Zerbrechen wir an dem Wissen, das wir uns gewünscht haben?
Sandra Schulz ist in der 13. Woche schwanger, als sie nach einer Blutuntersuchung einen gefürchteten Satz hört: «Ich habe leider kein komplett unauffälliges Ergebnis für Sie», sagt ihr die Ärztin. «Ein Schicksalsschlag», sagt ihre Familie. Sandra Schulz denkt: Redet nicht so über mein Kind! Sie kämpft um ihre ungeborene Tochter, doch heimlich nennt sie das Wunschkind, das plötzlich keines mehr ist, eine «halbe Sache» und fragt sich, ob sie ein behindertes Kind lieben können wird.
Offen, ehrlich, emotional und berührend lässt Sandra Schulz den Leser an einer Schwangerschaft teilhaben, die alles andere als unkompliziert ist.
Sandra Schulz ist 39 Jahre alt und schwanger. In der 13. Woche erfährt sie, das das kleine Mädchen, dass sie erwartet ein Chromosom zuviel hat, Trisomie 21 oder auch DownSyndrom. ...
Sandra Schulz ist 39 Jahre alt und schwanger. In der 13. Woche erfährt sie, das das kleine Mädchen, dass sie erwartet ein Chromosom zuviel hat, Trisomie 21 oder auch DownSyndrom. Doch es gibt noch mehr Diagnosen, komplexer Herzfehler und Hydrocephalus... Soll sie das Kind bekommen, schaffen sie und ihr Mann Christof das und kann man einem Kind das alles zumuten. Viele Operationen und Schmerzen.... Es folgen viele Untersuchungen und Ultraschalls und auch die Ärzte sind sich nicht unbedingt einig ........ Eine extrem schwere Situation und ein Wechselbad der Gefühle. Zum Glück haben sie Freunde, die hinter ihnen stehen. Es fällt den beiden sehr schwer eine Entscheidung zu treffen. Niemand kann eine Prognose nennen, wie das KInd, Ihr Wunschkind, sich weiter entwickeln wird. Überlebt es die Schwangerschaft, wird es lebensfähig geboren..... Fazit und Meinung: Kein einfaches Buch, sehr emotional, wie könnte es auch anders sein, aber auch saclich und informativ. Ich habe mit den Eltern, vorallem mit der Mutter gefühlt und konnte sie gut verstehen. Mir hat dieses Buch gefallen, Sandra Schulz hinterfragt den Sinn so mancher Untersuchungen. Sicher ist es gut Bescheid zu wissen, aber zuviel Wissen, kann auch eine große Belastung sein - aber es gibt wohl keinen Weg zurück..... und jeder muss selber sntscheiden, welcher Weg für sie der richtige ist. Von mir gibt es volle 5 Sterne für dieses Buch.
Bereits als ich das Buch in der Vorankündigung des Verlages sah stand für mich fest, dass ich dieses Buch lesen wollte. Sicher , ein Buch darüber zu lesen , was es heisst ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen ...
Bereits als ich das Buch in der Vorankündigung des Verlages sah stand für mich fest, dass ich dieses Buch lesen wollte. Sicher , ein Buch darüber zu lesen , was es heisst ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen ist keine leichte Kost. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir in der Schwangerschaft mit meiner Tochter auch überlegt habe, was es heißen würde diese Diagnose zu erhalten. Ich habe mich anders als die Autorin dazu entschieden von meinem Recht auf Nichtwissen Gebrauch zu machen, ganz einfach, weil die Diagnose Down Syndrom für mich kein Grund gewesen wäre das Kind nicht zu behalten.
Sandra Schulz jedoch entschied sich in Ihrer Schwangerschaft dazu, die moderne Pränataldiagnostik in Anspruch zu nehmen und sich die Wahrscheinlichkeiten für die 3 häufigsten Trisomien berechnen zu lassen. Wie alle Schwangeren erhoffte sie sich ein unauffälliges Ergebnis. Sie wollte die Bestätigung, dass sie ein gesundes Kind bekommen würde und erhielt die Diagnose Trisomie 21. Damit begann ihr unglaublich harter Weg zu Ihrem Wunschkind. Denn das Ihre Tochter genau das ist, ein Wunschkind, wurde mir mit jeder Seite die ich las klarer. Bewundernswert war nach dem lesen des Buches für mich vor allem die Tatsache, dass Sandra Schulz weder urteilt, noch moralisiert in Bezug auf die Frage wie man sich nach dieser pränatalen Diagnose entscheidet. Sie hadert lange mit sich und der Entscheidung und geht sehr hart mit sich selbst ins Gericht. Sie zeigt den schweren Konflikt in dem sich Eltern nach der Diagnose Trisomie 21 befinden. Nicht nur, dass die Ärzte wenig über die Entwicklungsaussichten des Kindes sagen können, sondern vor allem der Umgang unserer Gesellschaft mit diesem auffälligen Befund macht es für werdende Eltern nicht gerade leicht Ihren eigenen , ganz persönlichen Weg zu finden.
Sie hat ein ehrliches und offenes Buch geschrieben, voller emotionaler Höhen und Tiefen. Es bleibt nicht alleine bei der Diagnose Trisomie 21 (mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten) und von Seite zu Seite, von Diagnose zu Diagnose merkt man wie Sandra Schulz wächst . Die “halbe Sache” oder dieses “Kind voller Fehler” wird allen Widrigkeiten zum Trotz zu Ihrem Wunschkind. Obwohl ich persönlich glaube , dass es das immer gewesen ist : Ihr Wunschkind.
Darüberhinaus zeigt Sandra Schulz Geschichte, dass Ärzte auch nur Menschen sind, die durchaus mit ihren Prognosen falsch liegen können. Denn nicht nur einen Arzt trafen Sandra Schulz und Ihr Mann bis zur Geburt Ihrer Tochter der prognostizierte, dass Ihre Tochter die Schwangerschaft nicht überleben würde.
Mein Fazit
In diesem Buch steckt so viel mehr als die persönliche Geschichte einer Mutter. Es spendet Kraft und Mut und zeigt letztendlich doch auch wie dankbar man für die eigene Normalität sein sollte. Eine Normalität die man als selbstverständlich und gegeben hinnimmt ohne sich bewusst zu machen wie viel Glück einem selber doch damit gegeben ist.
“Er spricht von der Natur. Wie viele Schwangerschaften noch in den allerersten Wochen zu Ende gehen. Wie viele Babys später im Bauch sterben. Er spricht davon, dass das gesunde Neugeborene ein Glücksfall sei.” (Vgl. Seite 80)