Cover-Bild Töchter des Todes
(3)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: TZ-Verlag & Print GmbH
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 340
  • Ersterscheinung: 17.06.2019
  • ISBN: 9783945782453
Ulrike Blatter

Töchter des Todes

Die Themen:
- Radikalisierung
- IS-Rückkehrer und
- die Rolle der sogenannten sozialen Netzwerke.

Kurze Zusammenfassung der Handlung:
Die Schwestern Aylin und Semina stammen aus einer bosnischen Familie. Die Eltern mussten während des Bürgerkrieges aus dem belagerten Sarajevo fliehen, da sie ein sogenanntes „gemischtes“ Paar sind (er Muslim, sie Katholikin). Die Familie ist in Deutschland voll integriert. Religion spielt für sie keine große Rolle.
Umso schockierender ist die Nachricht, dass sich die älteste Tochter Semina Anfang des Jahres 2019 (!!) offenbar nach Syrien zum IS abgesetzt hat.
Kurz darauf explodiert in ihrer Heimatstadt eine Bombe.
Auf einmal haben es alle schon immer gewusst und ein nicht nur digitaler Shitstorm bricht über die Familie herein.
Misstrauen und Angst zersetzen aber auch die scheinbar intakten Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und zum Freundeskreis.
Die Geschichte wird multiperspektivisch aus der Sicht verschiedener Personen erzählt: die jüngere Tochter Aylin, deren Freund Jordan (dunkelhäutig), Mutter Kristina, deren beste Freundin Stefanie.
In einem parallelen Erzählstrang wird die Geschichte eines Paares erzählt, das seit 2015 im „Kalifat“ lebte und jetzt auf der Flucht ist: Star ist die Frau vom Cover.
Da jede Figur einen anderen Hintergrund mitbringt, entwickelt sich ein vielschichtiges gesellschaftliches Szenario, das keine einfachen Schuldzuweisungen und keine Stereotype gestattet. Es wird klar, dass Radikalisierung – egal ob mit islamistischem und nationalistischem Hintergrund – immer ähnlich abläuft, und dass die Medaille immer zwei Kehrseiten hat, die sich gegenseitig bedingen, damit sich Hass hochschaukeln kann.
Fortgang und Auflösung der dramatischen und rasant geschriebenen Geschichte bieten Ausblick auf zahlreiche Ressourcen, die im privaten und gesellschaftlichen Miteinander vorhanden sind: Das reicht von Stärkung der Beziehungen bis hin zu bürgerschaftlichem Engagement; auch polizeiliche Methoden werden dargestellt.
Die Auflösung der Geschichte weist in das Milieu der organisierten Kriminalität und beschäftigt sich mit Korruption, wobei auch hier wieder deutlich wird, dass es verschiedene Seiten ein und derselben Medaille gibt.

Recherche und Hintergrund:
In ihrem ersten Beruf als Ärztin und Therapeutin hat Ulrike Blatter sich intensiv mit den genannten Milieus auseinandergesetzt. Sie arbeitete lange in der Sozialpsychiatrie und hat als Rechtsmedizinerin promoviert. Die Fälle, die denen im Roman „Töchter des Todes“ zugrunde liegen, hat sie sorgfältig recherchiert. 2015 begleitete sie virtuell einen jungen Mann, der zum IS ging und hat nach dessen Tod den Kontakt zu der Familie in Deutschland aufrechterhalten. Ebenfalls kennt sie Angehörige einer 16-Jährigen, die nach der Rückkehr aus Syrien vor ein deutsches Gericht gestellt wurde und aktuell eine Haftstrafe verbüßt.
Wegen ihres politischen und ehrenamtlichen Engagements wurde die Autorin in den letzten Jahren wiederholt beschimpft, beleidigt und bedroht.
Nachdem der Titel 2016 von verschiedenen Verlagen als „zu brisant“ abgelehnt wurde, erhielt Ulrike Blatter 2018 dafür ein Arbeitsstipendium und nutzte es, um die Handlung zu überarbeiten und zu aktualisieren.
• Zum Thema IS-Rückkehrer*innen dürfte es das Aktuellste sein, was im Moment auf dem belletristischen Markt ist.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2020

Spannend bis zur letzten Seite

0

Die Autorin Ulrike Blattner übermittelr in diesem Roman wie schnell eine intakte Familie zerstört werden kann. Der Leser taucht in eine fiktive Geschichte ein, die durchaus Realität sein könnte, denn die ...

Die Autorin Ulrike Blattner übermittelr in diesem Roman wie schnell eine intakte Familie zerstört werden kann. Der Leser taucht in eine fiktive Geschichte ein, die durchaus Realität sein könnte, denn die IS kann überall sein.

Ulrike Blattner hat mit ihrem fließenden Schreibstil und die Glaubhaftigkeit der Protagonisten ein Buch erschaffen, dass man so schnell nicht vergisst. Der Spannungsbogen zieht sich durch das ganze Buch und man gleitet förmlich gespannt von Seite zu Seite.

Von mir eine klare Weiterempfehlung und gerne 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2020

Extremismus ist kein Weg

0

Eigentlich könnte alles so einfach sein – Aylin hat ihr Abitur geschafft und überlegt was sie studieren oder arbeiten möchte. Ihre Schwester Semina arbeitet und studiert in Köln, auch wenn es in letzter ...

Eigentlich könnte alles so einfach sein – Aylin hat ihr Abitur geschafft und überlegt was sie studieren oder arbeiten möchte. Ihre Schwester Semina arbeitet und studiert in Köln, auch wenn es in letzter Zeit ruhig um Semina geworden ist. Doch dann erfährt Aylin durch die sozialen Medien dass ihre Schwester sich dem IS angeschlossen hat, die Familie stürzt ins Chaos. Und nicht nur das, sie werden in ihrer kleinen Stadt verurteilt, ausgeschlossen, angefeindet und als Bedrohung angesehen. Doch die Gefahr kommt aus einer ganz anderen Ecke… die ein leichtes Spiel hat weil sie niemand beachtet…

„Hab keine Angst, möchte ich ihr sagen. Wer etwas Böses vorhat, hält sich nicht damit auf, an Türen zu klingeln. Glaub mir, ich weiß es. Damals in Bosnien habe ich es selbst erlebt. Ich weiß, wie sie es machen. Sie treten die Türen ein oder werfen Brandsätze durch die Fenster. Sie kommen nachts. Sie…Entsetzen überrollt mich.“(Seite 122)

Ich möchte an dieser Stelle erstmal der Autorin meinen Respekt aussprechen für ihren Mut und ihre Weitsichtigkeit. Denn vieles was in diesem Buch behandelt wird, gerade in Punkto Anfeindungen, Drohungen per persönlich, per sozialen Medien ist der Autorin so widerfahren, samt Familie, sie hat sich aber nicht geschlagen gegeben sondern den Spieß umgedreht. Und in diesem Buch verarbeitet sie auch ihre Erlebnisse und Geschehnisse.

Der Schreibstil ist zu Beginn sehr ruhig und wir lernen die Schwester und Mutter von Semina kennen – Aylin und Kristina Hodzic´. Ebenso Jordan hat seinen Platz, er ist der Freund und Mitarbeiter von Aylin. Stefanie ist die gemeinsame Freundin der Familie von Kristina, Aylin hat immer auf den Sohn Tim von Stefanie aufgepasst. Und Star….die sich dem IS angeschlossen hat und nun ihre Geschichte in kurzen Kapiteln zur Sicht freigibt. Sie alle haben ihren Platz in der Geschichte, fügen immer wieder Puzzleteile der Geschichte zu. Die Kapitel sind kurz, knackig und leicht zu lesen.

Die Familie Hodzic´ hat den Hauptpart in diesem Buch. Jeder hat seine Geschichte in dieser Familie, auch die Eltern die hier erzählt und erwähnt wird. Zeigt auf was die Eltern auf sich nehmen mussten, was Politik und Religion mit ihnen gemacht hat, warum den Eltern die Religion nicht wichtig ist. Und dann Semina, die immer als intelligent, zurückhaltend und gesittet galt, die sich plötzlich dem IS zugewendet hat. Wieso, Weshalb, Warum bleibt ein Geheimnis, aber umso näher die Geschichte dem Ende kommt, umso mehr lichtet sich das WirrWarr und lässt den Leser mehr als einmal überrascht und schockiert zurück.

Jordan hat ebenso ein schlimmes Erlebnis hinter sich, aber auch noch andere Gemeinsamkeiten mit der Familie Hodzic´- sie sind in Deutschland geboren, haben ihren Schulabschluss, gehen arbeiten und sind integriert in der Gesellschaft. Doch wie sieht es die Gesellschaft? Kann man sagen dass Extremismus und Vorurteile nicht vorhanden sind? Wie weit haben sich die Gesellschaften entwickelt?

Stefanie ist Deutsche, steht aber für viele Menschen in Deutschland die sich nicht der Hetze hingeben wollen und werden. Die in der eigenen Familie, Freundeskreis oder Ehe Diskussionen führen über den Extremismus, die hohe Zahl der Flüchtlinge, wie der Weg weitergeführt werden soll. Diskussionen die in Streit, Bruch und eigenen Ansichten zerstören oder führen zusammen, sind aber nicht mehr wegzudenken.

Wie reagiert die Gesellschaft wenn sich jemand dem IS angeschlossen hat? Die Gesellschaft? Die sozialen Medien, die Presse im Allgemeinen? Was macht die Politik wenn IS Kämpfer geläutet zurückkehren möchten? Wie sind ihre Chancen? Wem kann man vertrauen?

Die Autorin hat sich auch mit Familien getroffen die davon betroffen sind/waren – ihre Kinder haben sich dem IS angeschlossen und was nun? Wie geht es für sie weiter? Wie geht es mit den Kindern weiter? Wie kommt man an Informationen? Was kann man selbst machen um die Kinder wieder zurückzubekommen? Und wie sicher ist das? Gibt es ihr den „goldenen“ Weg.

Doch es ist kein Buch welches Stimmung macht, ob jetzt für oder gegen den IS. Nein, in diesem Buch geht es um mehr. Es geht um jegliche Art von Extremismus, dass dieser nie unterschätzt werden darf, aber gerne unterschätzt wird. Dass diese Seiten, egal wo man hinschaut, mit den gleichen Lockmitteln und Argumenten arbeitet. Und vor allem – das wir hier in Deutschland an unserem Ton arbeiten müssen, an was wir meinen vorverurteilen zu können und dürfen und dass wir gerade auf dem rechten Auge sehr blind erscheinen, nach wie vor.

Mich hat dieses Buch sehr beschäftigt, schockiert und erneut aufgerüttelt. Und ich empfehle es daher dringend und an jeden weiter!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2020

Sehr interessant

0

Bei „Töchter des Todes“ von Ulrike Blatter handelt es sich um einen Roman.

Klappentext übernommen:
Für Aylin Hodzic läuft alles super: Die junge Frau mit bosnischen Wurzeln hat gerade Abitur gemacht, ...

Bei „Töchter des Todes“ von Ulrike Blatter handelt es sich um einen Roman.

Klappentext übernommen:
Für Aylin Hodzic läuft alles super: Die junge Frau mit bosnischen Wurzeln hat gerade Abitur gemacht, will Journalistin werden und ist frisch verliebt. Dann jedoch gerät alles ins Wanken: Ihre ältere Schwester Semina verschleiert sich und verschwindet. Dabei spielte Religion im Leben der beiden jungen Frauen nie eine Rolle. Jetzt steht jedoch die ganze Familie am Pranger.
Kurz darauf detoniert in ihrer Heimatstadt Taufingen eine Bombe. Für die Medien und die Öffentlichkeit ist der Fall klar, und eine brutale Hetzjagd gegen die Familie beginnt. Aber alle Ermittlungsspuren führen in die Irre – oder bringen Aylin in tödliche Gefahr.

Der packende Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman lässt sich sehr flüssig lesen. Über jedem Kapitel steht das Datum und der Name des Hauptprotagonisten. Dadurch, dass die Geschichte aus dem jeweiligen Blickwinkel der zuvor genannten Person geschrieben ist, wirkt alles so authentisch.

Die Themen , die hier behandelt werden ist top aktuell. Die Autorin hat ihre fiktive Geschichte so toll um diesen Plot geschrieben, dass dieser Roman sehr realistisch wirkt. Hier werden so viele interessante Themen angesprochen, dass jede Seite sehr interessant und abwechslungsreich ist.

Ich konnte mir die Protagonisten sehr gut vorstellen, ihren Gedanken folgen und ich wurde von Seite zu Seite neugieriger, wie es mit ihnen weitergeht. Ein paar Protagonisten haben mich sehr überrascht, da sie im Laufe der Geschichte sich stark verändert haben.

Ich empfehle dieses Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere