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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2024

Auf den Spuren der Vergangenheit

Die Farben des Winters
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Hiltrud Baiers Roman zeichnet sich durch einen warmen Ton aus, dem eine Spur Melancholie beigemischt ist.
Das ergibt sich auch aus der Tatsache, dass die Protagonistin Nova als Kind einen Teil ihrer Famile ...

Hiltrud Baiers Roman zeichnet sich durch einen warmen Ton aus, dem eine Spur Melancholie beigemischt ist.
Das ergibt sich auch aus der Tatsache, dass die Protagonistin Nova als Kind einen Teil ihrer Famile und ihre zweite Heimat Lappland verlor. Sie ist halb deutsche, halb Schwedin.
Zur Beerdigung ihres Vaters kehrt sie nach langer Zeit zurück.
Der Schauplatz der Handlung ist reizvoll. Novas Vater hatte Rentiere. Man erfährt auch von der Kultur der Samen.
Hiltrud Baier gelingt es, gute Detailbeschreibungen einzubringen. Die Handlung wird überlagert davon, herauszufinden, was damals passiert ist. Nova ist auf den Spuren der Vergangenheit. Das hält auch die Leser bei der Stange. Ein lesenswerter Roman.

Veröffentlicht am 15.10.2024

Alexithymie

Mandel
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Hier gibt es eine vorher noch nicht übersetzte koreanische Schriftstellerin zu entdecken. Won-Pyung Sohn.
Der Roman beschreibt das Leben eines Jungen, der Alexithymie hat und somit Gefühle nicht wahrnehmen ...

Hier gibt es eine vorher noch nicht übersetzte koreanische Schriftstellerin zu entdecken. Won-Pyung Sohn.
Der Roman beschreibt das Leben eines Jungen, der Alexithymie hat und somit Gefühle nicht wahrnehmen oder empfinden kann. Er versucht mit seinem Zustand umzugehen und zu verstehen. Dabei setzt er sich mit einem gewalttätigen Mitschüler auseinander und mit einer Schulfreundin.
Auf die Handlung möchte ich sonst nicht eingehen, aber es wird nie langweilig.
Es wird aus der Perspektive des Jungen erzählt.
Das gibt ein ungewöhnliches, interessantes Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 14.10.2024

Monolog

Spargel in Afrika
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Spargel in Afrika ist eine intensive Erzählung eines Mannes über den Besuch des sterbenden Vaters im Altersheim. Die Erzählung ist gekennzeichnet durch seine Erzählart, dem Monolog. Da es den Stoff auch ...

Spargel in Afrika ist eine intensive Erzählung eines Mannes über den Besuch des sterbenden Vaters im Altersheim. Die Erzählung ist gekennzeichnet durch seine Erzählart, dem Monolog. Da es den Stoff auch als Theaterstück gibt, liest man den Text auch so und er entfaltet seine Stärken.
Ein wenig überraschend ist ie Überbetonung des kulinarischen. Immer wieder geht es um die Essvorlieben des Vaters, der ein Genußmensch war.
Corinna Antelmann hat eine Erzählung geschaffen, die man nicht so schnell vergisst.

Veröffentlicht am 13.10.2024

Die Wirkung der Bücher

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Wenn ein Buch wie Die Tage in der Buchhandlung Morisaki so gut und erfolgreich war, fragt man sich, ob eine Fortsetzung wirklich erforderlich ist. Die Angst, der Nachfolger könnte im Vergleich absacken, ...

Wenn ein Buch wie Die Tage in der Buchhandlung Morisaki so gut und erfolgreich war, fragt man sich, ob eine Fortsetzung wirklich erforderlich ist. Die Angst, der Nachfolger könnte im Vergleich absacken, ist groß.
Aber Die Abende in der Buchhandlung Morisaki hält das Niveau und die Qualität.
Wieder dreht sich alles um Onkel Satorus Antiquariat seltener Japanischer Bücher , erzählt von Takako. Sie ist eine eigenwillige Figur, in den Dialogen fast schon patzig. Aber Satoru und Tante Momoko sind auch Originale und liebenswerte Figuren. Ein wenig bedeckter ist Takakos neuer Freund Wada, der plant einen Roman mit Schauplatz der Buchhandlung zu schreiben. Ist er vielleicht ein verkappter Alter Ego des Autors.
Im letzten Drittel des Buches steht die Krebserkrankung der Tante im Vordergrund und wie die anderen damit fertig werden.
Das Buch wird aber nicht von einem Thema beherrscht, was ich gut finde. Sehr stark wird immer wieder die Wirkung der Bücher ausgearbeitet.
Satoshi Yagisawa ist ein interessanter Autor. Da hofft man auf weitere Bücher!

Veröffentlicht am 12.10.2024

Eine WG, die zueinandersteht

Wohnverwandtschaften
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Wohnverwandschaften ist ein sympathischer Roman, der eine große Leichtigkeit ausstrahlt, aber auch sehr geschickt komponiert wurde. Er erzählt die Geschichte einer WG von 4 Leuten: Die junge Zahnärztin ...

Wohnverwandschaften ist ein sympathischer Roman, der eine große Leichtigkeit ausstrahlt, aber auch sehr geschickt komponiert wurde. Er erzählt die Geschichte einer WG von 4 Leuten: Die junge Zahnärztin Constanze, die nach einer Trennung als Neue zur WG kommt. Dann Murat, der gerne kocht und sich um alle kümmert. Anke, die Schauspielerin, die zurzeit keine Aufträge mehr bekommt und der Jörg, Ende 60, dem die Wohnung gehört.
Sie verstehen sich gut. Später wird mit dem Hund Alien noch ein fünftes Mitglied die WG ergänzen. Dann zeigen sich bei Jörg erste Anzeichen von Demenz, er vergisst immer mehr. Doch das schweißt die Wohngemeinschaft noch mehr zusammen, sie werden umso mehr zu einer kleinen Familie. Aber einfach ist es nicht.
Das zeigt Isabel Bogdan eindringlich, aber unverkrampft. Mal hat jeder der vier sein eigenes Kapitel, dann gibt es auch Kapitel mit zwei oder allen zusammen. Das ist gelungen.
Als Leser fühlt man sich fast wie einer von ihnen und so gut in einem Roman mitgenommen zu werden, ist eine Qualität.