Cover-Bild Das Kind meiner Mutter
34,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Wörterseh
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 30.04.2017
  • ISBN: 9783037630792
Florian Burkhardt

Das Kind meiner Mutter

Bei einem spektakulären, selbst verschuldeten Autounfall verlieren Florian Burkhardts Eltern ihr jüngstes Kind. Einen Buben. Der ältere Sohn und sie selbst überleben. Absolut unversehrt. Als Ersatz für das tote zeugen die Eltern, die immer schon zwei Kinder haben wollten, sofort ein neues. Ihn. Florian. Und von Stund an richtet die Mutter ihren ganzen Fokus und all ihre Energie auf ihn, den neugeborenen Prinzen. Aus Angst, auch ihn zu verlieren, beschützt sie Florian vor allen Einflüssen der »gefährlichen« Außenwelt: Fahrrad fahren, Radio hören, Fernseh schauen, Freunde besuchen und anderweitige Außenkontakte sind verboten oder werden kontrolliert. Noch als Teenager spielt Florian ausschließlich mit jüngeren Kindern; so kann ihn niemand zum Konsum von Drogen oder Alkohol verführen. Raum für eine eigenständige Entwicklung gibt es keinen. Die Überbehütetheit wird zum erdrückenden Gefängnis. Doch erst als die Eltern versuchen, Florians Homosexualität zu unterbinden, begehrt er, inzwischen sechzehn Jahre alt, auf und wird in ein katholisches Internat gesteckt, wo er zum Grundschullehrer ausgebildet werden soll. Nach fünf Jahren hält Florian das Lehrer-Diplom in der Hand. Und damit sein Ticket in die lange ersehnte Freiheit.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2017

Eine extrem behütete Kindheit - wie eingesperrt

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Inhalt:
Durch einen selbst verschuldeten Unfall verlieren Florian Burkhardts Eltern ihren jüngsten Sohn. Um mit dem Verlust besser klar zu kommen, zeugen sie einen "Ersatzsohn". Florian wird von Geburt ...

Inhalt:
Durch einen selbst verschuldeten Unfall verlieren Florian Burkhardts Eltern ihren jüngsten Sohn. Um mit dem Verlust besser klar zu kommen, zeugen sie einen "Ersatzsohn". Florian wird von Geburt an von allen Gefahren ferngehalten, damit ihm ja nichts passieren kann. Er wird auch so gut es geht von der Außenwelt isoliert, um ja nicht an Drogen oder Alkohol zu kommen. Es darf zunächst weder Rad fahren, noch gibt es Radio oder Fernsehen. Er möchte gern Kunst studieren, doch das steht nicht am Plan seiner Eltern für seine Zukunft.
Florian sieht nur eine Chance seinem Gefängnis zu entgehen. Er muss, die von seiner Mutter geforderte Ausbildung zum Lehrer abschießen, um mit dem Diplom in der Hand in die Freiheit zu gelangen. Doch das wird ein langer und beschwerlicher Weg.
Zumal er mit der Zeit auch noch erkennt, dass er Homosexuell ist.

Mein Kommentar:
Das Buch ist eine Autobiographie des Autors Florian Burkhardt, indem er versucht seine Kindheit zu verarbeiten und zu erklären wie er zum "Electroboy" wurde. Da sein Leben zuerst verfilmt wurde, und er erst im Anschluss das Buch schhrieb, konnte er somit seine Kindheit besser darstellen.
Seine Geschichte gliedert sich in drei Teile:
Illusion: Hier wird seine Kindheit dargestellt, wie er in die Welt hineinkommt und langsam begreift, dass er im Schutz seiner Mutter gefangen ist. Dieser Abschnitt ist auch in einer etwas einfacheren und kindlicheren Form geschrieben und man hat den Eindruck, dass Florian dies auch in jungen Jahren geschrieben haben könnte.
In Vison und Passion erfährt man einiges mehr über den älteren Florian bis hin zum Erwachsenwerden. Man erfährt als Leser seine Wandlung und wie er versucht mit der Situation umzugehen. Man erkennt seine Gefühle und Gedanken und kann sich gut in seine Lage hineinversetzen. Dies fällt sicher auch leicht, da das Buch in der Ich Perspektive geschrieben ist. Trotzdem wünscht man sich auch, dass manche Szenen ausführlicher beschrieben wären, da man als Leser noch mehr erfahren möchte.
Das Buch beinhaltet viel Tragik und man leidet als Leser richtig mit. Die Gefühle und Emotionen sind teilweise richtig gut beshrieben.
Das Ende fand ich fast ein wenig zu schnell, aber somit bleibt auch Potential für einen Folgeroman. Dies könnt ich mir sehr gut vorstellen und ich denke, dass die Geschichte des Autors auch noch viel dafür hergeben würde.

Mein Fazit:
Eine tolle und sehr emotional beschriebene Kindheit und Jugend, die den Leser nachdenklich zurücklässt und viel Potential für eine Fortsetzung hätte.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

Veröffentlicht am 19.05.2017

Ein Leben als "Ersatzkind"

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Florian Burkhardt wächst in der Schweiz auf. Bei einem Autounfall verloren Florians Eltern ihr jüngstes Kind. Sie selbst und ihr älterer Sohn überleben unverletzt. Da sie immer schon zwei Kinder haben ...

Florian Burkhardt wächst in der Schweiz auf. Bei einem Autounfall verloren Florians Eltern ihr jüngstes Kind. Sie selbst und ihr älterer Sohn überleben unverletzt. Da sie immer schon zwei Kinder haben wollen, bekommen sie als Ersatz für den verlorenen Sohn Florian, auf den seine Mutter von Kindheit an ihre gesamte Energie konzentriert. Als kleiner Prinz wird er verwöhnt und bekommt alles, was er sich wünscht. Aber er wird auch vor allem beschützt, weil seine Mutter in ständiger Angst lebt, auch ihn zu verlieren. Noch als Teenager spielt Florian ausschließlich mit jüngeren Kindern, da ihn so niemand zu Drogen und Alkohol verführen kann. Erst nach einer Ausbildung zum Grundschullehrer in einem katholischen Internat gelingt es ihm, sich von seiner Familie zu lösen und ein eigenständiges Leben zu führen.

Das Buch beschreibt in drei Abschnitten Florians Werdegang. Der Teil „Illusion“ beschreibt seine früheste Kindheit, in der er behütet und beschützt mit seinen Eltern und dem älteren Bruder lebt. Die Erinnerungen sind schön beschrieben, waren mir auf Dauer allerdings etwas zu ausführlich, weshalb sich dieser erste Teil für mich etwas zog. Im zweiten Teil „Vision“ wird die Jugendzeit geschildert, in der Florian entdeckt, dass er mehr auf Jungs steht, was sich aber nicht mit seiner katholischen Erziehung vereinbaren lässt. Im dritten Teil „Passion“ wird erzählt, wie es Florian endlich gelingt, sich von seiner vereinnahmenden Mutter und seinem strengen Elternhaus zu lösen und endlich ein eigenständiges Leben zu führen.

Das Buch ist gut geschrieben und Florians Geschichte fesselt. Allerdings wäre es mir lieber gewesen, wenn sich das Buch mehr dem Leben gewidmet hätte, das Florian nach dem Verlassen seines Elternhauses geführt hat. In diesem Buch wurde der Fokus aber mehr auf die Kindheit und Pubertät gelegt. Trotzdem hat mich die Lebensgeschichte Florians gefesselt und ich habe die Kapitel interessiert gelesen.

Veröffentlicht am 23.10.2018

Interessanter Einblick in eine traurige Kindheit und Jugend

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Den Titel "Das Kind meiner Mutter" versteht man erst nach dem Lesen richtig. In dem autobiografischen Buch schreibt der Autor in 3 chronologischen Kapiteln über seine Kindheit, seine Jungendzeit und seine ...

Den Titel "Das Kind meiner Mutter" versteht man erst nach dem Lesen richtig. In dem autobiografischen Buch schreibt der Autor in 3 chronologischen Kapiteln über seine Kindheit, seine Jungendzeit und seine Zeit als junger Erwachsener. Hauptthema ist die Beziehung zu seiner Mutter, die ihn nach dem Unfalltod seines Bruders als "Ersatzkind" behandelt. In Folge des Verlustes entsteht keine "normale" Mutter-Kind-Beziehung zwischen den beiden. Sie überbehütet ihn und lässt ihm wenig Freiheit. Wie er damit umzugehen lernt, bzw. wie sehr ihn dieses nicht vorhandene normale Familienleben belastet, beschreibt der Autor sehr ausführlich.
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Schreibstil nicht ganz warm wurde. Den ersten Teil über die Kindheit (auch sprachlich eher aus Sicht eines Kindes geschrieben) fand ich anstrengend und langatmig zu lesen. Das Jugendkapitel war schon flüssiger und interessanter zu lesen, dafür ging es mir dann im 3. Kapitel sowie im Epilog (eine Art Ausblick auf das weitere Leben) zu schnell.

Veröffentlicht am 23.05.2017

Kindheit

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Florian kommt als drittes Kind in seiner Familie mit einigem Abstand zur Welt und lebt mit dem Wissen, dass er nur geboren wurde, weil sein älterer Bruder bei einem tragischen, vom Vater verursachten Autounfall ...

Florian kommt als drittes Kind in seiner Familie mit einigem Abstand zur Welt und lebt mit dem Wissen, dass er nur geboren wurde, weil sein älterer Bruder bei einem tragischen, vom Vater verursachten Autounfall gestorben ist. Seine Eltern sind daher bei seiner Geburt nicht mehr die Jüngsten und er wächst als Prinz und Retter seiner Mutter auf. Seiner Erziehung ist sehr streng und verliert zunehmend an Wärme und Zuneigung. Die Mutter ist selbst unglücklich und psychisch strapaziert und zieht ihre Familie mit in diesen traurigen Zustand. Wie der bekannte schweizer Allrounder es trotzdem geschafft hat er selbst zu werden, erfahren wir in den Anfängen in diesem Buch!


Die Sprache dieser Erzählung fügt sich sehr gut in die jeweiligen Altersstufen bzw. Lebensphasen des Autors ein. Anfänglich hatte ich etwas Probleme mit der Erzählung, da sie noch sehr der Norm und dem normalen Leben gleicht. Die Handlung nimmt aber an fahrt auf und sind die Vorgeschichten sicherlich notwendig, um den Wandel nachvollziehen zu können.


Für mich selbst ist das Geschehene unbegreiflich und hat mich teilweise schockiert. Vielleicht liegt es auch an den Nichtverständnis dieser Situation, dass mich das Buch nicht so wirklich packen konnte. Es war wirklich gut zu lesen, aber ein Spannungsmoment blieb bei mir aus! Hier ist aber natürlich zu berücksichtigen, dass es sich um eine Tatsachenerzählung handelt und nicht durch Fiktion Spannung aufgebaut werden kann!


Da ich vorher bereits den dazugehörigen Film "Electroboy" gesehen habe, hatte ich auch wirklich hohe Erwartungen, was für mich teilweise auch erfüllt wurde! Ich mag die Art des Autors und des Gelesenen und finde es auf jeden Fall bewundernswert, dass man den Mut hat ganze Nationen an seinem Schicksal teilhaben zu lassen.


Alles in allem hat mir das erste Buch aber gefallen und möchte auch mein Lob für das Schreibtalent des Autors zum Ausdruck bringen! Ich werde dieses Buch auch jedenfalls weiterempfehlen! Wie man hört, soll es noch eine Fortsetzung geben bzw. kann ich den Film nur jedem Intressierten ans Herz legen. Ob ich mir eine Fortsetzung kaufen werde, kann ich vor allem vor dem Hintergrund dieses Buchpreises von fast 35 Euro nicht sagen. Dieser kann natürlich aber auch daran liegen, dass es sich um ein schweizer Buch handelt - für österreichische Verhältnisse ist er aber durchaus hoch!