Cover-Bild Die verschwindende Hälfte
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 22.03.2022
  • ISBN: 9783499002571
Brit Bennett

Die verschwindende Hälfte

Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste | Das TikTok-Phänomen
Isabel Bogdan (Übersetzer), Robin Detje (Übersetzer)

Nr. 1 der New-York-Times-Bestsellerliste

Mallard, ein kleiner Ort in Louisiana. Seine Bewohner blicken mit Stolz auf eine lange Tradition und Geschichte – und vor allem auf ihre Kinder, die mit jeder Generation hellhäutiger zu werden scheinen. Hier werden in den 1950ern Stella und Desiree geboren, Zwillinge von ganz unterschiedlichem Wesen. Nur in einem sind sie sich einig: An diesem Ort sehen sie keine Zukunft. In New Orleans, wohin sie flüchten, trennen sich ihre Wege. Denn Stella tritt unbemerkt durch eine den weißen Amerikanern vorbehaltene Tür und schlägt sie kurzerhand hinter sich zu. Desiree dagegen heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann. Und Jahrzehnte vergehen bis zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2024

Colorism trennt hellhäutige Zwillinge - Ein starker Roman

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Vor zehn Jahren ist Desiree mit ihrer Zwillingsschwester Stella aus ihrem kleinen Dorf Mallard in Louisiana über Nacht getürmt. 1968 ist sie wieder zurück und sorgt für Aufsehen. In das Örtchen, im dem ...

Vor zehn Jahren ist Desiree mit ihrer Zwillingsschwester Stella aus ihrem kleinen Dorf Mallard in Louisiana über Nacht getürmt. 1968 ist sie wieder zurück und sorgt für Aufsehen. In das Örtchen, im dem alle Schwarzen fast weiß aussehen und stolz darauf sind, bringt sie ihre Tochter mit und die ist "rabenschwarz" (S. 9). Zu Stella hat sie keinen Kontakt mehr, denn in New Orleans, wohin die beiden gegangen waren, ist sie plötzlich verschwunden. Untergetaucht in eine Welt, die nicht ihre ist, in die Welt der Weißen.

Was für eine Geschichte! In sechs Kapiteln folgen wir neugierig und gefesselt den Lebensläufen der Zwillinge, die sich so unterschiedlich entwickelt haben. Die Autorin läßt die Handlung ständig um die Fragen kreisen, wer bin ich? Wer will ich sein und wer kann ich sein? Was bedeutet es Schwarz zu sein und was bedeutet es, eine weiße oder hellere Hautfarbe zu haben? Als "Colorism" bezeichnet man die Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe, die sich auch innerhalb einer Community zeigen kann, eben wie im fiktiven Mallard. Unglaublich intensiv zeigt die Geschichte auf, wie "Colorism" die Charaktere in ihrem Denken und ihrem Handeln beeinflusst. Da passt der (mehrdeutige) Titel des Romans so hervorragend! Die Handlung regt auf so vielen Ebenen, vor allem durch die Beziehungen der Personen untereinander, zum Nachdenken an. Ich bin ganz begeistert. Der Roman ist - neben seinem hohen kulturellen Wert zur Black Lives Matter-Bewegung - auch noch spannend und unterhaltsam geschrieben. Dadurch, dass die Handlung nicht durchgängig chronologisch erzählt wird, gibt es immer wieder überraschende oder aufschlussreiche Informationen, die das Geschehene komplettieren. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Es sensibilisiert und informiert und wird mich noch lange beschäftigen.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Spannende Geschichte mit viel Perspektivwechsel

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Packende Geschichte über zwei Schwestern aus Mallard, einem Ort, an dem die Schwarze Bevölkerung versucht, so hell wie möglich zu werden. Beide Schwestern fliehen gemeinsam von dort, aber danach teilt ...

Packende Geschichte über zwei Schwestern aus Mallard, einem Ort, an dem die Schwarze Bevölkerung versucht, so hell wie möglich zu werden. Beide Schwestern fliehen gemeinsam von dort, aber danach teilt sich die Geschichte. Stella lebt von da an als Weiße, Desiree bekommt eine sehr dunkelhäutige Tochter. Ihre Rückkehr nach Mallard sorgt daher für Aufruhr und Unverständnis.
Eine spannende und neue Geschichte, die durch die Perspektivenwechsel mitreißt. Es ist nicht immer sofort klar, wer spricht - eine der Zwillingsschwestern oder deren Töchter. Und obwohl ihre Leben so verschieden sind, gibt es eine Verbindung zwischen den 4 Protagonistinnen. Wie stark und anhaltend diese jeweils ist, zeigt sich im Verlauf des Romans.
Ich konnte leicht eine Bindung zu den Charakteren aufbauen und mich in die Gründe für ihr Verhalten einfühlen. Trotz Lesepausen habe ich mich immer wieder gut in die Geschichte eingefunden.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Ergreifender Roman, der jedoch etwas zu viel will

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Mallard im ländlichen Louisiana ist ein seltsamer Ort: Seine Bewohner haben es sich gewissermaßen zum Ziel gesetzt, die „weißesten“ Schwarzen der Welt zu werden und konkurrieren darum, wer die hellhäutigsten ...

Mallard im ländlichen Louisiana ist ein seltsamer Ort: Seine Bewohner haben es sich gewissermaßen zum Ziel gesetzt, die „weißesten“ Schwarzen der Welt zu werden und konkurrieren darum, wer die hellhäutigsten Kinder hat. (Ich habe bei manchen der hier geschilderten Konstellationen allerdings gewisse Zweifel, ob sie den Regeln der Vererbungslehre entsprechen.)
Nicht verwunderlich daher, dass die 17jährigen Zwillinge Stella und Desiree 1954 plötzlich verschwinden, um der Enge ihrer Heimatstadt zu entfliehen.
Überraschender ist da schon, dass Desiree 14 Jahre später wieder in Mallard auftaucht, auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann und begleitet von ihrer erstaunlich dunkelhäutigen Tochter.
Doch noch überraschter wären die Einwohner Mallards, wenn sie wüssten, was aus Stella geworden ist: Diese gibt sich kurzerhand als Weiße aus und erreicht so einen ungeahnten gesellschaftlichen Aufstieg.
Auch Desiree sucht lange vergeblich nach ihrer Schwester und erst ein Zufall wird dazu führen, dass sie einander nochmal begegnen.

Der Erzählstil ist angenehm und das Buch liest sich flott. Ich konnte mich gut in die Protagonistinnen hineinversetzen (neben Desiree und Stella treten in der sich über Jahrzehnte erstreckenden Handlung auch deren Töchter auf) und, obwohl ich manche ihrer Gedankengänge und Aktionen nicht ganz nachvollziehen konnte, mit ihnen mitfühlen. Eine gewisse Konzentration ist beim Lesen dennoch erforderlich, es gibt ziemlich viele Zeitsprünge und Rückblenden.
Vor allem aber befasst sich dieser Roman mit mehreren brisanten Themen. Es treten einige Personen auf, die jemand anders sein wollen – weiß statt schwarz oder auch Mann statt Frau. Weiters werden Vorurteile hinterfragt und die Konsequenzen der objektiv betrachtet ziemlich unsinnigen Definition von „schwarz“ ausgelotet, wonach das äußere Erscheinungsbild oder die Hautfarbe als solches keine Rolle spielen und auch ein blondes, hellhäutiges Mädchen „schwarz“ sein kann. Daneben werden noch Beziehungsprobleme aller Arten, das Verhältnis zwischen eineiigen Zwillingen oder die Folgen von Armut beleuchtet.
Genau hierin liegt jedoch ein Problem: Jedes dieser Themen würde für sich allein genügend Stoff für einen eigenen Roman hergeben. Die Autorin verzettelt sich gewissermaßen, will alle möglichen Komplikationen ansprechen oder auch den Großteil des Lebenswegs jeder einzelnen Protagonistin verfolgen. Es wäre besser gewesen, sich auf weniger zu konzentrieren und diese Geschichte dann gründlicher auszuarbeiten. Manche Handlungselemente wirken doch arg plakativ.