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Veröffentlicht am 22.06.2026

Meet me in the Woods tonight...

Anathema
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Anathema von Keri Lake

Huhu liebe Lesende. Als ich dieses Buch in Händen hielt, bin ich erst einmal über den Titel gestolpert, und habe mich ein wenig schlau gemacht. Anathema bedeutet als Ausdruck erstmal, ...

Anathema von Keri Lake

Huhu liebe Lesende. Als ich dieses Buch in Händen hielt, bin ich erst einmal über den Titel gestolpert, und habe mich ein wenig schlau gemacht. Anathema bedeutet als Ausdruck erstmal, dass es ein altgriechisches Wort für „Das Gottgeweihte, Verfluchung“ ist, und in etwa so viel bedeutet, dass es eine Verurteilung (einen Kirchenbann oder mit einer Verfluchung zusammen ein Bannfluch) durch eine Kirche anzeigt, die einen dauerhaft aus der kirchlichen Gemeinde ausschließt. Ursprüngliche Bedeutung des Wortes war dann noch „Aufgestelltes“, woraus „Der Gottheit im Tempel Aufgestelltes“ wurde, und letztendlich „Der Gottheit Ausgeliefertes, ihrer Gnade oder ihrem Zorn Überlassenes“. Ich bin keine Spezialistin dieser Dinge, fand aber, nachdem ich das Buch gelesen habe, diese Beschreibung wirklich treffend für das, was die Geschichte uns erzählt. Es geht um Ausschließung und einen Fluch derjenigen, die sich nicht an die Regeln der Gemeinschaft halten. Es geht um Aussonderung und Anderssein. Und es geht darum, dass man diese Menschen in einen Wald schickt, der quasi sein eigenes Urteil außerhalb der Gemeinschaft fällt, weil aus diesen im Buch „Eating Woods“ genannten Wäldern Niemand lebend zurückkehrt. Man überlässt Jemand sozusagen seinem eigenen Schicksal als verstoßenes Mitglied einer Gemeinde oder Gruppe, und nimmt in Kauf (zumindest im Buch), dass derjenige stirbt. Das klingt nun alles erstmal ziemlich grausam. Und ja, das Buch hat seine Grausamkeiten. Und das nicht nur im Umgang der Menschen miteinander. Genau deshalb fand ich toll, wie passend der Titel hier gewählt ist. Weil in unserer Gegenwart Anathema metaphorisch immer noch den Ausschluss einer Person bedeutet, die in einer Gruppe etwas Verabscheuungswürdiges getan hat. Und was das Ganze mit der Geschichte zu tun hat? Eine ganze Menge. Dazu später mehr. Hier nun erstmal die Geschichte des Buches.

Die Geschichte die das Buch erzählt:

Maeyth lebt in einem Dorf, und wird schon immer von der Gemeinschaft gemieden, weil sie anders ist. Dort lebt sie dann auch noch ziemlich genau am Rande der sogenannten Eating Woord, die angrenzenden Wälder, in die oftmals Menschen verbannt werden, die von der Gemeinschaft geächtet werden, weil sie angeblich schlimme Dinge getan haben. Das Schlimme dabei? Niemand kehrt aus diesen Wäldern lebend zurück, weil sich etwas darin befindet, das genau dies verhindert. Als das Schicksal eines Tages zuschlägt, landet Maevyth selbst in den Eating Woods. Zevander ist ein Assassine, genauer gesagt der tödlichste des Kontinents Aethyria. Auf der Suche nach einer Lösung für die Aufhebung eines Fluches, trifft er auf Maeve. Eigentlich sollte Zavender Maeve nicht helfen, um seine eigenen Ziele durchzusetzen, sollte sie nicht beschützen. Doch Dinge sind immer mal anders, als man auf den ersten Blick sieht, und Zevander braucht Maeve schließlich. Und weil auf einmal dann noch eine plötzliche Anziehung zwischen Beiden ist, spricht das Ganze für eine unheimlich spannende Geschichte durch die Düsternis eines gefährlichen Waldes, und Dingen…….. die noch viel gefährlicher sind.

Cover und Titel:

Das Cover spiegelt wunderbar die Atmosphäre des Buches wider. Dunkelheit, Düsternis, Wald der nicht sehr einladend wirkt, und genau die richtige Stimmung eines Waldes zeigt, in den man niemals gehen sollte, wenn man unversehrt wieder herauskommen möchte. Diese Stimmung ist richtig gut eingefangen. Und zum Titel des Buches habe ich anfangs in meiner Einleitung schon einiges gesagt, und finde ihn ob der Bedeutung des Wortes Anathema richtig passend zu genau allem, was in der Geschichte passiert. Fast so als ob ein Wort die Geschichte des Buches preisgibt und uns davon erzählen möchte.

Fazit und Gedankenallerlei:

Zuerst einmal: Ich würde nicht sagen, dass mich die vielen Seiten, nämlich 816, abgeschreckt haben, sondern eher die vielen Begriffe im Glossar. Aber dafür ist ein solches ja da, damit man immer weiß, worum es geht. Ich habe mich dann aber entschieden einfach los zu lesen, und vielleicht nicht so viel darüber nachzudenken, dass seeeeeeeeehr viele Wesen und Dinge vorkommen. Das hat dann auch tatsächlich geklappt, weil viele Namen und Nennungen kurz erwähnt werden, und man sich im Zusammenhang mit dem Geschichtstext dann wirklich ein gutes Bild davon machen kann, was gemeint ist. So ist zumindest mein Empfinden. Irgendwann habe ich dann auch komplett aufgehört im Glossar nachzuschlagen, und hab einfach weitergelesen. Finde aber trotzdem gut, dass es sowas gibt, denn die Welt hinter dem Steintor (und auch irgendwie manchmal davor, und wo ist überhaupt der Anfang und davor und danach und überhaupt?) ist ziemlich komplex, und für‘s Worldbuilding gab es meine volle Begeisterung. Natürlich erscheint alles sehr düster und dunkel, diesen Hauch hat man auch schon in der Leseprobe entdeckt und Gothic Vibes in Dark Fantasy lassen sowas natürlich vermuten. Das ist vielleicht nicht für Jeden etwas, zumindest für Leute, die eher im glückseligen und strahlenden Sonnenschein leben. Für Liebhabende des Genres ist es aber richtig schön atmosphärisch.

Die Charaktere im Buch ….. tjaaaaa …….. viele Menschen die richtig charmant sind……. NICHT. Da geht einem das Herz auf …… AUCH NICHT. Da war ganz schön harter Tobak im Text, den man erstmal verdauen muss. Meine feministische Seite der Seele hat wirklich dauerhaft geschrien ob der Ungerechtigkeiten, und dass das Leben einem so übel mitspielt und unfair ist. Auf der anderen Seite mag ich sowas in Büchern, weil uns die Wahrheit als Spiegelbild der Gesellschaft vorgehalten wird, und das Fantasyweltkonstrukt es schafft, dass es besser verdaulich ist. Die Welten sind männerdominiert und voller Doppelmoral, und das muss man auch erstmal ertragen, weil einem beim Lesen ab und an in den Sinn kam „Hey, das ist ja in manchen Dingen fast wie in unserer Realität auch heute noch, wir wollen es nur nicht wahrhaben.“. Teilweise hatte es anfänglich solche Vibes wie eine Mischung aus der Hexenverfolgung in Salem (wo jeder im Dorf gegen jeden war aus Angst vor Andersartigkeit) und der Inquisition (wo die „Ketzer“ dann ihre Strafe bekommen haben, wenn sie sich nicht an die Regeln gehalten haben). Überhaupt geht es viel um Regeln, sich daran zu halten, un bloß nicht aus der Schablone der Rechtschaffenheit und Normalität herauszurutschen. Zevander hat es trotz seiner Berufswahl (ähem…) als Assassine, recht schnell geschafft trotzdem Sympathien bei mir zu finden, weil es eben andere Charaktere gab, denen ich sofort abgeneigt war. Kurz dachte ich dann „Was ist mit mir los?“. Aber vielleicht ist es genau das, was die Geschichte ausmacht. Dass jeder für s ich selbst entscheiden muss, wo seine Grenzen liegen, und dass man sich Grenzen nie vorschreiben lassen sollte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn metaphorisch bilden die Eating Woods ja eine Grenze, hinter der der Tod lauert. Oder eben andere Dinge, die man beim Lesen kennenlernt. Das Ganze hat für mich die düsteren Dunkelvibes von Märchen, und zwar die, die wir nicht kennen, weil wir nur die Kinderversionen überliefert bekommen haben. In vielen Märchen und Geschichten wird es dunkel und es geht um menschliche Abgründe, nur ist das natürlich nicht für Kinder geeignet. Deshalb ist die Geschichte nicht „märchenhaft“ und trotzdem irgendwie diese Atmosphäre der Dunkelheit versprühend. Sagen wir also mal so: Zevander ist morally grey aufgrund seiner Tätigkeit, aber nicht aufgrund seines Wesens. Viele andere im Buch sind einfach pechschwarz und verdorben und das moralische Grau in weite Ferne gerückt.

Das Buch führt uns auf einen Weg, der entlangläuft an einem Abgrund aus menschlichen Abgründen. Zur Hälfte gibt es unseren moralischen Kompass, der uns beim Lesen begleitet und lenkt. Und mit der Lektüre heißt es dann zu versuchen, nicht vom Weg abzukommen und abzurutschen und in den Abgrund zu stürzen. Und das funktioniert. Vielleicht wird uns auch einfach angezeigt, wie verdorben die Welt, oder im Falle des Buches die Welten, sein können und sind. Vielleicht hat die Autorin extra all die menschlichen Abgründe eingebracht, damit wir als Lesende entscheiden, welche Vergehen für uns persönlich am schwersten wiegen, und ob es nicht immer auch Dinge gibt, die schlimmer als schlimm sind, und wo man sich für Grau entscheiden muss, wenn man nicht in die absolute Bosheit und Schwärze abtauchen möchte. Der moralische Kompass, den ich bereits erwähnte, wird in Form von Maeve dargestellt. Und auch wenn natürlich kein Mensch frei von Fehlern ist, so ist sie diejenige, die durchs Buch stolpert, durch diese Abgründe von Menschen, ohne selbst in einen zu fallen. Sie ist wie ein leuchtendes Licht, das uns durch die Dunkelheit der Geschichte führt, und steht für Weitsicht, in einer Welt, die doch g gerade sie für ihre Andersartigkeit so sehr verurteilt.

Die Geschichte des Buches ist wie ein Essensgericht, das einem gut schmeckt, weil man die Zusammenstellung genießt. Sie ist gut, neu, aromatisch und passt in ihrer Vielfalt der Themen und Genremischungen. Doch wie bei allen leckeren Gerichten, muss man kleine Pausen machen, hier dann beim Lesen. So hat die Geschichte bei mir besser gewirkt. Denn selbst, wenn man ob des Geschmacks gerne weiteressen (hier weiterlesen) will: Es ist eine mächtige Mahlzeit, die satt und glücklich macht, die man aber erstmal verdauen muss, und in kleinen Stücken genießen sollte. Ein überfülltes Menü? Nein. Doch mit Pausen besser zu verdauen. Irgendwie schlummert da auch ganz schwarzer und makabrer Humor in der Geschichte, vor allen in den Gesprächen darin. Und gleichzeitig wandeln wir durch eine Atmosphäre der Düsternis. Das Ganze ist stellenweise makaber und dunkeldüster, und man müsste sich eigentlich unwohl fühlen beim Lesen. Und trotzdem muss ich sagen ist diese Lektüre ertragbar beim Lesen, und das ist irgendwie wirklich eine Kunst, die die Autorin irgendwie beim Schreiben geschaffen hat. Man fragt sich beim Lesen ständig, was das kleinere Übel ist. Pest gegen Cholera sozusagen. Und manchmal fragt man sich, ob das moralische Grau von Zevander nicht das total verdorbene Schwarz einiger Stellen aufhebt, so dass er zwar immer noch ein Auftragsmörder ist, aber zu einer der sympathischsten Figuren im Buch wird. Das Buch lässt einem somit mit Fragestellungen zurück, was richtig und was falsch ist. Denn mit Dingen, die absolut falsch sind, die man mit sich selbst gar nicht vereinbaren kann, und wo die Alarmglocken im eigenen Gehirn schrillen, ist das Buch durchsetzt. Trotzdem, keine Angst: Irgendwie wurde hier geschafft, dass man die Geschichte in ihrer Dunkelheit ertragen kann. Denn auch hier ein trotzdem -> Es ist eines der Bücher, in denen man ich dazu rate, die Triggerwarnungen ausnahmsweise vorher zu lesen, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die die Thematiken nicht ertragen, und so gut wegstecken können. Denn ja, oftmals habe ich mich hier gefragt, ob die wahren Monster die Monster unserer Vorstellung sind, oder ob nicht Menschen so sehr Monster sein können, dass sie diese Bezeichnung eher verdienen.

Kommen wir mal zu den schönen Dingen: Die Anziehung und Tension die sich ganz slow aufbaut zwischen Maeve und Zevander, und die man trotzdem einfach spürt. Komischerweise ging es mir diesmal auch gar nicht auf den Keks, dass Maeve von Zevander fasziniert ist. Und noch mehr: Komischerweise geht ER mir nicht auf den Keks, obwohl er der Meuchelmörder ist, wahrscheinlich, weil ein Großteil der anderen Männer noch mehr No-Go’s sind. Mir hat der Spice wirklich gut gefallen, der Slow Burn ist hier richtig gut umgesetzt. Auch, dass nicht alles immer nur darauf hinausläuft, dass beide unbedingt und krampfhaft miteinander ins Bett müssen, mag ich. Und trotzdem ist diese Anziehung da. Man hat sie ja quasi dauerhaft gespürt, und ich fand jetzt auch NICHT, dass das damit zusammenhängt „Moah, der Kerl denkt nur an das Eine“. Ich fand es für die Geschichte stimmig, und ohne die gegenseitige Anziehung hätte mir definitiv was gefehlt.

Bekommen wir auch dieses eine Thema? Ja, natürlich! Ach so, ihr dachtet an …. Etwas Anderes? Ich meine natürlich Jemanden, der so unbedingt die absolute Macht will, dass er über Leichen geht, und sich selbst über andere Lebewesen erhebt, weil ihm nur diese Machtausübung wichtig ist.

Die Geschichte hat eine ungemeine Intensität, ist also beim Lesen sehr intensiv, und man kommt sehr schwer aus seinem Lesefluss heraus, wenn man einmal darin ist. Sie hat mich in vielen Bereichen geschockt (und trotzdem nicht vom Lesen abgehalten), aber nicht so, dass ich nicht hätte weiterlesen wollen. Es war eben diese Grausamkeit, und was man Menschen antut und antun will. Das Schlimme daran ist, dass wir denken, dass alles Fantasy ist, und dass es das zum Glück nicht in der Realität gibt, weil es ausgedacht wurde. Aber solche ähnlichen Dinge gab (und gibt es leider immer noch) es in der Weltgeschichte tatsächlich immer. Vielleicht nicht genau in der Form, aber ähnlich. Ich fand es spannend, wie die Autorin das in die Geschichte eingebaut hat, diese Fetzen und Elemente von Dingen von denen man weiß, dass es sie gab, oder in Teilen der Erde eventuell auch noch gibt. Diese Dinge, die wir heute als ganz schlimm ansehen, und mit unserem Weltbild nicht vereinbaren können, weil es falsch ist. Das ist ein wenig wie ein Spiegel der Gesellschaft, ein Spiegel in die Vergangenheit der Menschheitsgeschichte, und eben ein Spiegel in die Abgründe von Menschen, die anderen Menschen schlimme Dinge antun, aus Gründen, die man gar nicht nachvollziehen kann. Und trotz allem habe ich trotzdem die Lektüre so spannend gefunden, dass ich natürlich wissen möchte, wie es weitergeht und endet. Lust auf mehr hat die Geschichte auf alle Fälle gemacht. Ich glaub hier an eventuelle Plottwists, die mich in Band 2 dann schocken könnten, ähnlich wie der Cliffhanger es getan hat. Denn das ist gar kein Spoiler. Es wird einen geben. Das Buch ist wahnsinnig gut geschrieben in den Dingen, dass man kaum weiß, wem man vertrauen kann, und wer sich als Jemand entpuppt, dem man vielleicht vertraut hat, ohne dass man es hätte tun sollen. Die Geschichte spielt schon fast damit, wer hier wem vertraut, und bei wem man hinter die Fassade blicken sollte, weil da Vertrauen angebracht wäre, wo erst keines war. Und andersrum. Es geht im Buch also viel um Vertrauen, Andersartigkeit, Verstoßensein aber auch Grausamkeit, Doppelmoral, und eben ganz viel Düsternis und moralisches Grau. Und trotz allem schafft die Geschichte es, dem Lesenden Hoffnung entgegenzubringen. Wie auch immer sie es in ihrer eigenen Magie schafft. Mich hat das Buch und die Story um Maevyth und Zevander gefesselt. Hinzukommt, dass hier ein Buch vorliegt, bei dem wir unweigerlich Theorien über Theorien spinnen. Die kommen einfach so in den Kopf und breiten sich aus, und wollen dort verweilen bis ………… es dann in der Fortsetzung weitergeht.

Heutiges Rezensionslied? Nun, ich wollte die Wälder und ihre Dunkelheit hervorheben, die manchmal genau dort zu finden ist, und die nicht immer mit den Wäldern an sich zu tun hat.

„I have seen what the darkness does. Say goodbye to who I was. I ain′t never been away so long. Don′t look back, them days are gone.

Follow me into the endless night. I can bring your fears to life. Show me yours and I'll show you mine. Meet me in the woods tonight.“




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Veröffentlicht am 29.05.2026

Wahnsinn ist nur die Antwort einer gesunden Psyche auf eine kranke Gesellschaft.........

INDEM SIE SCHWEIGEN, REDEN SIE
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Indem sie schweigen, reden sie – Rostocks Peiniger von Christin Kindt



Das Buch ist das Erstlingswerk der Autorin. Hierbei handelt sich es um einen Thriller, der auf dem Kommissariat der Rostocker Polizei ...

Indem sie schweigen, reden sie – Rostocks Peiniger von Christin Kindt



Das Buch ist das Erstlingswerk der Autorin. Hierbei handelt sich es um einen Thriller, der auf dem Kommissariat der Rostocker Polizei spielt. Der Roman ist sozusagen die erste Geschichte in Rostock, und soll wohl eine Serie werden. Hauptprotagonistin ist Elena Küster, eine 36jährige Kommissarin, die von Berlin nach Rostock versetzt wurde, auf eigenen Wunsch. Das heißt nicht ganz. Eigentlich wollte sie in eine andere Stadt, doch in Rostock war gerade Not am Mann. Elena ist Mutter von zwei Töchtern, die eine noch kleiner im Kindergartenalter von 4, die andere pubertierend und 16, und geschieden, da ihr Ex – Mann Tom sie damals mit einer anderen Frau betrogen hat. Nach und nach erfährt man im Buch immer mehr, auch über ihre eigene Vergangenheit, ebenso wie die einiger ihrer Polizeikollegen. Und es gibt noch andere Thematiken im Buch, die hier aber nicht verraten werden, die ich mir aber sehr gut in einem Folgeband, oder sogar einer Buchserie vorstellen könnte. Dieses Netz um die Ermittlerin, ihre Familie, und die Kollegen wurde sehr schön aufgebaut, und man wird den meisten sicherlich wieder begegnen.

Das Buch beginnt mit einem Selbstmord, zu dem die Polizisten gerufen wurden. Ein junges Mädchen hat sich von einem hohen Haus gestürzt, die Arme blutig geritzt. Da es in der letzten Zeit schon mal zwei Suizide von jungen Mädchen in genau diesem Alter gegeben hat, die sich ebenfalls wo runtergestürzt haben, werden die Polizisten nun hellhörig, denn jede hat einen Abschiedsbrief bei sich, und alle ähneln sich. Und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, und die Geschichte nimmt an Fahrt nochmals auf. Ein soziales Netzwerk, in dem sich alle Mädchen angemeldet haben, lässt darauf schließen, dass vor ihrem Tod alle mit demselben jungen Mann Kontakt hatten. Doch ist in diesem Buch wirklich jeder derjenige, der er zu sein scheint? Das ist die große Frage. Und ich möchte hier auch gar nicht zu viel verraten, da es sich um einen Thriller handelt, und da sollte man nichts der Spannung wegnehmen, weil so viele kleine Indizien wichtig für den Verlauf der Geschichte sind…… wenn man sie denn bemerkt J

Auch mit relativ wenigen Seiten, nämlich nur knapp 200, schafft der Thriller es trotzdem, schnell Spannung aufzubauen. Man ist sofort im Geschehen drin. Der Schreibstil ist nicht stockend, sondern schön flüssig, so dass man auch schnell vorankommt, und das Buch eigentlich in einem Rutsch durchlesen kann. Und…trotz der Kürze…ist es nicht minder verstörend.

Die Buchfiguren sind nicht geschönt, sondern aus dem Leben gegriffen.

Das Buch ist im Thema wirklich hochaktuell, und beschreibt die Gefahren des Internets genauso, wie die Thematik des Daten – und Identitätsklaus in Internetforen. Ebenfalls greift es das Thema Mobbing in der Schule auf. Das fand ich persönlich sehr schön, weil sowas zu leicht in Vergessenheit gerät, weil es natürlich kein sehr angenehmes Thema ist.

Die Schreibweise ist ebenfalls sehr modern, da der Roman ja auch in unserer aktuellen Gegenwart spielt, so dass einem an einigen Stellen wirklich bewusst wurde, wie die Dinge heutzutage sind. Manchmal verschließt man ja gerne die Augen vor der Realität. Doch hier gab es einen Blickwinkel auf unsere Zeit.

Das Cover fand ich von Anfang an gut, doch habe ich mich tatsächlich gefragt, ob ich auch diesmal die Verbindung zwischen Text des Romans und dem Cover finde. Vorher – nein, Nachher – ja. Ich glaube die Antwort gefunden zu haben.

Der Thriller hat mich gut unterhalten, und ich habe ihn tatsächlich in einem Ruck durchgelesen. Wer also für einen Nachmittag oder Abend eine spannende Zeit haben will, kann getrost zu diesem Buch greifen.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Auf zur wilden Fahrt...... Pardon zum wilden Flug durch die Zeitschleifen.

Augenschön Das Ende der Zeit (Band 1)
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Augenschön – Das Ende der Zeit - Band 1 von Judith Kilnar

Ich seh‘ Dir in die Augen, Kleines.

12. Mai 2019 um 14 Uhr, London, Oxford Street? Lucy, Atlas, ich bin dabei :D Wer sich mir anschließen will, ...

Augenschön – Das Ende der Zeit - Band 1 von Judith Kilnar

Ich seh‘ Dir in die Augen, Kleines.

12. Mai 2019 um 14 Uhr, London, Oxford Street? Lucy, Atlas, ich bin dabei :D Wer sich mir anschließen will, oder gar nicht weiß, wovon ich hier überhaupt rede, der sollte dann mal schleunigst das Buch lesen. DA findet er Erklärungen. Aber am Ende auch, zugegebenermaßen, viele Fragen….die hoffentlich in den beiden nächsten Teilen beantwortet werden :D

Harry Potter? Percy Jackson? Rubinrot? Wer genau hinsieht wird nicht direkt die „Hier schreienden“ Parallelen finden, als vielmehr leise Ahnungen und Erinnerungen an Geschichten und andere Bücher. Aber das kann ja schon mal vorkommen, bei der Vielzahl von Büchern, die auf diesem Planeten existieren. Und trotzdem wurde hier etwas, vielleicht nicht unbedingt von der Thematik her, aber sonst von den Ideen und der Umsetzung, völlig Neues geschaffen. Was Eigenständiges. Und das ist auch gut so. Denn dieser hier kommt mit ganz neuen Ideen.

Der vorliegende Band ist der Auftakt, und damit Band 1 einer Trilogie. Darin geht es um die Zeit, und das Reisen in ihren Zeitschleifen. Dies ist einer Gruppe von Menschen vorbehalten, die Augenschönen. Einst wurden diese Menschen von Göttern „gezeichnet“ (cyniert), die ihnen, bis zum 7. Lebensjahr, ihre Gene verinnerlicht haben. Die Merkmale danach: Fast vollkommen Schönheit und Perfektion im Aussehen, und die, dem Buch seinen Namen gebend, schönen Augen, die den meisten Menschen aber eher Angst machen. Andersartigkeit, wenn auch wunderschön, wird von Menschen ja immer sehr skeptisch angenommen. Diese Gemeinschaft der Augenschönen lebt zusammen in den Inneren Schleifen. Nachdem sie in unserer Welt, die Äußere Schleife, gestorben sind, sterben sie nicht, sondern kommen automatisch in diese Zeitschleife. Lucy, die Hauptprotagonistin des Buches, ist eine derjenigen Augenschönen. Die Geschichte selbst wird aus der Sicht von Lucy erzählt. Diese wird aus ihrem normalen Lebensumfeld gerissen und muss zwangsweise ein unsterbliches Leben als Augenschön antreten. Es erscheint im Buch wie eine Reise von Lucy, die am Anfang noch etwas eingeschüchtert ist, wurde ihr doch gerade ihre gesamte Lebensexistenz und ihre Familie genommen. Zur Mitte, und zum Ende des Buchs hin sieht man aber, wie sie immer mehr in ihre Rolle hineinwächst. Vielleicht hängt das auch mit der Zeit zusammen, aus der sie kommt. Im frühen 17. Jahrhundert hat sie gelernt, wie es ist, zu gehorchen und Benehmen an den Tag zu legen. Nun in ihrer neuen Rolle hat sie plötzlich dieses Wissen der Welt und ihrer Zukunft, und irgendwie wenden sich ihre Gedanken zu einem Menschen, der fast in der Gegenwart leben könnte. Lucy entwickelt sich. Und diese Entwicklung mit anzusehen, oder zu lesen, das gefällt mir ungemein.

Was mir am Buch sehr gut gefällt ist, dass es nicht, wie bei anderen Romanen dieser Art, jemanden gibt, der den Hauptprotagonisten niedermacht. Die Einheit und Atmosphäre unter den Augenschönen ist einträchtig, und alle verstehen sich gut und sind füreinander da. Zumindest in diesem Teil gab es keine richtig großen Eifersuchtsszenen, die einem das Herz brechen. Und fertiggemacht oder gemobbt wurde auch niemand. Das mag für Manchen langweilig klingen, ich fand es aber mal zur Abwechslung sehr erholsam.

Der Aufbau des Buchs zeigt vor jedem Kapitel einen Satz der mit der Zeit verbandelt ist, oder eine Aussage dazu hat. Im Wechsel mit Ausschnitten aus dem Lexikon der Augenschönen oder anderen Büchern, die das Thema behandeln, bringt es dem Leser immer kleine Informationen, um die Geschichte und die Hintergründe besser zu verstehen. Geschichtliche Aussagen zu Ereignissen der Vergangenheit, und Berichte über Missionen ergänzen alles noch dazu.

Auch wer das Buch erst nicht gut findet, sollte sich etwas in Geduld üben, denn gerade im Abgang wird es im zweiten Teil dann unheimlich spannend, die Geschichte nimmt an Fahrt auf, und die ganzen Erklärungen sind quasi zu Ende. Das Geschehen beginnt. Wir erfahren oder bekommen eine Ahnung davon, wie es in den weiteren Teilen weitergeht, und worum die Geschichte sich dreht.

Zum Cover: Hier blickt ihr in das Auge eines Augenschöns.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist minimalistisch, aber genau das macht den Reiz aus, denn so kann das Auge besser wirken, und deutet darauf hin, dass die Thematik des Buchs etwas mit Augen zu tun hat. Es ist mystisch angehaucht. Hier haben wir den Fantasyanteil der Geschichte. Da das Auge selbst nicht leuchtet, aber die Farben drum herum schon, finde ich sehr auch gut. Für mich haben die Farben schon fast etwas feuerartiges Explodierendes, was dann wiederum dazu passt, dass die Augen eines Augenschönen etwas mit den Elementen zu tun haben. Blitze aus den Augen, Feuer, Wasser, Natur…. Je nachdem, von welcher Gottheit man als Kind cyniert wurde.

Ein bisschen was zum Inhalt der Geschichte im Roman:

Ein Tag im anfänglichen 17. Jahrhundert. Lucy de Mintrus, jüngste Tochter einer nicht ganz unreichen Familie, lebt mit ihren beiden Eltern und den älteren Schwestern in einem großen Herrenhaus in England. Eine schöne Familienidylle, hat sie doch zu ihren Schwestern, besonders zur mittleren Evie, ein sehr inniges Verhältnis, das dem einer besten Freundin und Vertrauten gleicht. Eines Abends, bei einem Empfang im Haus, passiert nun etwas, das Lucys Leben von einem Moment auf den anderen völlig aus dem Ruder laufen lässt. Ausgerechnet Evie ist das erste Todesopfer von Lucy, die sie, aus Versehen wohl gemerkt, durch ihre Augen umbringt. Und dann ist da ja auch noch dieser Mann mit den pechschwarzen Augen, die ebenfalls beängstigend sind, aber anders, als Lucys goldene, die einfach nur von einer Andersartigkeit zeugen. Lucy ist eine Augenschöne. Erfahren tut sie das Ganze aber erst, nachdem sie………katapultiert durch ihre eigene Kraft aus den Augen, und nach ihrem eigenen Tod, der keinen Tod bedeutet, in einer Zeitschleife landet. Diese Schleife wird bewohnt von etwa 200 Augenschönen. Und nach und nach beginnt das Abenteuer, Lucy muss viel lernen. Wie genau das alles vor sich geht, oder wie der Lauf der Geschichte ist, das will ich gar nicht zu viel verraten, denn das steht alles im Buch.

Was aber vielleicht noch zu erwähnen wäre, das ist Atlas. Der Junge, der sie vom ersten Tag an nicht gerade nett behandelt, zu dem sich Lucy aber wahnsinnig hingezogen fühlt. Das lässt………..auch bei mir persönlich……….hoffentlich auf mehr in den Nachfolgebänden hoffen :D

Im Laufe des Buchs kommt Lucy immer mehr in der Schleife, und auch in der Gruppe der Augenschönen an, was sich sehr schön liest. Ich gebe zu, ich habe etwas länger gebraucht, um die Figuren im Buch „kennenzulernen“ und mich mit ihnen anzufreunden. Doch irgendwann im Buch gab es dann diesen Augenblick, diese eine Szene, wo Lucy mehr von sich preisgab, und man zu verstehen anfing. Vorher war da dieses Mädchen, das von einem Augenblick auf den anderen, plötzlich kein normaler Mensch mehr ist, sondern eine Augenschöne. Sie wurde in ihr neues Leben eingeführt, wurde trainiert, sowohl mental als auch körperlich, das Leben ging seinen Gang. Man hat selbst viel über die Augenschönen und ihre Geschichte gelesen und erfahren. Und trotzdem erschien sie mir, trotz einer guten neu gewonnenen Freundin, immer etwas abgespalten von den anderen. Eines nachts änderte sich das im Buch. Lucy erfährt etwas Weiteres über ihre Existenz, und auf einmal ist sie in einer großen Gruppe von anderen, die so sind wie sie. Das war der Moment, indem sie für mich endlich angekommen ist, und wo die Geschichte begonnen hat. Nun kann man sagen, da das länger gedauert hat, dass der erste Abschnitt des Buchs dann nicht gut war? Nein. Denn es handelt sich hierbei ja um eine Trilogie, und in einem 1. Teil finde ich es auch schon wichtig, wenn erstmal alle Hintergrundinformationen preisgegeben werden, quasi als Vorbereitung für den 2. Und 3. Band.

Und übrigens: Schiller hatte doch ein bisschen Ahnung :)

„Wird dieses Aug nicht ebenso schmelzend funkeln, ob es im Rhein oder in der Elbe sich spiegelt, oder im Baltischen Meer? Mein Vaterland ist, wo mich Luise liebt.“

-Friedrich von Schiller, Kabale und Liebe-

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Surreal mörderisch. Die Reise einer jungen Frau, die die Schwester ihrer Schwester sucht und findet.

Die mörderische Poesie des Monsieur Ducasse
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Die mörderische Poesie des Monsieur Ducasse – Ein Roman aus dem Paris der Surrealisten von Britta Habekost

Liebe Britta Habekost. Hätte ich diesem Buch 6 Sterne geben können, ich hätte es getan. Aber ...

Die mörderische Poesie des Monsieur Ducasse – Ein Roman aus dem Paris der Surrealisten von Britta Habekost

Liebe Britta Habekost. Hätte ich diesem Buch 6 Sterne geben können, ich hätte es getan. Aber leider wurde ich aufgehalten von den Grenzen der einheitlichen Normalität und Ordnung, die mir vorschreibt, nur 5 Sterne als Höchstmaß geben zu können. Hier also noch ein gedankliches Extrasternchen von mir, welches man vielleicht in ein unbeschriebenes Schulheft schreiben kann.

Das vorliegende Buch ist ein Buch für Dichter und Denker, Lesende, Schreibende, Menschen die sich durch andere heruntergemacht fühlen, weil diese ihnen das Gefühl geben, nicht so gut wie sie zu sein, Leute die genau das über sich denken (der Welt zu wenig zu sein), es aber nicht sind. Leute, die nicht so schillernd sind wie andere. Menschen die Probleme und Erinnerungen an die Dunkelheit im Leben haben, und sie kaschieren, und so tun, als würde die Normalität weitergehen. Und welche, die mit den Problemen ihrer eigenen Abgründe anders umgehen. Surrealisten, meinetwegen auch Realisten. Träumer. Und all die kleinen Lämmchen, die aus ihrer Versenkung kommen, um nicht mehr dort zu sein.

.Dieses Buch hat es doch tatsächlich geschafft, dass ich mit einem Notizbuch durch die Gegend gelaufen bin. Und manchmal, wenn ein Mensch aus meinem normalen Realitätsumfeld etwas wollte dann ging das so „Moment, gleich, ich muss noch einen Gedanken aufschreiben, den ich für meine Rezension gebrauchen könnte.“ Und die Gedanken kamen wirklich, wie eine Welle…..

Zuerst war es ein leichtes Hineinlesen in das Buch, ein erstes Betrachten und Kennenlernen, und mal schauen, wie die Zeilen sich lesen lassen. Daraus wurde dann ganz schnell Seite 42, und ich musste mich etwas bremsen, lag da doch noch dieses andere Buch, welches ich unbedingt erst beenden wollte. Doch schon am Tag danach tat ich etwas, was ich sonst nicht tue. Ich pausierte mit meinem anderen Buch, da der Sog mich unmissverständlich wieder zu Monsieur Ducasse zog. Und so wie die Surrealisten dem Zufall huldigen, so war es vielleicht auch Zufall, oder Schicksal, dass das Buch ausgerechnet in meine Hände geraten ist.

Agnelette Magloire, eine junge Frau, aus einem kleinen französischen Dorf, kommt nach Paris. Ein kleiner Kulturschock. Doch ist sie nicht ohne Grund hier. Sie sucht ihre Schwester, denn die verschwand vor 4 Jahren aus dem Heimatdorf. Einziger Hinweis sind ein paar geschrieben Zeilen, mit dem Verweis, dass sie Weggehen würde. Nach Paris. Das Ganze spielt Anfang der 20 er Jahre, einer Zeit, in der die Menschen die Wunden des 1. Weltkrieges leckten. Äußerlich gelassen, und um Wiederaufbau bemüht, hat dieser Krieg, so wie alle, sicherlich sehr viele unsichtbare Wunden in den Menschen hinterlassen, die man irgendwie versucht hat zu betäuben, oder tief im Gedächtnis zu vergraben. So gingen viele ihrer Lebensnormalität nach, um alles zu vergessen, die anderen verabscheuten alles, die Menschen, die Welt. Wiederum eine andere kleine Gruppe verabscheute alles Normale, denn war es nicht genau diese Normalität, die zu einem solchen Krieg, einem Weltenbrand geführt hat? Diese Gruppe nannte sich fortan Surrealisten.

In Paris angekommen, merkt Agnelette, wie anders doch die große Metropole im Gegensatz zu ihrem kleinen Geburtsort ist. Wurde sie dort noch beachtet, sogar als Schönheit von den Männern im Dorf bemerkt, merkt man im Roman, wie man selbst als Mensch in einer Großstadt untergehen kann. Mehr Menschen, man ist nur noch Eine von Vielen. Der Traum von der Großstadt Paris wankt am ersten Tag gleich, geht doch alles schief. Diese Welt überrumpelt Agnelette ein wenig. So viele Zeitungen, so viele Schlagzeilen …….. so viel passiert hier. Und da, just in der Zeitung, der Artikel über einen jungen Mann, dessen Leiche man gefunden hat. Doch das ist nur der Anfang. Agnelette lernt Menschen kennen. Sowohl im normalen Umfeld, als auch in dem der surrealistischen Künstler. Sie und man selbst wird dadurch in einen zufälligen Strudel aus Ereignissen gezogen. Auf der Suche nach ihrer Schwester, mit der Angst vor einem Mörder, der noch weitere Opfer fordert, eingeführt in eine Künstlerwelt die sie zwar verstehen kann, aber in die sie auch nicht so wirklich reinpasst, sondern eher als Außenbeobachterin erscheint. Dieses Beobachten und die Ereignisse führen durch die Geschichte. Das Buch endet mit dem „Finden der Schwester der Schwester“. Tja, wer das nicht versteht, der muss das Buch lesen, denn dort findet er eine Lösung :D . Vielleicht etwas anders, als er denkt.

Der Roman ist eine fantastische Verknüpfung zwischen realen Geschehnissen, in welche man ebenfalls reale Personen der damaligen Zeit gesetzt hat, vermischt mit einer erfundenen Protagonistin, durch deren Augen wir diese Zeit genau erleben können. Und zwar von den Anfängen des 1. Weltkrieges, bis über die Zeit danach, und schließlich die 20 er Jahre in Paris, zur Zeit des Surrealismus. Ebenfalls haben wir ein dichtes Bild davon, was auf dem Land geschehen ist, und währenddessen, und danach in einer Großstadt wie Paris. Die Surrealisten im Roman gab es alle wirklich, und ihre Leben wurden sehr gut im Roman beschrieben und verarbeitet (nachdem ihr das Buch gelesen habt, werdet ihr das Bedürfnis verspüren, alle Protagonisten zu googlen). Ebenso wie es seit Ende des 19. Jahrhunderts das Buch „Die Gesänge des Maldoror“ gab. Geschrieben von einem „Monsieur Ducasse“, von den Surrealisten später gefeiert, verehrt und als Poesie benannt, und sehr detaillreich die Morde im Buch schildernd haben wir hier die perfekte Verbindung zum Buchtitel.

Das Buchcover selbst ist hier mal wieder zu erwähnen, weil es einfach wunderschön ist. Wir sehen eine Frau, typisch angezogen, wie es eben in den 20ern war. Das Ganze wirkt echt, und doch auch nicht, da surrealistische Elemente mit eingebaut wurden. Schön düster beschreibt es ein wenig die Stimmung des Buches, denn dieses ist nicht einfach nur eine Zeitepochenbeschreibung, nein, es ist auch ein Kriminalroman. Denn im Paris dieser Zeit, und unter all den Geschehnissen, treibt ja ein Mörder sein Unwesen.

Und so wie der Surrealismus die damalige Zeit erleuchtet hat, und die Denkweise/den Horizont erweitert und fantasiert hat, so geschieht es auch mit diesem Buch, wenn man es liest. Da der Surrealismus sich sehr mit Träumen beschäftigt, erscheint man im Buch fast wirklich, wie in einem Traum gefangen, weil einen eine ganz besondere Atmosphäre einfängt. Ebenso sind die Ideen der damaligen Künstler sehr gut auf unsere heutige Zeit zu übertragen. Solche Menschen könnte unsere heutige Welt viel häufiger vertragen. Ein Stück Surrealismus für den eigenen Kopf. Ich hätte das Buch nicht missen wollen.

Obwohl das Buch von einem Mörder handelt, hat es eine gewisse Lebendigkeit, die ausgelöst wird, durch die charmanten Protagonisten. Das wird dann auf den Leser übertragen. Bei mir hat es zumindest diesen Effekt gehabt. Trotz allem gibt es Zwischenteile, die uns in ganz tiefe menschliche Abgründe locken. Ebenfalls Thema sind die Moral und Anstand der Gesellschaft als Maske, niemand lässt sein wahres Ich heraus. Dabei glaube ich, dass die Leute in den 20 er Jahren, gerade nach dem Krieg und all seinen Erlebnissen, nichts Anderes wollten als zu leben, und dies zum Ausdruck bringen, mit Tanzen und einer gewissen Freizügigkeit, Musik, und einer Sprengung der Dinge der Vorstellungskraft. Ich denke nur, dass jeder anders damit umgegangen ist. Die meisten wollten einfach nur vergessen, und mit ihrer Normalität einen Schleier über das Geschehene legen. Die anderen verurteilten genau diese Normalität.

Das sich ineinander verwebten Schicksal der Protagonisten, die in der Handlung wie ein Zahnrad ineinander übergreifen, sind zusätzlich richtig schön beschrieben. Wer also eine Erklärung für das Buch haben will……….. der Surrealismus erklärt nichts. Zufall um Zufall greift ineinander über. Und trotzdem erscheinen die Personen, und ihre Probleme fast so, als ob sie auch heute da sein könnten. Ganz im Sinne der Surrealisten, hat das Buch kein abgeschlossenes geplantes Ende, sondern für jeden eine Möglichkeit, dem Zufall eine Chance zu geben, und seine eigenen Schlüsse darüber zu ziehen, wie Agnelettes Leben, und auch das der anderen, wohl weitergehen wird.

Und dreht sich die Welt vor unseren Türen auch weiter, heißt es tief durchatmen, einsteigen, und mit Sogwirkung, wie durch eine Zeitmaschine, in eine andere Epoche geschleudert zu werden. Diese heimelt fast wie ein Traum an, und die Realität ist, für eine kleine Weile des Lesens, ausgesperrt. Man befindet sich auf einmal mitten in den 20 er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein Buch wie aus einem Traumgebilde.

Und weil ich viele meiner Rezensionen mit Liedtexten oder Zitaten beende, benutze ich hier einfach mal……. hmmm ……um es in der Sprache des Landes zu sagen, in dem das Buch spielt:

Non, je ne regrette rien

Ja, ich weiß, andere Zeitepoche, aber ich bereue wirklich nicht, das Buch gelesen zu haben.

Und weil ich es im Buch so schön fand: Flieg, Lämmchen! :)

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Veröffentlicht am 29.05.2026

"Mischt man sich unter die Spreu, so kann man leicht vom Schwein gefressen werden."

Vampirnovelle
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Vampirnovelle von Frank Hebben



In der Vampirnovelle wird mit wenigen Worten trotzdem eine dichte Geschichte erzählt, die man auch als das verstehen kann. Alles ist atmosphärisch dicht eingefangen und ...

Vampirnovelle von Frank Hebben



In der Vampirnovelle wird mit wenigen Worten trotzdem eine dichte Geschichte erzählt, die man auch als das verstehen kann. Alles ist atmosphärisch dicht eingefangen und verwebt. Die Beschreibungen der Situationen sind wortlich so klein gehalten, und trotzdem fühlt man sich, als ob man dabei wäre, da die wenigen Worte doch alles sagen.

So erfahren wir in der Vampirnovelle von einer ganz neuen Art von Vampiren, weitab von jeglichem Klischee. Hier sind Vampire nicht die übernatürlichen Wesen aus Mythen, sondern Menschen, die sich mit einem Virus angesteckt haben. Sie altern bis sie 30 sind, dann nicht mehr. Aber unsterblich sind sie trotzdem nicht. Sonnenlicht geht in Ordnung, ist aber nicht angenehm. Was aber natürlich bei einem Vampir nie fehlen darf, ist seine Nahrung. Im vorliegenden Buch ist es natürlich, wie kann es anders sein?, Blut, bzw. die Bestandteile des Blutes der Menschen. Das Ganze hat nichts Magisches an sich, nichts Mystisches. Hier werden die Opfer nur zur „Nahrungsaufnahme“ benutzt. Es gibt keinen verführerischen Vampir, der sein Opfer in einen Bann schlägt, was in Hypnose oder Sonstigem und in einem leidenschaftlichen Biss an der Kehle endet, um so an Blut zu kommen. Und das ist auch okay so. Immerhin ist diese Novelle etwas ganz anders, fernab von der „Normalität“ anderer Vampirgeschichten.

Was dagegen wieder „normal“ anheimelt, ist das Leben der drei Vampire, Martin, Ruth und Johann, die als Hauptprotagonisten gelten. Man geht normalen Jobs nach, und gerne feiern. Lebt in einer WG ähnlichen Gemeinschaft mit einem Alltag und Routine. Wobei WG ähnlich wohl nur bedeutet, dass die drei sich die meiste Zeit in Ruths Wohnung aufhalten, und auch dort schlafen, um nur ab und an etwas aus ihren eigenen Wohnungen zu holen. Frühstück, spülen, Wäsche waschen und aufhängen. Ja, da werden sogar mal per Internet Streaming Dienst alte Buffy Folgen geschaut, Emails verschickt, und Ava (die Neue in der „Vampirfamilie“) versucht sogar Whatsapp in die Gemeinschaft einzubringen.

Die Geschichte wird hauptsächlich erzählt anhand von Martin alias Marty (bitte nennt mich nicht so, ich heiße Martin), der nun schon 60 Jahre ist. Wohl nicht ganz so beabsichtigt macht er die junge Ava zum Vampir. Wobei……………vielleicht spielt doch eine unterbewusste Absicht mit, dass er gerade sie ebenfalls zur Vampirin macht, immerhin hätte er sie auch töten können, sann wäre sie nur Nahrung gewesen.

Seine zwei Weggefährten im Laufe der Jahrzehnte sind Ruth und Johann geworden. Ein Trio, das menschlicher nicht unterschiedlicher sein könnte. Ruth, die Künstlerin. Johann, der schon immer hart arbeitende Hafenarbeiter. Und Martin, der Sohn eines reichen Mannes…….und eigentlich wirklich auch nur genau das………… arbeitet er doch genau für diesen seinen Vater um die Firmendynastie weiterzuführen. Nicht, dass er seinen Vater gerne hat. Ihn mag er nicht besonders. Hat er ihn immerhin aus besagten Dynastiegründen zum Vampir gemacht. Man merkt richtig, dass Martin mit der Welt nicht klarkommt, sie nicht mag, seine Gedanken dazu eher negativ sind. Dazu dieser ewige Kreis aus Alltag mit Arbeit und ähnlichen Dingen, die eben alltäglich sind (gerne auch mal das Hamsterrad genannt).
Fast kommen einem die Menschen wie Zombies vor, die alle dasselbe tun, und alle nebenher, und nicht miteinander leben, jeder in seiner eigenen Welt versunken, und trotzdem alle gleich in der Ausführung der Tätigkeiten.
Das schlimme ist nur, genau wie auch Martin irgendwie, ist man selbst ein Teil dieses ewigen Kreises. So geht die Geschichte voran, und Martin macht zum Ende des Romans hin Veränderungen durch. Tatsächlich kann man ihn sogar als eine Art Antiheld bezeichnen. Das Ende ist dann allerdings überraschend und hat was von einer verstörenden Arche Noah Situation. Und während man sich im Buch viel in Martins Gefühlswelt befunden hat, regt das Ende ebenfalls zum Nachdenken an, wenn auch anders. Was es damit auf sich hat, kann aber jeder selbst lesen.

Es folgt ein wenig Gedankensalat aus meinem Kopf zum Buch:

Im Buch kommen keine Stereotypen auf. Ja…… nicht mal den allseits gefeierten Charme eines Graf Draculas, der uns sanft verführt, um an unser Blut zu kommen, ist zu spüren. Martin ist so vieles Leid, auch in seiner Umwelt, der er überdrüssig ist, und genau das zeigt er auch. Eine gewisse Langeweile hat sich bei ihm eingestellt. Eine Unzufriedenheit und Kritik über die Lebensweisen von Menschen (und wohl auch irgendwie den gar nicht so anders lebenden Vampiren). Ein Treiben, wie bei einem Teenager, ohne Verantwortung. Und eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der Welt. Fast schon depressiv erscheint er einem an manchen Stellen. Mit seiner etwas nicht so ganz charmanten Sprache ist er allerdings trotzdem ein Sympathieträger. Wie er das beim Leser, in diesem Fall bei mir, schafft………..das kann ich nicht mal sagen. :D.

Da ist man also schon mal zum Vampir geworden, und hat eine längere Lebensdauer, ist aber nicht unsterblich, und trotzdem plagen einen genau dieselben Dinge, wie Menschen plagen. Dadurch fällt einem auf, wie trostlos das Leben sein kann.

Viele Gespräche sind durchzogen von einer Gewissen Art schwarzen Humors, so dass man manchmal ein Grinsen nicht unterdrücken kann (selbst wenn es um Vampirnahrungsbeschaffungsmaßnahme geht).

Man muss sich auf diese Novelle einlassen, weil sie vielleicht anders ist, als erwartet. Aber wenn man dies tut, dann hat man für einen kurzen Leseaugenblick einen Einblick in die Seelenwelt eines Vampirs. Aber nicht so, wie wir ihn sonst kennen. Martin könnte quasi auch ein einfacher Kerl sein, der uns begegnet, und unzufrieden mit seinem Leben ist. Mir hat das gefallen. Auch macht es einen irgendwie nachdenklich, ob das höchste Ziel im Leben wirklich ist, sich in den Kreislauf und Alltag aus Arbeit und Zuhause zu stürzen. Und ob das lebenswert ist. Ebenso hat man an einigen Stellen ein wenig Mitleid mit Ava, die von einem Augenblick auf den anderen ihr altes Leben hinter sich lassen muss, wenngleich das kein wirklich schönes Leben war. So gibt das Vampirsein ihr eine neue Chance. Eine heile Familienidylle.

Die beklemmende und düster trostlose Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch, und man fragt sich zwangsweise und unweigerlich, ob unsere Welt wirklich so schlecht ist, wie Martin von ihr denkt. Ab und an habe ich mich beim Gedanken erwischt dies zu bejahen.



An dieser Novelle gibt es nichts auszusetzen. Und das Gedanken - Karussell dreht und dreht sich immer weiter. Wer hier vielschichtige Charakterbeschreibungen mit Vergangenheitserlebnissen sucht, und das Ganze sehr ausführlich, der ist falsch. Denn dafür müsste das Buch ein Roman, und keine Novelle sein. Trotz der kurzen und wenigen Worte findet man aber trotzdem erstaunlich viel über die Charaktere heraus. Die Zwischentöne machen‘s eben. Und weil das hier so gut gelungen ist, gebe ich dem Buch gerne 5 Sterne, weil ich absolut zufrieden damit bin, und die Mischung aus allen Elementen von schwarzem Humor, bis über Stimmungsschwankungen und nachdenklichen Momenten großartig gelungen ist.

Aus dieser Rezension verabschiede ich mich nun noch mit den Worten, die ich schon bei meinem Fazit des Buches verwendet habe, die Worte der Novelle. Ich muss allerdings den Zeitpunkt etwas anpassen, da es nicht mehr heute Nacht ist, und wohl auch nicht mehr 2:30 Uhr.

Mitten in der Nacht. 2:30Uhr. Das Buch beendet. Im Kopf nur Leere. Oder ein Übermaß an Informationen? Werde mich nun hinlegen. Bin wohl etwas müde. Morgen ist auch noch ein Tag. Oder später. Gute Nacht.

Und um alles mit den Worten von Bertold Brecht enden zu lassen:

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

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