Cover-Bild Vergiss mich
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 15.05.2025
  • ISBN: 9783423447195
Alex Schulman

Vergiss mich

»Ein großartiges Buch, das ich jedem empfehle!« Christine Westermann
Hanna Granz (Übersetzer)

»Wann hat jemals ein Romancier derart offen und wahrhaftig über die Liebe eines Mannes zu seiner Mutter geschrieben? Das ergreifendste Buch dieses Jahres, wenn nicht gar seit sehr langer Zeit!« Björn Hayer, Cicero
Es ist Sommer. Alex Schulman kommt ins Landhaus seiner Mutter, um sie davon abzuhalten, sich zu Tode zu trinken. Und sie zu überzeugen, sich in eine Entzugsklinik einzuweisen. Und er fragt sich: Was genau ist passiert, wie ist aus der schillernden, liebevollen Mutter dieses geisterhafte Wrack geworden? In Erinnerungen erzählt Alex Schulman vom Auseinanderbrechen der Beziehung zwischen Mutter und Sohn und vom verzweifelten Versuch des erwachsenen Kindes, ihr die Hand zu reichen, als die Kluft zwischen ihnen am größten ist.
Eine ergreifende Erzählung von der Liebe eines Kindes zu seiner Mutter, über Co-Abhängigkeit, Sehnsucht und das Bedürfnis nach Versöhnung.
Die autobiographische Vorlage zum SPIEGEL-Bestseller ›Die Überlebenden‹.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein Leben in Co-Abhängigkeit

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In „Vergiss mich“ schreibt Alex Schulman über die Alkoholsucht seiner Mutter Lisette Schulman, die seine Kindheit und Jugend geprägt hat und ihn auch als Erwachsenen nicht loslässt. Über 30 Jahre hat es ...

In „Vergiss mich“ schreibt Alex Schulman über die Alkoholsucht seiner Mutter Lisette Schulman, die seine Kindheit und Jugend geprägt hat und ihn auch als Erwachsenen nicht loslässt. Über 30 Jahre hat es gedauert, bis Alex Schulman seine Mutter auf ihren Alkoholismus anspricht. Lisette blockt daraufhin komplett ab und die Mutter-Sohn-Beziehung droht daran zu zerbrechen. Sehr einfühlsam beschreibt Alex Schulman seine Gefühlswelt, seine Ängste, Sorgen, Trauer und auch Wut. Trotz allem, was seine Brüder und er durch die Sucht seiner Mutter mitgemacht haben, ist im Text eine tiefe Liebe zu seiner Mutter spürbar, verbunden mit dem Wunsch nach Verständnis und Versöhnung.

Immer wieder blickt Schulman zurück in seine Kindheit: Gesten, Blicke und typische Verhaltensweisen seiner Mutter rufen Erinnerungen an oft schmerzliche Begebenheiten hervor. Sehr klar zeigen sich hier die klassischen Zeichen der Co-Abhängigkeit: Alex übernimmt schon früh viel Verantwortung, kompensiert die Ausfälle seiner Mutter, hilft seiner Mutter, die Sucht nach außen hin zu vertuschen. Immer wieder fördern die Brüder und auch der Vater durch ihr Verhalten die Sucht geradezu. Besonders berührt hat mich hierbei, wie sehr Alex sich als Kind nach der Anerkennung seiner Mutter sehnt und darunter leidet, dass sie ihn immer wieder mit Missachtung straft. Generell handelt Lisette gegenüber Alex immer wieder hoch manipulativ, und in diesen Momenten fiel es mir tatsächlich sehr schwer, Mitgefühl für Lisette aufzubringen, und ich hätte Alex am liebsten wachgerüttelt, damit er hier eine klare Grenze zieht.

Noch immer wird Alkohol in unserer Gesellschaft mehrheitlich nicht als gefährliche Droge und Zellgift wahrgenommen, sondern gehört leider bei Feiern und häufig auch im Alltag ganz selbstverständlich dazu. „Vergiß mich“ zeigt, wie Alkohol das Leben des Süchtigen, aber auch seiner Familienangehörigen massiv beeinträchtigt und prägt, und das oft für den Rest des Lebens. Unbedingt lesenwert!

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Sollte man gelesen haben

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Alex Schulman wirft einen sehr persönlichen Blick auf ein ernstes Thema. Vor allem die kindliche Sicht auf das zunehmende Alkoholproblem der Mutter? Die sich verschiebenden Realitäten innerhalb der Familie, ...

Alex Schulman wirft einen sehr persönlichen Blick auf ein ernstes Thema. Vor allem die kindliche Sicht auf das zunehmende Alkoholproblem der Mutter? Die sich verschiebenden Realitäten innerhalb der Familie, wenn aus Liebe, Spaß und alberner Vertraulichkeit plötzlich Angst wird. Wow das hat mich wirklich erschüttert, wie nahbar, mit Händen greifbar erzählt.

Schulman malt Bilder vom Familienleben, versteckten Flaschen und heimlichen Gläsern, von Mamas „Krankheit“. Und er schreibt von der Resignationen eines Erwachsenen, der sich nicht zu helfen weiß, der viel zu lange Komplize der Sucht seiner Mutter war. Die Emotionalität der Geschichte schwingt in jeder einzelnen Zeile mit und für mich ist es eine Gesichte, die mich tief berührt hat.

Das schambehaftete Tabuthema wird hier in seine Einzelteile aufgedröselt. Es ist eine Geschichte der Gegensätze: Härte und Verletzlichkeit, Hoffnung und Enttäuschung, Liebe und Gleichgültigkeit. Die Höhen und Tiefen werden hier sehr nahbar und authentisch aufbereitet, genauso wie der schmale Grat zwischen Licht und Schatten und das dünne Eis auf dem sich die einzelnen Familienmitglieder bewegen.

Alex Schulman schreibt einfach wunderschön und gibt diesem ernsten, traurigen Thema einen sanften und irgendwie auch versöhnlichen Ton. Das Buch liest sich einfach unglaublich, man hat stellenweise das Gefühl, sich verschämt wegdrehen zu müssen, den Figuren Raum zu geben, aber Schulmann hält dem Thema Alkoholismus den Spiegel vor und drängt den Leser auf bestimmte, aber einfühlsame Art hinzusehen.

Ich muss jetzt unbedingt auch noch „die Überlebenden“ lesen.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Familienleben mit Tabuthema

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Zutiefst erschütternd, welche Spuren Sucht in einer Familie hinterlässt
Der Roman „Vergiss mich“ von Alex Schulman befasst sich mit einem Thema, das auch in seiner eigenen Familie totgeschwiegen wird: ...

Zutiefst erschütternd, welche Spuren Sucht in einer Familie hinterlässt
Der Roman „Vergiss mich“ von Alex Schulman befasst sich mit einem Thema, das auch in seiner eigenen Familie totgeschwiegen wird: der Alkoholsucht der Mutter.
Die frühen Kindheitserinnerungen an seine Mutter sind für Alex erstmal überaus positive, bis- sie das Trinken anfängt und sich ihr Charakter massiv verändert und die drei Kinder für sie eher Last als Glück bedeuten.
Es geht nunmehr darum, die Mutter nicht mehr zu stören, mit ihren Launen und ihrer Unberechenbarkeit umzugehen und viel zu früh Verantwortung zu tragen, die die Mutter aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr übernehmen kann.
Als Alex als Erwachsener immer wieder die Auswirkungen dieser belastenden Kindheit zu spüren bekommt, konfrontiert er seine Mutter endlich und nach Jahren mit dem echten Problem. Kontaktabbruch.
Später dann, als Alex und sein Bruder die Mutter aus dem Ferienhaus, an dem auch viele schöne Erinnerungen hängen, aus ihrer Misere „retten“ und in die Stadt zurückbringen, nimmt diese nach langem Anlauf das Angebot wahr, sich in eine Klinik zu begeben.

Mir wurde durch den Roman von Alex Schulman klar, wie tabuisiert das Thema selbst in der engsten Familie sein kann und wie sehr sich Betroffene gegen die Erkenntnis sperren können, dass sie dringend Hilfe brauchen.

Ich finde, es ist Alex Schulman sehr gut gelungen, einen liebevollen, sprachlich leichten, aber dennoch klaren Roman über seine Mutter zu schreiben, in dem er sich nicht nur auf ihre Schattenseiten fixiert, sondern immer wieder deutlich wird, dass es sich hier um eine tolle, intelligente, witzige und interessante Frau handelt, die krank ist- nicht um eine schlechte Mutter, die per se ihre Kinder vernachlässigt.

Diese Sicht auf die Situation fand ich sehr wertschätzend und trotzdem frage ich mich schon, warum sich nie jemand getraut hat, das Thema viel früher anzusprechen und Hilfe anzubieten. Wie traurig, dass die Familienmitglieder unter dieser Abhängigkeit ihr Leben lang selbst extrem leiden. Allein die nächtlichen Nachrichten der Mutter lassen mich zusammenzucken.

Einprägsam waren auch die Momente der Ehrlichkeit, in denen Alex zugibt, Harmonie um jeden Preis aufrecht erhalten zu wollen und auch seine eigene Familie für den Frieden mit seiner Mutter „opfert“.

„Ich sage ebenfalls nichts, um abzuwarten, wie lange das Schweigen dauert. Zwischen den Sekunden vergeht wahnsinnig viel Zeit.“

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