Cover-Bild Das können wir uns nicht leisten
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 18.03.2026
  • ISBN: 9783442763290
Miriam Davoudvandi

Das können wir uns nicht leisten

Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein
»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, bei denen es zu Hause nie Ruhe gab – in den Räumen und den Köpfen. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.«

Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das abgenutzte Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung – und sie ist bis heute ein Teil von ihr.

Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind.Armut lässt sich vielleicht bemessen.

Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit Menschen macht. Umso wichtiger ist es, Miriam Davoudvandis Geschichte zu hören. Sie spricht auch für all jene, die bisher keine Stimme hatten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2026

Mehr als eine Frage des Geldes

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„Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal spürte, dass wir arm sind.“ (S. 9)
Dieser Satz steht früh in „Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi und hat sich bei mir sofort im Gedächtnis ...

„Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal spürte, dass wir arm sind.“ (S. 9)
Dieser Satz steht früh in „Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi und hat sich bei mir sofort im Gedächtnis festgesetzt. Weil es sich um einen scheinbar unbedachten Kindheitsmoment handelt, der rückblickend klar macht: Hier, bereits im Alter von vier Jahren, beginnt das Bewusstsein für soziale Unterschiede (wenn auch zunächst nur als diffuses Gefühl).

Davoudvandi erzählt in ihrem Buch über Klassismus in Deutschland und entscheidet sich bewusst dafür, nicht über Zahlen oder abstrakte Modelle zu schreiben, sondern konsequent aus einer biografischen Perspektive. Genau das macht den Text meiner Meinung nach so zugänglich und gleichzeitig so eindringlich. Armut wird nicht theoretisch erklärt, sondern erfahrbar gemacht als etwas, das sich nicht nur in finanziellen Einschränkungen zeigt, sondern gravierende Auswirkungen auf alle (!) Lebensbereiche hat.

Meine Meinung

Im Zentrum des Buches steht die Frage, wie tief soziale Herkunft in Lebensrealitäten eingeschrieben ist. Davoudvandi beschreibt, wie Armut Räume definiert und begrenzt: die Wohnung, in der Besuch unangenehm wird, die Schule, die vermeintlich Chancengleichheit verspricht, aber implizite Voraussetzungen mitbringt, oder Freizeitaktivitäten, die schlicht nicht finanzierbar sind. Es sind diese alltäglichen Situationen, die sichtbar machen, wie früh Ausschluss beginnt und wie selbstverständlich er oft hingenommen wird.

Armut ist mehr als eine ökonomische Kategorie! Sie ist ein soziales und emotionales Erleben, in dem Scham ein wiederkehrendes Motiv der gesamten Erzählung ist. Sie betrifft nicht nur materielle Einschränkungen, sondern prägt Beziehungen, Selbstbild und die Art, wie man sich in der Welt bewegt. Diese Dimension von Klassismus wird selten so konsequent aus der Innenperspektive beschrieben.

Die Autorin verbindet ihre persönliche Geschichte meiner Meinung nach sehr geschickt mit einer klaren gesellschaftlichen Analyse. Und der Ton ist nicht „klassisch“ sachbuchartig, sondern sehr nahbar. Das Buch bleibt nicht bei der individuellen Ebene stehen, sondern öffnet den Blick auf strukturelle Fragen: Wie entstehen soziale Unterschiede? Und warum werden sie so oft individualisiert statt systemisch betrachtet? Auch der Aspekt des sozialen Aufstiegs wird differenziert behandelt. Denn die klassische Geschichte vom „sozialen Aufstieg“ ist eine Lüge, weil Herkunft eben nicht einfach so verschwinden kann. Selbst wenn sich materielle Bedingungen verändern, bleiben Erfahrungen, Muster und Gefühle bestehen. Aufstieg ist damit immer ein ambivalenter Zustand zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Fazit

„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein sehr persönliches, zugleich politisches Buch, das einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über Klassismus in Deutschland leistet. Es verschiebt den Fokus weg von individuellen Zuschreibungen hin zu strukturellen Bedingungen und macht deutlich, wie wenig sichtbar viele Formen von Armut im Alltag sind, obwohl sie diesen massiv prägen. Für mich ist es ein Jahreshighlight und von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Wichtiges Buch

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„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein eindringliches und wichtiges Buch über Armut in Deutschland – und darüber, was es wirklich bedeutet, jeden Tag mit finanziellen Sorgen leben zu müssen. Miriam ...

„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein eindringliches und wichtiges Buch über Armut in Deutschland – und darüber, was es wirklich bedeutet, jeden Tag mit finanziellen Sorgen leben zu müssen. Miriam Davoudvandi beschreibt nicht nur die materiellen Schwierigkeiten, sondern vor allem auch die gesellschaftlichen Folgen von Armut: Scham, Ausgrenzung, fehlende Chancen und das Gefühl, in einer Gesellschaft ständig zurückgelassen zu werden.

Besonders stark ist, dass das Buch mit vielen Vorurteilen aufräumt. Es zeigt, dass Armut nicht einfach mit persönlichem Versagen zu tun hat, sondern oft das Ergebnis sozialer Ungleichheit, fehlender Unterstützung und struktureller Probleme ist. Die Autorin schreibt dabei ehrlich, verständlich und sehr nah an den Lebensrealitäten vieler Menschen in Deutschland.

Das Buch macht deutlich, wie sehr finanzielle Unsicherheit alle Bereiche des Lebens beeinflusst, sei es Bildung, Gesundheit, Beziehungen und die psychische Belastung im Alltag. Gerade deshalb ist es nicht nur ein gesellschaftskritisches Sachbuch, sondern auch ein Appell für mehr Empathie und soziale Gerechtigkeit.

„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein Buch, das eigentlich jeder lesen sollte. Es eröffnet einen wichtigen Blick auf Lebensrealitäten, die oft übersehen oder verdrängt werden, und regt dazu an, über soziale Ungleichheit in Deutschland neu nachzudenken. Ein bewegendes, relevantes und dringend notwendiges Buch.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Leider immer noch aktuelle Thematik und sehr interessanter Einblick

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Als Scheidungskind der, zwar 70er Jahre, kann ich die Probleme aus der Kindheit und Jugend der Autorin voll und ganz nachvollziehen. Sie beleuchtet, wie sich Armut auf diverse Lebensbereiche auswirken ...

Als Scheidungskind der, zwar 70er Jahre, kann ich die Probleme aus der Kindheit und Jugend der Autorin voll und ganz nachvollziehen. Sie beleuchtet, wie sich Armut auf diverse Lebensbereiche auswirken kann und was sie mit einem macht, wie sie prägt. Habe es verschlungen und empfehle auch den Podcast der Autorin im WDR Radio "Danke, gut", bei dem es um psychische Probleme geht...mit sehr interessanten Gesprächspartnern.

Mehr zum Buch auch auf meinem youtube- Kanal "Esses literarischer Salon".

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ganz wichtiges Buch!

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Ein ehrliches und sehr emotionales Buch über das Aufwachsen in Armut.
Miriam Davoudvandi erzählt von der Scham als Kind, im Sozialbau zu leben, bis hin zum sozialen Aufstieg und den persönlichen Konflikten, ...

Ein ehrliches und sehr emotionales Buch über das Aufwachsen in Armut.
Miriam Davoudvandi erzählt von der Scham als Kind, im Sozialbau zu leben, bis hin zum sozialen Aufstieg und den persönlichen Konflikten, die damit einhergehen. Sie spricht nicht nur die offensichtlichen Aspekte von Armut an, sondern auch die subtileren und oft übersehenen, wie Dating, Freundschaften und die Psyche. Schonungslos thematisiert sie die langfristigen Folgen, die über Zahlen hinausgehen und das gesamte Leben prägen.
Ein Buch, das nicht nur ihre Geschichte erzählt, sondern auch die von denjenigen, die von der Gesellschaft ignoriert werden und ungehört bleiben.
Es hat mich emotional wirklich sehr berührt und es sollte definitiv von ganz vielen Menschen gelesen werden!

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