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Veröffentlicht am 21.10.2020

Wir sind dann mal weg!

Die Dienstagsfrauen
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Seit einem Französischkurs vor 15 Jahren treffen sich Caroline, Judith, Eva, Estelle und Kiki jeden ersten Dienstag im Monat in ihrem Lieblingsrestaurant. Die fünf Frauen könnten nicht unterschiedlicher ...

Seit einem Französischkurs vor 15 Jahren treffen sich Caroline, Judith, Eva, Estelle und Kiki jeden ersten Dienstag im Monat in ihrem Lieblingsrestaurant. Die fünf Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein und trotzdem sind sie eng befreundet und machen sogar jedes Jahr eine gemeinsame Reise. Diesmal kommt aber alles ganz anders. Arne, der Ehemann von Judith, stirbt an Krebs. Vor seinem Tod hatte er vor, nach Lourdes zu pilgern, konnte den Weg aber nicht zu Ende gehen. Judith beschließt, dies an seiner Stelle zu tun und die übrigen „Dienstagsfrauen“ erklären sich solidarisch bereit, mitzumachen. Die gemeinsame Pilgerfahrt stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe, denn nach und nach wird ein Geheimnis gelüftet, das sie unangenehmen Wahrheiten ins Gesicht schauen lässt...

Dieses Buch mit einem netten, aber recht unscheinbaren Cover stand lange in meinem Bücherregal und wartete geduldig darauf, irgendwann gelesen zu werden. Aus einem Impuls heraus griff ich neulich danach und war bereits nach den ersten paar Seiten begeistert. Was für ein kluger, bewegender und dabei auch witziger Roman! Den Plot fand ich auf Anhieb interessant, war dank dem klaren, angenehmen Schreibstil blitzschnell in der Geschichte drin und begleitete gespannt die fünf Frauen auf ihrem abenteuerlichen Weg. Die facettenreichen und lebendig gezeichneten Charaktere wuchsen mir richtig ans Herz und ich litt, fieberte und freute mich mit den Protagonistinnen. Ich musste oft schmunzeln, manche Stellen machten mich aber auch nachdenklich. Und am Ende angekommen, hatte sich mein Wunsch, irgendwann selber auf einem Pilgerweg zu gehen, tatsächlich noch verstärkt

Fazit: Ein gut geschriebener, witziger Roman, der nicht nur prima unterhält, sondern auch zum Nachdenken und zur Selbstreflexion animiert – von mir fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

Teuflisch gute Geschichten für starke Nerven

NORTHERN GOTHIC
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Bereits als Jugendliche war ich ein großer Fan von Horrorgeschichten und auch heute noch greife ich ab und an zu diesem Genre. Von Andreas Gruber kannte ich bis dato nur seine Krimis, fand sie allesamt ...

Bereits als Jugendliche war ich ein großer Fan von Horrorgeschichten und auch heute noch greife ich ab und an zu diesem Genre. Von Andreas Gruber kannte ich bis dato nur seine Krimis, fand sie allesamt gut und so war ich schon sehr gespannt auf diese Sammlung. Das passend zum Inhalt gestaltete, düster und geheimnisvoll wirkende Cover hat mich in richtige Stimmung gebracht und meine Neugier noch gesteigert. Was soll ich sagen? Die dreizehn unheimliche Geschichten sind ein Volltreffer! Ich hatte beim Lesen jede Menge Spaß, genoss den sanften Grusel und den schwarzen Humor. Besonders beeindruckte mich der Ideenreichtum des Autors. Keine Geschichte ist wie die andere, jede ist auf ihre Art interessant und originell. Dazu haben sie noch genau die richtige Länge, sodass man sie gut einzeln am Stück lesen kann. Von dem Inhalt werde ich nichts verraten, ich sage nur: Man wird öfters überrascht! Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Horrorgeschichten des Autors!

Fazit: Spannend, düster, mit viel schwarzem Humor und sehr abwechslungsreich – bei Andreas Gruber kommt der Leser voll auf seine Kosten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2020

Sind wir menschliche Wesen oder Schafe?

2084
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Wir schreiben das Jahr 2084. Auf der Erde herrscht Ausnahmezustand. Die fortschreitende Globalerwärmung hatte drastische Folgen für den Planeten: Überschwemmungen, Dürre, verheerende Brände und der Anstieg ...

Wir schreiben das Jahr 2084. Auf der Erde herrscht Ausnahmezustand. Die fortschreitende Globalerwärmung hatte drastische Folgen für den Planeten: Überschwemmungen, Dürre, verheerende Brände und der Anstieg des Meeresspiegels machten viele Orte unbewohnbar, manche verschwanden sogar ganz von der Weltkarte. Die Menschheit kämpft ums Überleben. Hungersnot, Wasserknappheit, katastrophale hygienische Zustände und Krankheiten sind an der Tagesordnung. Zahlreiche Menschen sehen die Klimamigration als einzige Lösung. Manche Völker versuchen ihre Lage durch den Einsatz von Gewalt zu verbessern, zerstörerische Kriege sind die Folge... Ein 2012 geborener Historiograf setzt sich zum Ziel, entscheidende Ereignisse der jüngsten Menschheitsgeschichte zu dokumentieren, um aufzuzeigen, wie es zu den dramatischen Zuständen auf der Erde gekommen ist. Für sein Buch interviewt er mehrere Personen, darunter namhafte Wissenschaftler und Führungspersönlichkeiten, die bestimmte Aspekte und Folgen des Klimawandels näher beleuchten.

Es ist wahrhaftig ein Alptraum-Szenario, das James Lawrence Powell in seinem Buch erstellt. Seine Zukunftsprognosen für unseren Planeten sind dermaßen düster, dass ich beim Lesen fast durchgehend eine Gänsehaut hatte. Und doch las ich weiter, denn „2084“ hat mich sehr beeindruckt. Es ist ein kluges Buch zu einem brisanten Thema, mit dem sich die meisten von uns leider immer noch kaum beschäftigen. Indem der Autor eine Interview-Form wählt und fiktive Persönlichkeiten zu Wort kommen lässt, die meist verschiedene wissenschaftliche Fächer vertreten und aus unterschiedlichen Ländern kommen, zeigt er auf, dass der Klimawandel ein Problem mit einer ungeheuren Bandbreite ist und die gesamte Menschheit betrifft. Diese Herangehensweise an das schwierige Thema finde ich originell und spannend. Powell nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt schonungslos auf, welche Konsequenzen das rücksichtslose Handeln – bzw. Nichthandeln, wo ein Umdenken und Veränderungen bitter nötig wären – für unsere gemeinsame Zukunft haben könnten. Er appelliert an die Menschen und versucht, ihr Gewissen aufzurütteln und sie dazu zu bringen, aktiv zu werden, bevor es endgültig zu spät ist. Die von Powell vorgeschlagenen Maßnahmen – allen voran der verstärkte Einsatz der Kernenergie – mögen zwar umstritten sein, aber eins ist klar: Es ist tatsächlich höchste Zeit, zu handeln, wenn wir die Erde für unsere Kinder und Enkelkinder erhalten wollen! Wir brauchen unbedingt mehr Politiker und einflussreiche Personen, die den Ernst der Lage verstehen und den Leugnern des Klimawandels die Stirn bieten. Aber auch einfache Bürger – jeder einzelne von uns – kann und sollte einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und wenn nötig, Zivilcourage zeigen und nötige Veränderungen fordern. Damit es nicht irgendwann wirklich heißt: „Waren sie menschliche Wesen oder Schafe?“

Fazit: „2084“ ist definitiv kein Buch, das man zwischendurch zur Entspannung lesen kann. Die Lektüre ist nicht einfach und bereitet kein Vergnügen. Und trotzdem ist es wichtig, dass Powells Werk möglichst viele Leser erreicht. Denn nur wenige Bücher haben aus meiner Sicht ähnliches Potenzial, uns Menschen aufzurütteln und zum Handeln zu bewegen. In diesem Sinne: Unbedingt lesen und weitergeben!

  • Thema
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 05.10.2020

Im Namen der Liebe

Mein Mann, seine Frauen und ich
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Nadia ist Mitte vierzig, selbstbewusst, attraktiv, lebensfroh und seit kurzem geschieden. Sie genießt ihr Leben als Single, doch dann lernt sie den Iraker Karim kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. ...

Nadia ist Mitte vierzig, selbstbewusst, attraktiv, lebensfroh und seit kurzem geschieden. Sie genießt ihr Leben als Single, doch dann lernt sie den Iraker Karim kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Obwohl er ihr gesteht, dass er bereits verheiratet ist und drei Kinder hat, lässt sich Nadia auf ihn ein. Sie konvertiert zum Islam, wird Karims Zweitfrau und folgt ihm zuerst nach Amsterdam und dann in den Orient, wo sich die beiden eine Existenz aufbauen. Nadia erlebt viele wunderschöne Momente und glaubt, die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch ihre Beziehung zu Karim hat auch Schattenseiten. Sie hat ihren Traummann nie für sich alleine und muss sich damit arrangieren, dass sie sich als gute Muslima an viele harte Regeln halten muss. Sogar die lästige Abhängigkeit von ihrem Gatten nimmt die einst so eigenständige Nadia in Kauf. Doch dann erfährt sie, dass Karim eine dritte Frau geheiratet hat...

Nadias außergewöhnliche Geschichte soll sich tatsächlich zugetragen haben. Es war definitiv ein Glücksfall, dass sich Hera Lind für die Story begeisterte und diese zu Papier brachte. Die Autorin schildert Nadias Erlebnisse so emotional und überzeugend, dass man glaubt, der Heldin selbst zuzuhören. Sie schafft es, das Gefühlschaos der Protagonistin einfühlsam und glaubhaft wiederzugeben. Ich konnte mich als Leserin sehr gut in Nadia hineinversetzen und nachvollziehen, was in ihr vorgegangen sein musste. Auch, wenn ich persönlich vielleicht anders gehandelt hätte, so bewundere ich ihren Mut, mit dem sie für ihre große Liebe kämpft und keine Herausforderung scheut. Natürlich bringt sie Opfer und letztendlich scheitert die Beziehung. Und trotzdem bleiben ihr viele wunderschöne Erinnerungen und wichtige Erfahrungen, die sie nicht missen möchte. Diese kann ihr keiner wegnehmen.

Es war mein zweites Buch von Hera Lind und ich bin mir sicher, dass ich bald zu einem weiteren greifen werde, denn die Lektüre macht wirklich Spaß. Die Autorin schreibt fesselnd, ihre Charaktere sind lebendig und facettenreich. Die Handlung ist wie das Wetter: Mal heiter, mal wolkig, mal ein richtiger Sturm. Wie im Leben. All das bewirkt, dass man als Leser schnell in die Geschichte eintaucht, dass sie einem nahe geht und ihn nicht so schnell loslässt.

Fazit: Ein Roman nach einer wahren Geschichte, spannend und bewegend. Eine gute Unterhaltung, die auch zum Nachdenken bringt.

Veröffentlicht am 01.10.2020

Wasser ist Leben!

Dry
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Mitten in einem heißen Sommer bricht in Kalifornien die Wasserversorgung zusammen. Die 16-jährige Alyssa, ihr kleiner Bruder Garret und die Eltern der beiden sind – wie die meisten Einwohner – nicht auf ...

Mitten in einem heißen Sommer bricht in Kalifornien die Wasserversorgung zusammen. Die 16-jährige Alyssa, ihr kleiner Bruder Garret und die Eltern der beiden sind – wie die meisten Einwohner – nicht auf diese Krise vorbereitet. Blitzschnell sind alle Getränke in den Läden ausverkauft und Panik breitet sich aus. Alyssas Eltern ziehen mit vielen anderen los, um Trinkwasser zu besorgen, kommen aber nicht zurück. Die Geschwister tun sich mit Kelton, dem Jungen aus der Nachbarschaft, zusammen. Gemeinsam versuchen sie Rettung zu finden und erleben dabei einen wahren Alptraum...

Das Buch ging mir ganz schön unter die Haut! Es thematisiert ein brisantes und äußerst wichtiges Problem: die Wasserknappheit in unserer hochmodernen Welt. Dem Vater-Sohn-Gespann gelang es perfekt, eine beängstigende Katastrophenstimmung zu erzeugen und die verzweifelte Lage der Protagonisten glaubhaft und mit viel Einfühlungsvermögen darzustellen. Der originelle Plot und die unerwarteten Wendungen machen „Dry“ darüber hinaus zu einer äußerst spannenden Lektüre. Nur schwer konnte ich das Lesen unterbrechen und mich von der Geschichte distanzieren. Ich war mittendrin, litt, bangte und hoffte. Die Charaktere wuchsen mir ans Herz und ich konnte mich in sie hineinversetzen. Die Autoren zeigen eindrucksvoll auf, wie unterschiedlich Menschen angesichts einer Katastrophe reagieren. Während manche über sich hinauswachsen und in der Lage sind, Hilfe zu leisten, verlieren andere ihre Menschlichkeit und gehen buchstäblich über Leichen, nur um selbst zu überleben. Diese Vorstellung ist sehr bedrückend und manche Szenen wirklich schockierend, aber aus meiner Sicht durchaus realistisch und plausibel. Das Ende fand ich sehr gelungen, möchte aber nichts verraten. Eins ist klar: Schon vor der Lektüre dieses Buches wusste ich, dass Wasser ein kostbares Gut ist, das viele nicht zu schätzen wissen und sogar verschwenden. Auch ich – mea culpa! - neige oft dazu... Dies möchte ich jetzt ändern! Und ich hoffe sehr, dass ich nicht die Einzige bin, die nach diesem Roman den Wasserhahn nicht mehr so selbstverständlich wie früher aufdreht...

Unbedingt erwähnen möchte ich noch die gelungene graphische Gestaltung des Buches - das tolle Cover passt perfekt zum Thema des Romans und macht neugierig auf dessen Inhalt.

Fazit: „Dry“ ist ein packender, gut geschriebener Thriller, der den Leser erschüttert, ihn auf eins der großen Probleme unserer Zeit aufmerksam macht und ihn womöglich dazu bringt, sein Verhalten in puncto Wasserverbrauch zu überdenken. Unbedingt lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere