Stille, die lauter ist als jedes Wort
Seit dem Tod ihrer Mutter vor einem Jahr fühlt sich Karla, als hätte das Leben sie einfach vergessen. Jeder Tag zieht leer an ihr vorbei, bis ein stiller Morgen auf dem Friedhof alles verändert. Dort begegnet ...
Seit dem Tod ihrer Mutter vor einem Jahr fühlt sich Karla, als hätte das Leben sie einfach vergessen. Jeder Tag zieht leer an ihr vorbei, bis ein stiller Morgen auf dem Friedhof alles verändert. Dort begegnet sie ihm: dem Jungen mit den traurigsten Augen, die sie je gesehen hat. Einem Jungen, dessen Schweigen lauter klingt als jedes Wort. Und plötzlich stellt sich die Frage, ob aus zwei gebrochenen Herzen wirklich ein neuer Anfang wachsen kann.
Was diese Autorin mit Trauer macht, ist einfach einzigartig. Sie beschönigt nichts, sie drückt nicht auf die Tränendrüse und trotzdem saß ich mit Kloß im Hals da, weil sich Karlas Leere so echt anfühlt. Die beiden Protas nähern sich unendlich behutsam an, ohne große Gesten, dafür mit Momenten, die unter die Haut gehen, und genau diese Zartheit hat mich komplett zerlegt. Gleichzeitig steckt so viel Hoffnung in der Geschichte: Es geht ums Weiterleben, ums wieder Atmen lernen und darum, dass Heilung kein Verrat an den Menschen ist, die wir verloren haben.
Wer Wie die Ruhe vor dem Sturm geliebt hat, wird hier erst recht durchgeweint sein, Taschentücher sind Pflicht. Für mich eines der emotionalsten Bücher des Jahres und eine klare Herzensempfehlung!