Ein Stück Zeitgeschichte zum anfassen
Die geheime MissionDie geheime Mission ist ein durchweg gelungener Auftakt zu einer neuen Serie aus Titus` Müllers Feder. Schon das Cover konnte mich begeistern, zeigt es doch, dass die Deutsch Deutsche Geschichte mehr ist ...
Die geheime Mission ist ein durchweg gelungener Auftakt zu einer neuen Serie aus Titus` Müllers Feder. Schon das Cover konnte mich begeistern, zeigt es doch, dass die Deutsch Deutsche Geschichte mehr ist als schwarz oder weiß.
Im Mittelpunkt steht die junge Nela, die mit Ihrer vom Kommunismus begeisterten Mutter in der sowjetischen Besatzungszone Berlins lebt. Nachdem sie Kontakt zu Ihrem leiblichen Vater sucht und findet ,wird ihr bewusst, dass es mehr gibt als den strahlenden Kommunismus. Sie muss nicht nur die eigenen Ideale hinterfragen, sondern auch die Vergangenheit der eigenen Familie.
Das Buch atmet auf nahezu jeder Zeit pure Zeitgeschichte. Ich fühlte mich von Anfang an hineinversetzt in die Zeit der Berliner Blockade, und begann mit der jungen Protagonisten Nela durch die Straßen Berlins zu streifen. Die Zerrissenheit Nelas wurde durch historisch belegbare Ereignisse und Geschehnisse glaubwürdig und nachvollziehbar dargelegt. Zeitgeschichte wird durch diesen Roman für die Leser spürbar und nachvollziehbar. Und ganz nebenbei bekommt man Lust sich selber auf die Spurensuche in unserer Hauptstadt zu begeben.
Die Handlung ist in sich stimmig und das Buch kann mit einer gut recherchierten und historisch fundierten Atmosphäre punkten. Sprachlich fand ich es sehr verständlich, so dass man sich gut auf die gesamtpolitischen Zusammenhänge konzentrieren konnte. Man beginnt , sich mit der Geschichte des eigenen Landes auseinanderzusetzen. Somit trägt das Buch nicht nur ein unterhalterisches Potential in sich, sondern darüber hinaus , und das finde ich noch viel wichtiger, bietet es eine tolle Möglichkeit sich mit den Geschehnissen im Nachkriegsdeutschland auseinander zu setzen. Man beginnt langsam zu verstehen wie unglaublich komplex der ganze politische Prozess nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen ist. Dabei wird weder die eine, noch die andere Seite verteufelt oder ins himmlische gelobt. Nein, vielmehr wird dem Leser klar, dass es manchmal einfach nur Zufall gewesen ist oder Schicksal, der die Menschen zu der einen bzw. zu der anderen Seite hinzog.
Ich kann es kaum erwarten wie es mit Nela und Ihrem Leben zwischen zwei Systemen weitergehen wird.