Zwischen Bauschutt, alten Wunden und zweiter Chance
Tarah DeWitt liefert mit dieser Second-Chance-Romance eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen luftiger Liebeskomödie und feinfühligem Drama bewegt. Der Einstieg verlangt einem allerdings etwas Geduld ...
Tarah DeWitt liefert mit dieser Second-Chance-Romance eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen luftiger Liebeskomödie und feinfühligem Drama bewegt. Der Einstieg verlangt einem allerdings etwas Geduld ab: Protagonistin Larynn wirkt zu Beginn spürbar frustriert und unnahbar. Wer auf eine reine RomCom hofft, könnte zunächst stolpern. Doch die anfängliche Skepsis legt sich, sobald man die alten Verletzungen versteht, die hinter ihrer kühlen Fassade stecken.
Die Dynamik zwischen ihr und Deacon trägt die Handlung weitgehend. Um das geerbte, reichlich baufällige Haus ihrer Großmütter zu retten und an Larynns Treuhandfonds zu gelangen, gehen die beiden eine pragmatische Scheinehe ein. Aus dieser chaotischen Ausgangslage zwischen Staub und Hammer entsteht ein treffsicherer, unterhaltsamer Schlagabtausch. Deacon überzeugt dabei als geduldiger, sanfter Gegenpol, der Larynn mit viel Loyalität begegnet – selbst wenn er dadurch manchmal fast etwas zu nachgiebig wirkt.
Stilistisch punktet das Buch mit lockerem Erzählton, spritzigen Dialogen und einem klugen Perspektivwechsel, der beiden Figuren echte Tiefe verleiht. Die emotionale Annäherung verläuft entschleunigt; vergrabene Narben der Vergangenheit werden Stück für Stück freigelegt. Auch wenn sich zum Ende hin manche Probleme etwas gar zu glatt auflösen, bleibt es eine warmherzige Beziehungsreise mit spürbarem Kribbeln, die trotz kleiner Längen prima unterhält.