Cover-Bild Ein Schrei im Ozean
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Karl Rauch Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 440
  • Ersterscheinung: 06.06.2025
  • ISBN: 9783792002964
Benoit d`Halluin

Ein Schrei im Ozean

Paul Sourzac (Übersetzer)

Ein aufwühlender Roman über Liebe, Lebensentscheidungen und moderne Machenschaften auf See

»Ein Buch mit Suchtpotential«
France Inter

Thailand, an einem Dezemberabend. Arun findet Zuflucht in einer Bar in einem kleinen Fischerhafen, nachdem er sich mit seinem Freund Olivier gestritten hat. Ein Mann bietet ihm einen Drink an. Ein paar Stunden später wacht er auf einer Matratze in einem verschlossenen Raum auf, ohne Papiere und Handy. Im Laderaum eines Fischerbootes auf offener See.
Olivier, der seit dem Streit keine Nachricht mehr von Arun erhalten hat, glaubt, dass dieser sich entschieden hat, zu verschwinden. Zurück in Paris jedoch stößt er auf ein Notizbuch, das sein Freund hinterlassen hatte. Was er dort liest, lässt ihn an seiner Überzeugung zweifeln und er begibt sich auf die Suche nach ihm.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein aufwühlendes Buch

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„Ein aufwühlender Roman über Liebe, Lebensentscheidungen und moderne Sklaverei auf See“
Dieser Schrei des Ozeans sollte unbedingt gelesen werden.
Olivier hat Arun in einem Restaurant kennengelernt, in ...



„Ein aufwühlender Roman über Liebe, Lebensentscheidungen und moderne Sklaverei auf See“
Dieser Schrei des Ozeans sollte unbedingt gelesen werden.
Olivier hat Arun in einem Restaurant kennengelernt, in dem dieser als Kellner gearbeitet hat. Von dem jungen Kambodschaner war er sofort fasziniert und fühlte sich auf Anhieb zu ihm hingezogen. Schließlich überzeugte er ihn, zu kündigen und zu ihm zu ziehen. Seit sieben Jahren waren sie nun zusammen – doch die Zufriedenheit beruhte nicht auf Gegenseitigkeit.
Während ihres Urlaubs in Thailand geraten sie in Streit; die Situation eskaliert, und Arun beschließt, sich zu trennen. Er fährt ans Meer, schickt Olivier eine WhatsApp-Nachricht, teilt ihm mit, dass er die Beziehung beendet – und blockiert jeden weiteren Kontakt. Der anschließende Besuch in einer Kneipe endet tragisch.
Das Buch entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Unbedingt will man wissen, wie es weitergeht, und kann es kaum aus der Hand legen. Man ist gleichermaßen gefesselt von den persönlichen Schicksalen der Protagonisten wie von den erschütternden Fakten über den Zustand der Weltmeere. Einfach nur unglaublich gut!
Benoît d’Halluin hat einen ungemein wichtigen, spannenden und berührenden Roman geschrieben. Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven von Sophie (Oliviers Schwester), Olivier und Arun – in der Vergangenheit und in der Gegenwart, was dem Roman Tiefe und Emotionalität verleiht. Es geht um Erlebtes und die daraus entstehenden Lebensentwürfe. Die Figuren sind eindrücklich und glaubwürdig gezeichnet.
Im Mittelpunkt steht jedoch der Zustand der Ozeane, die fünfzig Prozent unseres Sauerstoffs produzieren – und damit unverzichtbar für alles Leben auf der Erde sind. Erschütternd ist zu erfahren, dass beim Fischen mit Fangnetzen bis zu fünfzig Prozent der – meist bereits toten – Fische ins Meer zurückgeworfen werden; dass essbares Haifischfleisch entsorgt wird, weil nur die Flossen lukrativ sind; und dass Langleinen bis zu 130 Kilometer lang sein und bis zu 20.000 Haken (Wikipedia) tragen können – mit denen auch Delfine, Meeresschildkröten und viele andere Meeresbewohner gefangen werden, die niemand fangen wollte.
Noch skandalöser ist jedoch, dass es auch heute noch Sklaverei gibt. „Für Thailand etwa, das die viertgrößte Fischereiflotte der Welt besitzt, schätzt die Environmental Justice Foundation, dass 200.000 der 650.000 Fischer Zwangsarbeiter sind.“
Ein Schrei des Ozeans ist kein bequemes Buch – aber ein ungemein wichtiges. Es verbindet menschliche Dramen mit brennend aktuellen Umwelt- und Menschenrechtsthemen. D’Halluin gelingt es, literarische Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz zu vereinen. Ein Roman, der aufrüttelt, berührt und lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Highlight! Unbedingt lesen!

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EIN SCHREI IM OZEAN
Benoit d’Halluin
ET: 6.6.2025
Der Franzose Oliver und sein kambodschanischer Freund Arun leben seit sieben Jahren in Paris. Kennengelernt haben sie sich in einem Restaurant, in dem ...


EIN SCHREI IM OZEAN
Benoit d’Halluin
ET: 6.6.2025
Der Franzose Oliver und sein kambodschanischer Freund Arun leben seit sieben Jahren in Paris. Kennengelernt haben sie sich in einem Restaurant, in dem Arun als Kellner arbeitete. Nachdem Arun zu Oliver gezogen war, wollte dieser nicht mehr, dass sein Freund arbeitet – also hütete Arun das Appartement und langweilte sich zunehmend.

Zum ersten Mal reisen sie gemeinsam nach Pattaya, Thailand, damit Arun seine Familie im benachbarten Kambodscha besuchen kann. Als er aus seinem Heimatdorf zurückkehrt, erfährt er, dass Oliver ihn in dieser Zeit mit einem Prostituierten betrogen hat. Ein heftiger Streit eskaliert. Arun verlässt wütend das Restaurant, schreibt Oliver eine letzte Nachricht, blockiert ihn und fährt mit dem Taxi in den kleinen Fischerhafen Bang Saray. Dort spricht ihn ein Fremder an, spendiert ihm Drinks – und wenig später erwacht Arun im Laderaum eines Fischerbootes, mitten auf dem Ozean.

Arun ist einer von über 200.000 Zwangsarbeitern, die in Thailands Fischfangflotte – der viertgrößten der Welt – festgehalten werden.
Ob er und Oliver sich jemals wiedersehen, müsst ihr selbst herausfinden.

Benoît d’Halluin erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen – und entlarvt dabei schockierende Praktiken der Fischerei, die nicht nur Menschenleben zerstören, sondern auch zur Überfischung der Meere beitragen.

Obwohl ich seit mehr als 25 Jahren in Thailand lebe, hatte ich keine Ahnung, was sich nur 1,5 Stunden von meinem Zuhause abspielt. Ich wusste nicht, dass es dort Leinenlängen von bis zu 70 Kilometern(!!!) gibt – in der EU sind nur 10 Kilometer erlaubt! Unfassbar!
Wusstet ihr, dass Fischer täglich das Fünfhundertfache des Erddurchmessers mit Netzen auslegen?

Dies ist mein zweites Buch von Benoît d’Halluin. Den Vorgänger habe ich geliebt – aber dieses Buch geht tiefer, schmerzt, macht wütend, zeigt mir meine Machtlosigkeit auf und muss deshalb unbedingt gelesen werden. Ein echter Pageturner und für mich ein

Highlight.

LEST DIESES BUCH! Und sorgt dafür, dass dieser Schrei im Ozean gehört wird!
5+/5

Übrigens: Die Bücher des @verlag_karlrauch sind mit ihrer strukturierten Oberfläche („Peywave“) ohnehin wunderschön – doch dieses Cover mit seinen Wellen ist kaum zu übertreffen.
Vielen Dank an

KarlRauch und @benoit.d.h 🌊💙

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Reicht es, nichts Böses zu tun, um gut zu sein?

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Dieses Buch hat mich geflasht! Ich tue mich immer noch etwas schwer, all meine Emotionen, die ich beim Lesen hatte, in Worte zu packen – will es jetzt aber trotzdem mal versuchen… Denn ich finde, JEDER ...

Dieses Buch hat mich geflasht! Ich tue mich immer noch etwas schwer, all meine Emotionen, die ich beim Lesen hatte, in Worte zu packen – will es jetzt aber trotzdem mal versuchen… Denn ich finde, JEDER sollte dieses Buch lesen!

Es ist ein Spiegel, es ist schmerzhaft, erschreckend, augenöffnend und so wichtig! Aber der Reihe nach…
🌊
Der Franzose Olivier verbringt mit seinem kambodschanischen Lebensgefährten Arun einen Urlaub in Thailand. Arun hat sich Olivier, der sich ausschließlich über seine Arbeit definiert, untergeordnet und all seine Bedürfnisse hinten angestellt. Im Urlaubsparadies kommt es zum quasi unvermeidlichen Streit, bei dem Arun sich trennt und anschließend ins Nachtleben von Pattaya stürzt. In einer Bar wird er betäubt und findet sich auf einem Fischerboot wieder. Für Arun beginnt ein Martyrium und Olivier ist komplett ahnungslos, was mit seinem Partner passiert ist.

Im Laufe des Romans begleite ich abwechselnd Arun auf dem Fischerboot und Olivier sowie dessen Schwester Sophie, die sich mit ihrer Familie der Rettung der Ozeane verschrieben hat. So nähere ich mich der gesamten Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und lerne die Protagonist:innen sehr gut kennen.
🌊
Das Buch behandelt Themen wie Menschenhandel und Sklaverei, den Klimawandel und die Überfischung der Meere, den Schutz und gleichzeitig die Schutzlosigkeit des Ozeans und beruht auf wahren Begebenheiten.

„Die Zerstörung der Ozeane ist so einfach. Die Welt der Stille ist zum Massaker der Stille geworden.“ (S. 287)

Ziemlich detailliert schildert Benoit d’Halluin die zweifelhaften Fischfangmethoden, die eigentlich illegal sind, jedoch nicht geahndet, ja sogar noch vertuscht werden. In teils grausamen Szenen wird geschildert, wie mit den Sklaven auf den Fischerbooten umgegangen wird. Auch die Arbeit von Organisationen wie Greenpeace oder Sea Shepherd wird näher beleuchtet und deren unermüdlicher Einsatz, um die Weltmeere zu schützen – oder eher noch, sie zu retten.

Die Schilderungen haben mich teilweise wirklich sehr mitgenommen und als Leserin habe ich mir unweigerlich die Frage gestellt, was ich tun kann, damit die Ausbeutung von Meer und Menschen aufhört.

„Ist es für einen Planeten, dem die Luft ausgeht, genug, nichts Böses zu tun? Bedeutet, nichts Böses zu tun, das man Gutes tut?“ (S. 202)

Einiges, was im Roman geschildert wird, wusste ich nicht. Wenn ich aber ehrlich zu mir selbst bin habe ich viele Informationen einfach verdrängt, weil das ja bequemer ist und weil ich Fisch und Meeresfrüchte so gern esse. Doch das kann es ja nicht sein, immer die Augen zu verschließen, oder? Nach der Lektüre habe ich für mich jedenfalls beschlossen, nichts mehr zu essen, was aus dem Meer kommt… Und wenn jeder dieses Buch liest und zum gleichen Schluss kommt wie ich, dann wäre doch schon etwas bewegt, oder nicht?
🌊
Unabhängig davon ist die Geschichte einfach wahnsinnig gut erzählt. Trotz der Grausamkeiten ist die Atmosphäre so dicht und greifbar, die Charaktere so hervorragend ausgearbeitet und miteinander verknüpft, dass sich ein unglaublicher Sog entwickelt und man das Buch einfach nicht zur Seite legen kann.

Für mich war es ein absolutes Highlight, obwohl es oft weh getan hat. Lest dieses Buch! Es ist einfach wichtig!

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Nervenaufreibend

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Arun und Olivier verbringen zusammen einen Urlaub in Thailand. Olivier ist Franzose, definiert sich durch seine Arbeit und hat Arun vor ein paar Jahren im Urlaub kennengelernt. Arun ist aus Kambodscha. ...

Arun und Olivier verbringen zusammen einen Urlaub in Thailand. Olivier ist Franzose, definiert sich durch seine Arbeit und hat Arun vor ein paar Jahren im Urlaub kennengelernt. Arun ist aus Kambodscha. Durch Olivier lernt er das schillernde und komfortable Leben in Paris kennen. Um Geld muss er sich keine Sorgen mehr machen aber er wirkt zunehmend unglücklicher. Ein Streit im Urlaub eskaliert, Arun geht und trennt sich von Olivier. Er landet in einer Bar, bekommt einen Drink angeboten und landet auf einem Fischerboot. Olivier ahnt nichts davon.

Dieser Roman basiert auf wahren Begebenheiten, von denen ich bisher noch gar nichts wusste. Es geht um Sklaverei auf den Fischerbooten in Thailand. Was dort auf den Meeren passiert, damit wir günstig unsere Garnelen usw. essen können, ist einfach unfassbar. So viele Männer/Jungs werden versklavt, andere Meeresbewohner gequält. Unser Ozean stirbt langsam. Das musste ich zwischendurch immer erstmal sacken lassen.

Ein brutal ehrlicher Roman, der viele Themen bietet und mich von Anfang an gefesselt hat. Als Leser wird man sofort in die Story geworfen. Die Spannung steigerte sich zum Ende immer weiter. Zwischendurch gab es auch noch einige nachdenkliche Passagen. Erzählt wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Zeitsträngen. Das war für mich alles schlüssig und nachvollziehbar. Der Schrecken, den Arun auf dem Meer erlebt, ist so authentisch und präzise beschrieben. Da war ich komplett weg und im Buch versunken. Die Mischung aus persönlichem Schicksal und gesellschaftlichen Themen ist hier ganz wunderbar gelungen. Dazu noch kraftvoll und bewegend geschrieben.

Ein grandioser Roman über Ausbeutung, Machtmissbrauch, kaputte Seelen und die Zerstörung der Meere. Das Cover ist ein absoluter Traum, der Inhalt eher ein Albtraum. Der Roman hat es in sich, kostet viele Nerven aber er lohnt sich und er bleibt im Kopf.

Bekommt eine große Empfehlung von mir.

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