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Veröffentlicht am 31.12.2022

Flavia und die Wirren von Miss Bodycotes höherer Mädchenschule

Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf
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Fulminant, gegen die Wellen schreiend beginnt Band 7 und trotz einer längeren Flavia-Pause für mich, war ich sofort wieder drin. Flavia muss man einfach mögen. Ihre Gedankengänge, ihren Witz und ihr Genie ...

Fulminant, gegen die Wellen schreiend beginnt Band 7 und trotz einer längeren Flavia-Pause für mich, war ich sofort wieder drin. Flavia muss man einfach mögen. Ihre Gedankengänge, ihren Witz und ihr Genie gefallen mir immer wieder unglaublich gut. Vielleicht vor allem, weil ich “echter” kein Krimi-Fan bin.

Doch leider ist die Handlung rund um ihre Reise nach Kanada und ihrer neuen Bleibe etwas langatmig geraten. Ist der Leichenfund noch etwas spektakulär, leiden ihre Ermittlungen doch unter ihrem neuen Leben im Internat. Nicht nur, weil die Regeln dort schräg und die Mitschülerinnen und Lehrerinnen stellenweise noch schräger erscheinen. Manchmal sind mir diese Ausschweifungen vielleicht auch ein bisschen zu gewagt und fantasievoll.

Der Mordfall an sich finde ich allerdings spannend und rätselhaft genug gestaltet. Mir hätte es sehr gefallen, wenn darauf mehr Fokus gelegt worden wäre.

Generell würde ich sagen, dass Band 7 mehr als Bindeglied dient. Ich bin also sehr gespannt wie es nun weitergeht in der Hauptstoryline rund um das Nest des Colchicus, Fasanensandwiches und hoffentlich auch Mildred Bannerman.

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Veröffentlicht am 25.12.2022

Spekulatius allein zu Hause

Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer auf der Weihnachtsinsel
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In diesem Buch sind meine Tochter und ich zum ersten Mal auf den Weihnachtsdrachen Spekulatius getroffen. Doch das war nicht weiter schlimm, denn man braucht für diese Geschichte keine größeren Vorkenntnisse. ...

In diesem Buch sind meine Tochter und ich zum ersten Mal auf den Weihnachtsdrachen Spekulatius getroffen. Doch das war nicht weiter schlimm, denn man braucht für diese Geschichte keine größeren Vorkenntnisse. Das, was man wissen muss, wird einem am Anfang gut vermittelt. Auch als meine Nichte es mit meiner Tochter gelesen hat, hat es mit einer Ausnahme Anklang gefunden.

Die Geschichte ist süß und altersgerecht spannend. Ich finde, gerade das Thema Mut wird hier schön hervorgehoben. Aber auch die Familie kommt nicht zu kurz. Ganz zum Schluss kann man auch noch einmal erleben, wie gut es ist, auch mal Neues zu probieren.

Das Buch ist weihnachtlich, ohne zu sehr mit dem Lametta zu winken. Sogar der Osterhase kommt vor (auch wenn ich den Umstand von seinem Erscheinen jetzt nicht so gelungen fand). Außerdem kommen allerhand typische Weihnachtsleckereien darin vor.

Schwierig vorzulesen fand ich Spekulatius Sprechweise. Teilweise fand ich so auch die Wörter zu sehr entfremdet, um für Kleinere wirklich verständlich zu sein. Meine Nichte merkt noch an, dass „Specki“, wenn auch also Kurzform von Spekulatius gemeint, ein gemeiner Spitzname sei. Da muss ich ihr tatsächlich recht geben.

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Veröffentlicht am 11.12.2022

Kit und (nicht nur) das Cembalo

Der Klang von Feuerblau
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Der Klappentext dieses Buches hatte mich sofort. Das wunderbare und absolut unterschätzte Instrument Cembalo. Dazu noch Synästhesie und Emotionen. Das versprach sofort eine interessante Mischung, den alles ...

Der Klappentext dieses Buches hatte mich sofort. Das wunderbare und absolut unterschätzte Instrument Cembalo. Dazu noch Synästhesie und Emotionen. Das versprach sofort eine interessante Mischung, den alles hochinteressante Themen.

Auf der einen Seite konnte das Buch meine Erwartungen sogar noch übertreffen, auf der anderen Seite hatte ich meine Schwierigkeiten mit Kit. So richtig warm wurde ich mit ihr nicht. Das mag an den teils heftigen Reaktionen oder auch an ihrem unreflektierten Verhalten gelegen haben. Natürlich musste ich mir hier vor Augen halten, dass sie noch sehr jung ist. Dennoch war es mir an der ein oder anderen Stelle einfach zu viel. Die Entwicklung, die sie jedoch im Laufe der Geschichte gemacht hat, hat mir sehr gut gefallen. Es wirkte auch nicht wirklich überhastet oder so, als hätte sie zu große Entwicklungssprünge gemacht. Das war schon alles sehr „rund“.

Die Geschichte an sich bietet einen Haufen emotionale Höhen und Tiefen. Das bringt nicht nur zusätzlich Spannung und Leben rein, sondern hilft Kit bei der oben genannten Entwicklung. Aber auch die Nebencharaktere spielen zum Teil wichtige Rollen und treiben die Handlung gut voran.

Das Thema rund um Reue und Verlust ist gut eingearbeitet und wirkt recht natürlich in diesem Setting. Es kam mir zu keiner Zeit oberflächlich vor. Nur durch Kits Verhalten wirkte es hier und da etwas zu dramatisch auf mich.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig lesbar. Das Cover ist wunderschön und es finden sich viele Elemente des Inhalts wieder.

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Veröffentlicht am 11.12.2022

Düsteres Setting mit leichten Spuren von Fantasy

Neon Gods - Hades & Persephone
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Neuinterpretationen der griechischen Mythologie findet man seit spätestens diesem Jahr recht häufig in den Regalen der Buchhändler. Auch dieses Buch wirbt damit. Zusätzlich wird unter dem Klappentext mit ...

Neuinterpretationen der griechischen Mythologie findet man seit spätestens diesem Jahr recht häufig in den Regalen der Buchhändler. Auch dieses Buch wirbt damit. Zusätzlich wird unter dem Klappentext mit dem Zitat „Wunderbar originell und unfassbar heiß“ von Publishers Weekly geworben.

Kommen wir zuerst auf das Setting zu sprechen: In diesem Fall sind die Götter Menschen. Also haben sie in der Regel keine nennenswerten Fähigkeiten (wobei Hermes hier ein bisschen hervorsticht). Es gibt 3 Erbtitel, der Rest der Dreizehn, wie die Götter genannt werden, werden gewählt. Näher wird auf diese Wahlen nicht eingegangen. Auch werden daraufhin die Kinder entsprechend benannt oder hießen sogar schon vorher so. Auch das wird nicht thematisiert. Generell hätte ich mir an dieser Stelle mehr Fantasy-Elemente und einen fundierteren Hintergrund gewünscht. Vielleicht wird das nach und nach in den Folgebänden aufgelöst, wer weiß?

Beim Lesen wird schnell klar, dass Intrigen, mehr Schein als Sein und auch mal Gewalt an der Tagesordnung steht. So ist es nicht weiter überraschend, dass Persephone, nachdem sie dem widerlichen Zeus versprochen wird, Reißaus nimmt.
 
Persephone wird als selbstbewusste und clevere Frau dargestellt, die sich nicht alles gefallen lässt. Auch wenn sie oftmals gute Miene zum bösen Spiel macht. Hades hingegen wirkt am Anfang düster, mürrisch und wortkarg, taut aber im Laufe des Buches immer mehr auf. Besonders seine Entwicklung, wie er mehr und mehr Vertrauen zu Persephone fasst, fand ich schön zu lesen. Die Chemie zwischen den beiden hat mir im Allgemeinen sehr gut gefallen.

Der große Gegenspieler heißt hier natürlich Zeus. Ein alter Widerling, den man ungern mit der Kneifzange anpacken möchte, aber eine Menge Macht besitzt. Leider schreckt er auch nicht zurück, regen Gebrauch ebendieser zu machen.

Dazu gibt es noch einen Haufen Nebencharaktere, die mehr oder weniger eine untergeordnete Rolle spielen, der ganzen Geschichte aber Witz, Leben und auch mal Spannung einhauchen.

Kommen wir auf das Zitat zurück. „Originell und heiß“, hieß es dort. Originell? Eher weniger. Heiß? Ja, es kommt viel Sex vor. Nicht nur, dass die beiden ab einem gewissen Zeitpunkt ganz offensichtlich nicht mehr die Finger von einander lassen können. Auch werden weitere Fetische wie Voyeurismus, Bondage und auch, je nach Ansichtssache leichte Demütigung thematisiert. Zwischenzeitlich waren mir ihre Spielchen ein wenig zu vulgär, vor allem außerhalb von Hades‘ Schlafzimmer.

Das Buch ließ sich sehr gut lesen, auch wenn ihr und da Vergleiche für mich nicht ganz gepasst haben. Durchaus ein anregender Lesesnack für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 26.11.2022

Vhallas Welt gerät ins Wanken

Air Awoken (Die Chroniken von Solaris 1)
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Ein mittelalterlich anmutendes Setting und Magie basierend auf den Elementen? Ich bin dabei! Daher war klar, dass ich früher oder später zu diesem Buch greifen würde. Immerhin klang der Klappentext ja ...

Ein mittelalterlich anmutendes Setting und Magie basierend auf den Elementen? Ich bin dabei! Daher war klar, dass ich früher oder später zu diesem Buch greifen würde. Immerhin klang der Klappentext ja auch schon vielversprechend. Nur leider liegen oft der Eindruck vom Klappentext und die tatsächliche Geschichte dann doch ein wenig auseinander.

Das war auch bei diesem Buch der Fall. Allerdings in die positive Richtung: Ich hatte nicht erwartet, dass es mich SO fesseln würde. Der Einsteig war für mich anfangs etwas schleppend, was aber auch einfach an mir (und dem sehr guten Buch, das ich davor gelesen habe) liegen könnte. Doch sobald ich in Vhallas Welt eingetaucht war, hatte ich Probleme wieder aufzutauchen.

Ich fand die Situationen, Umgebungen und Emotionen sehr gut geschrieben. Das hat geholfen, sich auf die Figuren einzulassen. Auch wenn sich hier und da in meinen Augen Längen eingeschlichen haben, wurde es nicht wirklich langweilig. Manchmal wollte ich vor Spannung sogar vorblättern, weil ich einfach den Drang verspürte, zu lesen, wie sich das Ganze wieder auflöste.

Vhalla ist für mich eine recht angenehme Hauptfigur, auch wenn ihr Zögern und ihre Naivität manchmal für mich nicht ganz ins Bild gepasst haben. Denn an sich ist sie sehr klug und hat eine gute Auffassungsgabe. Ihr Wissensdurst hat mir gefallen.

Aldrik hingegen ist recht düster angelegt, wobei er mehr und mehr auftaute, was eine sehr schöne Entwicklung war. Im Auftakt des Finales wurde dann auch für alle klar, warum er so düster ist. Das war für mich sehr gut gelungen.

Die Nebencharaktere waren für mich auch zum großen Teil gelungen. Sie haben noch einmal zusätzlich für Leben in der Geschichte gesorgt. Dabei sind mir auch der ein oder andere Charakter zusätzlich ans Herz gewachsen.

Gut fand ich auch, dass zwar dauerhaft viele Fragen beantwortet werden, aber immer wieder welche aufgeworfen werden. So konnte ich die Welt von Vhalla sehr gut kennenlernen und es wurde nicht langweilig. Dazu kamen noch Szenen, mit denen ich so echt nicht gerechnet habe (z. B. die Art und Weise, wie Vhalla erweckt wurde!).

Ebenfalls ein Pluspunkt war, dass die Liebesgeschichte zwischen Vhalla und Aldrik nur selten im Vordergrund stand. Da war zwar immer dieses Knistern zwischen ihnen und hier und da rechnete man dan fest mit einem Durchbruch in diesem Thema, aber das war nie so ganz der Fall. Natürlich hat mich das auch ein bisschen frustriert, aber es war alles in allem sehr stimmig.

Das Buch an sich war auch sehr gut und flüssig zu lesen. Optisch ist es natürlich - vor allem mit dem Farbschnitt - ein echter Hingucker.

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