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Veröffentlicht am 08.05.2025

Teeniegeschichte

Stromlinien
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Die 17jährigen Zwillinge Enna und Jale wachsen bei ihrer Großmutter Ehmi in den Elbmarschen in der Nähe von Hamburg auf. Ihre Mutter Alea hatte an ihrem 18. Geburtstag einen Bootsunfall verursacht, bei ...

Die 17jährigen Zwillinge Enna und Jale wachsen bei ihrer Großmutter Ehmi in den Elbmarschen in der Nähe von Hamburg auf. Ihre Mutter Alea hatte an ihrem 18. Geburtstag einen Bootsunfall verursacht, bei dem viele Menschen ums Leben kamen, und sitzt seitdem im Gefängnis. Jetzt rückt der Zeitpunkt ihrer Entlassung näher und Jale und Enna zählen die Tage und Stunden. Als es dann endlich so weit ist, ist Jale verschwunden und Enna wartet vergeblich vor dem Gefängnis auf ihre Mutter. Verzweifelt sucht sie Jale und Alea. Sind sie gemeinsam verschwunden und wenn ja, warum? Auf ihrer Suche bekommt sie Hilfe von ihrem Klassenkameraden Luca, dessen Mutter ausgerechnet bei der Polizei arbeitet, und auf die Polizei ist Ehmi seit Aleas Verurteilung nicht gut zu sprechen. Nach und nach erfahren wir mehr über die Hintergründe von damals und die Familiengeschichte, die von Schiffskatastrophen geprägt ist. Am Ende fügen sich die losen Fäden zu einem Ganzen, aber so richtig überzeugend fand ich die Geschichte nicht.
Zum einen wissen Jale und Enna bis fast zuletzt nicht, warum ihre Mutter im Gefängnis sitzt. Möglich, dass man als Kind noch nicht nachfragt, aber als Teenager, will man doch wissen, warum die eigene Mutter einsitzt. Selbst wenn die Zwillinge selbst nicht nachgefragt haben sollten, hätten sie spätestens in der Schule von ihren Klassenkameraden die Geschichte, die ja im Dorf bekannt war, erfahren. Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Großmutter Ehmi ist auch sehr seltsam und für mich wenig glaubhaft. Sie spricht so gut wie nichts mit ihren Enkelinnen, scheint vollkommen verbittert. Aber am unglaubwürdigsten war für mich das Verhalten von Alea nach ihrer Haftentlassung.
„Stromlinien“ liest sich wie ein Teenieroman. Ich lese gerne ab und zu Jugendromane und Coming-of-Age Geschichten, aber hier hat mich Ennas zickige Art und ihr in manchen Situationen ausgesprochen kindisches Verhalten doch sehr genervt. Die einzig sympathische Person im ganzen Roman ist in meinen Augen Luca. Ich habe das Buch beendet, weil ich wissen wollte, wie alles zusammenhängt, aber für mich war es kein Highlight.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Ziemlich zäh

Dunkle Asche
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In „Dunkle Asche“ wird ein dreißig Jahre alter Mordfall untersucht. Damals lief eine Abiparty völlig aus dem Ruder, am Ende des Abends kam eine der Abiturientinnen im Ferienhaus ihrer Eltern zu Tode. Zur ...

In „Dunkle Asche“ wird ein dreißig Jahre alter Mordfall untersucht. Damals lief eine Abiparty völlig aus dem Ruder, am Ende des Abends kam eine der Abiturientinnen im Ferienhaus ihrer Eltern zu Tode. Zur Verwischung der Spuren wurde das Haus angezündet.
Jetzt rollen die beiden Ermittlerinnen Gudrun Möller und Judith Engster vom Cold Case Unit des LKA den alten Fall wieder auf. Auslöser ist, dass ein schwerkranker Mann sein Gewissen erleichtert, indem er von Beobachtungen erzählt, die er damals für sich behalten hatte.
Beim Überfliegen von Rezensionen habe ich gesehen, dass der Krimi des Öfteren als „solide“ bezeichnet wird, was für mich nichts anderes heißt als es ist alles vorhanden, was ein Krimi braucht, aber er ist nichts Besonderes. Die Hauptzutat eines guten Krimis, nämlich Spannung, fehlt allerdings über weite Strecken. Was mich sehr genervt hat, ist das Privatleben der beiden Ermittlerinnen. Gudrun verbringt gleich zu Beginn eine Nacht mit einer viel jüngeren Touristin. Danach überlegt sie ewig, was sie machen soll, nochmal ein Date oder nicht und sowieso kommt ständig der Job dazwischen. So what! Wen interessiert das denn, mich jedenfalls nicht. Bei Judith wird ein großes Rätsel darum gemacht, warum sie ihren alten Job aufgegeben hat.
Gegen Ende des Buchs kommt dann endlich etwas von der lange vermissten Spannung auf, allerdings ist die Auflösung des Falls wenig glaubhaft und vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Ich war jedenfalls froh, das Buch aus der Hand legen zu können, denn es hat meine Erwartungen ganz und gar nicht erfüllt.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Viel zu langatmig

Blutbuße
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Hannah Ahlander ist inzwischen gut in Are verwurzelt. Sie wohnt nicht mehr im Ferienhaus ihrer Schwester, sondern hat etwas Eigenes gefunden. Auch beruflich läuft alles gut, wenn man von der ständigen ...

Hannah Ahlander ist inzwischen gut in Are verwurzelt. Sie wohnt nicht mehr im Ferienhaus ihrer Schwester, sondern hat etwas Eigenes gefunden. Auch beruflich läuft alles gut, wenn man von der ständigen Spannung durch ihre Verliebtheit in den verheirateten Kollegen Daniel Lindskog absieht.
In diesem dritten Band der Reihe wird eine schwerreiche Immobilienmaklerin, die vorhatte, ein heruntergekommenes Hotel in der Nähe von Are in ein state-of-the-art Luxushotel umzuwandeln, ermordet. Das Projekt war nicht unumstritten, außerdem scheint es, als ob die Maklerin lokale Politiker geschmiert haben könnte, um das Bauvorhaben durchzukriegen.
Leider wird die Polizeiarbeit dieses Mal dermaßen kleinteilig beschrieben, dass die Spannung auf der Strecke bleibt. Was mich allerdings am allermeisten gestört hat, war die emotionale Gemengelage der einzelnen Personen, die ad ultimo beschrieben wird. Hanna schmachtet nach Daniel, dieser hat ein schlechtes Gewissen seiner jungen Frau gegenüber, weil er berufsbedingt kaum Zeit für sie und das Kind hat. Und Kollege Anton, der sich nicht traut, seine Homosexualität offen zu leben, trauert immer noch einem Liebhaber aus dem letzten Band nach. All diese Probleme wurden bereits früher thematisiert und sind somit aufgewärmt.
Ganz am Ende kommt noch Spannung auf, was bei einem Buch von über 500 Seiten auch langsam Zeit wurde. Für mich ein eher enttäuschendes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 25.06.2024

...jetzt musste er nur noch sein Herz öffnen

Das Licht in den Birken
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Nach 20 Jahren in Portugal kehrt Thea in ihre Heimat in der Lüneburger Heide zurück. Sie hat eine Wohnung auf einem Gnadenhof für Tiere gefunden. Die Wohnung gefällt ihr gut und sie hat Platz für ihre ...

Nach 20 Jahren in Portugal kehrt Thea in ihre Heimat in der Lüneburger Heide zurück. Sie hat eine Wohnung auf einem Gnadenhof für Tiere gefunden. Die Wohnung gefällt ihr gut und sie hat Platz für ihre zwei aus Portugal mitgebrachten Tiere, lediglich der Besitzer Benno ist ein alter Griesgram, dem man anmerkt, dass er viele Jahre allein gelebt hat. Kurz nach Theas Ankunft findet Benno eine junge Frau im Wald, die eigentlich auf Wanderschaft ist, jedoch so unglücklich gestürzt ist, dass sie nicht mehr laufen kann. Er nimmt sie mit auf den Hof, wo sie bei Thea unterkommen kann.
Jede dieser drei Personen hat Probleme, seien diese finanzieller, familiärer oder gesundheitlicher Art. Doch die drei, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammenraufen, finden für alles in Nullkommanix eine Lösung. Als sie beschließen, eine alte Scheune auszuräumen und zu renovieren, passiert dies innerhalb eines Tages. Jeder, der jemals renoviert hat, weiß, dass dies ein Unding ist. Die Idee für dieses Buch hat mich gereizt, aber die wenig glaubhafte Umsetzung, bei der sich alle Probleme in kürzester Zeit in Luft auflösen, konnte mich nicht überzeugen. Ich habe „Das Licht in den Birken“ als Hörbuch gehört, gesprochen von Tessa Mittelstädt. Die Stimme der Sprecherin war angenehm, doch hat es mich sehr gestört, dass der Mittfünfziger Benno so behäbig wie ein Greis sprach und manche Vokale unpassenderweise gedehnt wurden. Aus Küche wurde Küüüche, aus Geruch Geruuuch. Und beide Wörter kommen gefühlt in jedem zweiten Satz vor!
Natürlich weiß man von Anfang an, dass Thea und Benno sich mit der Zeit näherkommen, die ganze Geschichte ist ziemlich vorhersehbar. Der Stil erinnert teilweise an einen Groschenroman, so heißt es beispielsweise über Benno „den Hof hatte er schon geöffnet, jetzt musste er nur noch sein Herz öffnen.“ So war dieses Buch zwar ganz nett, aber im Großen und Ganzen doch ein bisschen zu seicht für meinen Geschmack.

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Veröffentlicht am 13.03.2024

Beim großen Capybara!

Drei Wasserschweine brennen durch
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Beim großen Capybara, was für ein goldiges Kinderbuch, dachte ich zu Beginn der Geschichte. Drei Wasserschweine, die die Welt außerhalb ihres Geheges erkunden möchten und dabei allerlei Interessantes entdecken. ...

Beim großen Capybara, was für ein goldiges Kinderbuch, dachte ich zu Beginn der Geschichte. Drei Wasserschweine, die die Welt außerhalb ihres Geheges erkunden möchten und dabei allerlei Interessantes entdecken. Zum Beispiel, dass die Menschen mit ihren Frischlingen den Tag ihrer Geburt feiern, haha. Sie finden neue Freunde und erleben spannende Abenteuer. Über die Sprache habe ich mich köstlich amüsiert. Doch etwa in der Mitte des Buchs ändert sich die Stimmung. Eines der Wasserschweine wird von bösartigen Affen und stinkenden, aggressiven Meerschweinchen gefangen gehalten und die beiden anderen, die zu seiner Rettung kommen, geraten selbst in größte Gefahr. Sie erfahren, dass ein Tier, das sie für einen Freund gehalten haben, sie aus eigennützigen Gründen verraten hat. Die Stimmung ist düster und bedrohlich und ganz bestimmt nicht geeignet als Gutenachtgeschichte für kleine Kinder. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass Kinderbücher nur heile Welt beschreiben sollten, aber hier ging mir das Negative zu weit. Ganz abgesehen davon, dass ich meinem Enkel keine Ausdrücke wie Eberarsch beibringen möchte. Einige Kapitel sind außerdem sehr lang, ich bezweifle, dass Sechsjährige eine so lange Aufmerksamkeitsspanne haben. Wahrscheinlich will auch keines der Kinder, die diese Geschichte vorgelesen bekommen, jemals ein Meerschweinchen als Haustier haben, so widerlich wie sie hier beschrieben werden.
Was mir gut gefallen hat, sind die Illustrationen. Ich hätte mir gewünscht, dass die fröhliche Leichtigkeit und der Humor der ersten Kapitel beibehalten worden wäre, so vergebe ich nur drei von fünf Sternen.

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