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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2021

Eine starke Persönlichkeit

Hauskonzert
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Wenn ich ehrlich bin habe ich Igor Levit bisher nicht gekannt, auch weil mir diese Musikrichtung nicht sehr liegt. Allerdings bin ich sehr an Biografien interessiert und wollte einmal in ein anderes Genre ...

Wenn ich ehrlich bin habe ich Igor Levit bisher nicht gekannt, auch weil mir diese Musikrichtung nicht sehr liegt. Allerdings bin ich sehr an Biografien interessiert und wollte einmal in ein anderes Genre schnuppern.
Auch nach diesem Buch wird mich die klassische Musik nicht weiter begleiten, aber der Mensch Igor Levit wird als besonderer Künstler in meinem Gedächtnis bleiben.
Das bisherige Leben des Pianisten wird nur kurz dargestellt und ist für mich eigentlich keine richtige Biografie. Spezifisch wird das leben in der Coronakriese dargestellt und hat mich beeindruckt. Wie alle anderen Künstler muss auch Levit damit leben keine Konzerte mehr zu spielen. Also nimmt er jeden Tag ein Hauskonzert auf und wird mit Sicherheit seine Fans begeistern. Aber nicht nur der Künstler begeistert, nein auch der Mensch der seine Stimme gegen die Demokratie erhebt. Er setzt sich ein gegen Rassismus und Antisemitismus, ist Anhänger der Grünen und unterstützt Fridays for Future.
Ein Künstler der nicht mit dem Strom schwimmt, sondern den steinigen Weg wählt .
Sehr aussergewöhnlich und bewundernswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2021

Zuviel Deutsche Geschichte

Teufelsberg
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Der Kriminalroman Teufelsberg von Lutz Wilhelm Kellerhoff führt den Leser zurück ins Jahr 1969.

Kommissar Heller observiert das Haus eines hochrangigen jüdischen Richters, der Morddrohungen bekommen hat. ...

Der Kriminalroman Teufelsberg von Lutz Wilhelm Kellerhoff führt den Leser zurück ins Jahr 1969.

Kommissar Heller observiert das Haus eines hochrangigen jüdischen Richters, der Morddrohungen bekommen hat. Als ihn ein nicht aufhörendes Babygeschrei im Haus nervt verläßt er seinen Posten. So bekommt er nicht mit das die Gattin brutal erwürgt wird. Der Täter jedoch wird bald gefunden doch leider ist er tot und kann nicht mehr befragt werden. In dessen Wohnung jedoch werden Hinweise auf einen Anschlag auf jüdische Einrichtungen gefunden. Die Nichte der Toten ist sehr an dem Fall interessiert und arbeitet mit dem Kommissar eng zusammen. Bis sie entführt wird.
Gleichzeitig gibt es drei tote Frauen, gibt es da eine Verbindung?

Für mich war es das zweite Buch mit Kommissar Heller. Ich konnte mich gut mit ihm anfreunden und fand auch die anderen Charaktere glaubwürdig. Die dargestellte Halbschwester von Heller spiegelt die damalige Zeit der Studentenbewegung wider, die bestand zum größten Teil aus Sex, Drogen und Widerstand.
Der Schreibstil ist flüssig und man bleibt gut im Lesefluß. Leider stand für mich das Leben der damaligen Zeit im Vordergrund und nicht die Ermittlungsarbeiten.
Jedoch bekommt man sehr viel Hintergrundinformation über die Zeit des Kalten Krieges und taucht ein in die Deutsche Geschichte.
Am Ende befindet sich ein Glosar, der sehr aufschlussreich.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2021

Hat mir nicht gefallen

Genug
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Genug von der Autorin Louise Juhl Dalsgaard beschreibt die Geschichte einer jungen Frau, die immer mehr in die Magersucht verfällt, fast die Hälfte ihres Gewichtes verliert und immer mehr die Kontrolle ...

Genug von der Autorin Louise Juhl Dalsgaard beschreibt die Geschichte einer jungen Frau, die immer mehr in die Magersucht verfällt, fast die Hälfte ihres Gewichtes verliert und immer mehr die Kontrolle über ihren Körper verliert.
In dem Buch wird die Krankengeschichte mit Belegen ihrer Krankenakte dokumentiert und das Verhalten ihrer Eltern und ihrem Bruder, mit dieser schwierigen Situation dargestellt.

Leider hatte ich mir etwas ganz anderes unter diesem Buch vorgestellt. Ich fand den Schreibstil nicht flüssig und sehr anstrengend. Immer wieder schwankt man zwischen den Zeiten im Jetzt und Damals hin und her und es gab für mich mit den abgehackten Kapiteln keinen richtigen Sinn. Auch mit den poetischen Einwürfen konnte die Autorin nicht bei mir punkten, im Gegenteil, ich fand es oft verwirrend.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 07.03.2021

Die zwei Welten einer Kindheit

Das achte Kind
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Alem Grabovac schreibt hier in "Das achte Kind" seine Kindheit bis zum Studium nieder.
Alems Mutter Smilja ist die Tochter einer armen Bauersfamilie in früheren Jugoslawien. Wie so viele träumt sie im ...

Alem Grabovac schreibt hier in "Das achte Kind" seine Kindheit bis zum Studium nieder.
Alems Mutter Smilja ist die Tochter einer armen Bauersfamilie in früheren Jugoslawien. Wie so viele träumt sie im besseren Deutschlan zu arbeiten. Eines Tages erfüllt sich ihr Traum und sie findet Arbeit in einer Schokoladenfabrik. Bald lernt sie Emir kennen. Sie wird schwanger und merkt bald, er ist ein Kleingängster und landet später auch im Gefängnis. Zu Alem sagt sie, sein Vater wäre als Bauarbeiter ums Leben gekommen. Smilja ist gezwungen ihren Sohn im Alter von 6 Wochen zu einer Pflegefamilie zu geben und sieht ihn nur alle 2 Wochenenden. Ihr neuer Partner ist ein Säufer und gewalttätig. Alem erfährt wie es wirklich in der Welt seiner Mutter aussieht.

Der Autor schreibt hier den Lebensweg seiner Kindheit nieder. Selten hat mich ein Buch so sehr fasziniert und gespalten wie dieses. Keinem Kind wünscht man das es getrennt wird von seiner Mutter, aber in diesem Fall ist man sogar froh darüber. Er hatte ein unsagbares Glück in so einer Familie, immerhin mit 7 eigenen Kindern, als achtes Kind aufgenommen worden zu sein. Im Kopfkino könnte man sich schon denken was aus ihm geworden wäre, wäre er in Frankfurt bei seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten aufgewachsen. Dennoch verliert er kein böses Wort über seine Mutter, sogar wenn er in den Ferien zu seiner verarmten Oma und Opa auf Besuch war und man sich die ärmlichen Verhältnisse förmlich vorstellen konnt. Das er die Gewalt nicht selbst umgesetzt hat, die er manchmal miterleben mußte, ehrt ihn.
Dieses Buch liest sich im Sauseschritt, dank dem natürlichen, flüssigem Schreibstil. Hier bekommt man den Einblick in eine Gastarbeiterfamilie, die es sicherlich vielerorts gab.
Mich hat das Buch sehr bewegt und ich wünsche dem Autor auf seinem weiteren Lebensweg viel Glück.
Volle Punktzaht und eine klare Weiterempfehlung.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 07.03.2021

Langatmig

Big Sky Country
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In dem Roman von Callan Wink "Big Sky Country" lernen wir August kennen. Ein Junge der auf einer Farm aufwächst und mit seinem Landleben ganz zufrieden ist. Seine Mutter jedoch möchte nach ihrer Scheidung ...

In dem Roman von Callan Wink "Big Sky Country" lernen wir August kennen. Ein Junge der auf einer Farm aufwächst und mit seinem Landleben ganz zufrieden ist. Seine Mutter jedoch möchte nach ihrer Scheidung dort weg und zieht mit ihrem Jungen nach Montana, um ein neues Leben anzufangen. August versucht sich durchzubeissen, er fügt sich zwar in sein neues Leben ein, bleibt aber für sich und scheint in diesem grenzenlosen weiten Land unter zu gehen.

Mit hoher Erwartung habe ich das Buch angefangen zu lesen und fand es leider nach einiger Zeit langweilig. Zwar kann man sich gut das weite Land vorstellen, konnte mich aber trotzdem nicht richtig gepacken. Der Schreibstil war mir nicht flüssig genug, die Kommunikationen waren mir zu abgehackt. Mir fehlte die Vertrautheit unter den Protagonisten.

Ich habe mich durch das Buch gequält und kann leider nur 3 Sterne vergeben.

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  • Erzählstil
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