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Veröffentlicht am 11.08.2020

Das andere Urlaubsparadies

Verschollen in Palma
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Tim Blancks Tochter wird während ihrer Patyreise auf Mallorca vermißt. Das ist jetzt 3 Jahre her. Nachdem die Polizei es aufgegeben hat nach Emme zu suchen, macht sich Tim selbst auf den Weg nach Palma ...

Tim Blancks Tochter wird während ihrer Patyreise auf Mallorca vermißt. Das ist jetzt 3 Jahre her. Nachdem die Polizei es aufgegeben hat nach Emme zu suchen, macht sich Tim selbst auf den Weg nach Palma und bricht in Schweden alle Zelte ab, um selbst nach seiner Tochter zu suchen. In Palma nimmt er einen Job als Detectiv an und lernt die korrupte, kriminelle Welt der Reichen und Schönen kennen. Dabei bekommt er eine Spur die mit Emme zu tun hat, lebt sie doch noch?

Der Autor hat hier einen Krimi geschaffen, der dem Leser schonungslos ein anderes Mallorca zeigt. Bildlich kann man sich in das Urlaubsparadies versetzen und leidet mit dem Protagonisten mit. Die Charaktere sind glaubhaft dargestellt und überschaubar. Der Schreibstil allerdings ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn immer wieder kommen Passagen vor, indem zwischen Emme und der Wirklichkeit hin und her geswitscht wird. Mir waren es auch zuviele englische Einwürfe, die für mich als der englischen Sprache nicht mächtig, eher störend waren. Aber das gehört wohl zu einem modernen Schreibstil und ich habe mir die Sätze zusammen gereimt. Der Spannungsbogen zieht sich durch das ganze Buch.
Ich fühlte mich spannend gut unterhalten und kann das Buch weiterempfehlen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 02.08.2020

Fühlte mich gut unterhalten

Zeiten des Sturms
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Sheridan Grant steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Chirurgen Paul Sutton. Bei der Anprobe ihres Brautkleides bekommt sie Panik und flieht aus dem Laden. Dabei wird sie brutal entführt und ihre Vergangenheit ...

Sheridan Grant steht kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Chirurgen Paul Sutton. Bei der Anprobe ihres Brautkleides bekommt sie Panik und flieht aus dem Laden. Dabei wird sie brutal entführt und ihre Vergangenheit holt sie ein. Sie beschließt wieder in ihre Heimat zurückzukehren um sich wieder ihrer Leidenschaft dem Singen zu widmen. Auch muss sie einiges aus ihrer Vergangenheit aufarbeiten.

Ich kenne die beiden Vorgängerbände nicht und kam doch schnell in die Geschichte von Sheridan rein. Nele Neuhaus baut immer wieder Episoden aus der Vergangenheit mit ein, sodass man einen guten Einblick erhält. Der Schreibstil von der Autorin ist wie immer fließend und die Protagonisten kommen glaubhaft rüber. Sheridan war mir von Anfang an sympathisch und man konnte hautnah miterleben wie es in ihrer Welt abgelaufen ist. Es gibt Einblicke in die Musikszene, sowie in das Farmerleben. Leider waren manche Abschnitte für mich zu langatmig und so plätscherte manches Kapitel etwas vor sich hin. Dennoch fühlte ich mich sehr gut unterhalten, muß aber gestehen das die Taunuskrimis von Nele Neuhaus mich mehr begeistern.

  • Cover
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Veröffentlicht am 27.07.2020

Unglaublich aber leider Wahrheit

Zwei fremde Leben
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Der Autor Frank Goldammer beschreibt in seinem Roman"Zwei fremde Leben" die unglaublichen Machenschaften der damaligen DDR, die mit Zwangsadoption zu tun haben.

Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen ...

Der Autor Frank Goldammer beschreibt in seinem Roman"Zwei fremde Leben" die unglaublichen Machenschaften der damaligen DDR, die mit Zwangsadoption zu tun haben.

Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen sich auf ihr erstes Baby. Es ist das Jahr 1973, als Ricarda zur Entbindung in die Dresdner Frauenklinik eingeliefert wird. Ihr Vater ist der Chefarzt und bei der Entbindung dabei. Schnell nimmt er das Baby an sich und behauptet es sei tot. Für Ricarda bricht eine Welt zusammen, warum zeigt man ihr ds Baby nicht, wo wird es beerdigt oder wurde es doch adoptiert? Fragen die sie nicht mehr loslassen. Verzweifelt sucht sie nach den Gründen in der Hoffnung das ihr Baby doch gelebt hat. Ihre Ehe zerbricht dabei.

Auch der Polizist Thomas Rust beobachtet in der Nacht einiges. Seine Frau liegt ebenfals in der Entbindungsklinik. Er ermittelt auf eigene Faust was hier vorgeht.

1989 erfährt die 16jährige Claudia von ihrer Adoption und tritt bei ihrer verzweifelten Such nach ihren leiblichen Eltern in das Leben von Ricarda ein.

Thomas Goldammer hat hier einen Roman erschaffen, der tief bewegt und gleichzeitig wütend und bestürzt macht. Er beschreibt das überwachte System der damaligen DDR, der mich sprachlos gemacht hat. Alleine schon das es an der Tagesornung war, uneheliche Kinder zur Zwangsadoption frei zu geben. Man spürt die Verzweiflung der Protagonistin und ist mitten drin im Geschehn. Der Autor wechselt zwischen drei verschiedene Ebenen, sodaß genau nachvollzogen werden kann, wie sich die Geschichte aufbaut. Ein fließender, spannender Schreibstil läßt einen nur schwer das Buch aus der Hand legen. Krimi und wenn man das so nennen darf Unterhaltung liegen nah beieinander. Bis zum Schluß hällt sich die Spannung und man hofft auf einen guten Ausgang.

Da ich ein Kind der BRD bin, hat mich das Regime der damaligen DDR umso sprachloser gemacht. Dieses Buch wird noch sehr lange in mir nachklingen. Eine klare Leseempfehlung von mir und verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.07.2020

Der handel im Tuchgeschäft

Der Tuchfuchs
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Aidan Torwell stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat es durch Hugh Wilson und seiner Hartnäckigkeit zu Reichtum gebracht und gilt als der Tuchfuchs. Sein Gegner ist John Weston und versucht mit allen ...

Aidan Torwell stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat es durch Hugh Wilson und seiner Hartnäckigkeit zu Reichtum gebracht und gilt als der Tuchfuchs. Sein Gegner ist John Weston und versucht mit allen Mitteln den Tuchfuchs zu Fall zu bringen. Gillian Pollet, eine junge Witwe, möchte aus ihrer tristen Heimant hinaus und auf eigenen Füßen stehen. Mit vollem Einsatzt und harter Arneit setzt sie sich in der harten Männerwelt durch.

Ellen Flynn nimmt uns mit ins 18. Jahrhundert nach Manchester in England. Dort lernt man den Tuchhandel kennen. Sie beschreibt die Herstellung und das Färben von Stoff in der damaligen Zeit. Der Handel ist schwer und wird durch Intrigen erschwert. Die Lager sind voll und die Preise fallen, sodaß illegale Mittel nicht umgänglich sind um nach oben zu kommen.

Am Anfang tat ich mich mit der Schreibweise sehr schwer. Der Roman ist in der Ich-Form eines jeden Protagonisten geschrieben. Das war für mich neu und sehr gewöhnungsbedürftig. Außerdem kamen am Anfang viele Namen ins Spiel, die man nicht zuordnen konnte. Nach diesem holprigen Start kam ich jedoch gut ins Geschehen rein. Die Hauptprotagonisten sind verständlich und real dagestellt. Es wird deutlich der Unterschied zwischen Arm und Reich kommt sehr deutlich durch. Man lernt die feine Englische Art kennen und fühlt sich mittendrin.

Leider haben sich für mich die Kapitel oft zusehr hingezogen. Hilfreich wäre auch ein Glossar, der die Personen und einige Fachbegriffe enthällt, am Anfang gewesen.

Alles in Allem für mich, wenn man sich am Anfang durchgebissen hat, ein leichter Historischer Roman, der mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Bewegende Zeitreise

Nebelkinder
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Nebelkinder von der Autorin Stefnie Gregg ist eine Geschichte die das Schicksal 3 Generationen beinhaltet.

Wir lernen Käthe, Anastasia und Lilith kennen. Käthe stammt aus sehr gutem Haus, mit ihren Kindern ...

Nebelkinder von der Autorin Stefnie Gregg ist eine Geschichte die das Schicksal 3 Generationen beinhaltet.

Wir lernen Käthe, Anastasia und Lilith kennen. Käthe stammt aus sehr gutem Haus, mit ihren Kindern muß sie schweren Herzen Breslau verlassen, als der Krieg seinen Höhepunkt erreicht. Sie landen auf einem Bauernhof, wo sie in einem Kuhstall ein Dach über dem Kopf haben. Traumatisiert von den Ereignissen der Flucht übernimmt Anastasia , die ältere Tochter, die Versorgung. 1945 bekommen sie dann eine Wohnung in München zugeteilt. Als Ana eine eigene Familie gründet kann sie nur schwer ein inniges Verhältnis zu ihrer Tochter, Lilith, aufbauen. Bis sie 2017 mit ihr nach Breslau fährt und ihrer Tochter langsam näher kommt, denn sie erzählt ihre emotionale Geschichte.

Ich bin selbst ein Nebelkind, so nennt man die Nachkriegskinder und Enkelkinder der Kriegsflüchtlinge. Dadurch konnte ich das Verhalten von Ana und Lilith sehr gut nachempfinden. Meine Mutter zeigt genau das selbe Verhalten.

In dieser Geschichte wird der Leser mit der ganzen Grausamkeit der Flüchtlinge konfrontiert. Man kann sich, auch wenn man nicht betroffen ist, sehr gut mit den Protagonisten auseinander setzen. Durch die leicht vertständliche, manchmal sogar humorvolle Schreibweise fliegt man von Kapitel zu kapitel und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Immer wieder gleiten wir von der Gegenwart in die Vergangenheit und können hautnah am Geschehen teilnehmen.

Die Autorin hat mich mit ihrer Geschichte total begeistert und ich habe gelernt warum meine Mutter, heute 84 Jahre, nicht viel über die damalige Zeit erzählt und auch ihre Emotionen sehr zurück hält.

Ich kann das Buch aus tiefster Seele weiterempfehlen für Leser, die historisch Interessiert sind. Ich würde gerne mehr Sterne geben, kann aber leider nur 5 verteilen.

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