Echo der Klinge: Wenn Feinde untrennbar verschmelzen
I Am the BladeMarie Graßhoff zeigt mit ihrem neuen Buch, dass Fantasy nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss. Im Mittelpunkt steht Seren, die von einer mächtigen Organisation zur emotionslosen Auftragskillerin ...
Marie Graßhoff zeigt mit ihrem neuen Buch, dass Fantasy nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss. Im Mittelpunkt steht Seren, die von einer mächtigen Organisation zur emotionslosen Auftragskillerin erzogen wurde. Dass sie zu Beginn der Geschichte noch sehr blauäugig wirkt, liegt nicht an ihr selbst, sondern an ihrer strengen, isolierten Erziehung. Der spannendste Kniff der Story: Sie tötet den Rebellen Vale direkt auf den ersten Seiten – doch seine Seele bleibt fest an sie gebunden.
Der Schreibstil und das Erzähltempo
Marie Graßhoff hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Manchmal nutzt sie etwas ungewöhnliche Formulierungen, an die man sich auf den ersten Seiten erst gewöhnen muss. Das Buch startet recht ruhig und nimmt sich viel Zeit, um die düstere Welt und die Regeln der Magie zu erklären. Das führt anfangs zu ein paar Längen. Doch sobald der eigentliche Kriminalfall ins Rollen kommt und die Kapitel kürzer werden, zieht das Tempo ordentlich an und es wird richtig packend.
Die Charaktere und ihre Dynamik
Die absoluten Highlights des Buches sind die Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Die Wortgefechte zwischen Seren und dem Geist von Vale sind unglaublich unterhaltsam. Er öffnet ihr die Augen für die Lügen ihrer Auftraggeber und bringt sie dazu, ihr ganzes Leben zu hinterfragen. Richtig schön zu beobachten ist auch, wie Seren in ein Ermittlungsteam gesteckt wird. Zum ersten Mal erfährt sie, was Freundschaft und Zusammenhalt bedeuten, wodurch sie immer menschlicher und nahbarer wird. Schön ist auch, dass die Liebesgeschichte der Handlung nicht die Show stiehlt, sondern sich ganz natürlich entwickelt. Trotz kleinerer Vorhersehbarkeiten macht das Buch einfach großen Spaß und lässt einen fieberhaft auf Band zwei warten.