Roberto Calasso, italienischer Verleger und die Literaturwelt gemacht.
Es ist ein bewunderndes Buch, das Calassos Bedeutung als Kulturschaffender ...

Anna Katharina Fröhlich hat ein Buch über ihren Freund Roberto Calasso, italienischer Verleger und die Literaturwelt gemacht.
Es ist ein bewunderndes Buch, das Calassos Bedeutung als Kulturschaffender heraustreicht. Sie hatten sich 1995 auf einer Buchmesse kennen gelernt und schließlich verliebt. Sie reisten auch zusammen. Es gibt einige bemerkenswerte Passagen über Orte in Italien, streckenweise sind sie auf den Spuren von Joseph Brodsky, mit dem Calasso befreundet war und der 1996 starb.

Man spürt, wie die Autorin Kultur und bedeutende Literatur mit einem Mann in Verbindung bringt.
Anna Katharina Fröhlich hat ein Talent für Details, wenn auch leicht überfrachtet eingesetzt und es dürfte interessant sein, auch ihre Romane zu lesen.

Veröffentlicht am 28.04.2025

Die Schlacht um Würzburg

Der alte Mann vom Main
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Das Buch zeigt die Zeit zu Kriegsende in Würzburg.
Im Mittelpunkt ein 75jähriger Mann namens Walter Gänslein, der durch die zerstörte Stadt irrt. Durch Zufall lernte er die 69jährige Henrietta kennen. ...

Das Buch zeigt die Zeit zu Kriegsende in Würzburg.
Im Mittelpunkt ein 75jähriger Mann namens Walter Gänslein, der durch die zerstörte Stadt irrt. Durch Zufall lernte er die 69jährige Henrietta kennen. Eine späte Liebe.
Es gibt aber auch noch viel Fanatismus selbst im Anblick der Niederlage. Daher ist Gänslein sogar froh, in Kriegsgefangenschaft zu kommen. Interessant hier die Gespräche zwischen ihm und den deutschstämmingen US-Sergeant Roseman sowie Colonel Schmidt, mit dem es eine große Überraschung gibt. Diesen Handlungsverlauf habe ich nicht unbedingt erwartet, finde es aber originell.

Im letzten Romandrittel kommen noch detaillierte Beschreibungen der letzten Kämpfe in den Ruinen der Stadt. Das wirkt sehr glaubwürdig.

Alexander Meining schafft es, einen Eindruck von dieser Zeit zu vermitteln. Wie von Gmeiner Büchern gewohnt, ist ein gutes Niveau vorhanden. Zu loben ist außerdem die dichte Atmosphäre, die das Buch zu etwas Besonderen macht.

Veröffentlicht am 28.04.2025

Das Leuchten der Mandarinen

Und dann springen wir
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Ein leiser, melancholischer Roman

Nach dem Tod ihrer Mutter reist die Studentin Rosa nach Bosnien und Herzegowina, wo sie als Kind auch mit ihrer Mutter war. Erinnerungen der früheren Reise wechseln mit ...

Ein leiser, melancholischer Roman

Nach dem Tod ihrer Mutter reist die Studentin Rosa nach Bosnien und Herzegowina, wo sie als Kind auch mit ihrer Mutter war. Erinnerungen der früheren Reise wechseln mit der aktuellen. Außerdem wird die Familiengeschichte bis zur Großmutter thematisiert. Es zieht sich das Fehlen der Väter durch.

Eine weitere wichtige Person im Roman ist Rosas Freundin Emma, die als Kind Waise in Bosnien wurde und nach Deutschland adoptiert wurde. Jetzt als Erwachsene denkt sie daran, sich auf die Suche nach überlebender Familie zu machen.

Beide junge Frauen hoffen auf ihren Reisen auf Heilung von Trauer und Verlust.

Die Autorin schafft es, eine Stimmung zu transportieren. Das ist sehr gekonnt.

Veröffentlicht am 25.04.2025

Das Treffen

Haus Waldesruh
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Eine Gruppe von Freunden trifft sich nach langer Zeit in einem Jagdhaus. Lange hatten sie keinen Kontakt mehr. Einer nach dem anderen trifft ein. Anna, Marco, Ferdinand und Lea. Nur einer fehlt. Max, ...


Eine Gruppe von Freunden trifft sich nach langer Zeit in einem Jagdhaus. Lange hatten sie keinen Kontakt mehr. Einer nach dem anderen trifft ein. Anna, Marco, Ferdinand und Lea. Nur einer fehlt. Max, der Selbstmord begangen hat.

Das Buch ist anfangs nicht gerade irre spannend, aber man liest doch interessiert. Die Figuren sind weder besonders sympathisch noch habe ich Probleme mit ihnen. Eigentlich wirken sie ganz realistisch.

Schließlich stellt sich heraus, dass es für das Treffen noch einen bestimmten Grund gibt. Jemand aus der Gruppe will Gerechtigkeit für Max.

Das Buch entwickelt Atmosphäre, nicht ganz so düster wie erwartet, aber ernst.
Der Autor David Krems schafft es, das Buch kurz zu halten. So wird die Handlung prägnant erzählt. Es bleibt aber das Gefühl, man hätte auch mehr daraus machen können.
Die Spannung war nur so Mittel wie auch der Roman Durchschnitt bleibt.

Veröffentlicht am 24.04.2025

Thomas Mann und sein Verlag

»... ich will Euch niemals verlassen«
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Dieses Buch ist bei Fischer erschienen. Kein Wunder, ist dies doch der Verlag, der Thomas Mann stets herausgegeben hatte. Von den Buddenbrooks ab alle Bücher des Autors bis zu dessen Tod und darüber hinaus. ...

Dieses Buch ist bei Fischer erschienen. Kein Wunder, ist dies doch der Verlag, der Thomas Mann stets herausgegeben hatte. Von den Buddenbrooks ab alle Bücher des Autors bis zu dessen Tod und darüber hinaus. Das war beiderseitige Treue, aber auch von Vorteil für beide Seiten. Es gibt viele interessante Details, aber manchmal wirkt das Buch zu gerafft. Es ist auch ziemlich kurz.

Barbara Hoffmeister hat schon eine Biografie über Samuel Fischer geschrieben und arbeitet auch in diesem Werk gut heraus, wie wichtig dieser Verleger für Thomas Mann war.

Es ist ein interessantes Buch, das viel über die Verlagswelt und Verhältnis zwischen Autor und Verlag erzählt und es macht Lust, mehr über Samuel Fischer zu lesen.