Zwischen Vorgartenidyll und Rebellion – bitterböse, witzig und überraschend tief
Ein schwarzhumoriger Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch nachdenklich stimmt – genau mein Ding! „Vollblutspießer“ hat mich mit seinem ungewöhnlichen Cover und dem herrlich schrägen Humor direkt ...
Ein schwarzhumoriger Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch nachdenklich stimmt – genau mein Ding! „Vollblutspießer“ hat mich mit seinem ungewöhnlichen Cover und dem herrlich schrägen Humor direkt angesprochen. Zwar habe ich anfangs mit Max, dem Protagonisten, eher gefremdelt, doch mit der Zeit wurde ich überrascht: Mal mochte ich ihn mehr, mal weniger, aber seine Entwicklung und seine Zerrissenheit haben mich nicht mehr losgelassen.
Chris Nolde beleuchtet mit spitzer Feder und viel Ironie ein sehr ernstes Thema: den inneren Konflikt zwischen Angepasstheit und Selbstverwirklichung. Zwischen „normalem“ Leben mit Bürojob, Kind und Spieleabend und der Sehnsucht nach Freiheit, Bedeutung und künstlerischer Entfaltung. Dass Max sich plötzlich in einem radikalen Kollektiv wiederfindet, klingt einerseits absurd, andererseits aber auch erschreckend realistisch.
Der Humor ist trocken und manchmal düster, was den Ton des Buches so besonders macht. Gleichzeitig gibt es viele leise Momente, die zum Nachdenken anregen. Über Lebenswege, Entscheidungen und den Wunsch, mehr vom Leben zu wollen, ohne genau zu wissen, was dieses „Mehr“ eigentlich sein soll.
Trotz meiner anfänglichen Skepsis gegenüber Max war für mich klar: Kein Punktabzug. Gerade seine Ambivalenz hat ihn so greifbar gemacht. Ich habe das Buch verschlungen und oft inne gehalten, um einzelne Sätze auf mich wirken zu lassen.
Fazit: Ein Buch, das gleichermaßen unterhält und aufwühlt, mit klugen Gedanken, bissigem Humor und einer mutig und originell erzählten Story. Von mir gibt es verdiente 5 von 5 Sternen.