Cover-Bild Der Wolfspelz
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: NordSüd Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Bilderbücher
  • Seitenzahl: 136
  • Ersterscheinung: 13.07.2023
  • ISBN: 9783314106637
  • Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
Sid Sharp

Der Wolfspelz

Alexandra Rak (Übersetzer), Sid Sharp (Illustrator)

Bellwidder Rückwelzer ist ein Schaf. Er frisst für sein Leben gern Brombeeren. Doch im Wald, wo die saftigsten Beeren wachsen, lauern hungrige Wölfe. Kurzerhand schneidert sich Bellwidder einen Wolfsanzug. Die Täuschung funktioniert, und Bellwidder wird in den Kreis der Wölfe aufgenommen. Doch dann bekommt seine Verkleidung Risse. Als Bellwidder schon mit seinem Leben abgeschlossen hat, erlebt er eine Überraschung: Keiner der anderen Wölfe ist, was er zu sein vorgibt. Sid Sharp setzt sich mit diesem Debüt selbstbewusst über Genregrenzen von Bilderbuch und Graphic Novel hinweg. Die Geschichte von Bellwidder Rückwelzer stellt das Sprichwort vom Wolf im Schafspelz auf den Kopf. Erst wenn wir unsere Masken fallen lassen und uns verletzlich zeigen, werden echte Begegnungen möglich.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2025

Inhaltlich und künstlerisch wertvoll

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Bellwidder Rückwelzer liebt den Wald. Gerne hört er den Vögeln zu, riecht an Blumen und sammelt Brombeeren. Eines Tages vernimmt er das Heulen von Wölfen. Bellwidder, seines Zeichens ein Schaf, bekommt ...

Bellwidder Rückwelzer liebt den Wald. Gerne hört er den Vögeln zu, riecht an Blumen und sammelt Brombeeren. Eines Tages vernimmt er das Heulen von Wölfen. Bellwidder, seines Zeichens ein Schaf, bekommt große Angst, gefressen zu werden und traut sich fortan kaum mehr vor die Tür – bis er beim Nähen einen Einfall hat: Er fertigt sich einen Wolfspelz an und begibt sich damit unter die Wölfe des Waldes. Doch schon bald stellt Bellwidder fest, dass nicht alles ist, wie es scheint….

Die Illustratorin Sid Sharp stammt aus Kanada und hat mit „Der Wolfspelz“ ihr erstes Bilderbuch veröffentlicht. Dieses sticht durch seine Gestaltung unter anderen Kinderbüchern hervor, denn die Geschichte darin ist im Stil einer Graphic Novel verpackt. Kurze Sätze und viel wörtliche Rede in Sprechblasen machen den Text lebendig und regen Kinder zum eigenen Erlesen der Geschichte an. Sid Sharps Bilder zeichnen sich durch kräftige, oft dunkle Farben aus und wirken dadurch mitunter recht düster. Mit vielen Details gelingt es ihr jedoch, die schaurige Atmosphäre aufzulockern, sodass es ein Vergnügen ist, das Buch zu lesen und alle Darstellungen zu entdecken.
Auch inhaltlich hat die Geschichte einen großen Mehrwert zu bieten: Sie führt uns kindgerecht vor Augen, dass es unvernünftig ist, die eigene Persönlichkeit zu verbergen und sich seinen Mitmenschen gegenüber zu verstellen. Oft steckt, wie in Bellwidders Fall, Angst dahinter. Während das Schaf in Sorge davor ist, gefressen zu werden, ist es bei uns Menschen häufig die Angst vor Ablehnung, die zur Anpassung führt. Die Lösung scheint zunächst einfach: Man schneidert sich einen Anzug, der augenscheinlich Sicherheit bietet, am Ende aber doch nicht richtig passt. Das bedeutet in der Folge, sich ein Stück weit selbst aufzugeben und macht somit nicht dauerhaft glücklich. Bellwidder beispielsweise kann in seinem Wolfspelz weder die Vögel, die er so gerne mag, hören noch die duftenden Blumen riechen. Sein Lügenkonstrukt aufrechtzuerhalten, ist für das Tier in der Geschichte wie auch für uns Menschen zudem eine große Last – zumal keine noch so gute Maskerade ewig währt. „Der Wolfspelz“ zeigt uns, dass wahre Freundschaften nur dann entstehen können, wenn man sich seinen Mitmenschen gegenüber öffnet und ihnen vertraut.
Eine wichtige Botschaft, die in einer für mich neuen Art der Gestaltung vermittelt wird: Kein Wunder also, dass „Der Wolfspelz“ im letzten Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war!

Veröffentlicht am 09.12.2024

Klug erzählt

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Das Schaf Bellwidder Rückwelzer liebt Brombeeren. Doch die wachsen im Wald, in dem auch die hungrigen Wölfe lauern. Eines Tages ersinnt Bellwidder einen Plan, wie er sorgenfrei in den Wald gehen kann. ...

Das Schaf Bellwidder Rückwelzer liebt Brombeeren. Doch die wachsen im Wald, in dem auch die hungrigen Wölfe lauern. Eines Tages ersinnt Bellwidder einen Plan, wie er sorgenfrei in den Wald gehen kann. Doch sein Plan hat einen Haken.

Das Buch wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2024 nominiert und das hat seinen Grund. Der Illustrationsstil ist mal ein ganz anderer. Die Bilder sind faszinierend und besonders die Darstellung der Wölfe hat mir gut gefallen. Das Buch ist etwas kleiner als A4 und hat damit eine gute Größe, um optisch zwischen Bilder- und Kinderbuch zu liegen.

Die Geschichte ist klug erdacht und erzählt. Die Pointe hat mir auch sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Märchenhaft schön

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Der Titel ist einfach wunderschön gestaltet und zeigt das Schaf Bellwidder Rückwelzer mit seiner Wolfmaske. Er erwacht und möchte nach seinem Morgenritual in den Wald, doch hinter dem gelben Vorhang, der ...

Der Titel ist einfach wunderschön gestaltet und zeigt das Schaf Bellwidder Rückwelzer mit seiner Wolfmaske. Er erwacht und möchte nach seinem Morgenritual in den Wald, doch hinter dem gelben Vorhang, der das Fenster verdeckt zeigt sich der Wald mit einem beängstigenden Schatten. „Bellwidder hatte große Angst vorm Wald“, doch er versucht sich selbst zu beruhigen und geht los um Beeren zu pflücken. Da hört er ein Geräusch und stellt sich vor, dass da Wölfe lauern. Schnell saust er ins Haus zurück. Doch dann hat er einen Plan, er näht sich ein Wolfskostüm und traut sich so unter die Wölfe. Ich möchte das wunderschöne Ende nicht vorwegnehmen, deshalb verrate ich nicht mehr.
Außer vielleicht, dass es sich lohnt es selbst herauszufinden.
Das Buch erinnert an eine Graphic Novel, viele kleine Bilder haben auch keinen Text, was nicht das Verständnis schmälert. Die Bilder sind einfach gehalten und leicht stilisiert, sie zeigen aber alles ganz genau. Besonders die Angst des Schafes ist klar nachzuempfinden. Für mich hat dieses schöne Bilderbuch mit Lesebändchen das Potential zum Klassiker.

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