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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2020

Wenn Nähe fehlt

Bin noch da
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Moritz 38 Jahre betreibt ein kleines Cafe und lebt mit Freundin Jessi und Sohn Elias ein beschaulich, glückliches Leben. Bis sein Vater im Cafe auftaucht, heruntergekommen und fies gelaunt wie immer. Mama ...

Moritz 38 Jahre betreibt ein kleines Cafe und lebt mit Freundin Jessi und Sohn Elias ein beschaulich, glückliches Leben. Bis sein Vater im Cafe auftaucht, heruntergekommen und fies gelaunt wie immer. Mama ist seit 3 Monaten tot. Das muss Moritz erst mal verdauen. Sein vater, Karlheinz hat keinen Lebenswillen mehr und möchte das Moritz ihm hilft aus dem Leben zu treten. das glückliche Leben von Moritz gerät ins wanken, was soll er tun?

Eine Nachkriegsfamilie öffnet sich hier. Der Vater ackert für die Familie und säuft sich seinen Kummer weg. Die Mutter spielt Heimchen am Herd und versucht die Familie zusammen zu halten. Die Kinder haben keinen Bezug zum Vater und vermissen dessen Aufmerksamkeit. Mit 18 verschwindet Moritz aus dem Familienleben und seine Schwester bricht später auch den Kontakt zu ihren Eltern ab.

Eine eigentlich traurige Geschichte, wenn da nicht der tolle Schreibstil des Autors wäre. Humorvoll mit viel Sarkasmus. Irgendwie fand ich den kauzigen alten Nörgler Karheinz sogar manchmal sympathisch, weil die Wortwahl von Sven Stricker einzigartig dazu beigetragen hat. Die Protagonisten waren im allgemeinen lebensecht nachempfunden und ich war mitten drin im Geschehen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und empfehle das Buch gerne weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2020

Drei familien in der Nachkriegszeit

Und die Welt war jung
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Die Autorin Carmen Korn nimmt uns mit in die Jahre 1950 bis 1959. Da sind drei Familien aus Hamburg , Köln und San Remo. Die Familien sind befreundet oder Verwandt.
Heinrich und Gerda Aldenhoven aus Köln ...

Die Autorin Carmen Korn nimmt uns mit in die Jahre 1950 bis 1959. Da sind drei Familien aus Hamburg , Köln und San Remo. Die Familien sind befreundet oder Verwandt.
Heinrich und Gerda Aldenhoven aus Köln führen ein karges Leben, denn die Kunstgalerie von Heinrich findet in der Nachkriegszeit wenig Zulauf.
Besser sieht es bei ihren freunden aus Hamburg aus.Kurt Botgfeldt hat seinen guten Job bei der Sparkasse und kommt mit seiner Familie gut über die Runden. Wenn da nicht der vermisste Schwiegersohn wäre, seit 5 Jahren kein Lebenszeichen von ihm.
Am besten geht es den Cannes in San Remo, wo Heinrichs Schwester mit dem Italiener Bruno lebt. Allerdings hat die Schwiegermutter das Zepter in der Hand.

Carmen Korn beschreibt hier drei Familienschicksale in einer Zeitspanne von 9 Jahren. Wir erfahren Höhen und Tiefen der drei Familien. Immer wieder zwitschen wir zwischen Hamburg, Köln und San Remo hin und her, sodaß wir die Entwicklung hautnah miterleben können. Die Charaktere sind sehr glaubhaft dargestellt . Der Schreibstil ist leicht und fließend, sodaß man sich sehr gut unterhalten fühlt.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann das Buch gerne weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2020

Bruderliebe

Ihr Königreich
1

Der Autor JO Nesbo nimmt uns mit, wie sollte es auch anders sein, auf einen einsamen Hof ins idyllische Norwegen.

Allerdings kommt die Idylle so langsam ins Schwanken als Roys Bruder, Carl, nach 15 ...

Der Autor JO Nesbo nimmt uns mit, wie sollte es auch anders sein, auf einen einsamen Hof ins idyllische Norwegen.

Allerdings kommt die Idylle so langsam ins Schwanken als Roys Bruder, Carl, nach 15 Jahren mit seiner Frau Shannon wieder aus Kanada zurück kommt. Er möchte auf dem Grundstück der Brüder, genannt das Königreich, eine Hotelanlage errichten. Nichts wird so sein wie es einmal war.

Für mich war es der erste Roman des Autors und ich ging mit großer Vorfreude daran. Der spannende Klappentext hat dazu beigetragen. Der Schreibstil ist fließend, aber oft sehr ausschweifend. Man konnte sich bildlich in das Geschehen hineinversetzen. Die Charaktere sind gut beschrieben, aber für mich etwas übertrieben was den schlechten Charakter betrifft. Es wird aus der Ich-Form des älteren Bruders Roy erzählt. Immer wieder schwenkt der Autor zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, sodaß ich manchmal etwas irritiert war und nicht wußte wo ich mich gerade befand. Dadurch erfuhr man die Hintergründe der Familie und es kamen so manche erschütternde Ereignisse zutage, sodaß man die Charakterzüge der Brüder schnell zu deuten wußte.Jedoch war mir das oft des Guten zuviel. Ständig gab es neue Ereignisse, die die Spannung zwar anhoben, jedoch für mich sehr übertrieben waren. Alles löste sich auf zu einfache Weise. Mit dem Schluß wurde ich allerdings überrascht, da führt Jo Neso den Leser an der Nase herum, das widerrum einen guten Autor ausmacht. Aber trotzdem muß ich leider sagen,daß mir der Autor nicht besonders gelegen hat, seine ausfühliche Berichterstattung bezüglich mancher Szenen waren mir zu lange und ich mußte mich stellenweise zwingen am Ball zu bleiben. Die Storie ansich fand ich gut, aber leider zu ausführlich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2020

Erschütternd

Sag die Wahrheit, auch wenn deine Stimme zittert
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Bisher habe ich nichts von der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia gehört. Umso erschüttert war ich über das Gelesene in diesem Tatsachenbericht.
Im Vorwort wird man ja schon auf ...

Bisher habe ich nichts von der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia gehört. Umso erschüttert war ich über das Gelesene in diesem Tatsachenbericht.
Im Vorwort wird man ja schon auf die Missstände vorbereitet und man erahnt was in diesem Buch auf einen zukommt. Eine starke Frau, die sich auch durch den Brand ihres Hauses und die gäuelvolle Tötung ihres Hundes nicht stoppen lässt. Leider muss sie mit ihrem Leben bezahlen, denn für die Verandwortlichen ist es leicht einen unbequemen Menschen zu entsorgen.
Bewundernswert auch ihre Söhne, die in akriebischer Kleinarbeit die einzelnen Puzzleteile zusammen setzten und diese Buch erschaffen haben. Nicht ganz ungefährlich und daher sehr mutig.
Verwunderlich, dass nach diesen ganzen Tatsachen niemand einschreitet, denn Malta liegt nach wie vor als unbescholtene Insel im Mittelmehr.
Ein Buch das bewegt und keine leichte Kost ist, es sollte viele Menschen lesen, in der Hoffnung das Gerechtigkeit geschieht und die Familie für ihren Mut im Nachhinein Genugtuung bekommt, auch wenn Daphne dadurch nicht mehr zurück kommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.09.2020

Thriller oder Horror

Dunkler Raum
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Peter Robert hat mit seinem Debütroman ein Buch geschaffen, das zum Nachdenken anregt, aber gleichzeitig auch Angst macht.

Zwei Familien kämpfen um ihre Kinder. Da ist eine alleinerziehende Mutter mit ...

Peter Robert hat mit seinem Debütroman ein Buch geschaffen, das zum Nachdenken anregt, aber gleichzeitig auch Angst macht.

Zwei Familien kämpfen um ihre Kinder. Da ist eine alleinerziehende Mutter mit zwei dunkelhäutigen Jugendlichen und einem Sohn der keinen Kontakt pflegt. Problemkinder die in einem Milieu der harten Außenwelt aufwachsen. Dann die Patchworkfamilie, die sich wohnlich verbessern kann und in eine Welt der Elitekinder eintaucht. Doch alles gerät massiv aus den Fugen.

Das Cover und der Klappentext zeigen schon, hier handelt es sich um eine dunkle Geschichte. Am Anfang nahm alles seinen normalen Anlauf und ich kam sehr gut in das Geschehnis hinein. Flüssiger Schreibstil, eine klare Aussprache mit einer manchmal außerordentlichen Wortwahl, die man selten findet. Bis es zu den Rückblenden kam, da war ich doch sehr irritiert und wusste manchmal gar nicht in welcher Zeit ich mich befand. Das forderte meine Konzentration und nahm mir ein bisschen den Lesefluss. Dabei stand die Brutalität im Vordergrund, die ich bei weitem nicht so erwartet hätte. Szenen zwischen Dystrophie und Wirklichkeit überschlugen sich, das war mir einfach zu viel und ich begann mich durch das Buch zu quälen. Schade eigentlich, denn die Story fand ich stellenweise ganz gut, kann aber das Buch dadurch schwer zuordnen. Als Roman würde ich das Ganze nicht einordnen, eher in die Horrorabteilung. Man brauch schon starke Nerven.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere