Cover-Bild Linges Mission
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Pendragon
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 26.02.2025
  • ISBN: 9783865328991
Oystein Wiik

Linges Mission

Roman
Maike Dörries (Übersetzer), Günther Frauenlob (Übersetzer)

Ein geschickt komponierter Roman – Nach einer wahren Begebenheit 1991: Bjørn Sjøvåg steht vor dem Osloer Theater, in den Händen ein Buch, in dem sich seine Erinnerungen verbergen. Er soll dabei helfen, ein Stück über den norwegischen Nationalhelden Martin Linge auf die Bühne zu bringen. Dafür ist er der perfekte Kandidat, denn vor 50 Jahren haben die beiden Seite an Seite im Krieg gegen die Deutschen gekämpft. Martin hat mit seinem Mut und seinen unerschütterlichen Überzeugungen Bjørns Leben maßgeblich geprägt, und die beiden waren ein eingespieltes Team. Trotzdem wird Bjørn von Zweifeln geplagt: Verdient er es überhaupt, über Martin zu reden? Nach allem, was passiert ist? Erst Rosemary, Linges damalige Verlobte, bringt ihn dazu, sich seiner Vergangenheit zu stellen.

Øystein Wiik verdichtet das Leben des Schauspielers und norwegischen Freiheitskämpfers Martin Linge zu einem mitreißenden Spionageroman.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2025

Vom gefeierten Schauspieler zum verehrten Widerstandskämpfer

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REZENSION – Bereits vor drei Jahren erschien in Norwegen der Roman „Flammer og regn“ des Schriftstellers Øystein Wiik (68), den der Pendragon Verlag erst jetzt in der gelungenen Übersetzung von Maike Dörries ...

REZENSION – Bereits vor drei Jahren erschien in Norwegen der Roman „Flammer og regn“ des Schriftstellers Øystein Wiik (68), den der Pendragon Verlag erst jetzt in der gelungenen Übersetzung von Maike Dörries und Günther Frauenlob unter dem Titel „Linges Mission“ veröffentlichte. Hauptfigur ist der Schauspieler und Kompanie-Chef Martin Linge (1894-1941), der in Deutschland zwar eher unbekannt, in seiner norwegischen Heimat aber seit seinem frühen Tod beim Kampfeinsatz am 27. Dezember 1941 als Widerstandskämpfer und Kriegsheld verehrt wird.
Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen im April 1940 meldete sich Reserve-Leutnant Martin Linge freiwillig zum Kriegsdienst. Nach der Landung britischer Truppen in dem noch unbesetzten Teil Norwegens wurde Linge als Verbindungsoffizier seines Regiments eingesetzt. Nach schwerer Verwundung bei einem deutschen Luftangriff wurde er ins Lazarett nach Großbritannien verlegt. Kaum entlassen, schlug er dem britischen Kriegsministerium vor, mit einer von ihm zu bildenden Partisanentruppe in Norwegen gegen die Deutschen zu kämpfen. Im August 1940 begann er, in Norwegen junge Männer zu rekrutieren, die in England ab März 1941 als Norwegian Independent Company 1 unter britischem Oberkommando für den Kriegseinsatz trainiert wurden. Nach erstem Einsatz auf den Lofoten (Operation Claymore) kam es am 27. Dezember 1941 zu einem Großangriff der britischen Kriegsmarine mit Linges Kompanie in Måløy (Operation Archery). Bei diesem Einsatz wurde der charismatische Partisanenführer erschossen. Die von ihm aufgebaute Truppe wurde ihm zu Ehren in „Kompanie Linge“ umbenannt.
Diese Fakten bilden die Grundlage zu Øystein Wiiks historisch interessanten und spannenden Roman, der 50 Jahre später (1991) beginnt: Bjørn Sjøvåg, ein 1941 noch minderjähriges [fiktives] Mitglied in Linges Partisanentruppe, soll als damaliger Augenzeuge das Osloer Theater bei den Proben eines neuen Theaterstücks über Martin Linges Heldentaten beraten. Während der gemeinsamen Arbeit mit Linges Londoner Geliebten Rosemary Reed verarbeitet Sjøvåg zugleich sein schweres Trauma, das er bei Linges Tod erlitten hatte.
In geschickter Verbindung der historischen Fakten mit fiktiven Elementen sowie der komplexen Charakterisierung seiner Figuren gelingt es dem Autor, die Arbeit Martin Linges beim Aufbau seiner Partisanentruppe sowie deren aktiven Kriegseinsatz lebendig werden zu lassen. Einen wesentlichen Beitrag haben dabei historisch reale Personen wie Trygve Lie, Außenminister der norwegischen Exilregierung in London, oder die britischen Offiziere John Durnford-Slater und Jack Churchill, der martialisch mit Langbogen und Breitschwert kämpfende „Mad Jack“.
Doch „Linges Mission“ ist weit mehr als ein Spionage- oder aktionsreicher Kriegsroman. Denn ausführlich geht der Autor auch auf das politisch schwierige Verhältnis der norwegischen Exilregierung zu ihren britischen Gastgebern und dem britischen Kriegsministerium ein. Ungeachtet norwegischer Interessen und ohne Rücksicht auf die Bewohner Norwegens greift Großbritannien das von Deutschen besetzte Land an. Wiederholt versucht Außenminister Trygve Lie, den unter britischem Kommando stehenden Martin Linge als Informanten zugewinnen. Linge lehnt ab, hat er doch selbst als von Winston Churchill bevorzugter Ausländer schon genug Probleme mit den gegen ihn gerichteten Intrigen mancher britischer Offiziere.
Den kapitelweisen Zeitenwechsel zwischen den Kriegsjahren 1940/1941 und der 50 Jahre späteren Rückschau nutzt der norwegische Autor, um das Handeln des im Land verehrten Kriegshelden moralisch zu hinterfragen. So ließ Linge seine Geliebte trotz gegenteiliger Versprechen in London zurück, um an der Spitze seiner Truppe zu kämpfen. War sein rücksichtslos scheinender Antrieb tatsächlich echte Vaterlandsliebe und heldenhafte Opferbereitschaft? Oder doch nur zügelloser Männlichkeitswahn und blindwütige Kampfeslust?
Der Autor setzt in „Linges Mission“ historische Kenntnis über den Zweiten Weltkrieg in Norwegen voraus. Doch ist diese Wissenslücke durch kurzes Studium anderer Quellen erst einmal überwunden, liest sich der Roman als spannendes Stück Zeitgeschichte, das vielleicht gerade deshalb interessant ist, weil es uns Deutschen eben nicht so geläufig ist.

Veröffentlicht am 10.02.2025

Fesselnde Geschichte über Krieg, Spionage, Liebe und Freundschaft

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Am Anfang hatte ich leichte Probleme, mich im Buch zu orientieren, da ich die Vorkommnisse ohne Vorwissen über Norwegen im Zweiten Weltkrieg erst einmal nicht richtig einordnen konnte, was sich dann schnell ...

Am Anfang hatte ich leichte Probleme, mich im Buch zu orientieren, da ich die Vorkommnisse ohne Vorwissen über Norwegen im Zweiten Weltkrieg erst einmal nicht richtig einordnen konnte, was sich dann schnell gelegt hat. Bisher war mir Martin Linge kein Begriff, aber ich fand es sehr interessant, mehr über sein Leben zu erfahren. Vor allem der norwegische Blick auf den Zweiten Weltkrieg hat ganz neue Informationen und Ansichten vermittelt. Es gelingt dem Autor, eine spannende Geschichte über Krieg, Spionage, Liebe, Freundschaft und vieles mehr zu schreiben. Ich fand die Erzählzeiten mit 1941 und 1991 gut gewählt und die Rückblicke anhand des Theaterstücks über Linge im Jahr 1991 ermöglichen eine breitere Sicht auf die Geschichte. Linge wird als vielschichtiger Teufelskerl beschrieben, charismatisch und risikobereit, aber auch unkonventionell und tiefgründig. Alles in allem war es eine sehr spannende und interessante Geschichte, die ich gerne gelesen habe und mich gefesselt hat.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

im Widerstand gegen die deutschen Besatzer

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Diese Geschichte vom Schriftsteller Oystein Wiik wird in zwei Zeitebenen erzählt und handelt von dem norwegischen Kriegshelden Martin Linge zu Zeiten des Überfalls der Deutschen auf das skandinavische ...

Diese Geschichte vom Schriftsteller Oystein Wiik wird in zwei Zeitebenen erzählt und handelt von dem norwegischen Kriegshelden Martin Linge zu Zeiten des Überfalls der Deutschen auf das skandinavische Land.

In der Gegenwart soll ein Theaterstück Premiere haben, welches die Geschichte Linges erzählt. Doch offenbar war einiges falsch dargestellt und es stammte nicht mit den Fakten überein. Die Theatermacher treiben einen Zeitzeugen von 1940 auf, der zusammen mit Linge gegen die Deutschen Gekämpft hatte und nun nochmal die Fakten in dem Skript des Theaterstücks überprüfen soll.

In der Vergangenheit wird die Geschichte von Martin Linge und das Geschehen um ihn herum in Einzelheiten erzählt. Hier wird gekämpft, geschossen, vor den Fliegerangriffen geflohen, verletzt und im Lazarett teils in England gesundet.

Bei allem bleibt die Frage, was den spannenden Faden ausmacht, was tatsächlich mit Martin Linge geschehen war. Stimmt das, was ihn zu einem Kriegshelden gemacht hat?

Zuweilen kommt einem auch das Gefühl, als würde man in »Linges Mission« zwei gänzlich verschiedene Geschichten lesen. Wenn es da nicht in beiden Geschichten um ein- un d dieselbe Person gehen würde. Wobei ich gestehen muss, dass mir der historische Teil besser gefällt, als der gegenwärtige. Letzter wirkt etwas bei den Haaren herbeigezogen und bietet nicht die Spannung, wie der norwegische Widerstandskampf im zweiten Weltkrieg.

Der Widerstand gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg ist ein faszinierendes Thema, das in zwei Zeitebenen erzählt wird. Auf der einen Seite sehen wir die Norweger, die gemeinsam mit der britischen Armee den Widerstand organisieren, und auf der anderen Seite den Kriegshelden Martin Linge, der nach einer Verwundung von den Briten angeworben wird. Dieser spannende historische Strang zieht uns in seinen Bann, während das zeitgenössische Theaterstück über Linge anfangs auf gemischte Resonanz stößt.

Die beiden Erzählstränge bieten zwar Spannung, doch das historische Geschehen rund um den Widerstand und die tapferen Taten der Norweger ist besonders interessant und lesenswert. Solche Geschichten sollten gerade heute im Gedächtnis bleiben und sie weitergetragen werden.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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