Cover-Bild Die Töchter des Zauberers
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Ebersbach & Simon
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 21.08.2024
  • ISBN: 9783869153056
Annette Seemann

Die Töchter des Zauberers

Erika, Monika und Elisabeth Mann
Die erste Biografie über die drei Töchter der Jahrhundertfamilie

Erika, Monika und Elisabeth Mann
– drei vielfach begabte, kreative und wandelbare Töchter einer legendären Familie, die besondere Anforderungen an ihre Mitglieder stellte. Annette Seemann zeichnet in ihrer umfassenden Biografie die höchst unterschiedlichen Lebenswege der Töchter von Thomas und Katia Mann nach und beleuchtet dabei zugleich die bewegte Familiengeschichte der Manns vor dem kulturhistorischen Panorama des 20. Jahrhunderts. Neben Erika und Elisabeth tritt erstmals Monika Mann gleichberechtigt aus dem Schatten der beiden prominenten Schwestern.

Eine facettenreiche Zeitreise mit den Töchtern des Zauberers und zugleich ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der amazing family.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2024

Eine gelungene Biografie der drei Mann-Töchter

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Erika Mann, die älteste Tochter des Literaturnobelpreisträgers Thomas Manns, war nicht nur Schauspielerin, Kabarettistin, Journalistin, Schriftstellerin, sondern unter anderem auch eine passionierte Autofahrerin. ...

Erika Mann, die älteste Tochter des Literaturnobelpreisträgers Thomas Manns, war nicht nur Schauspielerin, Kabarettistin, Journalistin, Schriftstellerin, sondern unter anderem auch eine passionierte Autofahrerin. Beachtenswert ist ihr politisches Engagement, welches sich besonders in ihrem Kabarett „Die Pfeffermühle“ niederschlug und positive Resonanzen nach sich zog.

Das dritte Kind und die zweite Tochter war Monika. Von früh auf begeisterte sie sich für Musik, wurde jedoch stets von ihrer eigenen Familie belächelt. Sie war vom Schicksal geplagt und das besonders hinsichtlich der Liebe. Als sie sich mit ihrem Ehemann Jenő Lányi auf einer Überfahrt nach Amerika befand, wurde ihr Schiff von einem deutschen U-Boot beschossen, was ihrem Mann das Leben nahm. Anschließend litt sie lebenslang unter Depressionen, welche jedoch damals nie als solche diagnostiziert wurden.

Elisabeth war die jüngste Tochter der Manns und zugleich das Lieblingskind ihres Vaters. Ihr widmete er das in Hexametern verfasste Idyll „Gesang vom Kindchen“ und die Novelle „Unordnung und frühes Leid“. Mit ihrer ältesten Schwester teilte sie ihre Vorliebe für ältere Männer und heiratete in jungen Jahren den 36 Jahre älteren Guiseppe Antonio Borgese. Beruflich setzte sie sich in erster Linie mit dem Erhalt der Meere, aber u.a. auch der Genderforschung auseinander.

Alle drei Leben wurden vor Herausforderungen gestellt und vom Zeitgeschehen überschattet, dabei prägten sie die Zeit selbst in vielerlei Hinsicht.

Anschaulich schildert Annette Seemann die Leben der drei Frauen unter Einbeziehung der gesamten Familie und wichtigen Ereignissen, die alle betrafen.
Diesbezüglich wirft sie auch einen Blick auf die literaturwissenschaftliche Forschung sowie Briefe und Tagebücher der „Manns“.
Sorgsam ausgewählte, teils seltene Fotografien runden das Buch passend ab.

Mal wieder zeigt sich wie vielfältig und spannend nicht nur das Leben von Thomas und Heinrich, sondern der gesamten Familie Mann ist.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Sehr gut recherchiert und ein echtes Highlight

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Drei Frauen und ein prägender Nachname "Mann". Doch wie ist es, als Tochter in eine Familie hineingeboren zu werden, in der der Vater eine (schriftstellerische) Übermacht hat ? Annette Seemann beleuchtet ...

Drei Frauen und ein prägender Nachname "Mann". Doch wie ist es, als Tochter in eine Familie hineingeboren zu werden, in der der Vater eine (schriftstellerische) Übermacht hat ? Annette Seemann beleuchtet die Vita von Erika, Monika und Elisabeth Mann, fördert dabei Erstaunliches zu Tage und schafft es, die Töchter einzeln glänzen zu lassen.

Es ist kein Buch wie alle anderen, das sich mit der Mann'schen Familiengeschichte befasst, sondern es geht tiefer. Erika, schon immer energisch und politisch; Monika, das ungeliebte, ja fast schon als überflüssig bezeichnete Kind und Elisabeth, das verwöhnte Nesthäkchen, die ihren eigenen Weg geht und sich ebenfalls keine Vorschirften machen lässt.

Die Lebenswege sind so unterschieldich, wie sie innerhalb einer Familie nur sein können und doch sind sie auf ihre Art und Weise faszineriend, mitreißend, erschüttend und immer wieder anders. Annette Seemann zeigt die vielen Facetten der berühmten Töchter, blickt in ihre Seelen und bewirkt, dass die Lesenden voller Enthusiasmus und Tatendrang an der Seite der jeweiligen Mann-Tochter durchs Leben gehen.

Besonders bleibt ein Bild in Erinnerung: Monika, die nach dem Tod des Vaters hinter der Familie zur Beisetzung geht. Ihr Stand und Wert innerhalb der erfolgreichen Familie könnte mit keinem anderen symbolisierten Bild besser ausgedrückt werden. Ihr Kampf um Anerkennung und (elterliche wie geschwisterliche) Liebe zieht sich wie ein rotes Tuch durch ihr Leben. Sie ist immer einen Schritt hinterher und Seemann ermöglicht ihr mit diesem Buch, die großen Schatten zu verlassen und selbst auf der Bildfläche zu erscheinen.

Seemann öffent nicht nur bereits bekannte Fotoalben und Geschichstbücher, sondern geht teifer und eindringlicher in die Familiengeschichte, damit aus den "Töchtern des Zauberers" ein eigenständiges Individuum wird, das die eigene Sicht- und Lebensweise für die Leserschaft darlegen kann.

Wunderbar wandelbar trifft auf alle drei zu - eine jede auf ihre Art und Weise ! Eine wundervolle Biografie, die sehr gut recherchiert und ein echtes Highlight am Bücherhimmel ist!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Erika, oh Erika

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Dieses Buch war ein Zufallsfund in einem Buchladen und ich finde das Cover sehr schön. Der graue Hintergrund, das blaustichige Foto, dazu die kraftvolle Schrift. Ich gucke es gern an. Und trotzdem finde ...


Dieses Buch war ein Zufallsfund in einem Buchladen und ich finde das Cover sehr schön. Der graue Hintergrund, das blaustichige Foto, dazu die kraftvolle Schrift. Ich gucke es gern an. Und trotzdem finde ich den Inhalt schwer zu beurteilen.

Worum geht es?

Das Buch beleuchtet die Leben der Töchter Thomas Manns, Erika, Elisabeth und Monika. Allerdings verflechtet der Text nicht drei Biografien, sondern betrachtet anfangs alle sechs Geschwister, im Mittelteil Erika Mann mit geringen Anteilen Monikas und noch weniger Elisabeth, bevor es im letzten Fünftel überwiegend um Elisabeth, ein bisschen um Monika geht.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Die Beurteilungen der drei Frauen fand ich erhellend, wirklich nahegekommen sind sie mir nicht.

Das liegt, denke ich, auch an der Quellenlage: Erika Mann war schon sehr früh publizistisch tätig, sie stand den Eltern am nächsten, daher gibt es viel Stoff zu erzählen. Monika hat später belletristische und autobiografisch-geprägte Texte geschrieben, wird aber in den Briefen und Tagebüchern ihrer Verwandten wenig erwähnt. Elisabeth hat überwiegend wissenschaftlich und publizistisch gearbeitet, wenngleich sie als die andere Lieblingstocher Erwähnung von der Familie findet. Um ein umfassendes Porträt zu zeichnen sind vor allem von Monika und Elisabeth zu wenige Fakten da. Von Golo Mann kann man z.B. ein ausführlicheres Bild malen, weil er zahlreiche Briefe und Tagebucheinträge hinterlassen hat.

Vor allem Monikas Versuche sich zu emanzipieren, ihr Veröffentlichungen, wirken immer etwas deplaziert, nicht gut eingeordet. Auch der lange Abschnitt über Elisabeth am Ende. Eine Entwicklung der Frauen von Kindern zu gereiften Persönlichkeiten zeichnet das Buch nicht.

Konflikte mit den anderen Geschwistern werden angerissen, das Buch beschränkt sich aber überwiegend auf die drei Frauen und die Mutter. Erfrischend fand ich die Erwähnung aus Frido Manns "Achterbahn", in der z.B. seine Beziehung zu Elisabeth und Monika kritisch hinterfragt wird.

Davon hätte ich mir im Buch mehr gewünscht: Ein Hinterfragen des Bildes, das die Frauen von sich zeichneten.

Gut fand ich die Einordnung innerhalb der Stellung der Familie, die Rolle, die sie für die "Firma Thomas Mann" verkörpern. Immer wieder kommt Unverständnis darüber auf, dass Monika ausgeschlossen wurde. Ich vermute, dass es Neid war: Während die anderen Mitglieder mit ihrer Melancholie und mit der Kunst kämpften, also vor allem das eigene Leiden celebrierten, war Monika einfacher gestrickt, verliebte sich leicht, konnte sich für keinen beruflichen Weg entscheiden. Trotzdem kommt mir Monika wie eine Außenseiterin vor. An einer Stelle arbeitet die Autorin gut heraus, wie schwierig die Emmigration für die Menschen war, weil sie ihr soziales Umfeld und die Möglichkeit zur Kultur verloren, im Falle der Manns erst in der Schweiz, dann in den USA; Erika konnte damit gut umgehen. Ich mag das Buch an den Stellen, an denen die Erzählerin einen Schritt zurücktritt und das Geschehen beurteilt. Und dennoch waren diesen Stellen so spärlich gesehen, dass es auf mich nicht rund wirkte.

Ich finde auch den Schlussatz etwas überzeichnet: "So kann über die Geschichte der drei Töchter [...] das Spektrum an Entfaltungsmöglichkeiten bürgerlicher Frauen im 20. Jahrhundert sehr prägnant aufgefächert werden" (S. 316). In diesem Kontext wurden die Biografien vorher nicht betrachtet. Man kann sie so beurteilen, denn die Frauen haben sehr unterschiedliche Lebenswege gewählt. Trotzdem empfand ich sie nicht als exemplarisch.

Aus meiner Sicht wäre mit dem Buch mehr möglich gewesen.

Der Schreibstil ist dazu passend sachlich, aber gut zu lesen. Für mich an manchen Stellen aber zu locker.

Und wirklich Neues erzählt das Buch nicht. Vor allem die Passagen über Erika sind aus anderen Biografien bekannt, ich fand das notwendig für die Chronologie, aber etwas langweilig.

Fazit

Ich finde es nicht die beste Biografie, weil mir ein Stück "Seele" der drei Frauen fehlt. Wenn man das Buch geschenkt bekommt, kann man damit drei tolle Tage verbringen, wirkliche Hänger gibt es nicht. Ich mag den beurteilenden Ansatz und hätte gern mehr davon gehabt. So wirkt der Text irgendwie zwischen den Stühlen. Was aber, wie gesagt, auch am Stoff liegt.

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