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Veröffentlicht am 26.01.2020

Im Visier der Unsichtbaren

Im Netz des Lemming
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Einen großartigen Krimi hat Stefan Slupetzky hier wieder verfasst. Der sechste Roman rund um den ehemaligen Polizisten Leopold Wallisch, Lemming genannt, ist gewohnt hohe Kunst was Sprachliches angeht, ...

Einen großartigen Krimi hat Stefan Slupetzky hier wieder verfasst. Der sechste Roman rund um den ehemaligen Polizisten Leopold Wallisch, Lemming genannt, ist gewohnt hohe Kunst was Sprachliches angeht, aber auch ein Genuss.

Ein Genuss, wenn man den Lemming im Zwischenmenschlichen beobachtet. Ein Genuss ist es ebenso wenn Slupetzky auf wenigen Seiten eine ganz eigene Stimmung kreieren kann, je nach Wahl beklemmend, witzig oder spannend.

Spannung gibts in diesem Krimi natürlich auch, denn Lemming muss gemeinsam mit seinem Freund, Chefinspektor Polivka, aufklären, warum sich ein junger Bub das Leben nimmt. Kann tatsächlich eine Onlinenachricht der Auslöser sein? Aus der vorsichtigen Spurensuche wird bald eine Hetzjagd nach dem Hetzer.

Die beiden Ermittler machen unfreiwillig Bekanntschaft mit den menschlichen Abgründen des Internets und seinen sozialen Plattformen sowie mit Printmedien, die nicht immer den nötigen Faktencheck vornehmen bevor sie publizieren.

Slupetzky nimmt sich kein Blatt vor den Mund und zeigt dem Leser schonungslos die Schwächen der Medien- und Egogesellschaft auf. Ungefiltert Dinge zu glauben die man “irgendwo” liest oder rücksichtslos Falsches oder falsch Interpretierbares zu posten, ist weit verbreitet und stellt das Zwischenmenschliche auf eine harte Probe.

Neben Achtsamkeit im Internet mahnt der Autor auch ein, Parteien und Politik zu hinterfragen und somit bekommen auch diese österreichischen Akteure ganz nebenbei einiges ab. Zudem werden aktuelle Entwicklungen und Skandale in die Geschichte eingeflochten - mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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Veröffentlicht am 25.01.2020

Liebenswert und schrullig

Ferris – Ein Kater sieht rot
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Schrullige Charaktere, allesamt Tiere (die paar wenigen Menschen zählen quasi nicht) die miteinander sprechen und einiges mit uns Menschen gemeinsam haben sowie eine witzige, unterhaltsame Geschichte bietet ...

Schrullige Charaktere, allesamt Tiere (die paar wenigen Menschen zählen quasi nicht) die miteinander sprechen und einiges mit uns Menschen gemeinsam haben sowie eine witzige, unterhaltsame Geschichte bietet dieses tolle Kinderbuch.

Kater Ferris, Eichhörnchen Uwe und Waschbär Rüdiger erleben ein paar Tage voller Sorge um ihre beiden Maus-Freundinnen und kindgerecht werden Themen wie Freundschaft, Gerechtigkeit und vieles mehr angesprochen. Es wird aber nie zu ernst und immer wieder gibt es sehr witzige, auch anschaulich beschriebene Szenen.

Durch die Illustrationen kann man sich die Tiere auch alle gut vorstellen und muss so des Öfteren schmunzeln. Und wie sich das gehört, geht das Buch gut aus und eine Ankündigung gibts noch dazu: im März 2020 soll mit "Film ab für Ferris" der nächste Band erscheinen.

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Veröffentlicht am 15.01.2020

Wie immer actionreiche Pageturner-Thrillerunterhaltung

Die Spur der Orphans
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Er zog aus um die Welt zu retten und rettet nun sich und jene, die es nötig haben: Orphan X alias Evan Smoak. “Die Spur der Orphans” ist Band 4 der Reihe um die furchtlose Kampfmaschine, ein professioneller ...

Er zog aus um die Welt zu retten und rettet nun sich und jene, die es nötig haben: Orphan X alias Evan Smoak. “Die Spur der Orphans” ist Band 4 der Reihe um die furchtlose Kampfmaschine, ein professioneller Schütze und Nahkämpfer gleichermaßen, der ursprünglich von seinem Heimatland, den USA, gezielt ausgebildet wurde.

Es gibt ein paar Nebenhandlungen, die fortlaufend sind und über Evans Vergangenheit und warum er nun ist was er ist, wird natürlich in Band 1 (“Orphan X”) am meisten erzählt. Dennoch kann man die Thriller auch unabhängig voneinander lesen und verstehen.

Und sich von Gregg Hurwitz’ spezieller Spannung und Action mitreißen lassen. Auch wenn Blut fließt, wird dennoch viel Zeit darauf verwendet, wie Evan im Hintergrund agiert, was er alles vorher plant, um dann effizient zu sein, wenn es darauf ankommt und sich nicht schnappen oder töten zu lassen. Er plant immer gewissenhaft, aber dieses Mal plant er den absolut größten Coup, der unmöglich scheinenden: Er muss den obersten Befehlshaber seines Landes umbringen, bevor dieser ihn tötet.

Nicht nur Planungen, auch technisches Wissen, im Bereich IT, Waffen oder Spionage, bekommt der Leser hautnah mit und für den Laien fügt sich das alles auch recht gut und logisch ineinander. Bei manchen Verfolgungsjagden muss Evan auch mal ein wenig Glück haben und ich würde auch nicht jede Bombenmischung die er einsetzt, zuhause ausprobieren.

Zusammenfassend sind die Bände der Evan-Smoak-Reihe aber immer actionreiche Pageturner-Thrillerunterhaltung mit einer sozialen Komponente (Evan verhilft auch Schwachen zu ihrem Recht) und viel, viel Detailwissen - und auch einer Prise (Galgen-)Humor.

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Veröffentlicht am 15.01.2020

Ende bekannt, trotzdem (oder gerade deswegen) mitreißend

Der Attentäter
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Wie schreibt man ein spannendes Buch zu einem Thema, das sehr vielen Personen und Lesern zumindest oberflächlich geläufig ist? Möglicherweise lässt sich dadurch ein bisschen Inhalt sparen, weil man Teile ...

Wie schreibt man ein spannendes Buch zu einem Thema, das sehr vielen Personen und Lesern zumindest oberflächlich geläufig ist? Möglicherweise lässt sich dadurch ein bisschen Inhalt sparen, weil man Teile der Geschehnisse voraussetzen kann. Ulf Schiewe muss das gar nicht, er schreibt sogar noch mehr dazu.

Sein historischer Thriller handelt zudem nicht nur von einem Ereignis, das vielen bekannt ist - viel schlimmer: noch viel mehr Leute wissen schon vor dem Lesen, wie das Ende ausgeht. Es ist hohe Kunst, aus wahren Begebenheiten und einem unausweichlichen Höhepunkt ein spannendes, abwechslungsreiches und lehrreiches Buch zu formen.

Mit “Der Attentäter” ist das gelungen. Über die Geschehnisse einer Woche hinweg wird der Leser an jenen schicksalshaften Tag im Jahr 1914, der Österreich einen (weiteren) Thronfolger nahm. Ohne aufdringlich zu sein, fügen sich die harten Fakten zu einer packenden Geschichte zusammen, gespickt mit Zitaten, belegten Vorkommnissen und dazu fiktiven, aber sehr passenden Anekdoten oder Charakteren.

Passender fiktiver Held ist hier Major Rudolf Markovic, in Sarajevo stationierter österreichischer “Geheimdienstler” und ein guter Ermittler. Schiewe spielt durch ihn ein “Was-wäre-wenn” und lässt Markovic dem Attentat auf die Spur kommen. Er stellt sich als guter Gegenspieler heraus, der der bekannten Geschichte einen ganz besonderen Thrill und dem Leser einige fesselnde Stunden zuteilwerden lässt.

Mit all dem war und bin ich sehr zufrieden und finde das Buch dahingehend auch äußerst gelungen. Ein Teil des Epilogs aber konnte mich nicht überzeugen, hätte doch meiner Meinung nach auch ein anderes “Happy End” durchaus ausgereicht.

Alles in allem sei dieser historische Thriller jedem empfohlen, der gute, faktenbasierte Krimis mit eingewobener Fiktion zu schätzen weiß und unauffällig wie gratis sein Geschichtswissen erweitern oder auffrischen möchte.

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Veröffentlicht am 29.12.2019

Unisex-Jugendbuch mit einer Prise Magie

Chilli, ich und andere Katastrophen
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Ein bisschen (Schul-)Alltagsprobleme, etwas Magie und viele niedliche Zeichnungen formen hier aus den 160 Seiten ein unterhaltsames Kinder- und Jugendbuch. Feuerfrettchen Chilli (das seinem Namen durch ...

Ein bisschen (Schul-)Alltagsprobleme, etwas Magie und viele niedliche Zeichnungen formen hier aus den 160 Seiten ein unterhaltsames Kinder- und Jugendbuch. Feuerfrettchen Chilli (das seinem Namen durch die Farbe alle Ehre macht) zieht bei Jelko ein. Nicht nur, dass es Senf liebt, kann es sich auch jederzeit in Gegenstände verwandeln und hat vor, Jelko bei seinen Problemen zu helfen. Nur will er das natürlich gar nicht, weil es zu weiteren Problemen führt...

Und so lernt der Leser von Seite zu Seite etwas mehr von Jelko, seiner Schule, seinen Hobbies, seinen Freunden und seiner Familie kennen. Was man eben so macht und denkt in diesem Alter. Die Schriftgröße ist meiner Meinung nach genau richtig, durch die vielen Zeichnungen reduziert sich die Textmenge pro Seite und immer wieder gibts Gedanken, Einwürfe oder Geräusche nochmal in fettgedruckten Großbuchstaben, was dem Ganzen ein wenig Comic-Feeling verleiht.

Sowohl für Jungen als auch Mädchen im passenden Alter eine witzige Geschichte, mal abseits der Pfade "Prinzessin und Fußball".

Bei der Altersangabe bin ich etwas unsicher. Ist ja meist ohnehin schwer zu sagen, viele versuchen sich am "von bis", hier gibts nur das "ab 9 Jahren". Oben offen machts etwas einfacher, klar. Aber mit 9 bin ich nicht ganz glücklich. Recht früh im Buch steht da auch schon "Arschkrampe". Oder ist das ein ganz normales Wort in dem Alter? Bin da nicht ganz auf dem Laufenden. Ich hätte jetzt, auch aufgrund des Alters des Protagonisten, so 10-14 Jahre fürs Alter angegeben. Aber wie immer, und bei Kindern besonders, ist das sehr individuell und es mag schon recht belesene Neunjährige geben und welche die mit 14 dieses Buch als zu dick empfinden.