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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2026

Echo der Klinge: Wenn Feinde untrennbar verschmelzen

I Am the Blade
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Marie Graßhoff zeigt mit ihrem neuen Buch, dass Fantasy nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss. Im Mittelpunkt steht Seren, die von einer mächtigen Organisation zur emotionslosen Auftragskillerin ...

Marie Graßhoff zeigt mit ihrem neuen Buch, dass Fantasy nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss. Im Mittelpunkt steht Seren, die von einer mächtigen Organisation zur emotionslosen Auftragskillerin erzogen wurde. Dass sie zu Beginn der Geschichte noch sehr blauäugig wirkt, liegt nicht an ihr selbst, sondern an ihrer strengen, isolierten Erziehung. Der spannendste Kniff der Story: Sie tötet den Rebellen Vale direkt auf den ersten Seiten – doch seine Seele bleibt fest an sie gebunden.

Der Schreibstil und das Erzähltempo
Marie Graßhoff hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Manchmal nutzt sie etwas ungewöhnliche Formulierungen, an die man sich auf den ersten Seiten erst gewöhnen muss. Das Buch startet recht ruhig und nimmt sich viel Zeit, um die düstere Welt und die Regeln der Magie zu erklären. Das führt anfangs zu ein paar Längen. Doch sobald der eigentliche Kriminalfall ins Rollen kommt und die Kapitel kürzer werden, zieht das Tempo ordentlich an und es wird richtig packend.

Die Charaktere und ihre Dynamik
Die absoluten Highlights des Buches sind die Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Die Wortgefechte zwischen Seren und dem Geist von Vale sind unglaublich unterhaltsam. Er öffnet ihr die Augen für die Lügen ihrer Auftraggeber und bringt sie dazu, ihr ganzes Leben zu hinterfragen. Richtig schön zu beobachten ist auch, wie Seren in ein Ermittlungsteam gesteckt wird. Zum ersten Mal erfährt sie, was Freundschaft und Zusammenhalt bedeuten, wodurch sie immer menschlicher und nahbarer wird. Schön ist auch, dass die Liebesgeschichte der Handlung nicht die Show stiehlt, sondern sich ganz natürlich entwickelt. Trotz kleinerer Vorhersehbarkeiten macht das Buch einfach großen Spaß und lässt einen fieberhaft auf Band zwei warten.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Scherben, Schatten und ein zerrissenes Herz

Broken Dove
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Nach dem Auftakt entführt uns Dani Francis im zweiten Band in ein völlig verändertes, raueres Terrain. Stand zuvor der glänzende Schein der Silver Elite im Mittelpunkt, finden wir uns nun im staubigen, ...

Nach dem Auftakt entführt uns Dani Francis im zweiten Band in ein völlig verändertes, raueres Terrain. Stand zuvor der glänzende Schein der Silver Elite im Mittelpunkt, finden wir uns nun im staubigen, von Misstrauen geprägten Versteck der Rebellen wieder. Wrens Flucht zu „Uprising“ bedeutet keineswegs Rettung, sondern den Beginn einer schmerzhaften Desillusionierung. Die Zuflucht entpuppt sich als Ort voller Vorurteile, an dem sie sich mühsam behaupten muss.

Besonders faszinierend ist, wie die Autorin die moralische Komplexität dieser Welt entfaltet. Es gibt hier kein einfaches Gut gegen Böse mehr. Wren gerät in eine Zerreißprobe, bei der jede Entscheidung Opfer fordert. Die räumliche Trennung von Cross, mit dem sie nur noch über fragile telepathische Bande verbunden ist, schmerzt spürbar. Während er im Hintergrund agiert, entwickelt Wren ohne ihn eine ungeahnte Eigenständigkeit. Francis nimmt sich viel Zeit für diese innere Transformation; Wren verliert ihre Naivität und blickt den harten politischen Realitäten mutig ins Auge.

Der Schreibstil der Autorin ist dabei ein Genuss. Er fließt unaufgeregt und elegant dahin, ohne sich mit künstlicher Dramatik in den Vordergrund zu drängen. Francis versteht es meisterhaft, das Erzähltempo anzupassen. Auf dichte, actiongeladene Passagen folgen ganz bewusst leisere, fast meditative Kapitel. Diese Ruhephasen geben den Charakteren den nötigen Raum zum Atmen und Reflektieren – auch wenn manche dies als kleine Längen empfinden mögen, verleihen sie der Geschichte eine seltene emotionale Tiefe.

Das Worldbuilding gewinnt enorm an Kontur, während neue Figuren frischen Wind in die Dynamik bringen. Und das Ende? Ein emotionaler Paukenschlag, der den Leser fassungslos zurücklässt. Eine reife, tiefgründige Fortsetzung, die absolut fesselt.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Ein Finale auf Augenhöhe mit kleinen Startschwierigkeiten

Mornings in Boston - The Games We Play
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Mit „The Games We Play“ führt Anna Lane ihre Boston-Reihe zu einem runden Ende. Im Mittelpunkt stehen Harper und der ehemalige Football-Profi Everett, deren gemeinsame Vergangenheit von einem tiefen Bruch ...

Mit „The Games We Play“ führt Anna Lane ihre Boston-Reihe zu einem runden Ende. Im Mittelpunkt stehen Harper und der ehemalige Football-Profi Everett, deren gemeinsame Vergangenheit von einem tiefen Bruch überschattet wird. Als sie für ein TV-Format beruflich kooperieren müssen, prallen alte Wunden und ungeklärte Fragen aufeinander.

Die Geschichte besticht vor allem durch ihre authentischen Zwischentöne. Lane verzichtet dankenswerterweise auf toxische Dynamiken. Everett wird trotz seines Rufs nicht als typischer Draufgänger dargestellt, sondern begegnet Harper mit tiefem Respekt und lässt ihr den Vortritt, statt sie zu bevormunden. Auch das schwierige Familienkonstrukt rund um Harpers Bruder und die Sportwelt wirkt greifbar und schmerzhaft echt. Schade ist nur, dass der Einstieg unnötig gedehnt wirkt. Das Zögern vor der Zusammenarbeit nimmt viel Tempo weg, und die plötzliche Versöhnung bezüglich des alten Verrats wird etwas zu schnell abgehakt. Hier verschenkt die Handlung Potenzial, das im späteren Verlauf durch liebevolle Details – wie die rührende Interaktion mit älteren Nebencharakteren – wieder wettgemacht wird.

Lanes Schreibstil trägt die emotionale Tiefe der Erzählung mühelos. Ihre Sprache ist modern, flüssig und angenehm unaufgeregt. Sie schafft es, die Balance zwischen humorvollem Schlagabtausch und verletzlichen Momenten zu halten, ohne in kitschige Klischees abzudriften. Besonders stark zeigt sich ihr Stil in den leisen Passagen: Sie zeichnet ihre Charaktere mit feiner Klinge und transportiert echte Gefühle, anstatt auf das ganz große, laute Drama zu setzen. Wer tiefgründige Liebesgeschichten mit spürbarer Entwicklung schätzt, wird dieses Buch trotz kleinerer Längen sehr genießen.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Ein Netz aus Schweigen und Zweifeln

Dead Girls Don't Dance
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Wer ein rasanten Actionfeuerwerk sucht, wird hier enttäuscht. MK Pagano setzt in ihrem Debüt auf etwas viel Subtileres: eine schleichende, ungemütliche Atmosphäre, die einen langsam einwickelt. Die Geschichte ...

Wer ein rasanten Actionfeuerwerk sucht, wird hier enttäuscht. MK Pagano setzt in ihrem Debüt auf etwas viel Subtileres: eine schleichende, ungemütliche Atmosphäre, die einen langsam einwickelt. Die Geschichte dreht sich um Addie, die den vermeintlichen Freitod ihrer Schwester Fiona nicht wahrhaben will. Als dann ihr Hauptverdächtiger an derselben Klippe umkommt und sie selbst ins Visier gerät, beginnt ein psychologisches Verwirrspiel.

Die Dynamik der Kleinstadt, in der jeder Dreck am Stecken hat, wird hervorragend spürbar. Besonders die Kluft zwischen Arm und Reich wird intensiv beleuchtet, wenn auch manchmal eine Nuance zu oft. Die Erzählung springt geschickt zwischen den Zeitebenen, was den Charakteren eine enorme Tiefe verleiht. Man blickt hinter die Masken einer scheinbar perfekten Gemeinschaft.

Paganos Sprachstil ist wunderbar unkompliziert. Die Sätze transportieren die tiefe Melancholie und Isolation der Protagonistin, ohne überladen zu wirken. Es liest sich mühelos weg, während man ununterbrochen eigene Theorien aufstellt – nur um sie kurz darauf wieder zu verwerfen. Addie ist keine unfehlbare Heldin; sie agiert oft distanziert und verbissen, was sie greifbar macht. Auch das Zusammenspiel mit Seth sorgt für echte emotionale Reibungspunkte.

Zwar verliert der Plot im Mittelteil etwas an Tempo, doch das clevere Versteckspiel macht das locker wett. Wer unvorhersehbare Rätselkrimis mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Zwischen staubigen Pfaden und funkelnder Gefahr

Colter Valley Ranch 1. Shotguns & Champagne
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Wenn staubiges Ranch-Flair auf hochkarätigen Nervenkitzel trifft, entsteht genau das, was Carolina Sturm in ihrem Reihenauftakt kreiert hat. Statt einer seichten Romanze im ländlichen Wyoming, serviert ...

Wenn staubiges Ranch-Flair auf hochkarätigen Nervenkitzel trifft, entsteht genau das, was Carolina Sturm in ihrem Reihenauftakt kreiert hat. Statt einer seichten Romanze im ländlichen Wyoming, serviert uns die Autorin einen packenden Genremix, der das Herzrasen nicht nur durch romantische Schwingungen antreibt.

Die Handlung dreht sich um die investigative Journalistin Madison, die sich unter falscher Flagge in ein Familienfest der mächtigen Colters einschleicht. Ihr Ziel: düstere Machenschaften aufdecken. Doch die Fassade bröckelt, als sie Weston Colter begegnet. Was als riskantes Manöver beginnt, mutiert rasch zu einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Feind und Retter verschwimmen. Sturm verwebt das schwelende Misstrauen und die intensive Annäherung so geschickt, dass die Zerreißprobe der Figuren regelrecht greifbar wird.

Besonders herausragend ist Sturms sprachliches Geschick. Ihr Stil ist elegant, transportiert eine ungeheure Bildgewalt und besitzt eine feine, fast lyrische Note, ohne den Fluss zu verlieren. Sie fängt die Weite der Kulisse perfekt ein, nutzt diese aber nicht zur reinen Idylle, sondern als Bühne für handfeste Thriller-Elemente. Die Dialoge sind pointiert, der erotische Anteil ist wohldosiert und geschmackvoll integriert. Wer eine facettenreiche Geschichte sucht, die Romantik mit Kriminalspannung vereint, wird hier absolut fündig.

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