Cover-Bild Feine Risse
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 27.05.2026
  • ISBN: 9783104923604
Elisa Hoven

Feine Risse

Roman
Wenn Recht nicht reicht.
Neue Fälle zwischen Recht und Gerechtigkeit, zwischen Schuld und Verschweigen, Wahrheit und Lüge


Eva Herbergen, engagierte Strafverteidigerin, will sich langsam aus ihrer Arbeit zurückziehen und mit Ehemann Peter das Alter genießen. Doch die düsteren Schatten ihrer Fälle reichen bis in ihr Privatleben hinein. In packenden Tableaus leuchtet Elisa Hoven in »Feine Risse« juristische wie biographische Dunkelzonen aus: Sicherheit ist Illusion, ein Urteil bleibt immer nur eine Annäherung an die Wahrheit. »Feine Risse« führt ins Dickicht der Zufälligkeiten bei der Entstehung von Straftaten. Die Ursachen verstecken sich oft tief in einer Vorgeschichte – und liegen manchmal so nahe, dass sie umso leichter übersehen werden. 

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2026

Absolutes Highlight!!

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Wie verteidigt man jemanden, von dem man selbst nicht weiß, ob man ihm verzeihen könnte?
Mit „Feine Risse“ schafft Elisa Hoven erneut einen Roman, der weit über klassische Justizfälle hinausgeht.
Die ...

Wie verteidigt man jemanden, von dem man selbst nicht weiß, ob man ihm verzeihen könnte?
Mit „Feine Risse“ schafft Elisa Hoven erneut einen Roman, der weit über klassische Justizfälle hinausgeht.
Die verschiedenen Fälle bewegen sich ständig zwischen Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Mitgefühl, Wahrheit und Verschweigen, und genau diese moralischen Grauzonen machen das Buch so intensiv und eindringlich.
Besonders beeindruckt hat mich, wie verständlich juristische Themen vermittelt werden. Die rechtlichen Abläufe, die Arbeit der Strafverteidigung und die klare juristische Vorgehensweise wirken authentisch und nachvollziehbar, ohne jemals trocken zu werden. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch die emotionale Seite aller Beteiligten. Denn hinter Akten, Paragraphen und Urteilen stehen immer Menschen mit Schuldgefühlen, Ängsten, Wut und persönlichen Grenzen.
Die Geschichte hat mich gerade wegen dieser emotionalen und moralischen Konflikte sehr berührt und immer wieder zum Nachdenken gebracht. Jeder der Fälle bringt eigene schwierige Fragen mit sich und zeigt, wie komplex Schuld, Verantwortung und Mitgefühl sein können.
Gerade diese Vielfalt an Perspektiven und Schicksalen macht das Buch so eindringlich und sorgt dafür, dass man viele Situationen noch lange mit sich herumträgt.
Besonders gelungen fand ich dabei die differenzierte Darstellung strafrechtlicher Grundprinzipien und der anwaltlichen Verantwortung. Der Roman macht deutlich, dass Strafverteidigung nicht bedeutet, eine Tat gutzuheißen, sondern die rechtsstaatlichen Garantien eines fairen Verfahrens zu sichern.
Gerade dieser Spannungsbogen zwischen persönlicher Moral und beruflicher Pflicht wird fachlich überzeugend und zugleich sehr nachvollziehbar dargestellt.
Auch die Frage, wie weit objektive juristische Bewertung und subjektives Gerechtigkeitsempfinden auseinanderliegen können, zieht sich konsequent durch die einzelnen Fälle und verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe.

Die Strafverteidigerin Eva Herbergen als Hauptfigur ist dabei unglaublich spannend. Sie versucht, professionell und sachlich zu handeln, doch man spürt immer wieder ihre innere Zerrissenheit. Genau das macht sie so authentisch.
Der Roman zeigt eindrucksvoll, dass auch Strafverteidiger nicht nur ihre Mandanten sehen, sondern selbst mit moralischen Konflikten kämpfen. Besonders gelungen fand ich zudem die Verknüpfung zwischen ihrem Berufsleben und ihrem privaten Umfeld rund um Peter und dessen Familie.
Die kurzen Kapitel sorgen für ein enormes Tempo, wodurch ich kaum aufhören konnte, weiterzuhören. Man merkt in jeder Szene die fachliche Kompetenz der Autorin, was die Fälle noch glaubwürdiger und intensiver wirken lässt.
Vielleicht hat mich das Buch auch deshalb so abgeholt, weil ich selbst früher beim Gericht gearbeitet habe und diese schwierige Gratwanderung zwischen Gesetzestexten und menschlichen Emotionen gut nachvollziehen kann.
Oft wirkt ein Urteil auf den ersten Blick eindeutig und trotzdem bleiben Fragen zurück, die sich nicht einfach in richtig oder falsch einteilen lassen.
In Zeiten, in denen Entscheidungen von Gerichten häufig kritisch hinterfragt werden, wirken Geschichten wie diese besonders relevant.
„Feine Risse“ erinnert daran, dass unser Rechtssystem klare Regeln braucht, gleichzeitig aber jeder Fall menschliche Schicksale mit sich bringt. Die verschiedenen Fälle regen immer wieder zum Nachdenken an und zeigen, wie schmal der Grat zwischen juristischer Bewertung und persönlichem Empfinden sein kann.
Auch Nina Kunzendorf als Sprecherin war für mich eine perfekte Wahl. Sie transportiert die Spannung, die Schwere und die emotionalen Zwischentöne der Geschichten unglaublich intensiv.
Wie schon „Dunkle Momente“ konnte mich auch „Feine Risse“ komplett überzeugen: emotional aufwühlend, spannend und voller Fragen, die noch lange nachwirken.
Klare Empfehlung und für mich ein absolutes Highlight.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Der schmale Grat zwischen Lüge und Wahrheit

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Ich habe "Feine Risse" von Elisa Hoven als Hörbuch gehört, gelesen von Nina Kunzendorf.

Eva Herbergen und ihr Ehemann Peter wollen sich so langsam in den Ruhestand verabschieden. Er muss, was ihm äußerst ...

Ich habe "Feine Risse" von Elisa Hoven als Hörbuch gehört, gelesen von Nina Kunzendorf.

Eva Herbergen und ihr Ehemann Peter wollen sich so langsam in den Ruhestand verabschieden. Er muss, was ihm äußerst schwer fällt, sie will. Eva ist erfolgreiche Strafverteidigerin. Sie kennt den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Lüge ihrer Klienten, sucht selbst nach der Wahrheit. Umso überraschender ist es für Eva und Peter, als ein Fall auch ihr Familienleben überschattet.

Da ich selbst beruflich und privat von Juristen und Juristinnen "umzingelt" bin, konnte ich die Gedankengänge von Eva gut nachvollziehen. Hier merkt man genau, dass die Autorin vom Fach ist. Sie schildert den Zwiespalt zwischen Anwalt und Mandant: Erzählt der Mandant die Wahrheit? Oder erzählt er trotz Schweigepflicht nur die halbe Wahrheit oder lügt er? Die Autorin schildert am Beispiel von verschiedenen Fällen, wie nah die Grenzen zwischen Wahrheit und der subjektiven Wahrnehmung der Beteiligten ist. Hoven macht aber auch deutlich, dass die persönliche Biografie eines Straffälligen kein Grund für eine Straftat ist und sein darf. Bei aller fachlichen Kompetenz lässt die Autorin aber auch die Spannung nicht zu kurz kommen, was den Roman nicht in den Bereich Fachliteratur abdriften lässt.

In einer Zeit, in der viele Menschen Urteile als nicht gerecht empfinden, ist dieser Roman umso wichtiger. Er zeigt Hintergründe auf und erläutert gleichermaßen, dass ein Mensch als unschuldig gilt, solange seine Schuld nicht erwiesen ist. Der Roman bietet in vielfältiger Weise Denkanstöße.

Nina Kunzendorf liest gut und interpretiert die Denkweise von Eva Herbergen deutlich und klar. Ich habe ihr gerne gelauscht.

Mich hat das (Hör)Buch fasziniert, ich empfehle es sehr gerne weiter. Es ist unterhaltsam und fachlich fundiert! 5Sterne und die Hoffnung auf ein weiteres Buch der Autorin!

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Zwischen Schuld und Wahrheit entstehen die feinsten Risse

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„Moral und Recht sind nicht immer das Gleiche.” (Zitat Seite 263, E-Book)
Zwischen Schuld und Verantwortung, Wahrheit und Perspektive erzählt Elisa Hoven in „Feine Risse“ (ET: 27.05.2026 im S. Fischer ...

„Moral und Recht sind nicht immer das Gleiche.” (Zitat Seite 263, E-Book)
Zwischen Schuld und Verantwortung, Wahrheit und Perspektive erzählt Elisa Hoven in „Feine Risse“ (ET: 27.05.2026 im S. Fischer Verlag, 288 Seiten) von den feinen moralischen Bruchstellen unserer Gesellschaft — und davon, wie schnell aus kleinen Rissen menschliche Abgründe werden können. Nach „Dunkle Momente“, das für mich ein echtes Jahreshighlight war, war ich unglaublich gespannt auf diesen neuen Roman – und kann direkt sagen: Elisa Hoven hat mich erneut überzeugt.

Worum gehts?

Im Mittelpunkt steht wieder die Strafverteidigerin Eva Herbergen, die sich langsam aus ihrem Berufsleben zurückziehen möchte. Doch die Fälle, mit denen sie konfrontiert wird, reichen tief hinein in Fragen von Schuld, Verantwortung und Wahrheit – und irgendwann auch in ihr eigenes Privatleben. Zwischen Gerichtsprozessen, moralischen Grauzonen und persönlichen Abgründen entfaltet sich ein Roman, der weit mehr ist als klassische Spannungsliteratur.

Meine Meinung

Was Elisa Hoven meiner Meinung nach besonders gut gelingt, ist die Balance zwischen den einzelnen Fällen und Evas persönlicher Geschichte. Die verschiedenen Verfahren stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern greifen ineinander, spiegeln sich gegenseitig und werfen immer neue Fragen auf: Was ist gerecht? Reicht Rechtsprechung aus? Und wie eindeutig kann Wahrheit überhaupt sein? Schon früh zeigt der Roman, wie schnell Menschen auf wenige Informationen reduziert werden, die zu folgeschweren Entscheidungen führen kann: „Fünf Informationen, und es entsteht das Porträt eines Menschen.“ (S. 17)

Überhaupt steckt dieses Buch voller kluger Gedanken, die mich nachhaltig beschäftigt haben. Elisa Hoven schreibt sehr differenziert über Täter:innen, Opfer und unser Rechtssystem – nie vereinfachend, nie sensationsheischend. Stattdessen geht es um Ambivalenzen, um menschliche Abgründe und darum, dass viele Wahrheiten unbequem bleiben. Und genau darin liegt die große Stärke dieses Buches. Es zwingt einen nicht zu klaren Antworten, sondern dazu, Unsicherheiten auszuhalten.

Auch die scheinbar nebensächlichen Gespräche zwischen Strafverteidigerin Eva und ihrem Mann Peter fand ich unglaublich stark, weil sie viele philosophische Fragen über Schuld, Verantwortung und das (eigene) Älterwerden aufwerfen.

Im Vergleich zu „Dunkle Momente“ hatte ich diesmal allerdings häufiger das Gefühl, die Auflösungen früher zu durchschauen. Der Überraschungseffekt war für mich deshalb etwas geringer. Vielleicht auch, weil mir die erzählerische Grundidee bereits vom ersten Buch vertraut war. Trotzdem hat das meiner Spannung beim Lesen kaum geschadet, weil die eigentliche Stärke ohnehin nicht im klassischen „Whodunit“ liegt, sondern in den moralischen Konflikten dahinter.

Fazit

„Feine Risse“ ist ein starker, atmosphärischer Roman über die Bruchstellen zwischen Recht und Gerechtigkeit. Elisa Hoven erzählt ruhig, präzise und gleichzeitig emotional eindringlich. Für alle, die literarische Spannung mit gesellschaftlicher Tiefe mögen und Bücher lieben, die noch lange im Kopf bleiben. Wer einen klassischen Thriller mit permanenten Twists erwartet, ist hier aber falsch. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!

Vielen Dank an NetGalley.de und den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar!

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