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Veröffentlicht am 07.08.2019

»Perfect Mistake« von Kylie Scott

Perfect Mistake
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In »Perfect Mistake« kehrt die Protagonistin Adele nach 7 Jahren zur Hochzeit ihres Vaters an den Ort zurück, wo sie als Jugendliche ihre Sommer verbracht und ihre erste große Liebe kennengelernt hat. ...

In »Perfect Mistake« kehrt die Protagonistin Adele nach 7 Jahren zur Hochzeit ihres Vaters an den Ort zurück, wo sie als Jugendliche ihre Sommer verbracht und ihre erste große Liebe kennengelernt hat. Das endete damals nicht gut, und so hat sie gemischte Gefühle, was ihren Aufenthalt dort angeht.

Kylie Scotts Schreibstil ist gewohnt angenehm flüssig zu lesen und trägt gut durch die Geschichte.
Jeweils am Anfang eines Kapitels gibt es einen Rückblick zu der Zeit vor 7 Jahren, als Adele ihre Sommerferien bei ihrem Vater verbrachte. Ind diesen Rückblenden erfahren wir sehr viel über Adeles und Petes Vergangenheit, was mir für das Verständnis der Beziehung der beiden zueinander sehr gut gefallen hat.
Was die Charaktere angeht, haben mir insbesondere Adele und ihre Stiefmutter Shanti, aber auch Adeles Freundin Hazel, gut gefallen. Adele ist immer ehrlich ihrem Gegenüber und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das führt zu überaus witzigen Dialogen, aber auch einer Verletzlichkeit Adeles, beides Aspekte, die mir sehr gut gefallen haben. Außerdem gab es so keine dramatischen Handlungstwists, nur weil die Charaktere nicht vernünftig miteinander reden, was ich überhaupt nicht leiden kann.
Shanti und Adele lernen sich zu Beginn des Buches erst kennen, dennoch durchblickt Shanti schnell das Geschehen und steht Adele immer zur Seite. Auch Hazel, Adeles Freundin in Sydney, mit der Adele Telefonkontakt hält, hat immer einen guten Ratschlag parat.
Gut gefallen hat mir außerdem das Setting der Geschichte in Australien. Die Autorin beschreibt sehr schön, ohne dabei zu ausschweifend zu werden, die Natur Australiens und die Atmosphäre hat mich absolut begeistert.
Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Handlung. Das Buch startet unheimlich stark mit einer tollen Idee, witzigen Charakteren und Dialogen, sodass ich mir sehr viel von Kylie Scotts neuestem Werk versprochen habe. Leider konnte »Perfect Mistake« dieser Erwartungshaltung nicht gerecht werden. Das liegt u. a. an Pete, Adeles erster großer und wohl auch einziger Liebe. Ihn mochte ich zu Beginn, aber mit fortschreitender Geschichte verhielt er sich zum Teil unmöglich Adele gegenüber und zudem überaus wankelmütig. Das war einerseits aufgrund seiner Vergangenheit nachvollziehbar, aber andererseits zu viel.
Das Buch wartet gegen Ende mit ein, zwei Überraschungen auf, schwächelt allerdings allgemein im letzten Drittel. Dort wurde auf einmal einiges hopplahopp abgehandelt, was ich gern früher oder mit etwas mehr Zeit gelesen hätte.

Fazit:
Anfang und Ende des Buches haben mir gut gefallen, wobei der Anfang deutlich stärker war als der weitere Verlauf der Geschichte. Die Charaktere waren mir sympathisch, bis auf Pete für einen Teil der Geschichte, und auch der Schreibstil und die Atmosphäre, die Kylie Scott geschaffen hat, konnten mich überzeugen. Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sternen für dieses Buch und empfehle Lesern, die noch kein Werk von Kylie Scott gelesen haben, lieber mit ihrer Rockstars-Reihe oder dem Einzelband »Trust« anzufangen. Wer eine witzige, romantische Geschichte, aber kein Jahreshighlight erwartet, mag mit »Perfect Mistake« durchaus zum richtigen Buch greifen.

Veröffentlicht am 06.07.2019

»Cinder & Ella« von Kelly Oram

Cinder & Ella
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Die Geschichte um Cinder alias Brian Oliver –einen bekannten und aufsteigenden Schauspieler – und Ella, die zu Beginn des Buches eine lebensverändernde Erfahrung erlebt, ist das erste in Deutschland veröffentlichte ...

Die Geschichte um Cinder alias Brian Oliver –einen bekannten und aufsteigenden Schauspieler – und Ella, die zu Beginn des Buches eine lebensverändernde Erfahrung erlebt, ist das erste in Deutschland veröffentlichte Buch der Autorin. Für den September ist ein zweiter Teil geplant.
Die Geschichte liest sich wie eine moderne Adaption des Märchens Aschenputtel. Die Anspielung im Titel auf Cinderella ist da sicherlich nicht unbeabsichtigt.

Ohne allzu viel vom Inhalt verraten zu wollen kann man wohl sagen, dass es Ella nach einem einschneidenden Erlebnis im Prolog nicht leicht hat. Sie verliert bei einem Autounfall einen ihr wichtigen Menschen und muss umziehen. Am neuen Ort, Los Angeles, angekommen, muss sie versuchen, sich in die Familie ihres Vaters einzuleben, die ihr scheinbar eher ablehnend gegenüberstehen, und sich an ihrer neuen Schule zurechtfinden. Gleichzeitig hat sie mit den Folgen des Unfalls zu kämpfen und damit, wie ihr Umfeld sie behandelt. Einzig ihr Chatfreund Cinder, den sie ein, zwei Jahre vor dem Unfall kennengelernt hat, gibt ihr Kraft.

»Cinder & Ella« liest sich sehr flüssig, witzig, hat aber auch ernste Zwischentöne, wenn es um Ellas Probleme geht. Das hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die charakterliche Entwicklung von Ella, ihrer neuen Familie und ihren Freunden, die sie über die Zeit gewinnt.
Etwas schnell ging mir teilweise die Beziehung zwischen Cinder und Ella. Cinder gesteht Ella relativ schnell seine Gefühle, ohne dass im Anschluss darauf eingegangen wird, obwohl deutlich ist, dass das für Cinder ein bedeutender Schritt ist. Auch im weiteren Verlauf des Buches waren mir manche Szenen zu Ellas und Cinders Liebesgeschichte zu dramatisch und kitschig.

Fazit: Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, insbesondere wie Schönheit (innerliche und äußerliche) behandelt werden, und schöne Lesestunden beschert. Wer sich also an ein bisschen viel Dramatik nicht stört oder das mag, ist hier genau richtig.

Veröffentlicht am 05.04.2019

»Law of Attraction« von Annie Williams

Law of Attraction
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Die Protagonistin Lianna erbt von ihrer verstorbenen Tante ein Haus im schnuckligen Örtchen Bellblossom und lässt ihr altes Leben hinter sich. Vor Ort verschafft ihr die Nachlassverwalterin Skye, von der ...

Die Protagonistin Lianna erbt von ihrer verstorbenen Tante ein Haus im schnuckligen Örtchen Bellblossom und lässt ihr altes Leben hinter sich. Vor Ort verschafft ihr die Nachlassverwalterin Skye, von der Lianna erst von dem Haus erfahren hat, einen Job in einer renommierten Anwaltskanzlei. Lianna verheimlicht ein nicht unwichtiges Detail beim Einstellungsgespräch, freundet sich aber schnell mit den dort arbeitenden Kolleginnen an und arbeitet sich gut ein. Das einzig Unerfreuliche scheint einer der Partner zu sein – Darren de Best. Doch während Lianna für Darren arbeiten muss, lernt sie ihn immer besser kennen und merkt, dass er vielleicht doch nicht der kaltschnäuzige, arrogante Anwalt ist, der er anfangs zu sein scheint …

Die Geschichte fängt mit Annie Williams unterhaltsamem Schreibstil gut an. Auch konnte ich mich gleich in Lianna hineinversetzen. Durch ihre Zielstrebigkeit, aber auch ihre kleinen Macken (sie geht lieber ein mal komplett überladen mit ihren Sachen vom Auto zum Haus, als den Weg zwei mal zurücklegen zu müssen, auch auf die Gefahr hin, dass ihr alles hinunterfällt) war sie mir gleich sympathisch. Ihre Vergangenheit bleibt noch etwas im Dunklen, aber es ist klar, dass es noch eine wichtige Rolle spielen wird. Auch ihre neue Freundin in Bellblossom Skye überzeugt auf ganzer Linie. Sie kann ein kleiner Teufel sein, aber ist im Grunde ihres Herzens ein lieber Mensch, der für seine Freunde da ist und gern hilft. Ihren riesengroßen Hund Loyd fand ich auch echt niedlich.

Auf der Arbeit tauchen weitere Nebencharaktere auf wie Colleen, die Lianna einarbeitet, und weitere Kolleginnen, mit denen Lianna sich schnell anfreundet. Alle waren sympathisch gezeichnet, bis auf den Partner der Kanzlei Darren de Best. Seine ersten Auftritte zeugen nicht gerade von einem großen Menschenfreund, der nachsichtig oder einfach nett zu seinen Mitarbeitern ist. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass es einen Grund hat, warum er oft so kurz angebunden ist und unfreundlich wirkt, und dass seine Art bei manchen Mitarbeitern nicht ganz ungerechtfertigt ist.

Mir hat es gut gefallen, wie sich Lianna und Darren über die Arbeit besser kennenlernen und Stück für Stück mehr über den anderen in Erfahrung bringen, allerdings ging mir die Handlung etwa nach gut der Hälfte des Buches zu schnell voran. Plötzlich kommen sich die beiden sehr schnell sehr nah, obwohl sie das vorher die ganze Zeit vermieden haben, weil sie ja zusammen arbeiten. Dann entwickelte sich meiner Meinung nach recht klischeehaft ein großes Drama, Liannas Probleme aus ihrem alten Leben tauchen auf und genauso schnell war auch alles wieder gelöst. Das fand ich schade, denn ansonsten war die Geschichte gut aufgebaut, aber das letzte Drittel war einfach überstürzt abgearbeitet. Da hat mir der Übergang zwischen dem Spannungshöhepunkt der Geschichte, wo die Probleme auftauchen bzw. Liannas Vergangenheit ans Licht kommt, und der Lösung des Ganzen gefehlt. Der Epilog hat mir dann wieder sehr gut gefallen, vor allem das wirklich süße Ende.

Fazit: Abschließend gesagt hatte »Law of Attraction« für mich einen starken Anfang, einen guten Mittelteil, aber leider einen übertrieben dramatischen Höhepunkt, der dann auch noch zu schnell abgearbeitet wurde, aber wiederum mit einem schönen Happy End abschloss. Ich vergebe gute 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.01.2019

»Wie programmiert man Liebe?« von Tina Brömme

Wie programmiert man Liebe?
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»Wie programmiert man Liebe?« von Tina Brömme ist eine nette Geschichte für Zwischendurch, die mich leider nicht restlos begeistern konnte. Warum? Hauptsächlich weil alles etwas zu langatmig war.
Die Protagonistin ...

»Wie programmiert man Liebe?« von Tina Brömme ist eine nette Geschichte für Zwischendurch, die mich leider nicht restlos begeistern konnte. Warum? Hauptsächlich weil alles etwas zu langatmig war.
Die Protagonistin Rieke ist zwar sympathisch und ich konnte ihre Handlungen und Gefühle nachvollziehen, aber sie war mir zu passiv und hat sich zu lange zu viel gefallen lassen. Zwischendurch lernt sie, dass man bestimmte Ereignisse und sich selbst als Person oft anders wahrnimmt als z. B. Freunde oder Kollegen um einen herum, aber auch das sehr langsam. Zum Ende hin kam dann zwar die Wandlung – u. a. mit einer wirklichen guten Szene –, aber das kam mir einfach zu spät.
Auch der männliche Protagonist Basti war mir zu zögerlich, wobei er insofern immerhin zu Rieke gepasst hat und die beiden wirklich niedlich zusammen waren. Gerade zum Schluss hat er noch mal eine tolle Szene und zeigt, was in ihm steckt. Aber auch diese Entwicklung dehnte sich für mein Zeitgefühl zu weit aus.
Ansonsten hat das Buch einen angenehmen Schreibstil und kann mit humorvollen Szenen punkten, insbesondere wenn Rieke ihre Texte für den Dating-TÜV schreibt. Auch die Nebencharaktere waren schön ausgearbeitet und interessant, aber insgesamt kommt »Wie programmiert man Liebe?« für mich dennoch nur auf 3 Sterne.

Veröffentlicht am 03.08.2018

»Du wolltest es doch« von Louise O'Neill

Du wolltest es doch
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»Du wolltest es doch« ist ein schwieriges Buch über das Thema sexuelle Gewalt, das nicht einfach zu lesen, aber unheimlich mitreißend und aufrüttelnd geschrieben ist.
Es teilt sich in zwei Teile und zeigt, ...

»Du wolltest es doch« ist ein schwieriges Buch über das Thema sexuelle Gewalt, das nicht einfach zu lesen, aber unheimlich mitreißend und aufrüttelnd geschrieben ist.
Es teilt sich in zwei Teile und zeigt, was vor der Tat normal war, wie das Leben der Protagonistin Emma aussah und was für ein Mensch sie war. Dieser Part hätte meiner Meinung nach etwas kürzer ausfallen dürfen. Natürlich ist es notwendig, das Vorher zu beschreiben, aber es zog sich leider etwas. Ich hatte zumindest nach dem Klappentext eine gewisse Erwartungshaltung und wollte eigentlich früher lesen, wie mit der Tat umgegangen wird.
Besonders spannend und interessant fand ich dabei, wie nicht nur Opfer und Täter auf das Geschehene reagieren, sondern auch, wie sich das Umfeld verhält, Freunde, Familienmitglieder, völlig Fremde. Sowohl im ersten Teil des Buches als auch im zweiten, der ungefähr ein Jahr nach der Tat angesiedelt ist. Und das fand ich mit am schockierendsten. Nicht zuletzt deswegen, weil es natürlich auch wieder Auswirkungen auf das Opfer und dessen Verhaltensweisen hat. Das ließ sich nicht immer leicht lesen, sowohl inhaltlich als auch von der Umsetzung her. Andererseits empfand ich es als sehr glaubwürdig, dass Emma nicht vergessen kann, was nach der Tat passiert, und ständig daran denken muss.
»Du wolltest es doch« ist ein starkes Buch zu einem so wichtigen Thema, das bei mir sicherlich noch eine Weile nachhallen wird.