Eine Chronik über Schlachten, Krieg und Intrigen
Die Klingensturm - Chroniken (Teil1) | Kriegshörner von Philipp Schmidt
Ach Leute. Ich fange ja FAST jede Rezension mit dem Cover des Buchs an. Also setz ich hier einfach mal mit dieser Tradition ...
Die Klingensturm - Chroniken (Teil1) | Kriegshörner von Philipp Schmidt
Ach Leute. Ich fange ja FAST jede Rezension mit dem Cover des Buchs an. Also setz ich hier einfach mal mit dieser Tradition fort J. Das Cover ist sehr schön gezeichnet. Mal was völlig anderes. Es hat nicht diesen epischen Touch, den es gerade bei Fantasybüchern immer gibt, wo sich Helden mitten in einer Schlacht befinden, und ihr Schwert in die Höhe reißen. Es ist schlichter, und lehnt trotzdem an die Geschichte des Buchs an, in dem auch Frauen Kriegerinnen sind. Der Vergleich mit dem Keltentum oder zu Wikingern ist nicht von der Hand zu weisen.
Zur Geschichte:
Hier schreibe ich nur eine kleine Zusammenfassung und keine Einzelheiten. Immerhin soll das hier keine Nacherzählung werden. Meines Wissens ist Kriegshörner der erste Teil einer mehrteiligen Buchreihe.
Der Kontinent Affalah ist bevölkert von vielen Menschen. Die Nordmänner im Norden, die als wild und barbarisch gelten (die im Übrigen für mich am ehesten den Menschen auf dem Cover gleichkommen), die vereinten Herzogtümer im Osten, die sich eher neutral geben, und der Süden und Westen der beiderseits von Königen regiert wird. Des Weiteren gibt es auch noch kleine Inseln, aber diese 4 Reiche in den verschiedenen Himmelsrichtungen, sind die wichtigsten. Der Süden will nun, zusammen mit dem Westen, sozusagen den Norden erobern, und es gibt viel Pläneschmieden, wie das Ganze passieren soll. Doch Pläne gehen ja bekanntlich meist schief. Und so geht das Intrigenspinnen los. Plötzlich werden Versprechungen nicht mehr eingehalten, und jeder denkt nur noch an das Wohl des eigenen Landes und sich selbst. Also quasi wie in der Realität :D. Das Buch beschreibt über lange Strecken genau diese Phasen der Schlachten und des Pläneschmiedens, und das immer von Neuem, weil sich die Situationen des Kriegs immer ändern, und man sich mit anderen Herzogtümern und Königen zusammentun muss. So ziemlich gegen Schluss, taucht dann eine neue unmenschliche Gefahr auf, die den ganzen Kontinent, und alle Menschen die dort leben, bedroht. Um gegen diese anzukämpfen müssen sich alle verbünden. Aber ist es nicht schon vielleicht zu spät, da der Kampf untereinander so viele Opfer gekostet hat, und die Reihen untereinander durch den Menschenkrieg geschwächt wurden? Die Antwort wird in diesem Buch nicht gegeben. Vielleicht, weil dem Handlungsstrang dann in einem zweiten Buch nachgegangen wird.
Um die positiven Dinge zu nennen: Die Schreibweise an sich gefällt mir gut. Sie ist nicht abgehackt und flüssig geschrieben. Es tauchen viele Städte und Orte auf, viele Personen, Magie wird gewirkt, und es gibt fremde Wesen und böse Mächte, die in einer Fantasywelt immer auftauchen sollten. Zum besseren Verstehen der ganzen Geschichte gibt es am Anfang des Buchs eine Übersichtskarte über das Gebiet der Handlung – Der Kontinent Affalah. Diese gibt eine gute Übersicht (auch wenn man mit den Augen etwas näher ran rücken muss, um sie lesen zu können ;)). Am Ende des Buchs gibt es dann noch ein Personenverzeichnis, mit dem man das Buch über gut arbeiten kann. Ich persönlich habe das sogar sehr oft benötigt. Genauso wie im Übrigen die Karte.
Zum nicht ganz so positiven:
Ich mag Bücher, wo ich mich einlese, und sofort in der Geschichte drin bin. Beschreibungen der Umgebung führen ein schönes Kopfkino herbei, das hätte hier noch ein wenig mehr beachtet werden können, um den Leser mehr mitzureißen. Die Charaktere waren zwar gut beschrieben, aber irgendwie hat man das Ganze eher als Zuschauer gesehen, und war nicht mittendrin. Es ist also der Hauch einer sehr guten Geschichte, rein von der Idee her. Allerdings hätte ich mir manchmal gewünscht, dass in einigen Kapiteln weniger Kriegshandlungen und Schlachtenszenen beschrieben werden, dass es mehr Geschichten übe die Menschen in den Kriegsgebieten gibt. Die Hauptfiguren erschienen manchmal sehr gefühlskalt, wobei das bei einigen Personen auch so sein muss, und in die Handlung des Buchs passt. Bei anderen fehlt es an Farbe und Seele.
Das Ganze wirkt durchwachsen, denn es gab Teilabschnitte, die ich richtig toll fand, und wo es beim Lesen nicht langweilig wurde, und das ganze wechselte sich dann ab mit wieder längeren Strecken der Kriegshandlungen. Schön wäre es hier gewesen, wenn man das Ganze mehr im Erzählfluss abwechselnd erzählt hätte. Gerade die Geschichte des jungen Magiers Isma hätte ich gerne mehr ausgebaut gesehen. Es gab also mal Spannung, und mal eher nicht.
Des Weiteren wäre es schön gewesen, wenn die Handlung etwas gestreckter gewesen wäre. Es ist immer sehr viel passiert, und das in annähernd sehr wenigen Seiten, dass man zum Teil kaum mitgekommen ist, und sich nach dem Kapitel nur gefragt hat, wer jetzt eigentlich gegen wen ist. Die vielen Namen der Leute waren sehr verwirrend, da sie in Hülle und Fülle verwendet worden sind, und man immer wieder ins Personenverzeichnis schauen musste, wer eigentlich wer ist, und wer mit wem intrigiert. Des Weiteren sind die Zeitspannen so in der Handlung, dass von einer auf die andere Seite schon mal ein Monat vergeht (zumindest am Anfang des Buchs), und was dann in dieser Zeit alles passiert ist, muss dann schnell beschrieben werden. Das sind aber meist zu viele Infos auf einmal.
Die Kapitel sind wie ein Auf und ab. Mal sind sie spannend beschrieben, und man kann sich auch ein kleines Bild über die Leute und Menschen und ihre Gedanken machen. Und mal werden nur Kriegshandlungen und Intrigen und Pläne gemacht. Das alles hat man gemerkt, da ich dafür, dass das Buch eigentlich recht wenige Seiten enthalten hat, doch recht lange zum Lesen gebraucht habe, und das ist bei mir nicht der Normalfall.
Von der Geschichte her hat es mich zeitweise an das Lied von Eis und Feuer erinnert, auch wenn es nur um die Kriegshandlungen Norden gegen Süden und jeder gegen Jeden und Intrigenspinnen geht. Das Buch hier fasst allerdings nur knapp 300 Seiten während andere Bücher dieser Art, wie zum Beispiel das oben benannte, mit Beschreibungen natürlich auf eine größere Seitenanzahl kommt. Aber ich will hier gar nicht vergleichen.
Ich würde für das Buch gerne 3 Sterne vergeben (mal gut, mal nicht so gut = neutral), aufgrund dessen, dass ich mit einigen Charakteren nicht so warm geworden bin, und alles mit den Namen zu verwirrend fand. Allerdings, und das möchte ich dazu sagen, fand ich den Ansatz der Geschichte nicht schlecht. Die Grundthematik hat auf jeden Fall Potenzial, wenn man sie etwas ausbauen würde, und auch die Idee gefällt mir gut. Die Geschichte bekommt mit den Sternen ein gutes Mittelmaß, weil die anfänglichen Kapitel etwas verwirrend und chaotisch waren. Zum späteren Zeitpunkt, haben sie mir dann aber auch mal wieder gefallen, weil sie menschlicher wurden, und auch mehr Landschaftsbeschreibungen des Kontinents da waren. Dieses Hin und Her ist der Grund für die Bewertung. Die Geschichte erscheint wie in einzelne Splitterstücke zerrissen, und an manchen Stellen nicht richtig zusammengesetzt. So kommt es einem vor, dass manche Kapitel wirklich gut geschrieben wurden, und man Spaß beim Lesen hat, und bei anderen muss man sich durcharbeiten, um es ans Ende zu schaffen.
Wer Kriegshandlungen und Intrigenspinnen mag, und darauf gerne auf eine erfundene Fantasiewelt zurückgreift, ohne großartig in die Gefühlswelt der Protagonisten einzutauchen, für den ist das Buch meiner Meinung nach richtig. Ich selbst brauch eben immer auch ein wenig mehr Emotionsmaterial J. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Die Ansätze der Geschichte sind gut.
Wer Rechtschreibfehler meinerseits findet, darf sie gerne behalten :P