Cover-Bild Toward Eternity
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 25.06.2025
  • ISBN: 9783758700040
Anton Hur

Toward Eternity

Roman
Cornelius Reiber (Übersetzer)

In einer nahen Zukunft sorgt eine experimentelle Therapie dafür, dass Krebs geheilt werden kann: Menschliche Körperzellen werden vollständig durch Naniten ersetzt – Roboterzellen, die die Erkrankten unsterblich machen. Als der Literaturwissenschaftler Yonghun – eines der ersten Testsubjekte – auf mysteriöse Weise verschwindet, wirft das Fragen auf. Vor allem für Dr. Beeko, der das Projekt um Patient 1 überwacht. Was ist mit Yonghun geschehen? Ist es wirklich er selbst, der zurückgekommen ist? Und was hat sein Verschwinden mit der von ihm erschaffenen KI zu tun, der er beigebracht hat, Gedichte zu verstehen, und die nach seinem Mann Panit, was  der Geliebte bedeutet, benannt ist?

Der preisgekrönte Übersetzer Anton Hur erforscht in seinem spektakulären Debüt »Toward Eternity«, was passiert, wenn die Technologie die Biologie überholt, was Emily Dickinson mit unserem Menschsein zu tun hat und wie die Liebe selbst das Ende der Menschlichkeit überlebt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

Interessant und besonders

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Anton Hur ist ein multinationaler Dolmetscher und Übersetzer, der in Stockholm geboren wurde und heute in Seoul und auf der Science-Fiction-Insel Songdo lebt. “Toward Eternity” wird von der Presse bereits ...

Anton Hur ist ein multinationaler Dolmetscher und Übersetzer, der in Stockholm geboren wurde und heute in Seoul und auf der Science-Fiction-Insel Songdo lebt. “Toward Eternity” wird von der Presse bereits als brillant und spektakulär gepriesen und ich denke, dass das deutsche Feuilleton diese Ansicht teilen wird.

Für mich selbst war der Roman eine dieser nahezu transzendentalen Leseerfahrungen: die Atmosphäre entrückt mich toward eternity und ich atme einen Hauch von Unsterblichkeit.
Es war für mich auch einer dieser Romane, zu dessen Geschichten und Interpretationsebenen ich sicher keinen vollständigen Zugang habe und genau das einen Teil der Faszination ausmacht.

Anton Hur erzählt eine über einen sehr langen Zeitraum angelegte Geschichte und beginnt in der nahen Zukunft. Durch eine neue experimentelle Therapieform ist es möglich, alle Zellen im menschlichen Körper durch Naniten zu ersetzen. Selbst bislang tödlicher Krebs ist dadurch heilbar. Der so behandelte Mensch wird unsterblich.
Aber bleibt der Mensch bzw. sein Bewusstsein dabei unverändert?
In der gleichen nahen Zukunft hat die Entwicklung von KI große Fortschritte gemacht, und dem Literaturwissenschaftler Yonghun ist es erstmals gelungen, eine KI zu erschaffen, die Gedichte verstehen, eigenständig interpretieren und nachempfinden kann. Hat sie dadurch ein Bewusstsein erlangt?

Was sich jetzt in dieser verkürzten Beschreibung der Ausgangssituation wie klassische Science Fiction ausmacht, entwickelt sich im weiteren Verlauf des Romans (und der Jahrhunderte) zu einem spannenden und ziemlich philosophischen Gedankenexperiment. Hur will der Frage auf den Grund gehen, was uns als Menschen ausmacht und einzigartig macht.

Wenn es unsere Sterblichkeit wäre - was verändert sich dann, wenn wir Unsterblichkeit erlangen?

“Das Leben ist giftig; wie alle Gifte ist es in niedrigen Dosen heilsam und in hohen tödlich. Und ich hatte zu viel Leben gehabt.
Ich hatte wissen wollen, was es bedeutete, ein Mensch zu sein. Jetzt wusste ich es.
Es bedeutete, dass ich sterben wollte.”

Mich erinnert der Roman an einige Filme, die ich gesehen habe, von “Matrix” bis “A.I.”. Mich hat “Toward Eternity” ein bißchen a die großartigen Romane von Emily St. John Mandel erinnert, obwohl sie sich stilistisch nicht ähnlich sind und emotional eine andere Sprache sprechen.

Anton Hur hat den Roman so gestaltet, dass es den Eindruck erweckt, ich lese in einem über die Jahrhunderte geführten Notizbuch, in das verschiedene Figuren ihre Geschichte und Erlebnisse geschrieben haben. Das ist auf der einen Seite natürlich erzähltechnisch interessant, auf der anderen Seite unterstreicht es die Metaebene seines Romans.

“Was können wir denn anderes sein als Geschichten über uns, die wir uns selbst erzählen?”

Mochte ich sehr gerne und fand ich schon ziemlich besonders. Definitiv nicht nur was für Sci-Fi Leser*innen!


Interessanter Sidefact: Anton Hur hat die für Booker Prize 2022 gelistete Kurzgeschichtensammlung von Bora Chung, die auf Deutsch als “Der Fluch des Hasen” erschienen ist, ins Englische übersetzt.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Ein kleiner Schritt für die Menschheit

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Also die Idee hinter dem Buch fand ich richtig interessant, die Umsetzung dann aber für meinen Geschmack vielleicht etwas zu abstrakt. Ich hab mich sehr schwer getan überhaupt in die Geschichte reinzukommen. ...

Also die Idee hinter dem Buch fand ich richtig interessant, die Umsetzung dann aber für meinen Geschmack vielleicht etwas zu abstrakt. Ich hab mich sehr schwer getan überhaupt in die Geschichte reinzukommen.

Die wissenschaftlichen Ausschweifungen wenn es um die Arbeit an der KI und die Singularität ging waren gar nichts meins.
Das mag auch an der gestochenen, teils übermäßig wissenschaftlichen Sprache liegen. Wenn man sich noch nie mit diesem Kontext beschäftigt hat, wirkt es teilweise erschlagend den Gedankengängen zu folgen

Erst im zweiten Teil mit dem Erwachen Panits wurde die Geschichte für greifbarer, weniger abstrakt und wissenschaftlich und auf eine seltsame Art menschlicher. Die Geschichte beginnt hier die brisante und aktuelle Frage aufzuwerfen: kann KI fühlen? Kann man von Leben sprechen? Und von Liebe?

Alles rund um die Evas fand ich dann super spannend. Aber auch wie in den Abschnitten zuvor sind es nur Episoden und Schlaglichter, kurze Einblicke wie ein Best-Of. Die Geschichte umfasst einen riesigen zeitlichen Rahmen, was zulasten der Tiefe geht. Thematisch hätten das gut drei Bücher werden können, die einen jeweils anderen Fokus legen. So ganz hat mich die Geschichte einfach nicht erreicht

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Leider eine Enttäuschung

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Ich war sehr gespannt auf dieses Buch. Die Idee klang interessant und ich freute mich darauf, ein Buch zu lesen, das in Südafrika spielt. Vor allem auf Kapstadt, wo meine Familie herkommt. Leider war ich ...

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch. Die Idee klang interessant und ich freute mich darauf, ein Buch zu lesen, das in Südafrika spielt. Vor allem auf Kapstadt, wo meine Familie herkommt. Leider war ich sehr enttäuscht.
Ich gebe zu, dass ich die letzte Hälfte des Buches überflogen habe, weil ich zu diesem Zeitpunkt ziemlich genervt war. Ich bin sehr schnell von drei über zwei zu einem Stern übergegangen. Normalerweise schreibe ich keine Rezensionen mehr, weil mich das so viel Energie kostet, aber ich wollte diese Punkte ansprechen...
Erstens ist der Schreibstil sehr durcheinander, einerseits ist er sehr einfach, andererseits hat er eine Menge unnötiger Schnörkel. Such dir ein Gebiet aus. Ich verstehe, dass dies das Debüt des Autors zu sein scheint, aber der Autor hat zahlreiche Bücher aus dem Koreanischen ins Englische übersetzt. Schreiben und Übersetzen sind zwar zwei verschiedene Dinge, aber man bekommt Übung darin, zusammenhängende Sätze zu schreiben. Später habe ich ein Interview über den Autor gelesen (ich wollte ein paar Dinge überprüfen, bevor ich diese Rezension schreibe), in dem er sagt, dass er dorthin ging, wohin die Sprache ihn führte. Das ist alles gut und schön, aber das entschuldigt nicht, dass man das Buch nicht redigiert oder die Orte, an denen die Geschichte spielt, nicht recherchiert hat.

Dies führt mich zu meinem Hauptproblem mit diesem Buch. Die Darstellung Südafrikas, insbesondere von Kapstadt. Der Autor ist Koreaner, er war noch nie in Südafrika und gibt selbst zu, dass er überhaupt nicht über das Land recherchiert hat. Er "hat viele Freunde aus Südafrika" und "hat eine Menge Bilder gesehen". Nicht nur das, die Dinge, über die er schreibt, sind unmöglich und unrealistisch. Man beschließt nicht einfach spontan, den Tafelberg zu besteigen. Man muss es perfekt timen, um auf dem Berg keinen Hitzschlag zu bekommen oder sich im Nebel zu verirren (der die meiste Zeit über immer vorhanden ist). Den Tafelberg besteigt man nicht allein, schon gar nicht als Frau. Egal, ob man weiß oder schwarz ist, man geht nicht allein auf den Tafelberg. Das Gelände ist riesig, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Leute verloren gehen... Den Löwenkopf kann man spontan besteigen, aber den Tafelberg? nein.
Man fährt auch nicht einfach in den Townships herum, schon gar nicht nachts und schon gar nicht als Frau. Man fährt nicht nachts herum, Punkt.
Südafrika ist ein wundervolles und schönes Land, das ich von ganzem Herzen liebe, aber es hat eine sehr komplizierte Geschichte, und wenn man darüber nicht recherchiert, kommt es zu Fehlern wie diesen.
Der Autor hätte ein paar Google-Recherchen durchführen und mit einer Person aus dieser Gegend sprechen können, und sie hätte ihm dasselbe gesagt...

Die Figur in diesem Teil des Buches wird als "weißer Südafrikaner" beschrieben, aber es gibt verschiedene Arten von weißen Südafrikanern: Es gibt Menschen, die von den Niederländern abstammen, die 1652 und später kamen, und es gibt Menschen, die von den Briten abstammen, die 1820 kamen (von denen die meisten aber erst später kamen, nachdem sie den Burenkrieg gewonnen hatten). Außerdem gab es Deutsche, Franzosen und andere Menschen.

Da es im Buch erwähnt wird, möchte ich noch etwas anmerken: Ja, die weißen Südafrikaner sind Nachkommen der Kolonisatoren und ja, sie haben schreckliche Dinge getan. Das steht außer Frage, es sind Dinge, die unverzeihlich sind und nicht vergessen werden sollten. Aber während es nie eine Diskussion darüber gibt, ob weiße Amerikaner "echte" Amerikaner sind, gibt es immer noch das Gefühl, dass weiße Südafrikaner keine "echten" Südafrikaner sind.
keine 'echten' Südafrikaner sind. Und das tut mir persönlich weh. Ich bin mir sehr bewusst, dass ich das Ergebnis der Kolonialisierung bin, und ich muss jeden Tag mit dieser Schuld leben.
Natürlich ist das nicht dasselbe, aber ich möchte nur ein Beispiel anführen, um meinen Standpunkt zu verdeutlichen. Wenn eine weiße österreichische Südafrikanerin ein Buch über einen schwulen Koreaner schreiben würde (was die Autorin ist), wäre das verpönt, und das zu Recht. Eine ganze Diskussion zu diesem Thema ist R. F. Kuangs Yellowface, das, so glaube ich, die meisten Menschen in der Buchwelt inzwischen gelesen haben. Ich gebe zu, dass ich eine weiße Frau bin, die tagtäglich mit vielen Privilegien zu kämpfen hat. Meine "Kultur" wurde im Allgemeinen nicht vereinnahmt, und ich bin nicht mit denselben Problemen konfrontiert, mit denen Angehörige ethnischer Minderheiten zu kämpfen haben. Aber ich frage mich, ob es in Ordnung ist, ein Buch über einen Ort zu schreiben, an dem man noch nie gewesen ist und über den man nicht recherchiert hat?