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Veröffentlicht am 14.10.2019

Ein gefährlicher Auftrag

Amuria
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" Schon zweimal war ich gestolpert, weil ich vor lauter Gucken nicht darauf geachtet hatte, wo ich hintrat, und hätte dabei beinahe einen handtellergroßen, in allen Farben schillernden Käfer zerquetscht." ...

" Schon zweimal war ich gestolpert, weil ich vor lauter Gucken nicht darauf geachtet hatte, wo ich hintrat, und hätte dabei beinahe einen handtellergroßen, in allen Farben schillernden Käfer zerquetscht."

Die 13jährige Maja reist mit ihren Eltern, die wissenschaftliche Messungen in der Natur durchführen, in der ganzen Welt herum. Momentan befinden sie sich wieder in Neuseeland in Mount Taranaki. Ein wunderschöner märchenhafter Regenwald, den die Einheimischen Goblin Forest nennen. Maja war mit ihren Eltern vor vielen Jahren bereits schon einmal hier und kann es kaum erwarten endlich wieder alleine durch diesen schönen Wald zu gehen. Während ihres Streifzuges stürzt sie und befindet sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wieder. Amuria, eine Welt, in die Maja als Menschenkind überhaupt nicht passt.

Bettina Belitz hat eine märchenhafte und geheimnisvolle Welt erschaffen, an der sie uns als Leser perfekt hat teilnehmen lassen. Der Erzählstil in der Ich Form aus Majas Sicht ist kindgerecht und wir haben uns in der Geschichte sofort wohl gefühlt. Die beiden Charaktere sind gut und bildhaft auf die Geschehnisse abgestimmt. Maja, das Menschenkind, unbedacht, ungeduldig und neugierig sowie Nalu, der Nebelhüter aus der Welt Amurias, der mit allem in Harmonie lebt. Anschaulich werden Werte vermittelt die sich auf Flora und Fauna beziehen; aber auch auf Achtsamkeit in Bezug auf Mensch und Tier.

Uns hatte bereits im Buchhandel das Cover mit dem satten dunkelgrünen Urwald besonders gut gefallen und wir konnten so perfekt in die geheimnisvolle Welt Amurias eintauchen.

Eine Fantasiegeschichte, die zum Nachdenken und Diskutieren einlädt.

Veröffentlicht am 10.10.2019

Sehr ruhiger Krimi

Wisting und der Tag der Vermissten
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Bei dem norwegischen Krimi " Wisting und der Tag der Vermissten " von Jorn Lier Horst steht eindeutig die Ermittlungsarbeit im Vordergrund. Ab und zu mag ich einen solchen ruhigen unblutigen Krimi bei ...

Bei dem norwegischen Krimi " Wisting und der Tag der Vermissten " von Jorn Lier Horst steht eindeutig die Ermittlungsarbeit im Vordergrund. Ab und zu mag ich einen solchen ruhigen unblutigen Krimi bei dem man selber ins Recherchieren kommt, wo man mit dem Protagonisten immer wieder ein neues Stück ins Puzzle setzt bis dann endlich das Ergebnis vor einem liegt. Hier war es eigentlich von vorne herein klar, wer der Täter ist. Die Frage wie und warum blieb allerdings bis zum Schluss im Dunkeln. Wisting, ein Kommissar ohne irgendwelche Macken, sondern eher wie einer von nebenan, lebt nach dem Tod seiner Frau alleine. Seine Tochter, die als Journalistin arbeitet und momentan in Erziehungsurlaub ist sowie sein Enkelkind sind seine Familie. Bei dem Fall nach der Vermissten recherchieren sie beide. Wisitng für die Polizei und seine Tochter für die Zeitschrift.

Für mich als Leser war es jetzt kein absolutes Highlight. Die kurzen Kapitel verleiten zwar immer wieder zum Weiterlesen, jedoch zieht es sich an manchen Stellen sehr durch die akribischen Ermittlungen. Das hier so viel Wert auf die Ermittlungen gelegt wird liegt vielleicht daran, dass der Autor selbst Kriminalhauptkommissar bei der norwegischen Polizei war.

Ein netter Krimi, gut durchdacht aber eben ohne viel Aufregungen.

Veröffentlicht am 08.10.2019

Interessantes über Schifffahrt

Das Wrack am Falkensteiner Ufer
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Wer Spaß an der Seefahrerei hat dem kann ich das Buch " Das Wrack am Falkensteiner Ufer " von Jürgen Rath sehr empfehlen. Jürgen Rath ist promovierter Historiker und gelernter Seemann mit Kapitänspatent. ...

Wer Spaß an der Seefahrerei hat dem kann ich das Buch " Das Wrack am Falkensteiner Ufer " von Jürgen Rath sehr empfehlen. Jürgen Rath ist promovierter Historiker und gelernter Seemann mit Kapitänspatent. Ich selbst liebe es mich auf Gewässern zu bewegen, egal ob Fluß, Meer oder Kanal, ob im Boot, Segler oder Schiff. Um so interessanter fand ich die Geschichten über Schiffsunfälle auf der Elbe. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen hier so vielfältige Kollisionen vorzufinden. Jürgen Rath hat gut recherchiert und einzelne Schiffsunfälle heraus gesucht die sich von Hamburg bis Cuxhaven ereignet haben. Jedes Unglück hat sich tatsächlich so ereignet und wurde von ihm geschickt durch fiktive Charaktere in interessanter Form verpackt.. Am Scluss einer jeden Geschichte befindet sich die Verhandlung des Seeamtes mit Originalzitaten. Zum besseren Verständnis bezüglich des jeweiligen Kollisionsortes gibt es anfangs eine Landkarte.

Jürgen Rath hat hier eine schöne abwechslungsreiche Sammlung zusammen getragen. Jede Geschichte hat das gewisse Etwas und ist von Anfang bis Ende sehr detailhaft geschildert. In dem Buch befinden sich insgesamt 11 solcher Geschichten, die nebenbei noch Wissenswertes vermitteln. Wer den nautischen Ausdrücken nicht so gelassen entgegen blickt, der kann zum besseren Verständnis am Ende des Buches im Glossar nachschlagen.

Ein Buch, das man mit Sicherheit öfters mal zur Hand nimmt.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Anfangs schwierig lesbar

Hotel Cartagena
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Da ich bereits von der Autorin Simone Buchholz den Krimi Mexikoring gelesen habe, kannte ich den gewöhnungsbedürftigen Schreibstil schon. Allerdings hatte ich anfangs auch hier bei Hotel Cartagena Probleme ...

Da ich bereits von der Autorin Simone Buchholz den Krimi Mexikoring gelesen habe, kannte ich den gewöhnungsbedürftigen Schreibstil schon. Allerdings hatte ich anfangs auch hier bei Hotel Cartagena Probleme mich mit den kurzen knappen Sätzen zurecht zu finden. Ich brauchte ungefähr ein Drittel des Buches bis ich mich an den teilweise doch recht harten Schreibstil gewöhnt hatte. Die Dialoge sind wirklich knallhart ausgedrückt und spartanisch kurz. Wobei man hier sagen muß, die Charaktere sind diesem Schreibstil perfekt angepasst. Kaputte Typen, egozentrisches und andersartiges Verhalten.

Im Hotel Cartagena befinden wir uns zum heutigen Zeitpunkt auf dem Hamburger Kiez und in Kolumbien 1987. Beide Erzählstränge fügen sich zum Ende hin schlüssig zusammen.

Amüsiert habe ich mich über die Überschriften die es zu jedem Kapitel gibt. Die sind kurz und knapp, passend zu dem gesamten Schreibstil arrangiert und besagen immer schon einiges über den Inhalt.

Wer aussergewöhnliche Krimis mag ist hier richtig und sollte zugreifen.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Mein Freund der Waschbär

Linus und Fridolin
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Wer wünscht sich nicht ein Tier für sich als Freund ? Für den 9jährigen Linus wird dieser Traum zur Wirklichkeit indem er sich Nacht für Nacht auf der Terrasse einem Waschbären nähert und der so immer ...

Wer wünscht sich nicht ein Tier für sich als Freund ? Für den 9jährigen Linus wird dieser Traum zur Wirklichkeit indem er sich Nacht für Nacht auf der Terrasse einem Waschbären nähert und der so immer zutraulicher und zu seinem Freund wird. Linus versucht dieses Geheimnis für sich zu behalten und mit keinem zu teilen. Wie das aber so ist gelingt ihm das auf Dauer dann doch nicht.
Einfühlsam geht Katharina Lankers in ihrem Buch mit diesem Thema um. Kindgerecht und in einem ruhigen Schreibstil wird hier einiges an Werten vermittelt.
Zusätzlich haben wir noch einiges über Waschbären gelernt.
Sehr schön sind die selbstgestalteten schwarz weiß Illusttrationen, die Katharina Lankers passend zur Geschichte angefertigt hat.
Bei einigen haben wir mehrere Male hingeschaut um auch jedes Detail für uns zu erkennen. Es wird bestimmt noch öfters zur Hand genommen.
Das Buch wirkt wie ein Din A5 Schreibheft und hat 14 kurze Kapitel verteilt auf 64 Seiten. Die Schriftgröße ist Leseanfängern angepasst, liest sich leicht und flüssig.
Nun hoffen wir auf die Nachfolgebände und sind neugierig wie es mit Linus und Fridolin weiter geht.
Ein schönes Buch zum Vorlesen und für Leseanfänger.