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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2026

Die Vergangenheit

The Exes
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„Ex's and the oh, oh, oh's they haunt me
Like ghosts they want me to make 'em all
They won't let go
Ex's and oh’s“

Als ich den Titel und den Klappentext gelesen habe, hatte ich diese Songzeile von „Ex’s ...

„Ex's and the oh, oh, oh's they haunt me
Like ghosts they want me to make 'em all
They won't let go
Ex's and oh’s“

Als ich den Titel und den Klappentext gelesen habe, hatte ich diese Songzeile von „Ex’s & Oh’s“ von Elle King sofort im Kopf – und sie ging einfach nicht mehr weg. Und ich muss sagen: Selten hat ein Song ein Buch so gut beschrieben.
Der Einstieg hat mich direkt gepackt. Das Buch beginnt mit einer kleinen, aber intensiven Auseinandersetzung zwischen James und Natalie während einer Party bei ihnen zu Hause. Zack – ich war drin.
Die Spannung wird durch Zeitsprünge in die Vergangenheit aufrechterhalten: frühere Beziehungen, Kindheitserinnerungen, prägende Momente. Dadurch setzt sich nach und nach ein Gesamtbild zusammen, das immer komplexer wird.
Natalie konnte ich mir unfassbar gut vorstellen – sie wurde so detailliert und greifbar beschrieben, dass sie beim Lesen fast neben mir stand. Und das ist ein Thriller-Debüt! Wirklich: WOW. Die Charakterzeichnung war für mich eines der absoluten Highlights.
Besonders spannend fand ich die verschiedenen Versionen von Natalie:
ihre innere Stimme, die Geschichten bei ihrer Therapeutin, und die sorgfältig inszenierte Fassade gegenüber ihrem Mann, ihrer Familie und ihren Freunden. Dieses Aufeinandertreffen der unterschiedlichen „Natalies“ war für mich der stärkste und faszinierendste Teil des Buches.
Neben den Ex-Freunden geht es hier auch um Trauma, familiäre Bindungen, Misstrauen und die dunklen Geheimnisse, die man mit sich herumträgt. Allerdings kämpft fast jede Figur mit einem schweren familiären Trauma – das fühlte sich zeitweise etwas erdrückend an.
Der Mittelteil zog sich für mich leider ziemlich. Ich habe zwischendurch gemerkt, wie mein Interesse nachließ und ich mich etwas durch die Seiten gearbeitet habe. Abbrechen wollte ich trotzdem nicht – irgendwas sagte mir: Da kommt noch was. Und ja, ich lag richtig.
Das Ende hatte es in sich. Ein Plot-Twist nach dem nächsten – teilweise so schnell, dass es fast ein bisschen zu viel war und stellenweise überladen wirkte. Positiv: Rund 60 % der Wendungen habe ich absolut nicht kommen sehen. Dennoch blieben für mich einige Fragen offen, wodurch sich das Gesamtbild am Ende nicht ganz rund angefühlt hat.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Wer ist er wirklich?

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie? ist ein intensiver Roman, der mit einer provokanten Grundfrage spielt und genau davon lebt: Wer ist dieser Boss wirklich – gefühlskalter Machtmensch oder brillanter ...

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie? ist ein intensiver Roman, der mit einer provokanten Grundfrage spielt und genau davon lebt: Wer ist dieser Boss wirklich – gefühlskalter Machtmensch oder brillanter Kopf mit mehr Facetten, als es zunächst scheint?

Iliana Xander zeichnet das Bild eines dominanten, komplexen Protagonisten, der polarisiert und bewusst aneckt. Die Dynamik zwischen ihm und der weiblichen Hauptfigur steht klar im Mittelpunkt und entwickelt sich spannungsgeladen, emotional und nicht selten konfliktreich. Macht, Kontrolle und Anziehung greifen ineinander und sorgen dafür, dass man die Figuren ständig hinterfragt – sowohl ihr Handeln als auch ihre Motive.

Besonders gelungen ist die psychologische Komponente der Geschichte. Die Autorin spielt geschickt mit Grauzonen und zeigt, dass Menschen nicht einfach nur gut oder böse sind. Dadurch entsteht eine gewisse Sogwirkung, die dazu führt, dass man immer weiterlesen möchte, um den Boss besser zu verstehen und hinter seine Fassade zu blicken.

Der Schreibstil ist flüssig und direkt, stellenweise sehr intensiv, was gut zur Thematik passt. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe oder ruhigere Passagen gewünscht, um bestimmten Entwicklungen noch mehr Raum zu geben.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Spaßiger Schulalltag

Leserabe 1. Lesestufe - Schulgeschichten mit Hund Floh
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Schulgeschichten mit Hund Floh ist ein liebevoll erzähltes Kinderbuch, das den Schulalltag auf humorvolle und zugleich einfühlsame Weise einfängt. Im Mittelpunkt stehen kurze, in sich abgeschlossene Geschichten ...

Schulgeschichten mit Hund Floh ist ein liebevoll erzähltes Kinderbuch, das den Schulalltag auf humorvolle und zugleich einfühlsame Weise einfängt. Im Mittelpunkt stehen kurze, in sich abgeschlossene Geschichten rund um die Schule – und natürlich Hund Floh, der mit seiner neugierigen, manchmal chaotischen Art für besondere Momente sorgt.

Die Geschichten sind alltagsnah und leicht verständlich erzählt, sodass sich Kinder schnell wiederfinden können. Ob Freundschaften, kleine Missgeschicke, Unsicherheiten oder lustige Situationen im Klassenzimmer – die Erlebnisse wirken authentisch und nah am echten Schulalltag. Hund Floh bringt dabei eine zusätzliche Portion Humor und Wärme in die Handlung und ist ein wunderbarer Begleiter durch die einzelnen Episoden.

Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch ganz nebenbei Werte wie Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Mut vermittelt. Die Sprache ist kindgerecht, lebendig und eignet sich sowohl zum Selberlesen als auch zum Vorlesen.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Spukabwehr

Felix Green – Geisterseher und Geheimagent
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Im Zentrum steht Felix Green, ein Junge, der in einer etwas unkonventionellen Familie aufwächst: Seine gesamte Verwandtschaft besteht aus Geistersehern! Doch statt auf Friedhöfen spuken die Geister der ...

Im Zentrum steht Felix Green, ein Junge, der in einer etwas unkonventionellen Familie aufwächst: Seine gesamte Verwandtschaft besteht aus Geistersehern! Doch statt auf Friedhöfen spuken die Geister der Familie Green an einem Ort, wo sie wirklich gebraucht werden: in einer Geheimorganisation namens Das Amt für Spukabwehr und Geheimdienste. Als Neuzugang wird Felix mitten in einen brenzligen Fall hineingeworfen, der das Amt selbst bedroht. Die Autorin hat eine herrlich schräge Welt erschaffen, die voller witziger Details und skurriler Figuren steckt. Die Kombination aus klassischer Spionage-Action (geheime Missionen, Codes, verrückte Gadgets) und der magischen Welt der Geister und Spukgestalten funktioniert dabei überraschend gut und sorgt für jede Menge Lacher. Das Buch zeichnet sich durch ein hohes Erzähltempo und einen flotten, humorvollen Schreibstil aus. Es passiert ständig etwas Neues, sodass keine Langeweile aufkommt. Die Witze und Slapstick-Einlagen sind altersgerecht und treffen den Nerv der Zielgruppe. Besonders hervorzuheben sind die liebevollen Illustrationen von Steven Lenton, die den Text ideal ergänzen und den schrägen Humor und die fantasievolle Welt des Buches perfekt einfangen.

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Klarer Durchblick

Durchblick Künstliche Intelligenz
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"Durchblick Künstliche Intelligenz" von Brian Clegg war für mich genau das, was ich gesucht habe: ein kompaktes und wirklich zugängliches Sachbuch, das die oft komplexen und missverstandenen Konzepte der ...

"Durchblick Künstliche Intelligenz" von Brian Clegg war für mich genau das, was ich gesucht habe: ein kompaktes und wirklich zugängliches Sachbuch, das die oft komplexen und missverstandenen Konzepte der Künstlichen Intelligenz (KI) endlich einmal verständlich macht. Ich fand es toll, dass Clegg die Materie mit einer angenehmen Mischung aus historischem Überblick, technischer Erklärung und philosophischer Einordnung präsentiert.

Als Leser wird man von den theoretischen Anfängen der KI – den Turing-Maschinen und den ersten Überlegungen zur Schaffung denkender Maschinen – bis hin zu den heutigen Errungenschaften des maschinellen Lernens und der generativen KI geführt. Die Stärke des Buches liegt für mich definitiv in seiner klaren Struktur und dem bewussten Verzicht auf unnötigen Fachjargon. Clegg erklärt geduldig, wie Algorithmen lernen, was der Unterschied zwischen schwacher und starker KI ist und welche Rolle Daten bei der Entwicklung spielen.

Mir gefiel auch, dass er nicht nur die faszinierenden Möglichkeiten beleuchtet, sondern sich auch den ethischen Herausforderungen und den potenziellen Risiken widmet, wie etwa dem Bias von Algorithmen oder den weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen. Für mich, die ich einen schnellen, fundierten und unaufgeregten Einstieg in das Thema KI gesucht habe, ohne mich in mathematischen Details zu verlieren, ist "Durchblick Künstliche Intelligenz" eine hervorragende Wahl. Es hat mir geholfen, die ganzen Schlagzeilen und die Mythen rund um KI besser zu verstehen und ein informierteres Urteil über diese revolutionäre Technologie zu fällen.

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