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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Brandstätter Verlag
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaft und Kultur, allgemein
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 18.02.2026
  • ISBN: 9783710609428
Ingrid Brodnig

Feindbild Frau

Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und geschmäht werden – und was wir alle dagegen tun können
Gewaltdrohungen, digitale Hetzkampagnen, hämische Bildmontagen – was nach den dunklen Rändern des Internets klingt, ist für viele Politikerinnen bitterer Alltag geworden. Ingrid Brodnig legt in ihrem neuen Sachbuch schonungslos offen, wie systematische Einschüchterung Frauen aus der politischen Öffentlichkeit drängen soll und was das für unsere Demokratie bedeutet. Sie hat mit Abgeordneten und hochrangigen Politikerinnen aus Deutschland und Österreich gesprochen, dokumentiert konkrete Angriffe und analysiert, wie digitale Gewalt funktioniert – oft angeheizt durch rechte Netzwerke, die Logik von Social-Media-Plattformen und opportunistische Medienmechanismen.
Doch Brodnig geht über die Analyse hinaus: Sie zeigt Wege auf, wie Betroffene sich schützen können – rechtlich, technisch, strategisch. Und sie appelliert an uns alle, als Bürgerinnen und Bürger Verantwortung zu übernehmen. Denn wer schweigt, überlässt das Wort den Lautesten. Ein mutiges, kluges und hochaktuelles Buch – für alle, die Demokratie nicht den Angstmachern überlassen wollen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Laut sein gegen das Leisemachen

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Mit „Feindbild Frau. Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden – und was wir alle dagegen tun können“ legt Ingrid Brodnig im Brandstätter Verlag ein Buch vor, das ich nur schwer ...

Mit „Feindbild Frau. Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden – und was wir alle dagegen tun können“ legt Ingrid Brodnig im Brandstätter Verlag ein Buch vor, das ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Als Journalistin und Digitalexpertin beschäftigt sie sich seit Jahren mit Desinformation, Hass im Netz und den Machtmechanismen sozialer Plattformen.

Meine Meinung

In ihrem neuesten Buch analysiert Brodnig, wie digitale Gewalt funktioniert, warum sie Frauen in der Politik besonders trifft und welche demokratischen Folgen das hat. Sie spricht mit Betroffenen aus Deutschland und Österreich, seziert Mechanismen von Plattformlogiken, rechten Netzwerken und Empörungsökonomien. Sie bleibt dabei aber nicht bei der Diagnose stehen, sondern entwickelt konkrete Strategien der Gegenwehr.

Was das Buch für mich so stark und nahbar macht, ist, dass es die unsichtbaren Konsequenzen für Betroffene von „Hass im Netz“ sichtbar macht. „Digitale Gewalt besteht nicht nur darin, dass mir jemand physisch etwas antun könnte“ (S. 25). Sie wirkt subtiler: durch ständige Angst, Schlaflosigkeit, durch den aktiven Rückzug aus dem Digitalen zum eigenen Schutz und dem der Familie (= „Chilling-Effekt“, S. 32).

Brodnig zeigt auch, wie Sprache Hierarchien stabilisiert. Wenn Politikerinnen systematisch Kompetenz abgesprochen oder sie auf ihre Intimsphäre reduziert werden, ist das kein „rauer Ton“, sondern Machtausübung. „Beleidigungen sind wirkungsvoll, weil sie uns Menschen signalisieren, welchen Stellenwert wir in der Gesellschaft haben“ (S. 39).

Analytisch überzeugt das Buch durch klare Struktur und nachvollziehbare Argumentation. Die Kapitel zu Plattformalgorithmen und „Reinforcement Learning“ (S. 42) haben für mich viel erklärt, etwa warum moralische Empörung so belohnt wird. Gleichzeitig bleibt Brodnig zugänglich, nie akademisch abgehoben. Ihre vielen Tipps – von rechtssicheren Screenshots über Buddy-Systeme bis hin zu strategischem Blockieren – machen das Buch praktisch nutzbar.

Kritisch anmerken möchte ich zwei kleinere Punkte: Die Beschränkung auf Deutschland und Österreich wirkt etwas willkürlich; eine Einbettung in den gesamten DACHLI-Raum hätte ich spannend gefunden, auch wenn das möglicherweise eine komplexere rechtliche Recherche nach sich gezogen hätte. Und ich schätze den Einsatz von Grafiken sehr, musste aber feststellen, dass die Grafik zur Viralitätswahrnehmung (S. 87) leider zu wenig erklärt wurde. Begriffe wie p-Wert oder Cohen’s d sind für Menschen (wie mich), die sich nicht tagtäglich mit akademischen Schriften auseinandersetzen, schwer greifbar. Auch die halbe Seite Erklärung zur Grafik im Fließtext war für mich wenig aufschlussreich.

Gestalterisch hingegen: großartig. Farbgebung, Layout, Kapitelhinweise auf jeder Seite – man merkt, wie sorgfältig hier gearbeitet wurde. Einzig die sehr feste Bindung machte das Lesen stellenweise leider sehr mühsam und erforderte eine enorme Kraftanstrengung.

Fazit

„Feindbild Frau“ ist ein analytisches, aber trotzdem sehr niederschwelliges, dringliches Buch über digitale Gewalt, Misogynie, Plattformmacht und demokratische Resilienz. Ich empfehle es allen (ja, nicht nur Frauen und auch nicht nur Politikerinnen), die verstehen wollen, warum Online-Hass kein Randphänomen ist und was wir konkret dagegen tun können. Danke an den Brandstätter Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Gegen Frauen-Hass im Netz: Sehr kluges, wichtiges Sachbuch!

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Die Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig ist Expertin für die gesellschaftlichen Auswirkungen von Digitalisierung und Debattenkultur. Mit ihrem Buch „Feindbild Frau: Wie Politikerinnen im Netz bedroht, ...

Die Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig ist Expertin für die gesellschaftlichen Auswirkungen von Digitalisierung und Debattenkultur. Mit ihrem Buch „Feindbild Frau: Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden - und was wir alle dagegen tun können“ ist ihr hochaktuelles, kluges und wegweisendes Werk gelungen.

Für viele Frauen in der Öffentlichkeit, z.B. Politikerinnen, gehören digitale Hetze, geschlechtsspezifischer Hass und Gewaltandrohungen leider zum Alltag. Ingrid Brodnig hat mit hochrangigen Politikerinnen und Abgeordneten aus Deutschland und Österreich gesprochen. Sie analysiert anhand von konkreten Angriffen, wie digitale Gewalt funktioniert und welche Rolle dabei rechte Netzwerke, KI und Bildmontagen spielen.

„Dass aggressive Postings auch ein Mittel sein können, um Geschlechter-Hierarchien zu verfestigen, haben feministische Autorinnen übrigens schon früh angemerkt. Deutlich formuliert es etwa die Politikwissenschaftlerin Jessica Megarry: ‚Die Anwesenheit von Frauen in öffentlichen Räumen verstößt gegen die Beständigkeit der Trennung zwischen Öffentlichem/Privatem in patriarchalen Gesellschaften, und angesichts dessen, dass Frauen derzeit ausgeschlossen werden von einer Online-Teilhabe mittels Belästigungen basierend auf ihrem Geschlecht, kann dieses Verhalten als Form des Kontrollierens weiblicher Stimmen in der öffentlichen Domäne verstanden werden. Ich argumentiere, dass Online-Belästigung von Frauen am besten als Online-sexuelle-Belästigung begrifflich erfasst werden kann, um den spezifischen politischen Zweck von belästigendem männlichem Verhalten aufzuzeigen: das Zum-Schweigen-Bringen von Frauen, die es wagen, in der Online-Öffentlichkeit zu sprechen.‘ Es ist wichtig, bei digitaler Gewalt zu berücksichtigen: Sie passiert nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum – sondern in einer Welt, in der manche Gruppen historisch gesehen viel größere Unterdrückung erlebt haben als andere und bis heute Ungleichbehandlung erleben. Drohungen sind eines der offensichtlichsten Instrumente, wie Menschen aus der Öffentlichkeit gedrängt werden.“


Was ich an diesem Sachbuch besonders gelungen finde: Die Autorin analysiert nicht nur, wie digitale Gewalt funkioniert, sie zeigt auch Wege auf, wie Betroffene sich schützen können, sowohl in rechtlicher, technischer und strategischer Hinsicht.

Das Buch ist zudem ein Aufruf zu mehr zivilgesellschaftlicher Verantwortung - und ein Plädoyer dafür, das Wort nicht den Lautesten zu überlassen. Wir müssen unsere Demokratie gegen Angstmacherei, Hass und Hetze verteidigen!

Vielen Dank an den Brandstätter Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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