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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein Stück portugiesischer Geschichte, greifbar und emotional

Die Hoffnung, die uns trägt
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»Die Hoffnung, die uns trägt« ist nach »Die Sehnsucht, die bleibt« der zweite Band der Reihe »Portugiesische Schicksalsjahre«. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, was überhaupt nicht schlimm gewesen ...

»Die Hoffnung, die uns trägt« ist nach »Die Sehnsucht, die bleibt« der zweite Band der Reihe »Portugiesische Schicksalsjahre«. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, was überhaupt nicht schlimm gewesen ist. Hätte man mir nicht gesagt, dass es einen ersten band gibt, wäre ich nie darauf gekommen.

Die leicht verständliche Sprache und der leichte Schreibstil machen es dem Leser leicht in das Portugal der 60er Jahre einzutauchen. Ich bin schon mehrfach in Lissabon gewesen, und die Autorin hat hier wirklich eine sehr authentische Geschichte gelesen. Bilder formten sich beim lesen des Buches in meinem Kopf und ich zog mit Amalia, der Protagonistin , nicht nur durch die Alfama sondern tauchte ein in einen hochemotionalen Abschnitt portugiesischer Geschichte.

Die Studentenrevolutionen sind der zentrale Angelpunkt der Geschichte, und der Leser bekommt wirklich einen guten Einblick in die sozialen und politischen Verhältnisse des alten Portugals. Kerstin Lange hat meiner Meinung nach wirklich gut recherchiert. Eigentlich kann ich immer noch nicht glauben, dass eine Deutsche dieses phantastische, atmosphärisch dicht verpackte Buch geschrieben hat. Während des Lesens, ging mein Herz geradezu auf, ich spürte die Kraft der Hoffnung, und letztendlich verdrückte ich sogar eine Träne, als ich las, wie Amalia mit Ihren Freunden „Grândola, Vila Morena“ hörte.

Kerstin Lange hat den portugiesischen Geist auf eine wunderbare Art und Weise eingefangen und eine emotional spürbare und geschichtlich greifbare Geschichte geschrieben.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Eine schonungslose Reise zurück in die Vergangenheit

Wo der Wind die Namen trägt
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Anja Jonuleit hat einen neuen Roman. Schon mehrfach habe ich Bücher in der Vergangenheit von ihr gelesen, doch diesmal war ich aufgrund der Thematik besonders gespannt.
Ein Klassentreffen in der Lüneburger ...

Anja Jonuleit hat einen neuen Roman. Schon mehrfach habe ich Bücher in der Vergangenheit von ihr gelesen, doch diesmal war ich aufgrund der Thematik besonders gespannt.
Ein Klassentreffen in der Lüneburger Heide reisst alte Wunden auf, Wunden welche den Leser mitnehmen bis in die Zeit des Nationalsozialismus und in die unmittelbaren Nachkriegsjahre.
Der Roman wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Das Klassentreffen von Inge gibt den Anstoß. Wollte sie doch eigentlich Ihren Lebensabend genießen, wird sie durch die Einladung zum Klassentreffen unvorbereitet plötzlich wieder in die Vergangenheit katapultiert. Als Kind erlebt Inge in der Lüneburger Heide mit wie Menschen auf verschiedene Art und Weise mit dem Holocaust und der eigenen Rolle zu Zeiten der Nazi Herrschaft umgehen. Doch wer war Mitläufer und wer strammer Nazi? Wer glaubte an das was er tat? Und wer versuchte lediglich „nicht aufzufallen“?


Für Inge beginnt eine schmerzvolle und ganz persönliche Reise zurück in die Vergangenheit, wobei sie den Leser mitnimmt in eine dörfliche Umgebung, die durch die detailgetreuen Beschreibungen der Natur und der Tierwelt dem Leser fast zum greifen nahe kommt. Man kann die Lüneburger Heide beinahe hören und riechen. Für mich als Naturmensch eine ganz wunderbare Eigenschaft des Buches. Man merkt dem Schreibstil an, dass das Herz der Autorin an dieser Umgebung hängt, und sie eigene Erinnerungen mit dem Schauplatz verbindet.

Die klare, aber dennoch eindringliche Sprache machte mir den Einstieg in den Roman sehr leicht. Ich flog von Kapitel zu Kapitel und blieb am Ende doch relativ fassungslos zurück. Die Tragweite des Gelesenen wird einem spätestens auf den letzten Seiten des Buches bewusst, denn hier gibt Anja Jonuleit einen Einblick in den Historischen Hintergrund des Buches, den Vorlagen zu den Charakteren und schließt damit den Kreis in die heutige Zeit.

Trotz des ernsten Themas komme ich nicht umhin, das Buch als schön zu beschreiben, denn „Wo der Wind die Namen trägt“ ist zweifellos ein schönes und gelungenes Buch, welches beim Leser noch lange nachhallt, zum Denken und Grübeln anregt. Ein Buch, dass man erst einmal „sacken lassen“ muss. Atmosphärisch dicht verpackt ,lässt das Buch eine längst vergangene Zeit wieder lebendig werden und mahnt eindringlich davor diese Zeiten zu vergessen.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Ein Lesenswerter Roman über Familie,Mütter und Töchter und die Frage nach der eigenen Identität.

Herbstvergessene
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Mit Herbstvergessene ist Anna Jonuleit ein Generationsübergreifender Roman gelungen, der die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern als Dreh- und Angelpunkt aufgreift. So geht es hier nicht nur um die ...

Mit Herbstvergessene ist Anna Jonuleit ein Generationsübergreifender Roman gelungen, der die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern als Dreh- und Angelpunkt aufgreift. So geht es hier nicht nur um die schwierige Beziehung zwischen Maja und Ihrer Mutter Lili, sondern auch um Mütter während des Zweiten Weltkrieges. Denn Majas Großmutter Charlotte bekam ihr Kind einst in einem Lebensbornheim ohne jemals darüber gesprochen zu haben. Es gibt 2 Erzählstränge: Die Vergangenheit erfährt der Leser durch Charlotte, die Entwicklungen der Gegenwart werden durch Maja erzählt. Und nach und nach verbinden sich beide Leben miteinander und werfen ein völlig neues Bild auf Majas Familie.

Der Schreibstil ist angenehm und schnörkellos. Die Dialoge sind glaubwürdig . Majas Unsicherheit in vielen Belangen des Lebens lassen die Handlung jedoch an der ein oder anderen Stelle stocken. Man kann sie nicht unbedingt als unsympathisch beschreiben, aber ihre unbeholfene Art und Weise bremst das Buch an einigen Stellen aus.

Mir hat die Komplexität des Themas gefallen, und auch der Erzählstil der Autorin. Ein Teil der Handlung spielte in Wien. Auch das gefiel mir ausgesprochen gut. Ein Lesenswerter Roman über Familie,Mütter und Töchter und die Frage nach der eigenen Identität.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannend bis zum Schluß

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Ein ganz schön dicker Krimi, den Nele Neuhaus mit „Muttertag“ geschrieben hat. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber nicht nur mit vielen Seiten kann dieses ...

Ein ganz schön dicker Krimi, den Nele Neuhaus mit „Muttertag“ geschrieben hat. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber nicht nur mit vielen Seiten kann dieses Buch aufwarten, sondern auch mit einer Vielzahl an Figuren und Figurenkonstellationen. Steht doch im Mittelpunkt die Pflegefamilie Reifenrath, die in der Vergangenheit mitunter 10 Pflegekinder gleichzeitig in Ihrer Obhut wusste. Nachdem der Pflegevater Theo, nun jedoch tot in seinem Haus aufgefunden wird beginnt sich nach und nach ein schauriges Verwirrspiel zu entwickeln.
Nichts für schwache Nerven, denn mitunter hält die Autorin auch mit detaillierten Beschreibungen nicht hinter dem Berg. „Bones“ hätte vermutlich Ihre wahre Freude an diesem Fall gehabt. Aber auch die beiden Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein geben ein sympathisches Ermittler- Duo ab. Auch wenn man bisher kein Buch aus der Reihe gelesen hat, kann man „Muttertag“ wunderbar lesen.Der Schreibstil ist flüßig und klar, so dass man der Handlung, trotz der vielen Figuren, sehr gut folgen kann. Einige Verdächtige und Handlungsnebenstränge später gibt es dann noch eine überraschende Wendung. Ich mochte den Kriminalroman sehr, da er trotz des Umfanges spannend und atmosphärisch dicht geschrieben ist. Und das bis zur letzten Seite, wo noch mal ein kleiner Showdown auf den Leser wartet. Sicher nicht der letzte Krimi von Nele Neuhaus , den ich gelesen habe.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannend bis zur letzten Seite

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Ein ganz schön dicker Krimi, den Nele Neuhaus mit „Muttertag“ geschrieben hat. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber nicht nur mit vielen Seiten kann dieses ...

Ein ganz schön dicker Krimi, den Nele Neuhaus mit „Muttertag“ geschrieben hat. Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber nicht nur mit vielen Seiten kann dieses Buch aufwarten, sondern auch mit einer Vielzahl an Figuren und Figurenkonstellationen. Steht doch im Mittelpunkt die Pflegefamilie Reifenrath, die in der Vergangenheit mitunter 10 Pflegekinder gleichzeitig in Ihrer Obhut wusste. Nachdem der Pflegevater Theo, nun jedoch tot in seinem Haus aufgefunden wird beginnt sich nach und nach ein schauriges Verwirrspiel zu entwickeln.
Nichts für schwache Nerven, denn mitunter hält die Autorin auch mit detaillierten Beschreibungen nicht hinter dem Berg. „Bones“ hätte vermutlich Ihre wahre Freude an diesem Fall gehabt. Aber auch die beiden Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein geben ein sympathisches Ermittler- Duo ab. Auch wenn man bisher kein Buch aus der Reihe gelesen hat, kann man „Muttertag“ wunderbar lesen.Der Schreibstil ist flüßig und klar, so dass man der Handlung, trotz der vielen Figuren, sehr gut folgen kann. Einige Verdächtige und Handlungsnebenstränge später gibt es dann noch eine überraschende Wendung. Ich mochte den Kriminalroman sehr, da er trotz des Umfanges spannend und atmosphärisch dicht geschrieben ist. Und das bis zur letzten Seite, wo noch mal ein kleiner Showdown auf den Leser wartet. Sicher nicht der letzte Krimi von Nele Neuhaus , den ich gelesen habe.

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