Eine kleine Enttäuschung bleibt...
Uff, irgendwie habe ich mich mit dem Buch echt schwer getan. Das lag überwiegend an der Protagonistin, die ich als sehr unnahbar empfunden habe. Ja, wahrscheinlich würde ich mich in Klaras Situation ähnlich ...
Uff, irgendwie habe ich mich mit dem Buch echt schwer getan. Das lag überwiegend an der Protagonistin, die ich als sehr unnahbar empfunden habe. Ja, wahrscheinlich würde ich mich in Klaras Situation ähnlich fühlen. Allerdings hat dieser Umstand dazu geführt, dass mich das Buch nicht erreichen bzw. berühren konnte. Erst im letzten Drittel ist es mir gelungen, eine Verbindung zu Klara aufzubauen, Gefühle und Emotionen nachzuempfinden und den Schmerz zu fühlen.
Das Buch hatte aber auch gute Momente. Der Kennlern-Geschichte von Klara und Balázs bin ich z.B. gerne gefolgt, ebenso dem beschriebenen Málaga Urlaub, weil ich die Plätze und Orte schon selbst besucht habe und bildlich vor mir sehen konnte. Balázs war Klara immer eine tolle Stütze, ein Wegbegleiter, eine Bereicherung für ihr Leben. Kurz gesagt: Balázs hat Klara geerdet. In Jasmin hat Klara eine verständnisvolle und geduldige Freundin gefunden. Auch ihren Bruder Frederik habe ich über die Seiten hinweg ins Herz geschlossen. Das Setting in Wien hat Erinnerungen in mir geweckt und wirklich gut zu Klara und Balázs gepasst.
Insgesamt bin ich eher unentschlossen, wie ich das Buch bewerten soll. Wie gesagt: Die Protagonistin schien mir emotional wenig erreichbar. Ich bin erst spät warm mit ihr geworden. Hinzu kommt, dass ich den Schreibstil von Jaqueline Scheiber als schwerfällig empfand. Ich bin beim Lesen immer wieder ins Stocken geraten. Die Kapitelüberschriften haben mich verwundert. Erst zum Schluss habe ich verstanden, dass sie ein Gedicht von Lydia Daher ergeben. (Das Gedicht ist am Ende des Buches abgedruckt.) Cover und Klappentext sind gelungen und machen neugierig, die Geschichte selbst konnte mich aber leider nicht gänzlich in den Bann ziehen. Eine kleine Enttäuschung bleibt also.