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Christina19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Gut geschrieben, aber würde diese Beziehung wirklich funktionieren?

Fast ein Leben
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Inhalt:
Als junge Frau verbringt Erica einen Sommer in Paris. Sie ist fasziniert von der Stadt – und von Laure, die sie auf den Stufen vor der Sacré-Cœur kennengelernt hat. Auch Laure, die schon viele ...

Inhalt:
Als junge Frau verbringt Erica einen Sommer in Paris. Sie ist fasziniert von der Stadt – und von Laure, die sie auf den Stufen vor der Sacré-Cœur kennengelernt hat. Auch Laure, die schon viele Affären mit Frauen hatte, fühlt sich von der englischen Touristin angezogen. Zusammen verbringen die beiden intensive Monate in der Stadt an der Seine, ehe es Erica für ihr Studium zurück nach England zieht. Während sich Erica ihrer Orientierung noch unsicher ist und ihr Bett in den folgenden Jahren sowohl mit Männern als auch mit Frauen teilt, droht Laure an dem Verlust ihrer ersten wahren Liebe zu zerbrechen…

Meine Meinung:
„Fast ein ganzes Leben“ erzählt die ungewöhnliche (Liebes-) Geschichte von Erica und Laure. Wir begleiten die beiden Frauen vom Tag ihres Kennenlernens durch ihre kurze Beziehung bis hin zu allen weiteren Begegnungen im Laufe ihres Lebens. Die Autorin füllt damit fast 600 Seiten, auf denen es für mich dank des Erzählstils stets kurzweilig blieb. Kiran Millwood Hargrave, die bereits mehrfach von der Sunday Times ausgezeichnet wurde, versteht es, Situationen so zu beschreiben, dass sie absolut greifbar werden. Eingestreute französische Wörter oder Sätze in der wörtlichen Rede ließen ausgewählte Szenen dabei noch authentischer wirken, wobei ich an dieser Stelle anmerken muss, dass sich deren Inhalt für mich nicht immer aus dem Zusammenhang erschlossen hat. Zeitsprünge von oft mehreren Jahren katapultieren die Leserinnen von den frühen Lebensjahren der beiden Frauen an Stellen, an denen sich ihre Lebenswege erneut kreuzen. Hier war es spannend zu erfahren, wie sich Ericas und Laures Leben in der Zwischenzeit verändert hatten und wie sie sich doch nie aus den Augen verloren. Abwechslung brachten zudem die regelmäßigen Perspektivwechsel. Auf Abschnitte aus Ericas Sichtweise folgten Laures Gedanken und umgekehrt. Dadurch lernt man beide Frauen und ihre Gefühle füreinander intensiv kennen. Der Roman ist ein ständiges Wechselspiel aus Anziehung und Ablehnung, aus dem stetigen Erinnern und Vermissen eines geliebten Menschen und dem Wissen bzw. der Entscheidung, dennoch nie mit ihm zusammen zu sein. Die Liebe der beiden Frauen füreinander konnte ich leider nur schwer nachvollziehen. Obwohl sie einige Gemeinsamkeiten teilen, schienen mir manche Unterschiede zwischen ihnen dann doch zu groß zu sein. Auch einige der Entscheidungen, die sie getroffen haben, waren für mich unverständlich, sodass ich mich nicht vollends auf die Figuren einlassen konnte.
Trotz meiner Kritik mochte ich die Geschichte, da sie eben nicht stringent in eine Richtung führte, sondern die Zweifel ihrer beiden Protagonistinnen aufzeigte und damit auch Leser
innen zum Nachdenken über all die Leben anregen kann, die man hätte leben können.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Buch für Einsteiger mit viel Inspiration und einigen Schwächen

Dopamine Style
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Inhalt:
Als Bloggerin teilt Rachel Verney unter dem Namen @theshoestringhome Einblicke in ihr Haus, das sie mit kräftigen Farben und auffälligen Mustern zu einem fröhlichen Ort gestaltet hat. In ihrem ...

Inhalt:
Als Bloggerin teilt Rachel Verney unter dem Namen @theshoestringhome Einblicke in ihr Haus, das sie mit kräftigen Farben und auffälligen Mustern zu einem fröhlichen Ort gestaltet hat. In ihrem Buch „Dopamine Style“ verrät sie ihre Geheimnisse rund um die Zusammenstellung harmonischer Farben, bietet DIY-Projekte für jedes Budget und ermutigt Leser und Leserinnen dazu, bei der Einrichtung ihrem Herzen zu folgen.

Meine Meinung:
„Dopamine Style“ ist ein Buch, das für Liebhaber dieser Art zu Wohnen eine Menge Inspiration liefert. Rachel Verney beschreibt darin zunächst, was man unter Dopamin-Dekor überhaupt versteht: Auch wenn viele Menschen damit wohl zuerst eine farbenfrohe, exzentrische Einrichtung verbinden, ist am Ende doch alles erlaubt, was glücklich macht und gewissermaßen Dopamin ausschüttet. Die Autorin stellt anschließend unterschiedliche Arten der Stilrichtung vor, wobei man mit einem kurzen Test herausfinden kann, welcher Stil der eigenen Persönlichkeit entspricht. Diesen Test bräuchte es aus meiner Sicht nicht, denn ich kann allein anhand der Fotos entscheiden, was ich mir für mein Zuhause vorstellen kann – und der Test hat mich kurioserweise nicht zu dieser Stilrichtung geführt. Unterschieden werden unter anderem die eklektische und die nostalgische Variante von den Pastelltönen. Die Grenzen zwischen manchen Arten empfinde ich als sehr fließend und so ist für mich nicht immer eindeutig zu erkennen, welcher Stil in einem Raum vorliegt. Dennoch finde ich den Versuch der Kategorisierung ganz nützlich. Es folgen Abschnitte zur Wirkung einzelner Farben, zur Erstellung eines Moodboards, der Bedeutung von Texturen, zum Umgang mit Mustern und vielem mehr. Die Erklärungen hierzu beinhalten viele grundlegende Informationen und sind damit recht umfassend. Da ich mich schon lange mit dem Wohnen und Einrichten beschäftige, war mir vieles schon vorab bekannt und hätte daher etwas kürzer gefasst sein können.
Im zweiten Teil des Buches betrachtet Rachel Verney Raum für Raum. Dabei stoppt sie nicht an ihrer Terrassentür, sondern bezieht den Garten in ihre Überlegungen ein. Sie gibt zahlreiche Tipps zur Gestaltung, wobei sich hier und da einige Inhalte wiederholen. Weiterhin liefert sie Do-it-yourself-Anleitungen, die leicht umsetzbar sind und das eigene Zuhause fröhlicher gestalten.
Alles in allem ist „Dopamine Style“ ein solides Nachschlagewerk für Leser und Leserinnen, die sich erstmals mit der farbenfrohen Gestaltung der eigenen vier Wände auseinandersetzen möchten und dazu Fotoinspiration und Anleitung benötigen.

Veröffentlicht am 24.05.2026

Tiefgründig und voller Lebensweisheiten

Die Mitternachtsreise
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Inhalt:
Nach seinem Tod findet sich Wilbur an einem Bahnsteig wieder. Zu seiner Überraschung wird er dort von einer alten Dampflok abgeholt. Im ersten Waggon erwartet ihn Mrs Bagdale, die ihn als Buchhändlerin ...

Inhalt:
Nach seinem Tod findet sich Wilbur an einem Bahnsteig wieder. Zu seiner Überraschung wird er dort von einer alten Dampflok abgeholt. Im ersten Waggon erwartet ihn Mrs Bagdale, die ihn als Buchhändlerin in jungen Jahren sehr geprägt hat. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch Wilburs Leben. Rückblickend darf er noch einmal alle bedeutsamen Stationen beobachten: sein erstes Treffen mit Maggie, die gemeinsamen Flitterwochen, seine Erfolge als Geschäftsmann. Unter den Erinnerungen sind nicht nur schöne, sondern auch all die tragischen Momente, die Wilbur nun erkennen lassen, was er in seinem Leben anders hätte machen sollen.

Meine Meinung:
Nachdem ich vor zwei Jahren „Die Mitternachtsbibliothek“ gelesen habe, die mich zugegebenermaßen nicht vollständig abholen konnte, war ich nun doch gespannt auf den neuen Roman von Matt Haig. Einmal mehr befasst er sich darin mit dem Leben und Sterben, mit Entscheidungen, die man getroffen hat und rückblickend bedauert, und mit alternativen Lebenswegen. Der Autor verpackt all das in einer Zugfahrt, die nach dem Tod durch das Leben der Hauptfigur Wilbur Budd führt. Der Erzählweise lässt sich leicht folgen und dank kurzer Kapitel kommt man rasch voran. Wie bei einem Puzzle setzen sich die Szenen Stück für Stück zusammen, sodass man Wilbur im Laufe des Romans immer besser kennenlernt. Es war für mich unerwartet fesselnd, über das Leben, die Entscheidungen und die spätere Sichtweise des Protagonisten auf die Geschehnisse zu lesen. Denn gerade diese hat sich nach seinem Tod stark verändert: Im Rückblick und durch die Außenperspektive, die Wilbur während der Zugfahrt einnimmt, nimmt er sein Leben anders wahr als in der jeweiligen Situation. Erst jetzt erkennt er, wer er wirklich ist bzw. war und wie er sein Leben besser hätte leben sollen. Ein tiefgründiges Buch mit so manchen Lebensweisheiten – ich habe es sehr gerne gelesen!

Veröffentlicht am 14.05.2026

Umfangreiche Grundlagen, viele Rezepte und übersichtliche Gestaltung

Fermentieren – Twist your Taste!
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Inhalt:
Fermentierte Lebensmittel sind in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes! Dank ihrer positiven Wirkung auf das Darmmikrobiom und damit unsere Gesundheit sind sie seit jeher bekannt und liegen ...

Inhalt:
Fermentierte Lebensmittel sind in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes! Dank ihrer positiven Wirkung auf das Darmmikrobiom und damit unsere Gesundheit sind sie seit jeher bekannt und liegen auch aktuell wieder im Trend. Wie vielfältig die Welt der Fermente ist, verdeutlicht Nadine Schünemann in diesem Buch. Sie gibt einen umfassenden Einblick in Grundlagen, liefert viele Rezepte und zeigt, wie man mit seinen Ergebnissen jedem Gericht den besonderen Twist geben kann.

Meine Meinung:
Mit „Fermentieren – Twist your Taste“ ist vor gar nicht allzu langer Zeit ein neues Buch über die jahrtausende alte Technik des Haltbarmachens erschienen. Auf über 200 Seiten liefert es spannende Einblicke, anregende Rezepte und hilfreiche Tipps rund um das Thema.
Im ersten Kapitel hat Nadine Schünemann ihr Wissen zu notwendigen Grundlagen zusammengetragen. Dieser Teil ist sehr umfangreich, aber auch unglaublich lehrreich und damit keineswegs zu langatmig. Die Autorin erklärt unter anderem die Arten der Fermentation und beschreibt förderliche Bedingungen. Insbesondere der Abschnitt dazu, was potentiell schief gehen kann, ist durch zahlreiche Fotos sehr hilfreich. So fühle ich mich gut gewappnet, nach einigen Fehlversuchen im letzten Jahr noch einmal mit dem Fermentieren zu beginnen. Vor dem Start benötigen Anfänger möglicherweise noch einiges an Ausstattung. Auch hierüber gibt Nadine Schünemann einen Überblick und verweist dabei auf die Produkte der Marke Lieblingsglas, deren Gründerin sie ist. Die Eigenwerbung ist an dieser Stelle zwar nachvollziehbar, dennoch empfinde ich sie als störend, zumal die Produkte in meinen Augen sehr hochpreisig (und anderswo deutlich günstiger zu haben) sind.
Die Rezepte im zweiten Kapitel des Buches sind vielfältig und reichen von Sauerteig über Rotkohl, Erdbeeren und Senf bis hin zu Kefir und Kombucha. Auf jeder Seite werden die Zutaten übersichtlich aufgelistet und die Zubereitung verständlich beschrieben. Gut gefällt mir, dass es zu jedem Rezept ein Foto gibt und kleine Icons beispielsweise die Zubereitungszeit, Fermentationszeit und Haltbarkeit auf den ersten Blick darstellen.
Im dritten und damit letzten Kapitel folgen weitere Rezepte zur Verwendung der Fermente in komplexeren Gerichten. Ob Birchermüsli, Miso-Zitronen-Pasta oder Brownies, hier sieht eine Mahlzeit besser aus als die andere!
Ganz gleich, ob man mit dem Fermentieren beginnen möchte oder schon Erfahrung hat, wer auf der Suche nach einem Buch zum Thema ist, ist mit diesem gut beraten!

Veröffentlicht am 03.05.2026

Schwierige Themen authentisch verpackt

Es war nicht anders möglich
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📖 Inhalt:
Wie soll man mit dem Td des eigenen Vaters umgehen – vor allem, wenn es ein Vater war, der nie anwesend gewesen ist und im eigenen Leben somit kaum eine Rolle spielte?
Obwohl sie ihn nur wenig ...

📖 Inhalt:
Wie soll man mit dem Td des eigenen Vaters umgehen – vor allem, wenn es ein Vater war, der nie anwesend gewesen ist und im eigenen Leben somit kaum eine Rolle spielte?
Obwohl sie ihn nur wenig kannte, lässt Martina die Nachricht vom Tod ihres Vaters nicht unberührt. Bei einem Getränk in der Kneipe um die Ecke hofft sie auf Ablenkung. Doch aus einem Getränk werden zwei, drei, vier … . Und aus einem Abend in der Kneipe werden Wochen, in denen sich Martina immer mehr in den Alkohol flüchtet – bis sie sich schließlich der Vergangenheit stellen muss.

🗣 Meine Meinung:
In ihrem Debütroman „Es war nicht anders möglich“ schreibt Svenja Liesau über eine Frau, die mit Mitte dreißig ihren Vater verliert. Sie wagt sich damit an ein Thema heran, das emotional sehr belastend sein kann. Für ihre Hauptfigur Martina ist es das auch, obwohl sie zeitlebens keine enge Bindung zu ihm hatte. Sie stürzt sich in lange Kneipennächte, wo sie den unterschiedlichsten Menschen begegnet. Martina lernt deren Lebensgeschichten kennen und versucht damit den eigenen Problemen zu entkommen. Svenja Liesau schildert all das in einer Art und Weise, die authentischer nicht sein könnte: Sie schreibt in Ich-Perspektive, nutzt teils kurze Sätze und erzählt mitunter recht sprunghaft, sodass man das Gefühl hat, geradewegs in den Körper von Martina geschlüpft zu sein und ihre Gedanken mitlesen zu können. Was in der Protagonistin vor sich geht, ist oft voller Ironie und Sarkasmus. Sie liebt Wortspiele und hat gelegentlich absolut irrwitzige Gedankengänge, was den Roman sehr unterhaltsam sowie kurzweilig macht. Während des Lesens konnte ich an keiner Stelle erahnen, worauf Martinas Kneipenabende am Ende hinauslaufen werden. Der Verlauf der Handlung hat mich daher wirklich überrascht. Hier sei angemerkt, dass es eine für den Ausgang der Geschichte entscheidende Textstelle gibt, die ich als grenzwertig empfinde. Zwar halte ich das, was da beschrieben wird, für authentisch, gleichzeitig kann ich mir vorstellen, dass es für bestimmte Personengruppen einen Trigger darstellt. Wer mit belastenden Themen wie Tr
uma, Td, Trauer und Scht nicht gut umgehen kann, sollte den Roman daher mit Vorsicht genießen. Ich selbst habe „Es war nicht anders möglich“ dank der besonderen Erzählweise sehr gerne gelesen.