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Veröffentlicht am 30.03.2020

Auf der Jagd nach der Flaschenpost

Die letzte Flaschenpost
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Der Kunstgeschichtsstudent Janis bekommt die Gelegenheit, den Dichter Otto Maaßen bei einer Veranstaltung zu treffen. Dort lernt er auch die Enkelin des Mannes kennen, die ihn sofort fasziniert. Da Otto ...

Der Kunstgeschichtsstudent Janis bekommt die Gelegenheit, den Dichter Otto Maaßen bei einer Veranstaltung zu treffen. Dort lernt er auch die Enkelin des Mannes kennen, die ihn sofort fasziniert. Da Otto sterben muss, will er ein letztes Gedicht in Form von Flaschenposten den Rhein entlangfahren und zufällig finden zu lassen. Als sich die Flaschen auf den Weg machen, machen sich Janis und Angelina auf, um die Flaschen von den Findern zu bekommen. Eine Reise zu sich selbst beginnt, bei der viele Wahrheiten ans Licht kommen.

Annika Kemmeter hat hier ein interessantes und fesselndes Buch geschrieben. Die Idee, eine letzte Nachricht in Form von Flaschenposten auf die Reise zu schicken, ist wirklich schön. Wer findet solche Nachrichten und was passiert mit ihnen, wenn sie gefunden werden? So fieberte ich mit Angelina und Janis mit, wenn die Nachricht eines neuen Fundes im Internet auftauchte.

Gleichzeitig wird klar, dass es irgendwie zu einfach ist, wie eine Flasche nach der anderen auftaucht. Janis wird misstrauisch und mit ihm auch der Leser. Trotzdem bleibt die Idee schön, auch wenn der Zweck ein anderer zu sein scheint. Das hat mir auch gefallen.

Das Buch ist sehr schön geschrieben und man will einfach wissen, wohin alles führen wird. Irgendwie ist es am Ende eine traurige Familiengeschichte, aber der Weg zur Auflösung ist interessant und spannend.

Ich konnte Angelina als Person nicht richtig fassen, das ist mein einziger Kritikpunkt. Janis mochte ich sehr, auch wenn sein Motiv am Anfang auch nicht so ganz zu durchschauen ist. Mich hat die Suche nach den Flaschenposten sehr gut unterhalten und ich mochte Janis und seine Freunde, wobei Angelina mir bis zum Schluss fremd blieb. Die Geschichte fand ich schön, deshalb 4 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 29.03.2020

Eine zweite Chance

Ich an meiner Seite
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Arthur ist nach einem Gefängnisaufenthalt wieder in Freiheit und versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Zusammen mit seinem unkonventionellen Therapeuten Konstantin „Börd“ Vogl tut Arthur ...

Arthur ist nach einem Gefängnisaufenthalt wieder in Freiheit und versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Zusammen mit seinem unkonventionellen Therapeuten Konstantin „Börd“ Vogl tut Arthur alles, um seine zweite Chance zu nutzen. Doch es ist gar nicht so einfach, als ehemaliger Inhaftierter im „normalen“ Leben wieder Fuß zu fassen. Doch Arthur gibt nicht auf.

Birgit Birnbacher hat mit „Ich an meiner Seite“ eine präzise und interessante Studie der Lebensumstände eines Gestrauchelten vorgelegt. Dabei erzählt sie mit viel Humor von einem stillen und intelligenten Jungen, der sich strafbar machte, weil ihn die Lebensumstände dazu gebracht haben. Und weil Arthur kein böser Mensch ist, sondern irgendwie immer in alles reinstolpert, bleibt er für den Leser sympathisch und liebenswert.

Ich mochte Arthur, der in einer Familie aufwuchs, in der die Mutter und der Stiefvater arbeiten und die Söhne nicht weiter beachten. Sein Bruder verlässt früh das Haus und lässt nie wieder von sich hören, während Arthur versucht, seinen Weg zu machen. Vor allem seine Zuneigung zu der todkranken Schauspielerin Grazetta, die dem Jungen eine Art Ersatzmutter wird, ist sehr schön erzählt, auch weil sie ein so toller und liebenswerter Charakter ist, auch wenn sie etwas sperrig wirkt.

Das Buch hat mir gut gefallen. Arthur und seine zweite Chance sind sehr schön beschrieben und ließen mich mitfiebern. Ich wollte, dass Arthur es schafft, dass er ein neues Leben beginnen kann, in dem ihm sein Gefängnisaufenthalt nicht im Weg steht. Weil mir am Ende zu viele Sachen ungeklärt blieben, gebe ich 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.03.2020

Wenn die Idylle zum Alptraum wird

The Other Couple – Böses Erwachen
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Asha und Oliver sind frisch verheiratet und verbringen ihre Flitterwochen in einem Luxusressort in Vietnam. Nur wenige andere Gäste stören ihre Idylle, doch sie freunden sich mit diesen an und verbringen ...

Asha und Oliver sind frisch verheiratet und verbringen ihre Flitterwochen in einem Luxusressort in Vietnam. Nur wenige andere Gäste stören ihre Idylle, doch sie freunden sich mit diesen an und verbringen die Tage zusammen. Bei einem Ausflug zu einer Höhle geschieht das Unfassbare: Oliver wird getötet, Asha schwer verletzt. Ihr Bootsführer wird für die Tat verhaftet, doch obwohl Asha sich nicht an die Tat erinnern kann, ist sie sicher, dass jemand anderer der Täter war. Die Spur führt in Olivers Vergangenheit – und auch zurück in London scheint es jemand auf Asha abgesehen zu haben.

Tja, ich mochte die Geschichte irgendwie, weil der Aufbau des Buches bis zum Schluss die Spannung aufrecht erhielt. Zwar ahnte ich mal wieder früh, wer der Täter sein könnte, doch die Zusammenhänge waren mir nicht ganz klar. Als einzigen Minuspunkt möchte ich dann die konkrete Auflösung des Mordes anbringen, denn das Motiv fand ich irgendwie arg konstruiert.

Ashas Geschichte und ihre Ermittlungen im Mordfall ihres Mannes fand ich aber so gut geschrieben und spannend, dass ich über das etwas unbefriedigende Ende hinwegsehen möchte.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und ich rätselte bis zum Schluss mit, welches Motiv es für die Tat geben könnte. Das hat mir gefallen! 3,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 24.03.2020

Die Nachkriegszeit in Berlin

Pandora
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1948: In Berlin wird der Schieberkönig und Bordellbesitzer Carl Braunke ermordet. Der Kommissar Hans-Joachim Stein ist neu in der Mordkommission West und ihm und seinem Kollegen Wuttke wird der Fall übertragen. ...

1948: In Berlin wird der Schieberkönig und Bordellbesitzer Carl Braunke ermordet. Der Kommissar Hans-Joachim Stein ist neu in der Mordkommission West und ihm und seinem Kollegen Wuttke wird der Fall übertragen. Nebenher ermittelt Stein noch in dem Fall von Knochenfunden, die nach der Ermordung mehrerer Frauen in der Nähe einer Heilanstalt hindeutet. Doch dieser Fall scheint vertuscht zu werden, weshalb Stein ermittelt, ohne seinen Chef zu informieren. Was steckt hinter den Morden?

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, da mich Bücher, die im Nachkriegsdeutschland spielen sehr interessieren. Ich mag es, über die Lage der Städte nach Kriegsende zu lesen. Noch besser ist es, wenn es in Kriminalfällen zu ermitteln gilt, da ich das sehr spannend finde, wenn die Kommissare fast keine Hilfsmittel zur Hand haben. Im geteilten Berlin war die Situation noch spezieller, da die Siegermächte sich gegenseitig behindern.

Leider hielt das Buch nicht ganz, was ich mir davon versprochen habe. Auf Dauer fand ich leider den Schreibstil etwas anstrengend. Ich weiß auch nicht, was hier los war. In der Geschichte waren seltsame Sprünge, nicht nur in der Handlung, sondern auch innerhalb von geführten Gesprächen, die mich immer wieder stocken ließen, weil ich sie seltsam fand. Und leider waren mir auch die Protagonisten überhaupt nicht sympathisch. Sowohl Stein als auch Wuttke fand ich mehr als unsympathisch – ihre Art mit Frauen umzugehen … ne, das ging irgendwie gar nicht.

Trotzdem wollte ich wissen, was hinter den Morden sowohl an Braunke als auch an den Opfern an der Heilanstalt steckte. Doch der Weg zur Auflösung zog sich für mich, weshalb ich 3 von 5 Sternen geben möchte.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Das skurrile Leben des Charlie Berg

Das eiserne Herz des Charlie Berg
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Charlie Berg hat ein schwaches Herz und eine sehr feine Nase. Er hat eine Familie, die ihm alles abverlangt: Seine Mutter ist nie anwesend, sein Vater ein dauerbekiffter Musiker, der sein Leben im Keller ...

Charlie Berg hat ein schwaches Herz und eine sehr feine Nase. Er hat eine Familie, die ihm alles abverlangt: Seine Mutter ist nie anwesend, sein Vater ein dauerbekiffter Musiker, der sein Leben im Keller verbringt, seine Schwester eine Autistin mit Inselbegabung. Eigentlich will Charlie weg, ein eigenes Leben. Er träumt davon, einen Bestseller zu schreiben. Doch er ist der Einzige, der die Familie zusammenhält. Mit einem Verbrechen wird alles noch bizarrer – und Charlies Pläne rücken in weite Ferne.

Was soll ich sagen? Ich mochte Charlie. Seine Gedanken und die Beschreibung seiner Familie brachten mich zum Lachen. Die Jagd mit Opa, die Todesfälle, sein kiffender Vater, die bücherverschlingende Schwester, seine Erinnerungen an die Kindheit, in der auch viele unschöne Dinge passieren – all das ließ mich schmunzeln und mit Charlie mitfühlen. Dazu noch seine Brieffreundin Mayra in Mexiko, die aber gerade dabei ist, in der Ferne zu heiraten, obwohl doch Charlie in sie verliebt ist.

Obwohl ich Charlie mochte, den Schreibstil toll fand, fand ich das Buch leider auch etwas zu ausführlich. Irgendwann hatte ich – trotz der wirklich lustigen Verwicklungen – genug. Genug von Charlie, seinen Eltern, den Erinnerungen und den Ereignissen rund um Opas Tod. Irgendwie zog sich alles, ohne dass ich erkennen konnte, worauf alles hinauslaufen sollte. Das hat mich gestört – und wenn ich ehrlich bin auch etwas gelangweilt.

Wie gesagt: Ich mochte Charlie, aber das Buch verlangte mir echt zu viel ab, so dass es nur zu guten 3 von 5 Sternen reicht.