Neues Magiesystem
Nach Klappentext und Leseprobe war ich überzeugt, ungefähr zu wissen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Umso größer war meine Überraschung, als sich "The Arcane Arts" als etwas deutlich ...
Nach Klappentext und Leseprobe war ich überzeugt, ungefähr zu wissen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Umso größer war meine Überraschung, als sich "The Arcane Arts" als etwas deutlich Eigenständigeres entpuppte. Das Buch verbindet Dark Romance, Dark Academia und ein außergewöhnliches Magiesystem auf eine Weise, die ich so bisher noch nicht gelesen habe und genau das hat mich von Anfang an begeistert.
Im Zentrum der Geschichte steht Ellsbeth, die den angeblichen Suizid ihrer Schwester nicht akzeptieren kann. Auf der Suche nach der Wahrheit führt ihr Weg sie an eine Universität, an der die Arkanen Künste gelehrt werden. Dort begegnet sie Professor Rawlins.
Besonders beeindruckt hat mich die Ausarbeitung des Magiesystems. Die Arkanen Künste wirken komplex und durchdacht, ohne den Leser mit Informationen zu überfordern. Rituale, Runen und verbotene Praktiken verleihen der Handlung eine dichte Atmosphäre, die sich Kapitel für Kapitel weiter entwickelt. Dabei nimmt sich die Geschichte genügend Zeit, ihre Welt zu entfalten, sodass man den Zusammenhängen gut folgen kann. Aufmerksamkeit lohnt sich hier definitiv, denn viele Details gewinnen erst im Verlauf der Handlung an Bedeutung.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Ellsbeth ist eine Protagonistin, die zwar nicht immer besonnen handelt, deren Entscheidungen und Emotionen jedoch jederzeit nachvollziehbar bleiben. Sie wirkt authentisch, altersgerecht und keineswegs naiv. Professor Rawlins ergänzt sie hervorragend. Seine Erfahrung und seine zurückhaltende Art verleihen ihm eine glaubwürdige Tiefe. Gerade weil beide Figuren moralisch nicht immer eindeutig einzuordnen sind, entwickelt sich zwischen ihnen eine Dynamik, die mich durchgehend gefesselt hat. Die Anziehung zwischen ihnen ist deutlich spürbar, drängt sich jedoch nie in den Vordergrund.
Ebenso positiv überrascht hat mich der Schreibstil des Autoren-Duos. Die Geschichte liest sich flüssig, atmosphärisch und außergewöhnlich stimmig. Das Buch hebt sich für mich von vielen anderen Genrevertretern deutlich ab.
Das Finale konnte mich dann natürlich überzeugen. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und endet in einer wahnsinnigen Spannung, in der sich die ganze Geschichte endlich zusammenfügt.
"The Arcane Arts" ist für mich eine Dark Romance, die weit mehr bietet als eine romantische Beziehung. Wer auf meine gegannten Punkte Wert legt, sollte diesem Buch unbedingt eine Chance geben.