Kein Highlight, aber trotzdem absolut empfehlenswert!
Mitten im Wald erwacht Gwen ohne Erinnerungen und weiß nur, dass sie auf der Flucht ist. Vor wem oder was ist eine genauso große Frage, wie wer sie selbst ist und was sie mit Magie zu tun hat. Kann sie ...
Mitten im Wald erwacht Gwen ohne Erinnerungen und weiß nur, dass sie auf der Flucht ist. Vor wem oder was ist eine genauso große Frage, wie wer sie selbst ist und was sie mit Magie zu tun hat. Kann sie es schaffen, unbeschadet ihre Wissenslücken zu füllen?
“Aber die Angst in ihr wuchs. Wer war sie? Und was immer wichtiger wurde: Was hatte sie getan?” -Gwen
Seit einiger Zeit vergebe ich immer öfter halbe Sterne, sodass ich auch diesem Buch 4,5 Sterne verleihe, weil es eben nur beinahe gut genug für die volle Punktzahl ist. Das Cover ist schön gestaltet und es passt gut zum Inhalt des Buches. Allgemein zieht sich das Thema mit den Bäumen und Blättern durch die gesamte Geschichte und das hat es speziell gemacht. Eine Karte hätte das Leseerlebnis, bei dem Gwen und ihre Wegbegleiter viel unterwegs sind, jedoch verbessert. Gewöhnungsbedürftig war, dass wir keine Kapitel haben, sondern durch Absätze oder Blattmotive einzelne Szenen und Wechsel der Sichtweisen getrennt werden, aber das war okay. Besonders schön war der Schreibstil, der uns bildlich und geschmeidig durch das Buch trägt, wodurch ich die Geschichte in wenigen Tagen durchgelesen habe.
Mit Gwen zusammen wandeln wir durch die Welt auf der Suche nach ihren Erinnerungen, wer sie wirklich ist, vor wem sie flüchtet und was die seltsame Magie in ihrem Inneren bedeutet. Ganz so charakterstark war sie nicht, sie passt aber zur ruhigen Atmosphäre im großen Teil des Buches, wo sie auf Reisen ist. Dabei ist sie in den richtigen Momenten stark und denkt an sich selbst, während sie eine schöne Entwicklung durchläuft, da sie sich aufgrund ihrer Erfahrung eine eigene Meinung über die “Bösen” und die Welt macht. So sitzen wir Leser in der ersten Reihe auf ihrer Lebensreise und ich war dadurch richtig in die Story investiert. Auch von einer Liebesgeschichte kann kaum die Rede sein, was ich ganz gut fand, da sich hauptsächlich auf Gwen und die Gefahr fokussiert wird. Natürlich gibt es den ein oder anderen jungen Mann, der Potenzial hat, aber wir haben nur Spannungen und Geheimnisse, wodurch man es bis zum Ende lesen will.
Außerdem haben wir nicht viele wichtige Charaktere, sodass die Story simpel ist und sich nicht verfährt. Was mir auch gut gefallen hat, waren die Kapitel aus der Sicht von den Gegnern, die Gwen verfolgen, während beispielsweise Erics Kapitel, der Gwen im Großteil der Geschichte begleitet, ein interessantes Extra waren. Er ist der Normalo, der durch seine Ecken und Kanten Tiefe miteinbringt. Dadurch, dass wir die Motive und Gedanken der Antihelden mitbekommen, haben wir den besonderen Reiz an dem Buch, der die dunkle Macht unterstreicht und alles ein wenig fesselnd macht.
Man merkt aber, dass besonders viel Wert auf das Worldbuilding und die Heldin gelegt wird, sodass der Plot nur vor sich hin plätschert und das Thema Magie und Dämonen, auf das ich mich gefreut hatte, nur am Rande vorkommt. Der ein oder andere Plottwist erhöht die Spannung, die nur bei Kämpfen zwischendurch und zum Schluss vorhanden ist. Deswegen hat das Buch auch nicht die vollen fünf Sterne verdient und war kein Highlight, weil es interessant und ab und zu actionreich war, während dem Rest des Buches aber nicht so viel passiert. Gwen flüchtet vor dem Unbekannten und muss Monstern und Magiern entkommen und das kleine Finale endet ein wenig überraschend, während es offen für einen Folgeband bleibt. So war der Roman zusammengefasst rätselhaft, charaktersuchend und fantasievoll.
Insgesamt kann ich das Buch an Fantasy-Fans weiterempfehlen, die mehr Wert auf das Worldbuilding und die Personen legen, als auf eine spannende Story!