ich hab’s sehr gemocht
Wild ReverenceRebecca Ross schreibt so bildhaft und feinfühlig, dass man das Gefühl hat, man bewegt sich direkt durch diese Welt aus Göttern, Macht und verbotener Nähe. Ihre Sprache trägt die Stimmung, ohne sich aufzudrängen. ...
Rebecca Ross schreibt so bildhaft und feinfühlig, dass man das Gefühl hat, man bewegt sich direkt durch diese Welt aus Göttern, Macht und verbotener Nähe. Ihre Sprache trägt die Stimmung, ohne sich aufzudrängen. Ich habe mehrfach langsamer gelesen, einfach um Sätze wirken zu lassen. Das passiert mir nicht oft.
Matilda hat mich besonders beeindruckt. Zwischen Pflicht, Herkunft und eigenen Gefühlen gefangen, stark und gleichzeitig voller Zweifel. Ihre Zerrissenheit wirkt nachvollziehbar und nah. Vincent bildet dazu einen wunderbaren Gegenpol. Bodenständig, entschlossen, aufmerksam. Die Verbindung zwischen den beiden entsteht über Vertrauen, über Worte, über gemeinsame Momente. Nichts daran fühlt sich überhastet an. Gerade das macht es so intensiv.
Was mir sehr gefallen hat, sind die vielen Zwischentöne. Die Briefe, die Gedanken, die vorsichtigen Annäherungen. Man spürt ständig, dass viel auf dem Spiel steht. Nicht nur für die Welt, sondern für zwei Herzen. Diese Spannung hat mich komplett durch das Buch getragen.
Ein kleiner Punkt, der es für manche Leser fordernder machen könnte, ist das ruhige Erzähltempo. Die Geschichte nimmt sich Zeit für Gefühle und innere Prozesse. Ich mochte das sehr, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt.
Für mich ist Wild Reverence eine wunderschöne, stimmungsvolle Ergänzung dieses Universums und gleichzeitig eine ganz eigene Liebesgeschichte.