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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Begegnung von Bretagne und Schwarzwald

Nur ein kurzer Sommer
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Astrid Lehmann ist nach eigenen Angaben französische Schwarzwälderin und daher ist es kein Wunder, dass sie in diesem Roman französische und deutsche Schicksale zusammenbringt.

In der Zeit der deutschen ...

Astrid Lehmann ist nach eigenen Angaben französische Schwarzwälderin und daher ist es kein Wunder, dass sie in diesem Roman französische und deutsche Schicksale zusammenbringt.

In der Zeit der deutschen Besetzung in der Bretagne 1940 werden zwei Menschen zusammengeführt: die schwangere Bretonin Anne-Marie und der deutsche Arzt Helmut. Dann gibt es noch eine weitere Hauptfigur im Schwarzwald, der anfangs sechsjährige Emil. Er wird den zweiten Teil des Buches im Vordergrund stehen.

Die Autorin baut ihre Figuren sympathisch auf und wie sie Helmut die Bretagne sehen und empfinden lässt, ermöglichen wunderbare Sätze über das Land.
Genauso deutlich wird aber die gleichzeitige Verdüsterung durch deutsche Untaten als Besatzer und in der Heimat.

Astrid Lehmann hat sich von der Geschichte ihrer Eltern inspirieren lassen und das gibt dem Buch eine ganz persönliche Note.

Meine Wertung: 4 starke Sterne für diesen Roman!

Veröffentlicht am 02.02.2025

grandios gezeichnet

Der Passagier der Polarlys
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Mit Der Passagier der Polarlys setzen Jose-Louis Bocquet und Christian Caillenaux einen frühen Roman des Kultautors Georges Simenon als Graphic Novel um.
Zugegeben, ich bin kein Kenner der Graphic Novel. ...

Mit Der Passagier der Polarlys setzen Jose-Louis Bocquet und Christian Caillenaux einen frühen Roman des Kultautors Georges Simenon als Graphic Novel um.
Zugegeben, ich bin kein Kenner der Graphic Novel. Vielleicht bin ich deswegen nahezu sprachlos. Was sind das für grandios gemalte Bilder? Detalliert, ausdrucksstark.
Zudem ist die Handlung aber auch wirklich stark.
Bevor es auf die Fahrt von Hamburg nach Norwegen auf dem Schiff Polaryls geht, gibt es eine Art Prolog. Eine junge Frau erlebt in Montaparnasse eine wilde Nacht, die sie leider nicht überlebt.
Auf der Schiffahrt geht es geheimnisvoll zu. Sowohl Besatzung als auch Passagiere könnten etws zu verbergen haben.
Das Buch überzeugt mit einem raffinierten Plot.
Simenons Romane haben sich stets durch erzählerische Dichte ausgezeichnet. In dieser Form erreicht es neue Ausmaße.

Veröffentlicht am 29.01.2025

Ein Text, der Realität verpflichtet

Die Gabe
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Die Gabe ist ein kurzer, bitterer Text über eine problematische Mutter-Tochter-Beziehung. Stilistisch einfach und vordergründig kühl gehalten, ist nur die Stimme der Tochter im Vordergrund. Sie arbeitet ...

Die Gabe ist ein kurzer, bitterer Text über eine problematische Mutter-Tochter-Beziehung. Stilistisch einfach und vordergründig kühl gehalten, ist nur die Stimme der Tochter im Vordergrund. Sie arbeitet als Hostess im Rotlichtbezirk Tokios.
Die Mutter ist schwer krank und taucht bei ihrer inzwischen erwachsenen Tochter auf. Nur für kurze Zeit, bis sie zum sterben wieder ins Krankenhaus muss.
Das Buch ist intensiv, aber irgendwie fehlt mir auch etwas. Viel Handlung gibt es nicht. Vor allen gibt es die versteckten Emotionen, die im Buch nicht ausgesprochen, aber doch spürbar sind.

Veröffentlicht am 28.01.2025

Márta

Rückkehr nach Budapest
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Nikoletta Kiss wählt für ihren Roman „Rückkehr nach Budapest“ eine interessante Zeit und Konstellation: Zwischen Ungarn und DDR ab 1986.
Erzählt wird von der Ungarin Márta, die ihre Cousine Theresa in ...

Nikoletta Kiss wählt für ihren Roman „Rückkehr nach Budapest“ eine interessante Zeit und Konstellation: Zwischen Ungarn und DDR ab 1986.
Erzählt wird von der Ungarin Márta, die ihre Cousine Theresa in Ostberlin besucht und sich da in den Dichter Konstantin verliebt.Der wird aber der Freund von Theresa.
Konstantin leidet an der DDR. Er ist als Heimkind schlecht behandelt worden, seine regimekritischen Texte traut er sich deswegen nicht zu veröffentlichen. Aber Theresa will ein Manuskript von ihm nachWestdeutschland schmuggeln. Ein großes Risiko.

Die Handlung springt in den Zeiten. Es wird eindringlich erzählt, mit leicht melancholischen Ton. Es gibt die Szenen in der DDR. Dann wieder Jahre später ist gerade das Begäbnis von Theresa und Márta erinnert sich an vieles.

Es ist ein eher ruhiges Buch, dessen Stärke darin besteht, die Empfindungen der Figuren in dieser Zeit und Situation transparent zu machen.

Veröffentlicht am 28.01.2025

Der Unfall

Dancing Queen
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Dancing Queen ist ein Roman aus Argentinien, der eine Frau in der emotionalen Krise zeigt.
Das Cover zeigt ein Auto und es beginnt auch mit einem schweren Autounfall. Die Protagonistin Paulina ist schwer ...

Dancing Queen ist ein Roman aus Argentinien, der eine Frau in der emotionalen Krise zeigt.
Das Cover zeigt ein Auto und es beginnt auch mit einem schweren Autounfall. Die Protagonistin Paulina ist schwer verletzt, kann sich nicht bewegen, aber doch die Umgebung wahrnehmen. Dieser besondere Zustand bestimmt die Erzählweise.

Wechselnd auf der Fahrt ins Krankenhaus wird gezeigt, was vorher und danach passiert. Das ist ganz gut gemacht, obwohl mich der vorherrschende Erzählton nicht unbedingt anspricht.

Auch mit dem Ende kann man nicht ganz zufrieden sein. Irgendwie scheint etwas im Buch zu fehlen.

Dennoch gibt es von der Autorin Camila Fabbri gut gemachte Passagen. Das Buch hat was und man muss es nicht bereuen, dass Buch gelesen zu haben.

Über den Titel Dancng Queen, der auf ABBAs Song anspielt, habe ich mich gewundert, den der Roman hat nicht das Brave, dass dieser Song ausstrahlt.