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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Wenn Narben auf Heilung treffen: Ein fulminantes Finale

The East Wind – Reich aus Sturm und Flammen (The Four Winds 4)
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Mit dem Abschluss der Four Winds-Reihe beweist Alexandria Warwick, dass die lautesten Geschichten oft die leisesten Helden brauchen. Im Mittelpunkt steht Min, die so gar nicht dem Klischee der unerschütterlichen ...

Mit dem Abschluss der Four Winds-Reihe beweist Alexandria Warwick, dass die lautesten Geschichten oft die leisesten Helden brauchen. Im Mittelpunkt steht Min, die so gar nicht dem Klischee der unerschütterlichen Fantasy-Heldin entspricht. Ihr Mut ist kein flammendes Schwert, sondern ein zögerliches Glimmen, das erst durch die toxische Asche ihrer Vergangenheit brechen muss. Es ist fast schmerzhaft authentisch zu beobachten, wie sie versucht, ihren eigenen Wert zu finden, während sie noch die Stimmen ihrer Unterdrücker im Ohr hat.

Dann ist da Eurus, der Ostwind. Warwick zeichnet ihn nicht als unnahbaren Gott, sondern als ein Wesen, das unter der Last seiner eigenen Geschichte fast zerbricht. Die Dynamik zwischen den beiden ist kein klassischer "Enemies-to-Lovers"-Galopp, sondern eher ein vorsichtiges Herantasten zweier Verwundeter.

Zum Schreibstil und der Handlung:
Warwicks Sprache ist atmosphärisch dicht und beinahe lyrisch, ohne dabei den Blick für die harten Kanten ihrer Welt zu verlieren. Sie verwebt Elemente aus Rapunzel und dem Amor & Psyche-Mythos zu etwas völlig Eigenem. Besonders beeindruckend ist, wie sie das Tempo drosselt, um der emotionalen Entwicklung Raum zu geben. Man liest hier keinen rasanten Action-Plot, sondern eine psychologische Reise durch ein Reich aus Sturm und Flammen. Dass die Reihe hiermit endet, hinterlässt eine wehmütige Lücke – es ist ein Abschied, der nachhallt.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Wenn das Herz ins Abseits läuft: Eine unverhoffte Punktlandung

My Secret Crush. Der Star der Mannschaft (Secret-Reihe 2)
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Manchmal braucht eine Geschichte ein paar Seiten, um warmzulaufen, aber wenn der Motor erst einmal schnurrt, dann reißt er einen voll mit. Mimi Heeger hat mit dem zweiten Teil ihrer Secret-Reihe ein Buch ...

Manchmal braucht eine Geschichte ein paar Seiten, um warmzulaufen, aber wenn der Motor erst einmal schnurrt, dann reißt er einen voll mit. Mimi Heeger hat mit dem zweiten Teil ihrer Secret-Reihe ein Buch geschaffen, das sich wie ein gemütlicher Abend mit den besten Freunden anfühlt.

Besonders der Schreibstil hat es mir angetan: Er ist unaufgeregt, ehrlich und mit einer ordentlichen Portion Humor gewürzt. Die Dialoge zwischen Lauren und Scott fühlen sich nicht hölzern an, sondern lebendig – man kann das Prickeln zwischen den Zeilen förmlich greifen. Mimi schafft es, dass man trotz kleinerer Stolpersteine zu Beginn (wer schickt bitte eine völlig planlose Reporterin allein in eine Männerkabine?) sofort eine Bindung zu den Charakteren aufbaut.

Die Geschichte selbst spielt zwar mit dem klassischen „Bad Boy meets Wallflower“-Thema, bricht aber angenehm aus den Klischees aus. Scott ist eben nicht der typische Macho, der sich von jetzt auf gleich ändert, weil ihn der Blitz trifft. Er ist reflektiert, hadert mit seinem Image und wirkt dadurch herrlich menschlich. Lauren wiederum ist weit mehr als nur das schüchterne Mädchen; ihre Entwicklung und die Suche nach ihrem beruflichen Platz im Leben geben der Story eine Tiefe, die über eine reine Romanze hinausgeht. Es geht um Vergebung, den Mut, über den eigenen Schatten zu springen, und darum, dass der erste Eindruck oft gewaltig täuscht. Ein Wohlfühlbuch, das zeigt, dass auch im Fußball die größten Siege abseits des Rasens errungen werden.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Wahrheit im Fadenkreuz: Wenn das System gegen dich spielt

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Mit seinem neuesten Werk beweist Nick Brooks erneut sein Talent dafür, den Finger direkt in die offenen Wunden der Gesellschaft zu legen. „Up in Smoke“ ist weit mehr als ein klassischer Krimi; es ist ein ...

Mit seinem neuesten Werk beweist Nick Brooks erneut sein Talent dafür, den Finger direkt in die offenen Wunden der Gesellschaft zu legen. „Up in Smoke“ ist weit mehr als ein klassischer Krimi; es ist ein eindringliches Porträt über das Aufwachsen in einem Washington D.C., in dem das Vertrauen in die Ordnungshüter für junge POC längst zerbrochen ist.

Die Geschichte: Zwischen Fehltritt und Verschwörung
Die Handlung katapultiert uns direkt in die angespannte Atmosphäre einer Black-Lives-Matter-Demo. Unser Protagonist Cooper begeht einen folgenschweren Fehler: Aus Gruppenzwang lässt er sich zu einer Plünderung hinreißen. Doch als Schüsse fallen und eine Frau stirbt, wird aus jugendlichem Leichtsinn bitterer Ernst. Sein Freund Jason landet hinter Gittern, und Cooper muss sich fragen, wie viel Wahrheit er preisgeben kann, ohne selbst unter die Räder einer Justiz zu geraten, die ihn ohnehin schon vorverurteilt hat. Gemeinsam mit Monique, Jasons taffer Schwester, beginnt eine gefährliche Suche nach dem echten Schützen, die beide an ihre Grenzen bringt.

Der Schreibstil: Unverfälscht und rasant
Brooks nutzt einen modernen, sehr direkten Erzählstil. Durch den Perspektivwechsel zwischen Cooper und Monique erhalten wir tiefe Einblicke in ihre zerrissenen Gefühlswelten. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch die innere Zerrissenheit der Jugendlichen eingefangen wird – man spürt förmlich den Druck, unter dem sie stehen.

Zwar wirkt die deutsche Übersetzung bei manchen Slang-Begriffen (wie dem „kleinen Homie“) gelegentlich etwas hölzern, was im englischen Original sicher flüssiger klingt, doch das nimmt der Dynamik kaum den Wind aus den Segeln. Das Tempo ist vor allem zu Beginn enorm hoch, gönnt sich im Mittelteil kurze Verschnaufpausen und gipfelt in einem Finale, das fast schon zu plötzlich über den Leser hereinbricht.

Mein Fazit
Das Buch ist ein optisches wie inhaltliches Highlight. Die haptische Gestaltung des Covers (man meint, eine echte Mauer zu berühren) spiegelt das Thema perfekt wider. Trotz kleinerer Längen und einer dezenten Lovestory, die glücklicherweise nie die ernsten Themen wie Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung überlagert, ist dies ein absolut relevanter Roman. Ein wichtiges Stück Jugendliteratur, das zum Nachdenken anregt und zeigt, dass die Wahrheit manchmal ein gefährliches Gut ist.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Magie, die durch den Magen geht: Ein Wohlfühl-Abenteuer im Schloss

The House Witch 1
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Wenn der Schneebesen zum Zauberstab wird
Wer bei Fantasy sofort an epische Schlachten und weltzerstörende Flüche denkt, wird von Delemhach Emilie Nikota eines Besseren belehrt. In „The House Witch 1 – ...

Wenn der Schneebesen zum Zauberstab wird
Wer bei Fantasy sofort an epische Schlachten und weltzerstörende Flüche denkt, wird von Delemhach Emilie Nikota eines Besseren belehrt. In „The House Witch 1 – Der Koch des Königs“ tauchen wir in die dampfenden Töpfe der Schlossküche von Daxaria ein. Finlay Ashowan ist kein strahlender Ritter, sondern ein Meister der Kulinarik mit einem pikanten Geheimnis: Er ist eine Haushexe. Seine Magie fließt nicht in Feuerbälle, sondern in das Wohlbefinden derer, die er bekocht.

Der Schreibstil: Federleicht mit kleinen Stolpersteinen
Die Autorin schreibt herrlich unaufgeregt. Die Sätze fließen dahin wie eine perfekt reduzierte Sauce – man gerät sofort in einen Lesefluss, der einen den Alltag vergessen lässt. Der Humor ist trocken und blitzt immer wieder zwischen den Zeilen auf, besonders wenn der eigenwillige Kater Kraken seine Pfoten im Spiel hat. Ein kleiner Wermutstropfen: Gelegentlich verliert sich die Erzählung in etwas langatmigen Szenen, etwa bei den ausufernden Trinkgelagen der Hofgesellschaft, die das Erzähltempo unnötig ausbremsen. Hier hätte eine Prise weniger Salz der Suppe gutgetan.

Die Geschichte: Zwischen Gemütlichkeit und Hofgeflüster
Die Handlung lebt von der Atmosphäre. Es geht weniger um das große politische Beben (auch wenn dieses im Hintergrund leise grollt), sondern um die leisen Töne: Wie Finlay Ordnung in das Küchenchaos bringt, wie er die schroffe Fassade der Adligen Annika durchbricht und wie kleine Gesten der Freundschaft große Kreise ziehen. Es ist „Cozy Fantasy“ im besten Sinne. Man wünscht sich beim Lesen oft mehr Details über die Welt Daxaria, doch der Fokus bleibt fest im Schloss verankert. Das macht das Buch zu einem intimen Kammerspiel, das beweist, dass wahre Stärke oft im Verborgenen – oder eben in einer perfekt abgeschmeckten Suppe – liegt.

Mein Fazit: Ein charmanter Auftakt für alle, die eine Pause von düsterer Action brauchen und lieber in einer Welt versinken möchten, die nach frischen Kräutern und echter Herzlichkeit duftet.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Wenn die Wahrheit zur Waffe wird: Ein würdiger Abschluss

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
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Nach dem heftigen Cliffhanger des ersten Bandes war die Vorfreude auf das Finale riesig – und Julia Pauss hat mich nicht enttäuscht. Kiss of the Broken knüpft nahtlos an die dramatischen Ereignisse an ...

Nach dem heftigen Cliffhanger des ersten Bandes war die Vorfreude auf das Finale riesig – und Julia Pauss hat mich nicht enttäuscht. Kiss of the Broken knüpft nahtlos an die dramatischen Ereignisse an und wirft uns direkt zurück in die düstere Atmosphäre von Lethia und das für uns neue, beklemmende Reich der Dämonen, Tenebria.

Besonders hervorzuheben ist der Schreibstil. Die Autorin schafft es, eine konstante Grundspannung zu halten, die sich nicht durch plumpe Action, sondern durch die tiefe emotionale Zerrissenheit der Figuren speist. Die Sprache wirkt geschmeidig und zieht einen regelrecht in die Seiten hinein, sodass die Nachtstunden beim Lesen wie im Flug vergehen. Dass zu Beginn die wichtigsten Ereignisse kurz zusammengefasst werden, erleichtert den Wiedereinstieg enorm.

Die Geschichte lebt vor allem von Scarlett. Ihre Entwicklung von der Gejagten zur strategischen Kämpferin, die bereit ist, für Ren und ihren Frieden alles zu opfern, ist absolut authentisch gezeichnet. Während Ren in seiner inneren Finsternis gefangen scheint, ist es Scars unbändiger Wille, der die Handlung vorantreibt. Auch wenn manche Wendungen im Vergleich zum Auftakt etwas vorhersehbarer wirkten, büßt das Buch nichts an Intensität ein. Die Dynamik zwischen den beiden bleibt das Herzstück: ein schmerzhafter Tanz zwischen Verrat, Rachegelüsten und einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Ein atmosphärischer Abschluss, der zeigt, dass Licht und Schatten oft untrennbar miteinander verwoben sind.

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