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Veröffentlicht am 14.09.2018

Das Grauen wohnt nebenan

Mitten in der Stadt
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Es ist nach "Trümmerkind", das mich restlos begeistert hat, mein zweiter Roman von Mechtild Borrmann und ich muss gestehen, dass ich erneut sehr beeindruckt bin.

Das Cover - eine einsame Bank in einem ...

Es ist nach "Trümmerkind", das mich restlos begeistert hat, mein zweiter Roman von Mechtild Borrmann und ich muss gestehen, dass ich erneut sehr beeindruckt bin.

Das Cover - eine einsame Bank in einem menschenleeren Park - sieht auf den ersten Blick nicht besonders nach Spannung aus. Auch das Ereignis, das die Handlung einleitet - ein Einbruch bei einem Juwelierladen - ist verglichen mit den meisten Krimis und Thrillers, die auf dem Markt sind, nicht besonders spektakulär. Und doch ist die Story, die uns die Autorin hier erzählt, fesselnd und von einer seltenen Intensität. Abwechselnd schildert sie die Versuche der Polizei, den Fall zu lösen und die Geschichte eines italienischen Restaurantbesitzers, der zufällig Zeuge des Überfalls wurde und dessen Leben von da an aus den Fugen gerät. Der dritte Handlungsstrang handelt von der Frau eines Alkoholikers und Verbrechers, der an dem Raub beteiligt war. Besonders ihr trauriges und bewegendes Schicksal ist eine exzellente psychologische Studie; Mechtild Borrmann schildert die Personen - allen voran die Gestalt von Martina Koller - und ihre Handlungen so plastisch und realistisch, dass man sie quasi vor Augen hat, sich mit ihnen identifizieren und – in dem Fall – leiden muss. Dabei bleibt ihr Schreibstil ruhig, schlicht und lapidar. Man findet keine überflüssigen Beschreibungen oder Kommentare, kaum kräftige Ausdrücke. Vieles bleibt ungesagt, zwischen den Zeilen und wirkt dadurch umso stärker. Die Autorin ist für mich eine absolute Meisterin der leisen Töne, die aber einen aufmerksamen Leser berühren und erschüttern. Denn es ist nicht eine fremde, exotische Welt, in der sich ihre Geschichten zutragen – es könnte auch um die Ecke passiert sein. Und die handelnden Personen sind Leute von nebenan – zum Beispiel eine stille Frau und Mutter, die man vielleicht auf der Straße kaum wahrnimmt, die aber ein schreckliches Geheimnis mit sich herumträgt... Genau das macht das Buch so besonders – man kann nach der Lektüre nicht einfach ausatmen und sagen: „Gott sei dank alles nur Fiktion“, wie man das nach dem Anschauen eines Holywood - Streifens macht; nein, es rüttelt uns wach, denn solche Geschichten passieren wirklich und manchmal könnten wir vielleicht durch mehr Interesse für unsere Mitmenschen und mehr Sensibilität dazu beitragen, dass sie nicht in Katastrophe enden...

Mein Fazit: Ein sehr interessantes, bewegendes und toll geschriebenes Buch, sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 27.08.2018

Achtung: Es könnte eine schlaflose Nacht werden!

That Night - Schuldig für immer
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Toni hat 16 Jahre - fast die Hälfte ihres Lebens - im Gefängnis verbracht, verurteilt für den Mord an ihrer Schwester, den sie nicht begangen hat. Nun ist sie mit Mitte dreißig wieder auf freiem Fuß und ...

Toni hat 16 Jahre - fast die Hälfte ihres Lebens - im Gefängnis verbracht, verurteilt für den Mord an ihrer Schwester, den sie nicht begangen hat. Nun ist sie mit Mitte dreißig wieder auf freiem Fuß und will ihre Unschuld beweisen, indem sie den wahren Schuldigen findet. Doch das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig und sogar lebensgefährlich...

Es war mein erstes Buch von Chevy Stevens und es hat mich sehr positiv überrascht. Ich war von den ersten Seiten an richtig gefesselt und drin in der Geschichte, die von der Autorin superspannend erzählt wird. Durch die Rückblenden wird Schritt für Schritt immer mehr enthüllt, bis wir zusammen mit der Protagonistin der Rätsellösung immer näher kommen und das Ganze in einem recht überraschenden Finale gipfelt.

Neben der interessanten, temporeichen und gut erzählten Story weist der Roman als weiteren Pluspunkt lebendige, vielschichtige Charaktere auf, in die man sich durchaus hineinversetzen kann, allen voran die Hauptperson Toni, mit der man fühlt, leidet und hofft.

Erwähnenswert finde ich auch das Aufgreifen von einem wichtigen Problem und zwar meine ich die Resozialisierung. Es wird einem vor Augen geführt, wie schwierig es ist, sich nach mehereren Jahren im Gefängnis wieder in der Gesellschaft zurechtzufinden, ihre Akzeptanz zu gewinnen und den Stempel eines Schuldigen loszuwerden.

Alles in allem ein packender Psychothriller, den ich allen Liebhabern dieses Genres mit gutem Gewissen empfehlen kann!

Veröffentlicht am 21.08.2018

Spannend, gelungener Auftakt einer neuen Reihe

Schlüssel 17
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Durch die Ermittlung im Fall eines grausamen Mordes an einer Pfarrerin wird Tom Babylon mit dem größten Alptraum seiner Jugend konfrontiert: Die im Kuppel des Berliner Domes aufgehängte Leiche trägt um ...

Durch die Ermittlung im Fall eines grausamen Mordes an einer Pfarrerin wird Tom Babylon mit dem größten Alptraum seiner Jugend konfrontiert: Die im Kuppel des Berliner Domes aufgehängte Leiche trägt um den Hals einen Schlüssel mit der Nummer 17. Einen solchen Schlüssel hatte bei sich ein unbekannter Toter, den Tom und seine Freunde vor 19 Jahren beim verbotenen Spielen in einem Kanal entdeckt hatten. Zum selben Zeitpunkt verschwand spurlos Toms kleine Schwester Viola, die er seitdem verzweifelt sucht. Zusammen mit seiner Kollegin Sita Johanns setzt Babylon alles daran, den verworrenen Fall zu lösen, mit der Hoffnung, dadurch auch seine Schwester zu finden. Er stößt dabei auf menschliche Abgründe und begibt sich selbst in tödliche Gefahr...

Das Cover war es, was mich auf das Buch neugierig machte. Ich erwartete eine fesselnde, durchaus auch etwas gruselige Geschichte und wurde nicht enttäuscht. Dem Autor gelingt es gut, bereits zu Anfang eine düstere, mit Spannung geladene Atmosphäre zu erzeugen. Die Spannung steigt kontinuierlich und gipfelt schließlich in einem klassischen Showdown.
Da ich Bücher wie dieses sehr gerne lese, konnte ich es nur schwer aus der Hand legen. Es hat mich gut unterhalten und ich bin gespannt auf die weiteren Fälle für Tom Babylon, zumal ich ihn als Charakter glaubwürdig und interessant fand.

Fazit: Eine klare Empfehlung für alle Thriller-Fans!

Veröffentlicht am 21.08.2018

Nette Urlaubslektüre

Inselleuchten
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Jule scheint vom Pech verfolgt zu sein. Sie hat gerade ihren Job verloren und mit den Männern klappt es auch nicht. Kurzentschlossen packt sie ihre gesamte Habe mitsamt einer riesigen Dogge ins Auto, verlässt ...

Jule scheint vom Pech verfolgt zu sein. Sie hat gerade ihren Job verloren und mit den Männern klappt es auch nicht. Kurzentschlossen packt sie ihre gesamte Habe mitsamt einer riesigen Dogge ins Auto, verlässt München und sucht ein Refugium auf Rügen, wo ihre Schwester bereits die Liebe und ein Domizil gefunden hat. Der spontane Besuch bleibt nicht ohne Folgen. Jule mischt mit ihrer chaotischen Art das beschauliche Leben auf der Insel ordentlich auf, sorgt für Turbulenzen und den einen oder anderen Eklat. Das Schicksal meint es aber gut mit ihr: Es gibt ihn doch, den Mr. Right, sogar ganz in Jules Nähe und eine neue berufliche Herausforderung auch noch dazu. Ganz zu schweigen von der traumhaften Kulisse!

Alles in allem ein netter, unterhaltsamer Roman, mit viel Humor, einer ordentlichen Prise Romantik und einer liebenswürdigen Heldin. Die Lektüre macht Lust auf Urlaub, Sonne und Meer. Und auf einen spontanen Besuch der Insel Rügen natürlich!

Veröffentlicht am 21.08.2018

ein wichtiges Stück deutscher Zeitgeschichte, fesselnd und bewegend erzählt

Trümmerkind
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Wir schreiben da Jahr 1947. Wie viele deutsche Städte liegt auch Hamburg in Schutt und Asche. Die Einwohner leiden unter Kälte und Hunger. Auf der Suche nach Gegenständen, die er auf dem Schwarzmarkt tauschen ...

Wir schreiben da Jahr 1947. Wie viele deutsche Städte liegt auch Hamburg in Schutt und Asche. Die Einwohner leiden unter Kälte und Hunger. Auf der Suche nach Gegenständen, die er auf dem Schwarzmarkt tauschen kann, findet der 14-jährige Hanno Dietz in den Ruinen die erfrorene Leiche einer fremden Frau. In der Nähe der Toten steht ein kleiner Junge. Hannos Schwester Wiebke besteht darauf, ihn mitzunehmen. Der Kleine wird von Agnes Dietz, der Mutter der beiden, liebevoll aufgenommen und großgezogen. Es vergehen viele Jahre bis er durch Zufall – oder doch eher eine Schicksalsfügung?- seine eigene Identität zu klären vermag. Parallel kommt ein erschütterndes Verbrechen ans Licht, das damals, 1947, in Hamburg begangen wurde...

Was für ein Buch! Es ist mein erster Roman von Mechtild Borrmann und ich muss gestehen, dass er mich ziemlich umgehauen hat. In schlichter Sprache und doch mit unglaublicher Intensität schildert die Autorin die harte Wirklichkeit der Nachkriegsjahre und vor diesem Hintergrund eine bewegende Familiengeschichte, die mir als Leserin so richtig unter die Haut ging. Sie erschafft lebendige Charaktere, die einen nicht kalt lassen. Manche muss man einfach verachten , andere, wie Agnes Dietz oder Clara, bewundert man und schließt sie so richtig ins Herz. Man fühlt und leidet mit ihnen und man möchte fast weinen angesichts der menschlichen Grausamkeit und Ungerechtigkeit, die ihnen begegnen.

Sehr gelungen finde ich die Konstruktion des Romans: Durch den Einsatz von mehreren Handlungssträngen und verschiedenen Zeitebenen wird die Vergangenheit Stück für Stück aufgerollt und die Spannung nach und nach erhöht, bis sich alle Puzzleteile der Geschichte zusammenfügen.

Fazit: Ein toll geschriebenes, spannendes und berührendes Buch und ein wichtiges Stück deutscher Geschichte obendrauf – kann ich nur empfehlen!